Bedingungsloses Grundeinkommen. Prinzipien konträrer Gerechtigkeitsvorstellungen als Ausweg aus Armut und bedrohter Existenz?


Hausarbeit, 2018

14 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung – Einführung in das Thema

2. Definition bedingungsloses Grundeinkommen
2.1 historische Entwicklung
2.2 Humanökologisches Grundrundeinkommen
2.3 Situation in Deutschland
2.4 Thesen zum bedingungslosen Grundeinkommen
2.5 Die Motivationstheorie nach Maslow

3. Das Basic Income Grant in Namibia
3.1 Situation vor dem BIG
3.2 Einführung
3.3 Aussicht
4. Fazit und Ausblick

IV. Literaturverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

Abb.1 höGE Gesamtfinanzierung: Eigene Darstellung (vgl. Stirnberg 2016)

Abb.2 Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow: Eigene Darstellung (vgl. Suyono und Mudjanarko 2016)

III. Abkürzungsverzeichnis

Abb. Abbildung

Aufl. Auflage

BGE bedingungsloses Grundeinkommen

bspw. beispielsweise

ca. circa

d.h. das heißt

engl. Englisch

etc. et cetera

evtl. eventuell

hg. herausgegeben

höGE humanökologisches Grundeinkommen

Mrd. Milliarden

o.J. kein Jahr

o.O. kein Verlagsort

ÖDP Ökologisch Demokratische Partei

red. reduziert

u.a. und andere

v. von

Verl. Verlag

vgl. vergleiche

z.B. zum Beispiel

1. Einleitung – Einführung in das Thema

Für viele Menschen bedeutet der ungewollte Wechsel vom Berufsleben in die Arbeitslosigkeit gleichzeitig den sozialen Abstieg und die Ausgrenzung zur Teilhabe an der Gesellschaft. Dies geschieht oftmals dadurch, dass Betroffene durch Krankheit nicht mehr ihren Beruf ausüben können, oder weil das Beschäftigungsverhältnis seitens des Arbeitgebers nicht weiter aufrechterhalten werden kann. Menschen, die unserer profitgesteuerten Gesellschaft keinen Dienst mehr erweisen können, sind der offensichtlichen Ungerechtigkeit durch die Steuerung des Systems unserer Gesetzgebung ausgeliefert und sehen sich dem gegenüber als machtlos an. Denn häufig wird den Betroffenen genauestens vorgeschrieben, welche Möglichkeiten ihnen zur Teilhabe am Arbeitsleben zur Verfügung stehen1. Diese Möglichkeiten sind selten auf die Interessen und eigentlichen Ressourcen der Betroffenen ausgerichtet2 (vgl. Behrmann 2017).

Durch die Polarisierung der Bildungsstände von Menschen und dem sozialen Milieu, in dem sie sich befinden, findet oftmals eine Stigmatisierung mit Blick auf Chancengleichheit in der Arbeitswelt statt. So gestaltet sich die Entwicklung von Persönlichkeit und Bildung von Kindesbeinen an als schwierig, wenn man in eine von Armut betroffene Familie hineingeboren wird (vgl. Behrmann und Segbers 2016). Familien, die am Existenzminimum leben, zeichnen sich tendenziell als Bildungsfern ab (vgl. Deutschland / Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2018). Menschen, die diesem Gesellschaftskreis entstammen, gehen wenn überhaupt einer Erwerbstätigkeit nach, deren Arbeit die mittlere bis obere Gesellschaftsschicht nur sehr ungern verrichten würden. Jobs, wie sie beispielsweise von Reinigungskräften erledigt werden, sind nicht nur aufgrund der Tätigkeit unbeliebt, sondern werden auch schlecht bezahlt.

Dabei ist Arbeit nicht gleich Arbeit. Erwerbsarbeit ist bezahlte Arbeit, bei dem Menschen ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Unbezahlte Arbeit ist Sorgearbeit, wie Hausarbeit, Kindererziehung, Betreuung, Pflege und Hilfe im sozialen Umfeld. Zur unbezahlten Arbeit zählen auch die Eigenarbeit wie z.B. Bildung oder Herstellung von Dingen für den Eigenbedarf und Reparaturen, oder die Arbeit für das Gemeinwesen in Form von ehrenamtlicher Tätigkeit oder dem politischen Engagement (vgl. Netzwerk Grundeinkommen 2018). Für Erwerbsarbeit verwenden Menschen in Deutschland 42 Prozent ihrer Zeit. 57 Prozent davon fließen in die unbezahlte Arbeit. Und dennoch wird die meist geleistete Arbeit von Maschinen verrichtet (vgl. Blaschke, Ronald und Harth, Elfriede 2018).

Das bedingungslose Grundeinkommen, kurz BGE, soll Menschen die Aussicht auf soziale Sicherheit, unabhängig von Einkommen, Vermögen und ohne Gegenleistung ermöglichen. In dieser Arbeit soll aufgezeigt werden, was das bedingungslose Grundeinkommen vom Grundsatz her bedeutet.

