Die vorliegende Arbeit macht es sich zur Aufgabe, den Begriff CSR genau zu erörtern. Hierbei ist die Verbindung mit dem Menschenrechtsschutz besonders interessant. Der Fokus der Arbeit liegt deshalb in der Verankerung der Menschenrechte im CSR. Welche Rolle spielen überhaupt Menschenrechte im CSR? Am Ende soll eine klare Position übernommen und ein kritischer Ausblick geliefert werden.
In unserer heutigen Gesellschaft gehören Wohlstand und wirtschaftliche Stabilität beinahe zum Alltag. Insbesondere in der westlichen Gemeinschaft werden diese Punkte immer mehr als selbstverständlich interpretiert. Es steigt die Gier nach mehr Profit und Wachstum, obwohl wir uns weit entfernt jeglicher Existenzminima bewegen. Der Erfolg und das Streben nach Reichtum treiben uns weiter voran. Dies lastet häufig auf den Schultern einiger weniger, die in den ärmsten Ländern der Welt unsere Statussymbole herstellen – teils unter chaotischen und menschenunwürdigen Bedingungen. Während Apples neuestes Smartphone bei der Einführung über 1200 € kostet, haben Menschen in Asien häufig nicht einmal sauberes Trinkwasser. Die wenigsten Konsumenten nehmen davon Kenntnis oder fühlen sich mitverantwortlich.
Es stellt sich die Frage nach den Menschenrechten, die auch in der Bundesrepublik Deutschland nicht immer allgegenwärtig waren. Angesichts der Diskrepanz zwischen den ärmsten Ländern der Welt und den westlichen Industrienationen sollte der Begriff der Menschenrechte genauer differenziert werden. Was überhaupt sind Menschenrechte und wie werden diese umgesetzt? Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich zu Beginn mit genau dieser Frage. Es soll über die historische Entwicklung- und den aktuellen Status Quo der Menschenrechte berichtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Menschenrechte
2.1 Definition Menschenrecht
2.2 Historische Entwicklung
2.3 Status Quo des Menschenrechtsschutzes
3. Menschenrechte und Corporate Social Responsibility
3.1 Definition Corporate Social Responsibility
3.2 OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen
3.3 UN Global Compact
3.4 Menschenrechte im Corporate Social Responsibility
4. Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die theoretische und praktische Verknüpfung von Menschenrechten mit dem Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR). Dabei wird analysiert, inwieweit globale Instrumente wie die OECD-Leitsätze und der UN Global Compact zur Durchsetzung von Menschenrechten in der Unternehmenspraxis beitragen und wo die Grenzen freiwilliger Selbstverpflichtungen liegen.
- Historische Entwicklung und aktueller Status des Menschenrechtsschutzes
- Grundlagen und Definitionen von Corporate Social Responsibility
- Analyse der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
- Untersuchung der zehn Prinzipien des UN Global Compact
- Kritische Würdigung der Wirksamkeit freiwilliger CSR-Maßnahmen
- Fallbeispiel zur Implementierung von CSR-Richtlinien bei Infineon
Auszug aus dem Buch
3.4 Menschenrechte im Corporate Social Responsibility
In den vorangegangenen Kapiteln haben wir uns zunächst mit der historischen Entwicklung des Menschenrechtsschutzes befasst. Es wurden die Ursprünge und der aktuelle Status Quo der Menschenrechte analysiert. Auch wurde der Begriff des Corporate Social Responsibilitys untersucht und erklärt. Zwei globale Instrumente zur Förderung sozialer Unternehmensverantwortung sind die Leitsätze des OECD und der Global Compact der Vereinten Nationen. Sehr bedeutsam ist nun die Frage, inwieweit wir die Themengebiete Menschrechte und CSR verknüpfen können, welche Rolle Menschrechte im CSR Konzept denn nun spielen.
