Anhand der Strophen dieses Songs soll untersucht werden, wo Kamen Akzente setzt, welche Instrumente er an welcher Stelle im Song arrangiert, wo er musikalisch auf den Text reagiert und ob man eine Steigerung von musikalischen Parametern in der zweiten Strophe feststellen kann. Die originale Orchesterpartitur Kamens dient hierbei als Quelle.
"S&M was Michael's idea, Michael's brainchild. He said he had always felt that our music lent itself to collaboration with an orchestra". Dieser Eindruck von Metallica konnte vom Komponisten Michael Kamen vollauf bestätigt werden: "Combining one of America’s most powerful orchestras, the San Francisco Symphony with the world's most powerful rock band, Metallica, was really about imagining music on top and alongside of their songs".
Es galt also für das 1999 realisierte Projekt "Symphonie & Metal", zwei unterschiedliche Genres, Musikergruppen und Sounds zusammenzubringen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dies ist besonders anspruchsvoll, wenn es sich um einen Song handelt, der schnell, facettenreichen und von einer komplexen Struktur geprägt ist. "Master of Puppets" ist ein solcher Song.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Metal/Rock und Klassik – gegenseitige Insprirationsquelle
II. Erklärung des Gitarrenriffs
III. Analyse der ersten Strophe
III.1 Riffbetonung/-unterstützung
III.2 Geräusch- und Bogeneffekte
III.3 Reaktion der Musik auf die Lyrics
III.4 Variation der Dreiermotivik
IV. Analyse der zweiten Strophe
IV.1 Orchesterarrangement für das Gitarrenriff
IV.2 Reaktion der Musik auf den Text
IV.3 Eine Interpretation des Dreiermotivs aus der ersten Strophe
IV.4 Geräusche und Bogeneffekte
V. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Orchesterarrangement von Michael Kamen für den Metallica-Song "Master of Puppets" im Rahmen des S&M-Projekts von 1999. Das Ziel besteht darin, die kompositorischen Techniken zu analysieren, mit denen Kamen die komplexe Struktur des Songs aufgreift, durch instrumentale Akzente steigert und eine Balance zwischen dem wuchtigen Bandsound und der orchestralen Begleitung herstellt.
- Analyse der Interaktion zwischen Metal-Riffs und orchestraler Untermauerung
- Einsatz von Geräusch- und Bogeneffekten als dramaturgische Mittel
- Instrumentale Interpretation von Songtexten und emotionalen Inhalten
- Variation und Weiterentwicklung musikalischer Leitmotivik
Auszug aus dem Buch
III.2 Geräusch- und Bogeneffekte
Michael Kamen nutzt die Lücken in der Riffbetonung zum Beispiel um Bogen- und Geräuscheffekten mit einzubauen, die durchaus als Spannungsaufbau dienen und an sein filmmusikalisches Schaffen erinnern. So vollziehen die höheren Instrumente, darunter die erste Violine, sowie Flöten und Klarinetten, bevor der Gesang einsetzt, einen glissandoartigen, spannungsaufbauenden 16tel-Lauf vom e bis a’’ und bei den Holzblasinstrumenten vom h bis e’’’. An dieser Stelle kann man gut ein weiteres Stilmittel Kamens erkennen: die Reibung von Klängen. Anfangs- und Endtöne der Läufe wurden mit einer halben Sekunde erhöht und sind somit tonartuntypisch. Der Lauf ist in vier Triolen und einer Sextole aufgeteilt und wird wahnsinnig schnell gespielt, sodass man einzelne Noten nicht mehr heraushören kann. Deswegen kann man ihn wohl eher als Geräuscheffekt charakterisieren, der für zusätzliche Dynamik/Hektik und Dramatik sorgt.
Einen ähnlichen, wenn auch nicht so langen Aufwärtslauf findet man kurz vor dem Beginn des Pre-Chorus. In diesem abschließenden ungewöhnlichen 3/8-Takt der ersten Strophe spielen die Streicher, wie auch die Flöten, Oboen und das Bass(-Fagott) eine Überleitung durch zwei chromatisch aufwärts bewegende 16tel-Triolengruppen vom b bis zum ges. Zusätzlich unterstützt werden sie durch die Hörner, Trompeten, Klarinetten und der Harfe, die beide Quarten (b-f und as-des) spielen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das S&M-Projekt und die Zusammenarbeit zwischen Metallica und Michael Kamen bei der Adaption des Songs "Master of Puppets".
I. Metal/Rock und Klassik – gegenseitige Insprirationsquelle: Betrachtung der künstlerischen Hintergründe von Michael Kamen und Cliff Burton hinsichtlich ihrer Affinität zur klassischen Musik.
II. Erklärung des Gitarrenriffs: Musikalische Analyse der Riffstruktur des Songs sowie der spieltechnischen Besonderheiten bei der Live-Darbietung.
III. Analyse der ersten Strophe: Untersuchung der orchestralen Begleitung, der Riff-Untermauerung sowie der Verwendung von dramaturgischen Effekten im ersten Strophenteil.
IV. Analyse der zweiten Strophe: Vertiefung der Analyse mit Fokus auf die Erweiterung der Akzente und die Weiterentwicklung der Motive im zweiten Strophenteil.
V. Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der angewandten Kompositionsprinzipien im Vergleich zu anderen Songs des S&M-Projekts.
Schlüsselwörter
Michael Kamen, Metallica, Master of Puppets, Orchesterarrangement, S&M, Riffbetonung, Dreiermotiv, Filmmusik, Klassik, Metal, Musiktheorie, Instrumentierung, Cliff Burton, Dynamik, Dissonanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie der Komponist Michael Kamen das Lied „Master of Puppets“ von Metallica für ein Orchester arrangierte und wie er dabei die Verbindung zwischen zwei musikalisch gegensätzlichen Genres gestaltete.
Welche zentralen Themenfelder werden beleuchtet?
Im Zentrum stehen die orchestrale Riff-Untermauerung, der Einsatz von filmmusikalischen Effekten (Bogen- und Geräuscheffekte) sowie die instrumentale Interpretation der Songtexte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Kamen durch gezielte Orchesterarrangements sowohl den wuchtigen Bandsound unterstützt als auch eigenständige, dramatische Akzente setzt, um die Komplexität des Songs zu unterstreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer musiktheoretischen Analyse der Partitur sowie dem Vergleich mit dem Songbook, unterstützt durch eine Interpretation der spieltechnischen und instrumentalen Herangehensweise.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung der ersten und zweiten Strophe, wobei spezifisch auf Riffbetonung, die Reaktion der Instrumente auf den Text und die Variation des sogenannten „Dreiermotivs“ eingegangen wird.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie S&M-Projekt, Orchesterarrangement, Dreiermotivik, Riffbetonung und die Synthese aus Rock und klassischer Musik beschreiben.
Wie unterscheidet sich die orchestrale Unterstützung in der zweiten Strophe im Vergleich zur ersten?
In der zweiten Strophe erweitert Kamen die Akzente und die Instrumentierung, um die Dramatik zu steigern; zudem spielt die Powerakkordverschiebung im B-Teil eine prominentere Rolle als noch in der ersten Strophe.
Was genau beschreibt der Autor mit dem „Dreiermotiv“?
Das Dreiermotiv stellt eine instrumentale Interpretation einer Textstelle dar und dient als musikalisches Leitmotiv, das durch unterschiedliche Instrumentierungen und tonale Variationen den Text inhaltlich untermalt.
- Citation du texte
- Lukas Hüttemann (Auteur), 2018, Die Entstehung des Orchesterarrangements von Michael Kamen für Metallicas "Master of Puppets", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540219