Britische Mission und Kolonialisierung in Südafrika und ihr Einfluss auf das Geschlechtsbild


Hausarbeit, 2019

14 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kolonialgeschichte Sudafrikas
2.1 Das prakoloniale Sudafrika
2.2 Sudafrika als niederlandische Kolonie
2.3 Machtwechsel und Grundung der britischen Kapkolonie Sudafrika

3. Britische Kolonisten und Missionare
3.1 GroBbritannien im 18. Und 19. Jahrhundert
3.2 Britische Kolonialisierung und Missionsarbeit in Sudafrika

4. Gender
4.1 Das Geschlechterbild in GroBbritannien im 18. Und 19. Jahrhundert
4.2 Die Vermittlung des britischen Geschlechterbilds in Sudafrika
4.3 Heutiges Geschlechterbild und Rollenverteilung in Sudafrika
4.4 Geschlechtsspezifische Gewalt im heutigen Sudafrika

5. Resiimee

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Afrika ist einer der groBten Schauplatze der weltweiten Kolonialgeschichte. Mit dem Ende des 15. Jahrhunderts beginnt die Zeit der Kolonialherrschaften. Europaer machten auf der ganzen Welt neue Entdeckungen und nahmen die unbekannten Landflachen fur sich ein. Dieses einschneidende Kapitel formt bis heute sowohl die ehemaligen Kolonien, als auch die Kolonialstaaten in Geschichte, Politik und Sozialwesen. Im Jahr 1488 entdeckte der Seefahrer Bartholomeus Diaz unwissentlich das Kap der Guten Hoffnung an der sudlichen Spitze des heutigen Sudafrikas. Bald darauf folgte am Kap die erste Stadtgrundung der gesamten Kolonialzeit - Kapstadt wurde gegrundet. Die heutige Weltmetropole mit circa 2,4 Millionen Einwohnern tragt zusammen mit ihrem Land eine lange Geschichte, die vor allem durch die Kolonialzeit gepragt ist. Am deutlichsten formten die Briten und das British Empire das heutige Sudafrika. Diese Hausarbeit wird sich mit der Kolonialisierung und Mission Sudafrikas beschaftigen und Zusammenhange zwischen Kolonie und Kolonialherr Ziehen. Samtliche Umstande, heutige Praktiken und Forschungsfelder wuchsen aus der Kolonialzeit und spiegeln sie wider; so auch die Geschlechterforschung. Gender ist ein Themenfeld, welches immer brisanter und vielfaltiger wird und fester Bestandteil der meisten wissenschaftlichen Fachbereiche ist. Als Forschungsfeld wird Gender zwar in die moderne Wissenschaft geordnet, jedoch finden sich die Wurzeln schon in den Anfangen und fruhen Verlaufen der Menschheitsgeschichte. Ich werde auf Sudafrikas Kolonialgeschichte und demnach auch auf die einflussreichste Kolonialmacht des Landes, GroBbritannien, eingehen. Die Hausarbeit soil sich auf das Forschungsfeld Gender spezialisieren und das heutige Geschlechterverhaltnis in Sudafrika anhand der kolonialen und missionarischen Einflusse untersuchen. Ich werde untersuchen, inwiefern Sudafrika ein Spiegelbild der Briten wurde und welche Kraft eine solche Kolonialherrschaft tatsachlich hatte.

2. Die Kolonialgeschichte Sudafrikas

2.1 Das prakoloniale Sudafrika

Die Geschichte des heutigen Sudafrikas ist, wie die vieler afrikanischen Lander, schwer wiederzugeben. Zahlreiche Volker wurden im Laufe der Zeit aufgelost und neu gebildet. Diese teilweise unfreiwillige Flexibility der Bevolkerung sagt aus, dass Sudafrika eine sehr anpassungsfahige und dynamische Geschichte tragt.

