Diese Arbeit stellt den aktuellen Forschungsstand zur Verortung der "Ilias" dar. Eine einführende Quellenkritik soll einen groben Überblick über das Epos liefern. Eine entscheidende Rolle in der Troia Forschung kommt der Archäologie zuteil. Während der letzten 150 Jahre kamen die Archäologen bei Grabungen zu sensationellen Ergebnissen. Nicht umsonst wird die Archäologie in den Köpfen vieler Menschen mit der Geschichte um Troia gleichgesetzt.
In der folgenden Hausarbeit soll deshalb versucht werden, die Ergebnisse von Archäologie und Geschichtswissenschaft, in Bezug auf den Text, darzustellen. Das Thema ist immer noch aktuell. Historiker diskutieren über die archäologischen Befunde und versuchen sie in Verbindung mit dem Text der Ilias zu bringen. Es entstehen immer neue Hypothesen zum genannten Sachverhalt. Erst vor einigen Jahren brach durch den Poeten, Schriftsteller und vergleichenden Literaturwissenschaftler Raoul Schrott eine erneute Diskussion aus. In seinem Werk "Homers Heimat. Der Kampf um Troia und seine realen Hintergründe" bringt er Argumente hervor, dass der Dichter der Ilias aus Kilikien stamme und als "Schreiber" in assyrischen Diensten stand.
Troia, der troianische Krieg, Homer und die dazugehörige Geschichte sind nahezu jedem Europäer bekannt. Seit über 3000 Jahren besteht der Myhthos, welcher unsere westliche Kultur ausschlaggebend geprägt hat. Die "Ilias" hat der Menschheit schon immer viele Fragen aufgeworfen. Die größte Frage, neben der Problematik der Historizität des Troianischen Krieges, ist die Frage nach der Verortung des Schauplatzes der "Ilias". Ist der Hügel an den Dardanellen tatsächlich identisch mit dem Troia, welches Homer in seinem Epos beschreibt?
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Quellenkritik
3.Raumeinteilung der Ilias
4.Naturräumliche Gegebenheiten und der Text
5.Hieß Hisarlik tatsächlich einmal Troia/Ilois?
6.Örtliche Gegebenheiten in Kilikien
7.Diskussion um Kilikien
8.Forschungsstand der Archäologie
9. Fazit
10.Literaturverzeichnis
10.1Quellen
10.2Forschungsliteratur
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die geographische Verortung des Schauplatzes der Ilias, indem sie archäologische Befunde am Hügel Hisarlik kritisch mit den im Epos beschriebenen Landschaftsmerkmalen und den modernen, kontroversen Thesen Raoul Schrotts abgleicht.
- Historizität des troianischen Krieges
- Geographische Lokalisierung von Troia
- Kritische Analyse der Hypothese einer Verortung in Kilikien
- Interdisziplinäre Betrachtung von Archäologie und Literaturwissenschaft
- Auswertung der Grabungsergebnisse am Hügel Hisarlik
Auszug aus dem Buch
3. Raumeinteilung der Ilias
Versucht man den Schauplatz der Ilias im Raum zu verorten, so könnte man zwischen den beiden Parteien eine Grenze zwischen Ost und West ziehen. Die Achaier repräsentieren die Festlandgriechen, die Dardaner und ihre Verbündeten standen für die Reiche Kleinasiens in homerischer Zeit. Die Lage Troias am Hellespont ließ es zum geographischen Fixpunkt für die Grenze zwischen Europa (Griechenland) und Asien werden. Troia gehörte zwar zum Osten, war interessanterweise jedoch eine typische griechische Polis, wenn man die Topographie und Architektur betrachtet. Die Troianer und ihr Herrscherhaus waren sogar ein Exempel des sozialen Kodes der griechischen Stadtbewohner und ihrer Aristokratie.
Kleinasien ist in der Ilias völlig ungriechisch, da in der Vorstellung der Griechen alle kleinasiatischen Städte griechische Gründungen waren und demzufolge in der heroischen Zeit noch nicht existiert haben konnten.
