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Psychoanalyse und Film. Anwendung der feministischen Filmtheorie der 70er – 90er Jahre auf das klassische Hollywoodkino

Title: Psychoanalyse und Film. Anwendung der feministischen Filmtheorie der 70er – 90er Jahre auf das klassische Hollywoodkino

Research Paper (undergraduate) , 2016 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Giulia Friedrich (Author)

Film Science
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit folgenden Fragen: Inwiefern variieren die Figuren- und Zuschauermodelle der feministischen Filmtheorie im Zeitraum der 70er-90er Jahre je nach Geschlecht? Gibt es stereotypische Charakteristika, die den männlichen und weiblichen Figuren im Hollywoodfilm inhärent sind, existieren immer wiederkehrende Muster in der Narration und ist es überhaupt möglich pauschale, allgemeingültige Aussagen darüber zu treffen? Welche psychoanalytischen Methoden und Konzepte werden herangezogen, um die Dynamik zwischen ZuschauerIn und Film zu beschreiben?

In der feministischen Filmtheorie der 70er – 90er Jahre wird das Kino als gesellschaftliche Institution untersucht und besondere Aufmerksamkeit auf seine geschlechtsspezifischen Repräsentationsmethoden sowie Rezeptionsbedingungen gelegt. Hierbei nimmt der poststrukturalistisch-analytische Ansatz aus dem Gebiet der Psychoanalyse, mit starkem Bezug zu Lacan und Freud, eine fundamentale Position ein. Sehr deutlich wird die Anwendung psychoanalytischer Theorien als Instrument zur Beschreibung der Relation von Film und Gesellschaft und ihre gegenseitige Beeinflussung, aus feministischer Perspektive, am 1975 erschienenen Aufsatz "Visuelle Lust und narratives Kino" von Laura Mulvey, der einen Paradigmenwechsel in der Auseinandersetzung mit Gender und Kino herbeiführte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Narrative Ebene

a. Weibliche Rollen im Film

b. Männliche Rollen im Film

III. Die Zuschauer

a. Der weibliche Zuschauer

i. Beziehung Zuschauerin und Filmkörper

b. Der männliche Zuschauer

IV. Problematische Ansätze in der feministischen Filmtheorie

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die psychoanalytisch geprägten Ansätze der feministischen Filmtheorie der 70er bis 90er Jahre im Hinblick auf ihre geschlechtsspezifischen Modelle von Filmfiguren und Zuschauerschaft. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Rolle der weiblichen Zuschauerin im klassischen Hollywoodkino sowie der kritischen Reflexion zentraler theoretischer Ansätze.

  • Psychoanalytische Herangehensweisen an den klassischen Hollywoodfilm
  • Geschlechtsspezifische Repräsentation von Figuren und Narration
  • Rezeptionsbedingungen und Identifikationsmodelle des Zuschauers
  • Kritik an patriarchalen Strukturen in der Filmtheorie

Auszug aus dem Buch

b. Männliche Rollen im Film

Wie bereits im Kapitel über weibliche Rollen im Film erwähnt, ist die narrative Struktur im klassischen Film von einer geschlechtsspezifischen aktiv-passiv Dichotomie durchzogen, in welcher die männlichen Figuren aktiv die Handlung vorantreiben und als Repräsentanten der Macht auftreten; als Träger des Blickes der Zuschauer und dessen Identifikationsprojektion seines Ideal-Ichs. Außerdem werden die männlichen Rollen im klassischen Kino, nach Mulvey, im Gegensatz zu ihren weiblichen Pendants nicht als Sexualobjekt degradiert oder generell in irgendeiner Form sexuell konnotiert.

Zumal Frauen die materielle Evidenz der Kastrationsgefahr sind, hervorgerufen durch die Abwesenheit eines Phallus an ihrem Körper, wecken sie neben erotischer Anziehung auch ein großes Unbehagen beim Mann. Psychoanalytisch betrachtet gibt es zwei Möglichkeiten im Film dieses männliche Unbehagen zu umgehen: Indem die männliche Figur die weibliche Figur – das schuldige Objekt – im Film errettet, abwertet oder bestraft (sadistische Maßnahmen, durch die das weibliche „Objekt“ dem Mann unterworfen wird). Die zweite Möglichkeit ist die Fetischisierung der weiblichen Figur durch ihre Überhöhung und Idealisierung, wodurch für den Mann ein Gefühl der Bestätigung entsteht. Dadurch kann er die von der Frau ausgehende Kastrationsgefahr ignorieren.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach geschlechtsspezifischen Figuren- und Zuschauermodellen in der feministischen Filmtheorie der 70er bis 90er Jahre vor.