Das Sudafrika vor europaischem Einfluss war dominiert von den Khoisan. Diese Gruppe setzt sich zusammen aus den San und den Khoikhoi. Die San waren Nomaden und stammen aus dem heutigen Namibia und Botswana. Die Khoikhoi sind bekannt fur ihre Viehzucht und stammen aus der westlichen Kapregion. Beide Volker lebten in einer Koexistenz, in der es auch Konflikte gab, jedoch auch untereinander geheiratet und fur ein kooperatives Miteinander gesorgt wurde. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die Osthalfte Sudafrikas durch Ackerbau der Schwarzafrikaner bewirtschaftet. Die Menschen breiteten sich mit der Zeit nach Westen und Suden aus und brachten wiederum zwei Hauptgruppen hervor. An der nordlichen Kuste von Transkei im Swaziland lebten die Swazi und Zulu. Sudlich siedelten sich Thembu und Xhosa an. Alle zusammen werden sie als Nguni zusammengefasst. Weiter entfernt von der Kuste, im Hochland lebte die Gemeinde der Sotho-Tswana (vgl. Fisch, 1991: 40-45). Die Bauerngemeinschaften hatten keine langfristigen Wirtschaftsplane, da die Zukunft unbestimmbar war. Der Acker und die Viehbestande gaben immer das her, was notig war und das nur in den Massen, die verbraucht wurden. Eine auf Ertragssteigerung gezielte Wirtschaft kannte man damals nicht. Trotzdem gab es in Sudafrika, genau wie in europaischen Landern, wirtschaftliche und politische Strukturen in Form von Arbeitsaufteilung, Installation von Ackerbau und Viehzucht, sowie Hierarchie und Unterordnung (vgl. Hohmann, 2011).

2.2 Sudafrika als niederlandische Kolonie

Die Blicke der europaischen GroBmachte kreisten uber die gesamte auBereuropaische Welt und waren auf Handel und Rohstoffe aus. Dabei hatte das Kap nur eine geringe wirtschaftliche Bedeutung, sodass die Portugiesen, welche das Kap als erstes in Anspruch hatten nehmen konnen, kein Interesse daran hatten. Dieses Desinteresse nahmen bald darauf die Niederlande wahr. Sie entdeckten eine neue Handelsroute vom sudafrikanischen Kap nach Indonesien, was das Kap wirtschaftlich gesehen nun viel begehrter machte, und grundeten am 06.04.1652 eine niederlandische Niederlassung durch Jan van Riebeeck (1619-1677). Dabei siedelten sich erstmals 90 Manner, Frauen und Kinder an. Riebeeck kam dabei im Auftrag von der gewinnorientierten Aktiengesellschaft, der Niederlandischen Ostindischen Kompanie. Ziel war dabei keine Gebietsherrschaft, sondern eine neue Handelsmoglichkeit. Rasch wuchs die Siedlerzahl einerseits durch Zuwanderung, andererseits durch uberraschend schnelle naturliche Fortpflanzung. Die weiBen Zuwanderer trafen auf ein Land, das im Gegensatz zur Heimat ruckstandig war. Sie lieBen sich nicht auf die Arbeit in der Landwirtschaft ein und forderten einen angepassten Lohn. Diese finanziellen Anspruche zwangen die Kompanie bald darauf die Sklaverei einzurichten, urn sich teure Lohne zu sparen. Die Kompanie brachte die Niederlandische Reformierte Kirche nach Sudafrika. Bis zum 19. Jahrhundert war der Wille zur Mission jedoch gering. Mit den kirchlichen Einrichtungen gingen auch Schulen einher, in welchen sowohl Kinder der Sklaven, als auch Kinder freier Familien unterrichtet wurden (vgl. Fisch, 1991: 53-56, 86-88)

