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Corporate Governance Modelle im Vergleich

Titre: Corporate Governance Modelle im Vergleich

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2019 , 29 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Marcel Spiegelhalter (Auteur)

Gestion d'entreprise - Direction d'entreprise, Management, Organisation
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Résumé Extrait Résumé des informations

Diese Arbeit reflektiert zunächst die allgemeinen CG Rahmenbedingungen in Deutschland und den USA. Will man dem Begriffspaar „Corporate Governance“ auf den Grund gehen, sieht man sich unmittelbar mit diversen definitorischen Schwierigkeiten konfrontiert. Schon hinsichtlich der Definition der „Unternehmung“ als solche existiert eine kaum überschaubare Anzahl an Definitionen, welche sich je nach Blickwinkel des Betrachters stark unterscheiden. Fast blasphemistisch drückt sich Bierce aus. Nach ihm ist ein Unternehmen „an ingenious device for obtaining individual profit without individual responsibility”.

Zwar ist diese Beschreibung zweifelsohne überspitzt und in dieser Form wohl auch nicht mit Applaus zu bedenken, jedoch drückt sie ein zentrales CG Problem aus. Bereits 1932 untersuchten Berle und Means die Konsequenzen der Trennung zwischen Eigentum und Kontrolle und brachten ihre Erkenntnisse in ihren wegweisenden Ausführungen in „The Modern Corporation and Private Property“ zu Papier. Abseits des theoretischen Grundgerüsts, welches im Hinblick auf CG Themen seither stark und seit Beginn des neuen Jahrtausends wohl exponentiell ausgebaut wurde, liegt diesem Thema auch ein unmittelbar praktisches, gesellschaftliches Interesse zugrunde. So besitzen mittlerweile 16,2% der Deutschen direkte oder indirekte Unternehmensanteile in Form von Aktien oder Fonds. Zwar ist der Anteil der Aktienbesitzern in Deutschland im Vergleich zu den USA relativ gering, jedoch kann den Anteilseignern unabhängig des Herkunftslandes wohl immer mindestens ein Interesse an Mitsprache, Information und Vergütung attestiert werden.

Dagegen steht unter anderem das Interesse der Entscheidungsträger (Manager) einer möglichst schnellen und kostengünstigen Kapitalversorgung. Dass diese Interessen nicht immer miteinander vereinbar sind zeigen die Auswirkungen der Gesetzesnovellierungen Anfang der 2000er, als sich in Konsequenz auf die höheren bürokratischen Anforderungen sogar einige Firmen vom US-amerikanischen Parkett zurückzogen. Die nun schon tangierten Gesetzesänderungen sind Teil und Auswirkung eines Paradigmenwechsels in den letzten Jahrzehnten. Besonders nach dem Skandal um Enron wurden auch gesetzliche Änderungen forciert, die im Sarbanes-Oxley Act sowie dem Deutschen Corporate Governance Kodex Ausdruck finden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vergleich der CG Rahmenbedingungen

2.1 Zusammensetzung und Struktur der Leitungsorgane

2.1.1 Allgemeine Unterschiede

2.1.2 Empirische Befunde

2.2 Gesetzliche Rahmenbedingungen

2.3 Vergleich der CG Kodizes

3. Entwicklung in den letzten 20 Jahren

3.1 Systematiken und Tendenzen in Deutschland

3.2 Systematiken und Tendenzen in den USA

3.3 Konvergenz der Systeme

4. Praktische Implikationen

4.1 Die Rolle der US Institutionen

4.2 Beurteilung und Kosten des SOX in der Praxis

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit vergleicht die Corporate Governance (CG) Modelle Deutschlands und der USA, um die Unterschiede in den Rahmenbedingungen sowie die Entwicklungen der letzten 20 Jahre zu analysieren. Ziel ist es, die Auswirkungen gesetzlicher Änderungen und Kodizes – wie des Sarbanes-Oxley Acts (SOX) und des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) – auf die Unternehmenspraxis und das Konvergenzstreben der Systeme kritisch zu beleuchten.

  • Vergleich der dualistischen und monistischen Leitungsstrukturen
  • Analyse gesetzlicher Rahmenbedingungen und CG-Kodizes
  • Entwicklung und Konvergenz der CG-Systeme über zwei Jahrzehnte
  • Praktische Auswirkungen auf börsennotierte Unternehmen (Fallbeispiel Siemens)
  • Kritische Kosten-Nutzen-Betrachtung der Compliance-Anforderungen

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Allgemeine Unterschiede

Ein wichtiger Unterschied in der Unternehmensorganisation und der CG im speziellen, stellt die Zusammensetzung und Aufgabenverteilung der Unternehmensorgane dar. Diesen kommt dabei eines der wichtigsten CG Funktionen zu, da hier der Interessensausgleich zwischen den Managern und den Shareholdern bzw. Stakeholdern gefördert werden soll.7 In den USA gibt es mit dem „Board of Directors“ genau ein Organ, in Deutschland mit dem „Vorstand“ und dem „Aufsichtsrat“ dessen zwei.8 Im Folgenden wird dieses differenzierende Merkmal mit den Begriffen monistisch und dualistisch hervorgehoben. Allerdings ist das fehlende zweite Organ nicht mit einer fehlenden Trennung zwischen Management und Überwachung gleichzusetzen. Vielmehr fungiert das sogenannte Audit Committee als Kontrollsystem, vorwiegend bei Buchhaltungs- und Bilanzierungsfragen.9 Seit der Einführung der Rechtsform der Societas Europeaea (SE) besteht allerdings auch für deutsche Unternehmen die Möglichkeit, sich für das single-tier (monistische) System zu entscheiden.10

