Die Zielsetzung und damit verbundene Herausforderung dieser Arbeit besteht darin, die bereits etablierten Corporate Governance Kodizes auf nationaler und internationaler Ebene, die für Kapitalgesellschaften gelten, auf Non-Profit Organisationen (NPO) anzuwenden. Dies geschieht auf der Grundlage eines Kriterien geleiteten Vergleichs, in dem die bestehenden Kodizes beurteilt werden, um diese anschließend in Verbindung mit bereits existierenden Ansätzen einen Non-Profit Governance auf den Non-Profit Sektor anzuwenden. Somit soll eine solide Grundlage für diesen Sektor geschaffen werden, um eine gute Unternehmensführung in NPOs zu garantieren und somit die Aberkennung der Sonderrolle zu verhindern.
NPOs sind auf dem Wachstumskurs. Einerseits haben sie Potenzial, den Öffentlichen Sektor zu entlasten, und sich somit stärker in der Wirtschaft zu positionieren. Andererseits steht der Gewinn zusätzlicher Finanzquellen als zentrales Anliegen im Vordergrund, da sich in den letzten Jahren die Rahmenbedingungen für NPOs gravierend verändert haben, indem staatliche Zuwendungen weitgehend gekürzt wurden. Daher ist die Corporate Governance (CG), welche einen unabdingbaren Bestandteil der Unternehmensführung und Organisation von Kapitalgesellschaften darstellt, zu einem wichtigen Thema in NPOs geworden.
Durch Skandale wird die Glaubwürdigkeit von NPOs stark angezweifelt, hier ist beispielsweise der ADAC zu nennen. Der Skandal begründete sich darin, dass der ADAC insgesamt 40 Tochtergesellschaften besitzt, die einen Umsatz von einer Milliarde Euro jährlich erwirtschaften, zuzüglich der Einnahmequelle Mitgliedsbeiträge von rund 671 Millionen Euro. Folglich agiert der ADAC als ein Wirtschaftsunternehmen, aber nimmt gleichzeitig die Vorteile und Freiheiten des Vereinsrechts in Anspruch. Durch diese sogenannte Vertrauenskrise, kommt immer häufiger die Frage auf, ob sich NPOs auch an die Richtlinien und Vorgaben einer gut funktionierenden CG halten. Ebenfalls die Erwartungen der Öffentlichkeit an eine hohe Transparenz und einem sorgsamen Umgang, hinsichtlich der Verwendung von Spenden und anderer gestellter Mittel, werden immer präsenter. Aus diesem Grund ist es unumgänglich geworden, eine CG ebenfalls in die Unternehmensführung von NPOs, zu etablieren und damit mehr Transparenz zu schaffen. Ansätze von einer Non-Profit Governance sind schon vorhanden, jedoch noch nicht im gleichen Maße wie die CG in Kapitalgesellschaften.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG
1.2 AUFBAU UND GANG DER UNTERSUCHUNG
2 BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN
2.1 CORPORATE GOVERNANCE
2.1.1 Begriffsdefinition
2.1.2 Eingliederung in die Unternehmensführung
2.1.3 Nationale und internationale Corporate Governance Kodizes
2.2 NON-PROFIT ORGANISATION
2.2.1 Begriffsdefinition
2.2.2 Differenzierung
2.2.3 Unterscheidung zu Kapitalgesellschaften
2.3 ZWISCHENFAZIT
3 KRITERIEN GELEITETER VERGLEICH DER ÜBERTRAGBARKEIT VON CORPORATE GOVERNANCE KODIZES AUF NON-PROFIT ORGANISATIONEN
3.1 ANALYSE ANERKANNTER KODIZES
3.1.1 Kriterien für Analyse
3.1.2 Anwendbarkeit auf Non-Profit Sektor
3.1.3 Durchführung am Beispiel von zwei Non-Profit Organisationen
3.2 UNTERSUCHUNG ERWEITERTER RICHTLINIEN
3.2.1 Kriterien für Non-Profit Sektor
3.2.2 Anpassung auf Non-Profit Sektor
3.2.3 Verbindung von bestehenden und angepassten Richtlinien
4 FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit etablierter Corporate Governance Kodizes, die ursprünglich für gewinnorientierte Kapitalgesellschaften entwickelt wurden, auf Non-Profit Organisationen (NPO). Ziel ist es, ein solides Fundament für eine "Non-Profit Governance" zu schaffen, um die Transparenz zu erhöhen, die Rechenschaftspflicht zu stärken und die langfristige Leistungsfähigkeit von NPOs in einem veränderten wirtschaftlichen Umfeld zu sichern.