2.3 Machtwechsel und Grundung der britischen Kapkolonie Sudafrika

Die Franzosische Revolution von 1789 bis 1799 verscharfte die politische Situation in Europa. Die Niederlande mit GroBbritannien als verbundeter Staat wurden von Frankreich ubernommen. GroBbritannien mit Konig George III als Monarch verteidigte die Niederlande daraufhin und ubernahm die niederlandischen Kolonien, bevores Frankreich tat. Unter den vorubergehend neuen Kolonialbesitz GroBbritanniens fiel auch die Kapkolonie, sodass in Kapstadt am 16.09.1795 die britische Flagge als Zeichen militarischer Unterstutzung gehisst wurde. Daraufhin wurde die Ostindische Kompanie aufgelost und das Kap stellte sich im Laufe der Zeit als immer nutzlicher fur den Welthandel heraus. 1814 erfolgte die Ruckgabe des Kolonialbesitzes an die Niederlande, wobei das Kap unter britischer Herrschaft blieb und zur britischen Kronkolonie wurde (vgl. Fisch, 1991: 89 f., 106-110) Die britischen Beweggrunde, die sudlichste Spitze Afrikas fur sich zu gewinnen, waren vor allem der erweiterte Zugang zum freien Weltmarkt, die billigen Rohstoffe Afrikas, der gewinnbringende Absatzmarkt und der gunstige Handelsweg nach Indien. Von 1814 bis 1931 blieb Sudafrika die britische Kapkolonie und gait ab 1910 als souveraner Staat unter dem Namen .Sudafrikanische Union des Commonwealth'. Die Grenzen der Kolonie verschoben sich mit der Zeit weiter in nordostliche Richtung, da die Siedler gewaltvoll Land gewinnen wollten (vgl. Hohmann, 2011).

3. Britische Kolonisten und Missionare

3.1 GroRbritannien im 18. Und 19. Jahrhundert

Im spaten 18. Jahrhundert begann in England die industrielle Revolution als eine vor allem wirtschaftliche Welle des Fortschritts, jedoch auch neue Herausforderung in Gesellschaft und Sozialleben. Der industrielle Wandel bedeutete zuerst fur England, spater dann fur die meisten europaischen Staaten, den Untergang des standisch-agrarischen Gesellschaftssystems. England wurde bis in das 18. Jahrhundert von Koniglnnen, Adel und stadtischem GroBburgertum regiert. Der Glaube, die Gottesfurcht und die Treue zur Kirche regierten dabei mindestens genauso stark das Volk Englands. In der Agrargesellschaft Englands kampfte man mitstarkem Bevolkerungswachstum, Missernten und Hungersnoten, Epidemien und Zuwanderungsstromen. Die Fortschritte in Wissenschaft und Technik sollten gegensteuern und eine Wende in alien Lebensbereichen bedeuten. Erfindungen, wie die Dampfmaschine oder die Eisenbahn stellen den Beginn einer rasant ablaufenden industriellen Revolution dar. Zahlreiche neueTechniken, verbesserte Transportsysteme und mehrfacher Einsatz von Maschinen steigerten die Produktivitat im Land enorm. Die Kustenschifffahrt trieb England schnell sowohl wirtschaftlich, als auch politisch auf die Position einer Weltmacht. Der Kolonialismus stellte dabei ein wichtiges Machtinstrument dar und fuhrte bald darauf zur Kapitalbildung in England. Die Kehrseite dieser industriellen Revolution zeigte sich jedoch im sozialen Bereich. Trotz ansteigender wirtschaftlicher Kraft kam es in vielen europaischen Staaten zur Massenarmut. Seuchen, mangelnde Hygiene und fehlender Arbeitsschutz fuhrten zu einer hohen Krankenzahl; die europaischen Stadte waren uberfullt; GroBfamilien lebten auf engstem Raum. Der wirtschaftliche Aufschwung zog zahlreiche Zuwanderer nach GroBbritannien und erschwerte die Arbeitssuche. Das labile Volk drohte unter der adligen Spitze Englands zu brechen; das Empire schien nach auBen stetig unsicherer und instabiler (vgl. Comaroff, 1989).

[...]

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Details

Titel
Britische Mission und Kolonialisierung in Südafrika und ihr Einfluss auf das Geschlechtsbild
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Afrikanistik)
Note
2,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V540602
ISBN (eBook)
9783346148346
ISBN (Buch)
9783346148353
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Südafrika, Sexualität, Geschlechtsbild, Kolonialisierung, Missionare
Arbeit zitieren
Hanna Friebel (Autor), 2019, Britische Mission und Kolonialisierung in Südafrika und ihr Einfluss auf das Geschlechtsbild, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540602

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