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Natointervention im Kosovo - Ein rein humanitärer Einsatz? Wie wurde dieser Krieg aus deutscher Sicht beurteilt und gerechtfertigt?

Title: Natointervention im Kosovo - Ein rein humanitärer Einsatz? Wie wurde dieser Krieg aus deutscher Sicht beurteilt und gerechtfertigt?

Seminar Paper , 2001 , 18 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Andreas Hautz (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Diese Arbeit soll sich mit dem Kosovo–Konflikt, im speziellen mit dem Eingreifen der NATO 1999 und der Frage, ob es sich hierbei tatsächlich nur um eine humanitäre Intervention handelte beschäftigen. Daher wird im folgenden versucht werden zu klären, das Eingreifen der NATO aus Sicht der Denkschule des soziologischen Liberalismus, bzw. sozietalen Konstruktivismus zu erklären. Hierfür wird zunächst die Denkschule vorgestellt, dann der Konflikt–Ablauf, um dann in der Analyse auf bestimmte Fakten, während des Konfliktaustrages einzugehen. Im wesentlichen sollen aber Aussagen von Politikern, die in das Geschehen involviert waren, analysiert werden. Hierfür wird das Eingreifen vorwiegend aus deutscher Sicht geschildert und erklärt. Während man in den Vereinigten Staaten sicher auch auf andere Gründe für das Eingreifen der NATO im Kosovo stieß, neigten fast ausschließlich alle deutschen Politiker dazu, das Eingreifen der NATO als reinen Akt der humanitären Hilfe zu deklarieren. Es soll im folgenden geklärt werden, ob Normen und Werte die Motivation für die Handlungen der Nato-Staaten waren oder ob sie nicht doch von speziellen politischen Interessen gelenkt wurden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der soziologische Liberalismus, bzw. der sozietale Konstruktivismus

2.1. Normen als Verhaltenserwartungen

2.2. Einfluss von Normen auf politische Entscheidungsträger

2.3. Der demokratische Frieden

3. Der Kosovo-Konflikt

3.1. Spannungen im Kosovo

3.2. Der Konflikt weckt das internationale Interesse

3.3. NATO-Drohungen und Verhandlungen

3.4. Verhandlungen von Ramboulliet

4. Der NATO-Einsatz aus konstruktivistischer Sicht. Der soziologische Liberalismus als Grundannahme für die Handlungen der NATO-Staaten

4.1. Konfliktbeschreibung aus der Perspektive des soziologischen Liberalismus

4.2. Kritische Stimmen zu den NATO-Handlungen

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den NATO-Einsatz im Kosovo-Konflikt 1999 mit dem Ziel zu klären, ob es sich dabei tatsächlich um eine rein humanitäre Intervention handelte oder ob andere politische Interessen die Handlungen der beteiligten Staaten steuerten. Dabei steht die Analyse aus der Perspektive des soziologischen Liberalismus und des sozietalen Konstruktivismus im Vordergrund, wobei insbesondere die deutsche Sichtweise und politische Aussagen kritisch hinterfragt werden.

  • Konstruktivistische Außenpolitiktheorie und die Rolle von Normen
  • Entwicklung und Eskalation des Kosovo-Konflikts
  • Die deutsche politische Argumentation für den NATO-Einsatz
  • Kritische Gegenpositionen zur humanitären Begründung des Krieges

Auszug aus dem Buch

4.1. Konfliktbeschreibung aus der Perspektive des soziologischen Liberalismus

Eine Annahme des soziologischen Liberalismus, die besagt, dass sich Demokratien schwer mit der Anwendung von Gewalt tun, sieht sich darin bestätigt, dass die NATO-Intervention, wie auch immer man zu ihr stehen mag, relativ spät durchgeführt wurde. Trotz ständig schleifender Verhandlungen und trotzdem die Serben jede Entspannung der Lage ausnutzten, Forderungen der NATO eigenmächtig wieder rückgängig zu machen, dauerte es sehr lange, bis die NATO aus ihren Drohungen Ernst machte. Erst nach Racak war die NATO nicht mehr bereit auf die Serben weiter einzugehen (vgl. Meyer/ Schlotter, S.19).