- Grundlagen von Corporate Governance und Non-Profit Organisationen.
- Kriteriengeleitete Analyse der Übertragbarkeit bestehender Kodizes (wie DCGK und SOX) auf NPOs.
- Fallbeispiele zur praktischen Veranschaulichung der Governance-Strukturen bei NPOs.
- Erarbeitung von erweiterten Richtlinien und Anpassungsstrategien für den Non-Profit-Sektor.
- Verknüpfung bestehender Governance-Ansätze zu einer ganzheitlichen Empfehlung.
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
„Was zu erwarten war, ist eingetroffen: Mit einiger zeitlicher Verzögerung hat nun die ‚Corporate Governance‘-Diskussion auch die Non-Profit Organisationen erreicht“.1 Non-Profit Organisationen (NPO) sind auf dem Wachstumskurs. Einerseits haben sie Potenzial, den Öffentlichen Sektor zu entlasten, und sich somit stärker in der Wirtschaft zu positionieren. Andererseits steht der Gewinn zusätzlicher Finanzquellen als zentrales Anliegen im Vordergrund, da sich in den letzten Jahren die Rahmenbedingungen für NPOs gravierend verändert haben, indem staatliche Zuwendungen weitgehend gekürzt wurden.2 Daher ist die Corporate Governance (CG), welche einen unabdingbaren Bestandteil der Unternehmensführung und Organisation von Kapitalgesellschaften darstellt, zu einem wichtigen Thema in NPOs geworden.3 Durch Skandale wird die Glaubwürdigkeit von NPOs stark angezweifelt, hier ist beispielsweise der ADAC zu nennen. Der Skandal begründete sich darin, dass der ADAC insgesamt 40 Tochtergesellschaften besitzt, die einen Umsatz von einer Milliarde Euro jährlich erwirtschaften, zuzüglich der Einnahmequelle Mitgliedsbeiträge von rund 671 Millionen Euro. Folglich agiert der ADAC als ein Wirtschaftsunternehmen, aber nimmt gleichzeitig die Vorteile und Freiheiten des Vereinsrechts in Anspruch.4
Durch diese sogenannte Vertrauenskrise, kommt immer häufiger die Frage auf, ob sich NPOs auch an die Richtlinien und Vorgaben einer gut funktionierenden CG halten.5 Ebenfalls die Erwartungen der Öffentlichkeit an eine hohe Transparenz und einem sorgsamen Umgang, hinsichtlich der Verwendung von Spenden und anderer gestellter Mittel, werden immer präsenter. Aus diesem Grund ist es unumgänglich geworden, eine CG ebenfalls in die Unternehmensführung von NPOs, zu etablieren und damit mehr Transparenz zu schaffen.6 Ansätze von einer Non-Profit Governance sind schon vorhanden, jedoch noch nicht im gleichen Maße wie die CG in Kapitalgesellschaften.7 Die Zielsetzung und damit verbundene Herausforderung dieser Arbeit besteht darin, die bereits etablierten Corporate Governance Kodizes auf nationaler und internationaler Ebene, die für Kapitalgesellschaften gelten, auf NPOs anzuwenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Dieses Kapitel erläutert die steigende Relevanz von Corporate Governance für Non-Profit Organisationen vor dem Hintergrund knapper werdender staatlicher Mittel und öffentlicher Vertrauenskrisen.
