Finanzgeschäfte werden heutzutage immer benutzerfreundlicher. Vor einigen Jahrzehnten war es selbstverständlich, papierhafte Überweisungen in Auftrag zu geben. Der Kontostand wurde in der örtlichen Bankfiliale überprüft, Kontoauszüge erhielt man aus dem Nadeldrucker. Daueraufträge, Lastschriften und Währungsumtausch erfolgte in der Bankniederlassung. Dies sind nur einige typische Beispiele für die Kontonutzung im Retailbanking. Aus der heutigen Sicht ist dies nahezu undenkbar. Mit Einzug des Onlinebankings geschieht all dies digital und von Zuhause aus. Viele Prozesse erfolgen ohne Umwege. Trotz erhöhter Automatisierung steigt dadurch sicherlich auch die Komplexität der Nutzung. Längst nicht jeder Kunde kommt mit den verschiedenen Onlinebanking-Schlagwörtern, wie Pin, TAN, Login etc. zurecht. Neben umfangreichen Sicherheitshinweisen und Verschlüsselungsarten, spielt auch die allgemeine IT Sicherheit im Onlinebanking eine wichtige Rolle (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik 2019).
Auf der anderen Seite liest man heutzutage immer öfter von sogenannten "Fintechs". Dabei handelt es sich um Anbieter von Finanztechnologien, die mit innovativem Know-how den klassischen Finanzsektor aufmischen. Das Angebot richtet sich vor allem auch an den Endkunden, da die Produkte unter anderem sehr leicht verständlich und von starker Usability gekennzeichnet sind. Im Retail-Banking können so sehr viele Prozesse vereinfacht und für den Kunden leichter und schneller gestaltet werden. Sehr häufig sind Anbieter auch schon so weit im Alltag und Nutzungsverhalten verankert, dass der Endkunde nicht mal weiß, dass es sich um ein Fintech handelt. Viele Banken bauen aktiv auf einzelne Finanztechnologie-Dienstleistungen.
Die vorliegende Arbeit macht es sich deshalb zur Aufgabe, diesen Sachverhalt methodisch zu untersuchen. Es soll erforscht werden, inwiefern Kunden mit Fintechs und deren innovativen Funktionen vertraut sind. Es stellen sich die Fragen, ob Kunden von allgemeiner Finanztechnologie Gebrauch machen und wie sie diese im Kontext des klassischen Retail-Bankings nutzen. Am Ende soll eine klare Einschätzung erfolgen. Zu Beginn folgt eine Einführung in das Thema Fintech und eine Beschreibung der methodischen Untersuchung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Retailbanking und Finanztechnologie
2.1 Status Quo Retailbanking
2.2 Anbieter „Finreach solutions“
3. Nutzung moderner Finanztechnologie im Retailbanking
3.1 Zielsetzung
3.2 Aufbau der Befragung
3.3 Konzeption des Fragebogens
3.4 Durchführung
3.5 Auswertung
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Nutzungsverhalten von Retailkunden im Kontext von modernen Finanztechnologien (Fintechs). Dabei liegt der Fokus darauf, inwieweit Kunden Fintech-Lösungen im Alltag anwenden, wie hoch der Bekanntheitsgrad dieser Technologien ist und welche Erwartungen die Kunden an die weitere Digitalisierung ihres Bankings haben.
- Analyse des Status quo im Retailbanking unter dem Einfluss der Digitalisierung.
- Untersuchung der Akzeptanz und Nutzung von Finanztechnologien durch Retailkunden.
- Evaluierung des Bekanntheitsgrads des Begriffs „Fintech“ bei Endnutzern.
- Identifikation von Kundenbedürfnissen hinsichtlich Einfachheit, Komfort und Service im Bankwesen.