Sowohl die OECD, als auch die Vereinten Nationen postulieren den Menschenrechtsschutz in Ihren Leitsätzen. Natürlich liefern die beiden erörterten Initiativen nicht das Universalrezept für CSR, doch sind es die wohl bedeutendsten internationalen Umsetzungsmöglichkeiten der sozialen Unternehmensverantwortung. Während der Global Compact relativ allgemeine Empfehlungen zur Achtung der Menschenrechte und zur Vermeidung weiterer Vergehen (Vereinte Nationen 1999) ausspricht, liefern die OECD-Nationen konkretere und umfangreichere Ansätze. So fordern die OECD-Richtlinien nicht nur das Respektieren, Achten und den Verzicht auf Menschenrechtsverletzungen, sondern animieren auch zum aktiven Engagement und zur Mitgestaltung (OECD 2011, S. 38–41).
Sie appellieren zum einen an die Sorgfaltspflicht der Unternehmen, fordern aber auch eine Kompensation der eventuell negativen Auswirkungen der Geschäftstätigkeiten auf Menschenrechte. Die OECD benennt hierbei die Wertschöpfung der Firmen als Auslöser potentieller Menschenrechtsverletzungen und plädiert an ausgleichende Maßnahmen (OECD 2011, S. 41–42). Eine Übersicht der Menschenrechtsleitsätze der OECD wird in Tabelle 2 präsentiert. Jedoch stellen die Grundsätze und Richtlinien des Global Compacts, sowie des OECD keinen Anspruch auf Einzigartigkeit hinsichtlich CSR. Es gibt darüber hinaus zahlreiche bottom-up-Ansätze für soziale Unternehmensverantwortung, deren Wirkungsbereich sich ebenfalls auf Menschenrechtsschutz bezieht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Diskrepanz zwischen westlichem Wohlstand und den menschenunwürdigen Bedingungen in Schwellenländern und führt in die Notwendigkeit unternehmerischer Verantwortung ein.
2. Menschenrechte: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss der Menschenrechtsentwicklung von der Antike bis zur Gegenwart und erläutert den aktuellen internationalen Status Quo.
3. Menschenrechte und Corporate Social Responsibility: Hier werden theoretische Grundlagen von CSR sowie wichtige globale Instrumente wie die OECD-Leitsätze und der UN Global Compact im Kontext der Menschenrechte detailliert analysiert.
4. Schluss: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kritisiert, dass freiwillige CSR-Maßnahmen ohne verbindliche Kontroll- und Sanktionsmechanismen oft unzureichend sind.
Schlüsselwörter
Menschenrechte, Corporate Social Responsibility, CSR, OECD-Leitsätze, UN Global Compact, Unternehmensverantwortung, Nachhaltigkeit, Sorgfaltspflicht, Unternehmensethik, Globalisierung, Wirtschaftsrecht, Arbeitnehmerrechte, Menschenrechtsschutz, Freiwilligkeit, Unternehmensführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle von Menschenrechten und der sozialen Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Menschenrechte, die Definition von CSR und die Wirksamkeit internationaler Standards.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, welche Rolle Menschenrechte im Rahmen von CSR-Konzepten spielen und ob diese Instrumente ausreichen, um ethisches Handeln zu garantieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung internationaler Richtlinien wie der OECD-Leitsätze und des Global Compacts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Menschenrechte, die Analyse von CSR-Definitionen sowie die detaillierte Vorstellung globaler Regelwerke und deren praktischer Umsetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Menschenrechte, CSR, Nachhaltigkeit, OECD-Leitsätze und freiwillige Selbstverpflichtung geprägt.
Warum wird das Fallbeispiel Infineon angeführt?
Infineon dient als Praxisbeispiel, um zu veranschaulichen, wie ein Unternehmen CSR-Politik in die eigene Unternehmensführung integriert.
Welches zentrale Problem wird im Fazit identifiziert?
Das Hauptproblem ist der freiwillige Charakter von CSR-Maßnahmen, der oft zu einer mangelnden Kontrollierbarkeit und Sanktionierbarkeit bei Menschenrechtsverletzungen führt.
- Arbeit zitieren
- F. A. Käsbauer (Autor:in), 2018, Menschenrechte und Corporate Social Responsibility. Welche Rolle spielen Menschenrechte im CSR?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540184