Es soll beleuchtet werden, ob das Grundeinkommen in unserer Gesellschaft zu mehr Gerechtigkeit sowie Chancengleichheit führen kann und welche Konsequenzen sich durch das Umsetzen des BGE ergeben könnten.

Zur Idee des bedingungslosen Grundeinkommens haben sich im Laufe der Zeit verschiedenste Modelle und Ansätze entwickelt, auf die ich in dieser Arbeit nicht in Gänze eingehen kann. Bereits 1516 legte Thomas Morus3 in seinem Roman Utopia die Grundsteine für die Überlegungen zum BGE in der Nachwelt (vgl. More 2016).

Im zweiten Kapitel soll die Definition des BGE anhand einer kritischen Auseinandersetzung mit der Thematik erfolgen. Angefangen bei der historischen Entwicklung und dem Aufzeigen der Idee des humanökologischen Grundeinkommens, sowie die jetzige Situation in Deutschland. Nach dem Aufstellen von Thesen zum BGE werde ich die Frage beantworten, warum Menschen trotz Erhalt eines BGE noch gewillt sind, einen produktiven Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.

Anhand eines Beispiels aus Namibia soll aufgezeigt werden, welche Auswirkungen ein Grundeinkommen auf die Gesellschaft haben kann.

2. Definition bedingungsloses Grundeinkommen

Zum bedingungslosen Grundeinkommen gibt es die verschiedensten Ansätze und Modelle. Zum Grundverständnis sei dargestellt, dass es sich hierbei um die Essenz einer Idee handelt, die allen Menschen ein Einkommen verspricht, ganz gleich ob sie einer bezahlten Arbeit nachgehen oder über Vermögen verfügen. Eben unabhängig von der persönlichen Situation und ohne Bedürftigkeitsprüfung. Zurzeit liegen 22 aktuelle Modelle unterschiedlichster Art in politischen Diskussionen in Deutschland vor (vgl. Blaschke 2017). Sicher erstreckt sich die Vielfalt dieser Ideen global betrachtet einem Ausmaß, welches in dieser Arbeit nicht berücksichtigt werden kann. Somit werde ich die aus meiner Sicht hauptsächlich relevanten Modelle zum BGE erwähnen und das humanöko-logische Grundeinkommen vorstellen. Zunächst möchte ich im nachfolgenden Kapitel jedoch die historische Entwicklung aufzeigen.

2.1 historische Entwicklung

Wie schon in der Einleitung erwähnt, gestaltet sich die Erwähnung der Grundidee eines BGE von 1516 durch Thomas Morus und gab Anstoß für weitere Überlegungen zu diesem Ansatz. Thomas Morus und die Nachfolger4 die seine Utopie aufbauend verwendeten, sahen die staatliche Zuwendung jedoch als Unterstützung für Bedürftige an, die der Kriminalität vorbeugen sollte (vgl. Reuter 2016b). Konkret wurde die Idee durch Thomas Paine (1737-1809). Paine verstand die Zuwendung des Staates in Form einer Einmalzahlung sowie einer fortlaufenden Rente als grundlegendes Menschenrecht, was dem BGE näherkommt. (vgl. Shahid Khan) Thomas Spence (1750-1814) und Charles Fourier (1772-1837) entwickelten zeitgleich Paines Idee weiter.

Spence fokussierte sich auf die Verteilung des Einnahme-Überschusses. Demnach sollte der Überschuss der staatlichen Einnahmen unter allen Bürgern aufgeteilt werden. Fourier hingegen plädierte für eine Grundversorgung in Form von Naturalien, die allen als Recht frei zur Verfügung stehen sollten (vgl. Vanderborght und van Parijs 2005). Mit dem Entstehen der Arbeiterklasse wuchs auch das Interesse an der sozialen Gerechtigkeit. Otto von Bismarck (1815-1898) revolutionierte die Gesellschaftsordnung mit dem Einführen eines Sozialversicherungssystems ab 1883 (vgl Brakelmann 1979).

[...]


1 Regelungen hierzu sieht das SGB XII §140 Teilhabe am Arbeitsleben vor.

2 An dieser Stelle könnte auch das Thema Inklusion einrücken.

3 Thomas Morus engl. Thomas More 1478 -1535 war Politiker, Humanist und Schriftsteller (vgl. More 2016. 169-171)

4 Gemeint sind: Juan Louis Vives der von 1492-1540 lebte. Er war Humanist sowie Lehrer. Francis Bacon lebte 1561-1626 und war Philosoph und Politiker.

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Details

Titel
Bedingungsloses Grundeinkommen. Prinzipien konträrer Gerechtigkeitsvorstellungen als Ausweg aus Armut und bedrohter Existenz?
Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V540327
ISBN (eBook)
9783346171023
ISBN (Buch)
9783346171030
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialpolitik, bedingungsloses Grundeinkommen, Grundeinkommen, humanökologisches Grundeinkommen, Basic Income Grant, Grudeinkommen Namibia
Arbeit zitieren
Christina Pütz (Autor), 2018, Bedingungsloses Grundeinkommen. Prinzipien konträrer Gerechtigkeitsvorstellungen als Ausweg aus Armut und bedrohter Existenz?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540327

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