Auszug aus dem Buch
2.1 Status Quo Retailbanking
Zu Beginn dieser Arbeit richtet sich der Blick auf den aktuellen Stand des traditionellen Retailbankings. Über ein Jahrzehnt nach Ende der Finanzkrise sind die Banken immer noch von der Niedrigzinspolitik belastet. Vor allem kleinere Banken leider unter den starken Regulierungskosten. Gleichzeitig ist der digitale Trend und die Internetaffinität im Kundenverhalten unverkennbar. Bereits vor 5 Jahren nutzten schon mehr als die Hälfte der Deutschen Onlinebanking für einfache Bankdienstleistungen (Gfk Nürnberg 2014). Selbstverständlich bieten auch kleinere und regionale Banken Onlinebanking an, doch strömen mittlerweile immer mehr kostengünstige Direktbanken in den Markt (Hientzsch und Bocken 2017, S. 3). Dabei bleibt es jedoch nicht. Das Retailbanking wird längst auch von weiteren Mitspielern beeinflusst – aufstrebende Fintechs. Während das Filialangebot bei einfachen Bankdienstleistungen, wie Überweisungen, Kontostandabfragen etc. durch das Onlinebanking zunehmend fakultativ wird, umkämpfen manche Fintechanbieter sogar die eigentliche Bankenwertschöpfungskette. Viele Fintechs bieten Kredite und Anlagenmodelle an – andere zielen auf ein eigenes App-Girokonto ab. Das traditionelle Retailbanking ist stark unter Druck, denn der digitale Trend hat längst auch die Finanzbranche fest im Griff (Hientzsch und Bocken 2017, S. 4). Um nicht noch mehr Kunden zu verlieren, ist es daher im Privatkundengeschäft nicht verwunderlich, dass Banken die eigene Strategie anpassen und verändern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel im Retailbanking hin zu digitalen Prozessen und stellt die Relevanz von Fintechs für den Endkunden sowie das Ziel der methodischen Untersuchung dar.
2. Retailbanking und Finanztechnologie: Dieses Kapitel analysiert den aktuellen Druck auf traditionelle Banken durch Direktbanken und Fintechs und stellt beispielhaft das Unternehmen Finreach solutions vor.
3. Nutzung moderner Finanztechnologie im Retailbanking: Der Hauptteil beschreibt die Konzeption, Durchführung und Auswertung einer quantitativen Befragung von zehn Teilnehmern zum Nutzungsverhalten und zu den Einstellungen gegenüber Fintechs.
4. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Studie zusammen, wonach Kunden zwar intensiv Finanztechnologien nutzen, den Begriff „Fintech“ jedoch oft nicht mit ihrem täglichen Banking verbinden und primär Einfachheit und Komfort fordern.
Schlüsselwörter
Retailbanking, Finanztechnologie, Fintech, Digitalisierung, Onlinebanking, Finreach, Bankkunde, Nutzungsverhalten, Kundenzufriedenheit, Kontowechsel, Bankdienstleistungen, Innovation, Usability, Privatkundengeschäft, Finanzsektor
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Nutzungsverhalten von Bankkunden gegenüber modernen Finanztechnologien, kurz Fintechs, im Kontext des traditionellen Retailbankings.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind der Status quo des Retailbankings, die Rolle von Fintech-Anbietern wie Finreach, das tatsächliche Nutzungsverhalten der Kunden sowie deren Erwartungshaltung an zukünftige Bankdienstleistungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu erforschen, ob Retailkunden Fintech-Lösungen bereits bewusst oder unbewusst nutzen und welche Rolle Digitalisierung und Benutzerfreundlichkeit für sie spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Datenerhebung verwendet?
Es wurde eine quantitative deskriptive Untersuchung mittels eines Fragebogens durchgeführt, der von zehn ausgewählten Probanden ausgefüllt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die methodische Vorgehensweise: von der Zielsetzung und der Konzeption des Fragebogens über die Durchführung bis hin zur detaillierten Auswertung der erhobenen Daten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Retailbanking, Digitalisierung, Fintech, Benutzerfreundlichkeit (Usability) und Kundenbedürfnisse geprägt.
Was ist eine zentrale Erkenntnis bezüglich der Begriffsbekanntheit von Fintechs?
Obwohl die Mehrheit der befragten Kunden Finanztechnologien aktiv nutzt, herrscht bei vielen eine Unsicherheit oder Unwissenheit darüber, dass es sich dabei um sogenannte "Fintechs" handelt.
Worauf legen Bankkunden laut der Studie den größten Wert?
Die Umfrage zeigt, dass Kunden neben der Sicherheit vor allem Einfachheit, Komfort und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis fordern, während die klassische Produktvielfalt für sie eine untergeordnete Rolle spielt.
- Citar trabajo
- F. A. Käsbauer (Autor), 2019, Nutzung allgemeiner Fintechs im Retailbanking, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540201