„Ionien wie auch die meisten Inseln wurden von Athen aus, Italien und Sizilien meist vom Peloponnes und der oder jener anderen Hellenenstadt besiedelt. Alle diese Gründungen sind später als der Troianische Krieg.“
So entstand in dem homerischen Epos eine Landschaft ohne griechische Städte, eine frühere fremde Kultur- und Herrschaftslandschaft, in welche Troia gut hineinpasste. Homer erschuf auf der einen Seite eine mythische, auf der anderen Seite eine historisch-politische Geographie seiner Zeit. Er führte seinem Publikum zwei Landschaften vor Augen, eine in der Vergangenheit befindliche des Heroenzeitalters und die gegenwärtige. Homer ließ seine Zeitgenossen, wohl auch aus einer patriotischen Motivation heraus, beim Hören des Epos nachvollziehen, wie deren eigene Geschichte in späterer Zeit entstanden war.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Diese Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage nach der tatsächlichen Identität des troianischen Schauplatzes und beleuchtet die Relevanz interdisziplinärer Forschung.
2.Quellenkritik: Hier wird die Ilias als literarische Quelle analysiert und deren enorme Bedeutung für die Identität und Mentalität des antiken Kulturraums hervorgehoben.
3.Raumeinteilung der Ilias: Das Kapitel untersucht die geographische Konzeption des Epos, das eine historische und mythische Geographie geschickt miteinander verwebt.
4.Naturräumliche Gegebenheiten und der Text: Hier werden die landschaftlichen Beschreibungen in der Ilias kritisch im Hinblick auf ihre Realitätsnähe und die Lokalisierungsdebatten beleuchtet.
5.Hieß Hisarlik tatsächlich einmal Troia/Ilois?: Dieses Kapitel analysiert die Namensherkunft von Hisarlik und dessen Gleichsetzung mit historischen Stätten wie Wilusa.
6.Örtliche Gegebenheiten in Kilikien: Hier werden die naturräumlichen Merkmale der kilikischen Ebene beschrieben, um deren Eignung als alternativer Schauplatz zu prüfen.
7.Diskussion um Kilikien: Das Kapitel setzt sich kritisch mit den Thesen von Raoul Schrott auseinander, der Kilikien als wahre Heimat des Epos propagiert.
8.Forschungsstand der Archäologie: Eine Übersicht über die Ausgrabungsgeschichte am Hügel Hisarlik und die Entwicklung der archäologischen Erkenntnisse seit Schliemann.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach die Verbindung zwischen dem archäologischen Befund Hisarliks und dem Epos Homers als bewiesen gilt.
10.Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.
Schlüsselwörter
Ilias, Troia, Hisarlik, Archäologie, Raoul Schrott, Kilikien, Homer, Bronzezeit, Troianischer Krieg, Wilusa, Mythos, Quellenkritik, Ausgrabungen, Topographie, Altertumswissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob der in der Ilias beschriebene Schauplatz des Troianischen Krieges mit dem heutigen archäologischen Fundort Hisarlik identisch ist.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Interpretation der Ilias, die archäologische Forschung an Siedlungsschichten, die Analyse topographischer Beschreibungen und die Auseinandersetzung mit modernen Kontroversen zur Lokalisierung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Debatte um die Verortung von Troia zu ordnen und die Validität konkurrierender Hypothesen gegenüber der etablierten Forschung zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verwendet eine interdisziplinäre Methode, die literaturwissenschaftliche Textanalysen mit archäologischen Grabungsberichten und geographischen Gegebenheiten vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die traditionelle Verortung in Hisarlik als auch die von Raoul Schrott angestoßene Kilikien-Hypothese ausführlich diskutiert und kritisch hinterfragt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Troia, Hisarlik, Homer, Archäologie, Kilikien, Historizität und Forschungsstand.
Wie bewertet der Autor die Thesen von Raoul Schrott?
Der Autor stuft die Thesen Schrotts zur Verortung in Kilikien als hochspekulativ und wissenschaftlich nicht tragbar ein, erkennt aber dessen Verdienst an, eine neue Diskussion über das Thema entfacht zu haben.
Welchen Stellenwert nimmt die Archäologie ein?
Die Archäologie wird als unverzichtbares Instrument betrachtet, das jedoch eigenständig keine abschließenden Beweise liefern kann und daher zwingend auf den Dialog mit Sprachwissenschaft und Geschichte angewiesen ist.
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- Anonym (Autor:in), 2018, Verortungsansatz der "Ilias", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539905