II. Narrative Ebene: Dieses Kapitel analysiert die Rollenbilder von Frauen und Männern im klassischen Hollywoodkino unter psychoanalytischen Gesichtspunkten, insbesondere die aktiv-passiv Dichotomie.

III. Die Zuschauer: Hier werden verschiedene theoretische Ansätze zur Konstruktion des weiblichen und männlichen Zuschauers sowie deren Identifikationsprozesse mit dem Filmkörper erörtert.

IV. Problematische Ansätze in der feministischen Filmtheorie: Der Abschnitt diskutiert die Kritik an gängigen feministischen Filmtheorien, insbesondere an der Reduzierung auf rein binäre Geschlechterrollen und die Vernachlässigung non-heteronormativer Begehren.

V. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine geschlechtsspezifische Binarität im klassischen Hollywoodkino dominiert, betont jedoch die Notwendigkeit einer kontinuierlichen kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema.

Schlüsselwörter

Feministische Filmtheorie, Psychoanalyse, Hollywoodkino, Geschlechterrollen, Narrationsstruktur, Laura Mulvey, Voyeurismus, Kastrationsgefahr, Identifikation, Zuschauer, Fetischisierung, patriarchale Strukturen, Gender, Filmanalyse, Blicktheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung psychoanalytisch geprägter feministischer Filmtheorien der 70er bis 90er Jahre auf die Untersuchung von Figuren und Zuschauerschaft im klassischen Hollywoodfilm.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die geschlechtsspezifische Rollenverteilung in der Narration, der voyeuristische Blick im Kino und die komplexen Identifikationsprozesse von Zuschauern mit dem Film.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie feministische Filmtheorien männliche und weibliche Zuschauer- sowie Figurenmodelle konstruieren und wo die Grenzen dieser Ansätze liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine filmtheoretische und psychoanalytische Untersuchung durchgeführt, wobei insbesondere die Theorien von Laura Mulvey sowie kritische Gegenpositionen analysiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der narrativen Ebene (Rollenbilder im Film) und der spektatoriellen Ebene (Beziehung der Zuschauer zum Film und zum eigenen Geschlecht).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem feministische Filmtheorie, Psychoanalyse, Voyeurismus, Identifikation und der „männliche Blick“.

Was besagt das Konzept der „Frau mit Brille“ im Kontext der Filmtheorie?

Es verweist auf die Problematik, dass Frauen, die selbst aktiv „blicken“ (statt nur passiv angesehen zu werden), im Film häufig als unattraktiv dargestellt werden, um das patriarchale System zu schützen.

Warum spielt das „Spiegelstadium“ nach Lacan eine Rolle?

Das Spiegelstadium wird herangezogen, um zu erklären, wie Zuschauer durch die Identifikation mit dem Film und den Protagonisten ein illusorisches Ideal-Ich konstruieren, ähnlich wie ein Kleinkind bei der Betrachtung seines Spiegelbildes.

Wie kritisiert die Autorin die Rolle des „Final Girl“ im Horrorfilm?

Sie betrachtet das „Final Girl“ als eine Figur, die zwar eine gewisse Selbstermächtigung erfährt, jedoch im Kontext der feministischen Theorie weiterhin im Spannungsfeld zwischen Opferrolle und Monsterbekämpfung oszilliert.

Inwieweit wird Laura Mulveys Theorie im Text in Frage gestellt?

Die Autorin hebt hervor, dass Mulveys stark binäre Sichtweise auf Geschlechterrollen und die Reduzierung der Zuschaueridentifikation heute als zu unflexibel kritisiert wird, da sie fluidere Identitäten vernachlässige.

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Details

Title
Psychoanalyse und Film. Anwendung der feministischen Filmtheorie der 70er – 90er Jahre auf das klassische Hollywoodkino
College
Free University of Berlin
Grade
1,3
Author
Giulia Friedrich (Author)
Publication Year
2016
Pages
13
Catalog Number
V540348
ISBN (eBook)
9783346150615
ISBN (Book)
9783346150622
Language
German
Tags
Feministische Filmtheorie Laura Mulvey Hollywoodkino Psychoanalyse und Film Psychoanalytische Filmtheorie Lacan
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Giulia Friedrich (Author), 2016, Psychoanalyse und Film. Anwendung der feministischen Filmtheorie der 70er – 90er Jahre auf das klassische Hollywoodkino, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540348
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