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Neuer Kalter Krieg - alte Strategien und Strukturen?

Title: Neuer Kalter Krieg - alte Strategien und Strukturen?

Seminar Paper , 2006 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Florian Zerfaß (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Gut 15 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges sprechen manche Analysten vom Ausbruch eines neuen Kalten Krieges. Gut 15 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges zwischen der USA und der Sojetunion, so ihre These, erinnert die Lage in Zentralasien frappierend an die vor 1990. Alte Gräben brechen wieder auf, dank ihres Reichtums an Energieresourcen (insbersondere Gas) und ihrer geostrategisch wichtigen Lage hat sich die Region zu einem der wichtigsten Brennpunkte in der globalen Politik herauskristallisiert. Daher ringen die USA, Russland und China in Zentralasien massiv um Einfluss - um Macht, Rohstoffe, Geld. Mit anderen Worten: Es tobt ein neuer Kalter Krieg. Das Standardkonzept zur Erklärung des Kalten Krieges (und der Welt überhaupt zu Zeiten des Kalten Krieges) war der Neorealismus Waltz'scher Prägung. Mit dem Ende des Kalten Krieges jedoch wurden die Erklärungsgrenzen des Neorealismus offenkundig, und der Konstruktivismus - besonders in der von Alexander Wendt vorgeschlagenen Ausprägung - trat in die politikwissenschaftlichen Debatten ein. Diese Arbeit geht der Frage nach, inwieweit die Erklärungskraft des Neorealismus für die jüngeren Entwicklungen in Zentralasien Bestand hat - lässt sich die "alte" Theorie auch auf die neuen Entwicklungen anwenden? Neben einer Darstellung der Neorealismus-Konzepte von Kenneth Waltz und Robert Gilpin im Theorieteil liefert diese Arbeit eine empirische Analyse der geopolitischen Verschiebungen in Zentralasien, um sodann die Erklärungskraft des Neorealismus kritisch zu diskutieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Neorealistische Konzepte

2.1 Der strukturelle Neorealismus nach Waltz

2.2 Der polit-ökonomische Neorealismus nach Gilpin

3. Der Neorealismus und der Kalte Krieg

4. Der neue Kalte Krieg: Geopolitische Entwicklungen und der Neorealismus

5. Erklärungsgrenzen des Neorealismus

6. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, inwieweit der neorealistische Ansatz nach Kenneth Waltz und die polit-ökonomische Variante nach Robert Gilpin geeignet sind, die aktuellen geopolitischen Machtkonstellationen und den sogenannten „neuen Kalten Krieg“ zu Beginn des 21. Jahrhunderts theoretisch zu erklären.

  • Struktureller Neorealismus nach Kenneth Waltz
  • Polit-ökonomischer Neorealismus nach Robert Gilpin
  • Analyse des „neuen Kalten Krieges“ zwischen USA, Russland und China
  • Geopolitische Entwicklungen in Zentralasien
  • Erklärungsgrenzen des Neorealismus bei nicht-staatlichen Akteuren

Auszug aus dem Buch

Der neue Kalte Krieg: Geopolitische Entwicklungen und der Neorealismus

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion blieben die USA als einzige Supermacht zurück, die bipolare Situation der Jahre 1945 bis 1990 war einer unipolaren Ordnung mit den USA als Hegemon gewichen. Den Annahmen des strukturellen Neorealismus zufolge hätte das ein Zerbrechen der NATO und eine Bildung von Koalitionen gegen den neuen Hegemon nach sich ziehen müssen (vgl. Siedschlag 1997: 100). Stattdessen begann unter US-Präsident Bill Clinton die Erweiterung der NATO nach Osteuropa – sie wurde zugleich als Instrument amerikanischer Führung restauriert – und Clinton leitete eine Akzentverschiebung in der Außenpolitik von der Sicherheitspolitik hin zu Außenwirtschaftspolitik ein (vgl. Knapp/Krell 2004: 104). Die NATO-Reform ist ein Musterbeispiel für Gilpins These, wonach Staaten Institutionen benutzen, um ihren Nutzen zu maximieren und – wenn dies nicht mehr gegeben ist – versuchen, die Institutionen entsprechend ihrer Interessen umzugestalten. Der Schwenk zur Außenwirtschaftspolitik, etwa der Beitritt zur WTO und die Gründung der NAFTA (vgl. Knapp/Krell 2004: 104), lassen sich als Maximierung ökonomischer Interessen erklären.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob Waltz’ Neorealismus den durch die geopolitischen Interessen der USA, Russlands und Chinas geprägten „neuen Kalten Krieg“ des 21. Jahrhunderts erklären kann.