2 BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN: Hier werden die Kernbegriffe Corporate Governance und Non-Profit Organisation definiert und voneinander abgegrenzt, um ein theoretisches Fundament für die Untersuchung zu bilden.
3 KRITERIEN GELEITETER VERGLEICH DER ÜBERTRAGBARKEIT VON CORPORATE GOVERNANCE KODIZES AUF NON-PROFIT ORGANISATIONEN: Das Hauptkapitel analysiert kritisch die Anwendbarkeit klassischer Governance-Kodizes auf NPOs, prüft dies anhand konkreter Fallbeispiele und erarbeitet angepasste Richtlinien für den Non-Profit-Sektor.
4 FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer spezifischen Governance-Angleichung für NPOs, um langfristig im Wettbewerb bestehen zu können.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, Non-Profit Organisationen, NPO, Governance Kodizes, DCGK, Sarbanes-Oxley Act, Gemeinnützigkeit, Transparenz, Unternehmensführung, Aufsichtsrat, Prinzipal-Agent-Theorie, Stakeholder, Nachhaltige Wertschöpfung, Risikomanagement, Vereinsrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendbarkeit von Corporate Governance Regeln, die ursprünglich für börsennotierte Unternehmen konzipiert wurden, auf den Sektor der Non-Profit Organisationen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Notwendigkeit von Transparenz, die Rolle der Unternehmensaufsicht, die Professionalisierung der Führung sowie die Anpassung von Kontrollmechanismen an die Besonderheiten von NPOs.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, eine methodische Grundlage für eine "Non-Profit Governance" zu entwickeln, um das Vertrauen der Stakeholder und Spender in die Organisationen zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein kriteriengeleiteter Vergleich angewandt, bei dem etablierte Kodizes (DCGK/SOX) anhand selbst gewählter Kriterien auf den Non-Profit-Sektor projiziert und durch Fallbeispiele überprüft werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse bestehender Kodizes, der Ableitung von Anforderungen für den NPO-Sektor, der Untersuchung durch Fallstudien sowie der Erarbeitung modifizierter Richtlinien.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen zählen Corporate Governance, Non-Profit Organisationen, Transparenz, Rechenschaftspflicht, Aufsichtsstrukturen und Gemeinnützigkeit.
Wie unterscheidet sich die Situation einer NPO von der einer Kapitalgesellschaft in Bezug auf Governance?
Im Gegensatz zu Kapitalgesellschaften fehlen NPOs oft klare gewinnorientierte Zielvorgaben; zudem erschweren heterogene Zielsysteme und die Verzahnung von Ehrenamt und Hauptamt die Implementierung klassischer Governance-Strukturen.
Welche Bedeutung kommt der Organisationsgröße bei der Einführung von Governance-Regeln zu?
Größere NPOs stehen aufgrund ihrer Bedeutung und stakeholder-abhängigen Finanzierung unter höherem Druck, sich an professionelle Governance-Standards anzupassen, als kleinere, lokal agierende Vereine.
Warum ist die Kassenprüfung bei NPOs oft unzureichend im Vergleich zu einem externen Audit?
Die in NPOs verbreitete Kassenprüfung dient primär der vereinsinternen Kontrolle der satzungsgemäßen Mittelverwendung, während sie die umfassende externe Prüfung der Unternehmensführung und -politik durch Wirtschaftsprüfer nicht ersetzt.
Was ist das Hauptergebnis bezüglich der Übertragbarkeit von Kodizes?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass keine strikte 1:1-Übernahme erfolgen darf, sondern ein Angleichungsprozess nötig ist, der die spezifischen Anforderungen und die gemeinnützige Zielsetzung von NPOs integriert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Corporate Governance von Non-Profit Organisationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540161