Durch gesellschaftlich verankerte Normen motiviert handelte die NATO auch nach der Meinung vieler Politiker und Wissenschaftler, wie im folgenden gezeigt werden soll. „Der europäische Rat sprach am Tag der Aufnahme der Luftangriffe vom 24.3.1999 in einer Erklärung […] zum Konflikt von einer nötigen ‚militärischen Intervention’, um die dortige humanitäre Katastrophe zu beenden.“ (Steinkamm, S.343). Aus Zitaten wie diesen wird deutlich, dass gesellschaftlich verankerte Normen, wie der Schutz der Menschenrechte, die treibende Kraft zum Handeln waren, was auch daran deutlich wird, dass es der rot-grünen Bundesregierung gelang sogar bei Teilen der pazifistischen Bewegungen in Deutschland Zustimmung zum NATO-Kurs zu erreichen (vgl. Clement, S. 162f). Vor allem der unter den Friedensbewegten seit Ende der sechziger Jahre zur Norm erhobene Satz: „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ spielt hierbei eine Rolle, da sich viele Politiker und Bundesbürger jetzt vor der Alternative sahen: „Entweder Krieg oder Faschismus!“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Kosovo-Konflikts ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach dem humanitären Charakter des NATO-Einsatzes unter Anwendung konstruktivistischer Theorieansätze.

2. Der soziologische Liberalismus, bzw. der sozietale Konstruktivismus: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, insbesondere wie intersubjektive Normen das Handeln politischer Akteure in Demokratien bestimmen und legitimieren.

3. Der Kosovo-Konflikt: Hier wird der historische Kontext der Spannungen im Kosovo, die Rolle internationaler Organisationen sowie der eskalierende diplomatische Prozess bis zur NATO-Intervention detailliert dargestellt.

4. Der NATO-Einsatz aus konstruktivistischer Sicht. Der soziologische Liberalismus als Grundannahme für die Handlungen der NATO-Staaten: Dieses Kapitel analysiert die konkreten politischen Begründungsmuster für den Einsatz, konfrontiert diese mit kritischen Stimmen und hinterfragt die Rolle von Normen gegenüber machtpolitischen Interessen.

5. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass der Einsatz nicht monokausal durch eine Theorie erklärbar ist, und diskutiert die Verflechtung von moralischen Normen mit strategischen Interessen.

Schlüsselwörter

Kosovo-Konflikt, NATO-Intervention, humanitäre Intervention, soziologischer Liberalismus, sozietaler Konstruktivismus, Normen, Außenpolitik, Menschenrechte, Joschka Fischer, Slobodan Milosevic, politische Legitimation, internationale Beziehungen, Demokratischer Frieden, Militärische Intervention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den NATO-Einsatz im Kosovo im Jahr 1999 und analysiert, ob dieser als rein humanitäre Hilfe einzustufen ist oder ob andere Interessen die Akteure leiteten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die konstruktivistische Außenpolitiktheorie, die historischen Eskalationsstufen des Kosovo-Konflikts sowie die politische Debatte in Deutschland zur Rechtfertigung des Militäreinsatzes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, das Handeln der NATO-Staaten anhand der Denkschule des soziologischen Liberalismus zu erklären und zu prüfen, ob Normen oder Interessen den Ausschlag für den Kriegseintritt gaben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Methode der theoretischen Analyse, indem er konstruktivistische Konzepte auf historische Ereignisse anwendet und insbesondere politische Reden und Aussagen von Entscheidungsträgern untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der theoretischen Basis, die Darstellung des Konfliktverlaufs sowie die Analyse der Argumentationsmuster von Befürwortern und Kritikern des Einsatzes.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie humanitäre Intervention, Normen, soziologischer Liberalismus und die moralische Rechtfertigung von Kriegshandlungen charakterisiert.

Welche Bedeutung hat das Massaker von Racak für die Argumentation des Autors?

Das Massaker von Racak wird als entscheidender Wendepunkt angeführt, der das Vertrauen in die jugoslawische Regierung zerstörte und die diplomatischen Bemühungen in eine neue, interventionistische Phase überführte.

Wie bewertet der Autor die Rolle von Politikern wie Joschka Fischer?

Der Autor zeigt auf, wie Fischer und andere Politiker historische Erfahrungen (z. B. "Nie wieder Faschismus") als handlungsleitende Normen für den NATO-Einsatz nutzten, um diesen als moralische Pflicht zu deklarieren.

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Details

Title
Natointervention im Kosovo - Ein rein humanitärer Einsatz? Wie wurde dieser Krieg aus deutscher Sicht beurteilt und gerechtfertigt?
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Politikwissenschaft)
Course
Internationale Beziehungen
Grade
2,7
Author
Andreas Hautz (Author)
Publication Year
2001
Pages
18
Catalog Number
V53999
ISBN (eBook)
9783638492942
ISBN (Book)
9783638810234
Language
German
Tags
Natointervention Kosovo Einsatz Krieg Sicht Internationale Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Hautz (Author), 2001, Natointervention im Kosovo - Ein rein humanitärer Einsatz? Wie wurde dieser Krieg aus deutscher Sicht beurteilt und gerechtfertigt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53999
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