2. Neorealistische Konzepte: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Grundlagen des strukturellen Neorealismus nach Waltz sowie die polit-ökonomische Variante nach Gilpin als analytische Paradigmen vor.

3. Der Neorealismus und der Kalte Krieg: Es wird analysiert, wie der klassische Kalte Krieg durch den strukturellen Neorealismus, insbesondere durch Balancing-Prozesse zwischen den Supermächten, gedeutet werden kann.

4. Der neue Kalte Krieg: Geopolitische Entwicklungen und der Neorealismus: Die aktuelle geopolitische Lage, besonders in Zentralasien, wird untersucht und anhand der neorealistischen Thesen zu Macht, Sicherheit und ökonomischen Interessen bewertet.

5. Erklärungsgrenzen des Neorealismus: Das Kapitel kritisiert die Unfähigkeit des Neorealismus, transnationale Akteure, innenpolitische Entscheidungsprozesse und ideologische Faktoren adäquat zu erfassen.

6. Schlussbemerkungen: Die Arbeit resümiert, dass der Neorealismus zwar grundlegende Tendenzen des Machtstrebens erklärt, aber in seiner engen Fokussierung auf den Staat an konzeptionelle Grenzen stößt.

Schlüsselwörter

Neorealismus, Kenneth Waltz, Robert Gilpin, Kalter Krieg, Sicherheitspolitik, Machtgleichgewicht, Anarchie, Balancing, Geopolitik, Zentralasien, USA, Russland, China, Internationales System, Außenwirtschaftspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob neorealistische Theorien der Internationalen Beziehungen dazu dienen können, aktuelle globale Machtkonflikte und geopolitische Spannungen des frühen 21. Jahrhunderts zu erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die theoretischen Konzepte von Waltz und Gilpin sowie deren praktische Anwendung auf die Außenpolitik der Großmächte USA, Russland und China.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das Verhalten der USA, Russlands und Chinas zu Beginn des 21. Jahrhunderts durch neorealistische Muster erklärt werden kann oder ob diese Theorie ihre Erklärungskraft verliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoriebasierte Analyse, die bestehende Konzepte der Internationalen Beziehungen auf aktuelle empirische geopolitische Entwicklungen anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Theorien, die historische Rückschau auf den Kalten Krieg, die Untersuchung der aktuellen Lage in Zentralasien und eine kritische Reflexion der Erklärungsgrenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neorealismus, Internationales System, Machtgleichgewicht, Geopolitik und Außenwirtschaftspolitik.

Wie erklärt der Autor den „neuen Kalten Krieg“?

Der Autor verknüpft dabei die sicherheitspolitische Perspektive von Waltz mit ökonomischen Interessen nach Gilpin, um das Handeln der Mächte in Regionen wie Zentralasien zu deuten.

Warum stößt der Neorealismus bei der Analyse des Irak-Krieges an Grenzen?

Der Neorealismus vernachlässigt laut Autor innenpolitische Faktoren und ideologische Motive, die für das Handeln Deutschlands oder der USA in diesem Konflikt jedoch entscheidend waren.

Welche Rolle spielt die „Black Box“ des Staates im Neorealismus?

Im Neorealismus werden Staaten als uniforme Einheiten betrachtet, deren inneres Gefüge (die „Black Box“) für die Theoriebildung irrelevant ist, was laut Autor jedoch die Erklärungsfähigkeit einschränkt.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Gilpin von der von Waltz?

Während Waltz sich primär auf das System und die Sicherheitspolitik konzentriert, integriert Gilpin auch ökonomische Interessen und rationales Handeln der Akteure stärker in seine Analyse.

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Details

Title
Neuer Kalter Krieg - alte Strategien und Strukturen?
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1,3
Author
Florian Zerfaß (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V54019
ISBN (eBook)
9783638493123
ISBN (Book)
9783640616275
Language
German
Tags
Geopolitik Neorealismus Zentralasien Weltpolitik USA Russland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Zerfaß (Author), 2006, Neuer Kalter Krieg - alte Strategien und Strukturen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54019
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