Das Modell der USA wird oft als shareholder- und marktorientiert bezeichnet, während das deutsche Modell unter anderem durch die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat als eher stakeholderorientiert gilt.11 Die Aktien der Unternehmen sind in den USA tendenziell weit gestreut, in Deutschland öfter auf wenige Personen mit einem großen Anteil konzentriert.12 Der Person des CEOs kommt im monistischen System der USA eine große Machtfülle zu, da diese Position exekutive Entscheidungsgewalt mit dem Vorsitz des kontrollierenden Boards vereint. Dies indiziert eine schnelle Handlungsfähigkeit aber auch die Gefahr einer geringen Kontrolleffizienz.13 Auf Seiten des Boards bzw. des Aufsichtsrates sind die rechtlichen Vorschriften für deutsche Unternehmen ungleich restriktiver als für selbige in den USA. So ist die Größe und die Zusammensetzung des Aufsichtsrates deutscher Aktiengesellschaften durch § 95 und § 96 AktG streng geregelt, während US-amerikanische Unternehmen selbige Parameter selbst festlegen dürfen. In der Konsequenz haben die Boards in den USA durchschnittlich nur halb so viele Mitglieder als die der deutschen Unternehmen.14

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Corporate Governance ein, umreißt die theoretische Trennung von Eigentum und Kontrolle und skizziert das Ziel der Arbeit, die Unterschiede zwischen den Systemen in Deutschland und den USA zu vergleichen.

2. Vergleich der CG Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel analysiert die strukturellen und gesetzlichen Unterschiede zwischen den monistischen und dualistischen Systemen sowie die verschiedenen Ansätze der CG-Kodizes (SOX vs. DCGK).

3. Entwicklung in den letzten 20 Jahren: Hier werden die zeitlichen Trends und Veränderungsdynamiken der CG-Systeme in beiden Ländern rekapituliert, wobei die Frage einer möglichen Konvergenz der Systeme im Zentrum steht.

4. Praktische Implikationen: Das Kapitel beleuchtet anhand des Beispiels der Siemens AG die konkreten Auswirkungen von US-Regulierungen auf deutsche Unternehmen und diskutiert die Kosten der Compliance-Einhaltung.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die zentralen Unterschiede zusammen und erörtert, dass trotz partieller Konvergenz kein universell „optimales“ CG-System existiert und zukünftige Diskurse vermehrt wirtschaftsethische Aspekte einbeziehen müssen.

Schlüsselwörter

Corporate Governance, Dualistisches System, Monistisches System, Sarbanes-Oxley Act, SOX, Deutscher Corporate Governance Kodex, DCGK, Shareholder Value, Stakeholder-Orientierung, Board of Directors, Aufsichtsrat, Compliance, Konvergenz, Aktiengesellschaft, Unternehmenssteuerung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden Überblick der Corporate Governance Modelle in Deutschland und den USA unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen und aktueller regulatorischer Anforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf die Unterschiede in der Organisationsstruktur der Leitungsorgane, die gesetzlichen Grundlagen, die Rolle von Kodizes wie dem SOX und DCGK sowie die Auswirkungen dieser Vorgaben auf die Unternehmenspraxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die grundlegenden Unterschiede zwischen den beiden Systemen aufzuzeigen, die Entwicklungen der letzten 20 Jahre zu rekapitulieren und kritisch zu prüfen, ob sich eine Konvergenz der Modelle abzeichnet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Befunde, um die theoretischen Konzepte der Corporate Governance auf die praktische Realität in Deutschland und den USA anzuwenden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in den Vergleich der Rahmenbedingungen, die Analyse der historischen Entwicklung der letzten 20 Jahre, die Diskussion zur Systemkonvergenz sowie die praktischen Implikationen für börsennotierte Unternehmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Corporate Governance, Sarbanes-Oxley Act (SOX), Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK), Shareholder- vs. Stakeholder-Modell sowie die Unterscheidung zwischen dualistischen und monistischen Systemen.

Warum ist das Thema des Rückzugs von der US-Börse so wichtig?

Der Rückzug deutscher Unternehmen von US-Börsen dient als praktisches Beispiel dafür, wie administrative Compliance-Kosten und regulatorische Anforderungen die strategische Entscheidung für eine Börsenpräsenz in den USA beeinflussen können.

Welche Rolle spielt die Stewardshiptheorie im Vergleich zur Agencytheorie?

Die Theorien dienen als theoretische Grundlage für das Managementverständnis: Während die Agencytheorie eher die strenge Kontrolle und das Misstrauen gegenüber dem Management (Deutschland) abbildet, rechtfertigt die Stewardshiptheorie das Vertrauen in die Exekutive (USA).

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Résumé des informations

Titre
Corporate Governance Modelle im Vergleich
Université
(International University of Applied Sciences)
Note
1,3
Auteur
Marcel Spiegelhalter (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
29
N° de catalogue
V540673
ISBN (ebook)
9783346190376
ISBN (Livre)
9783346190383
Langue
allemand
mots-clé
CG Systeme Dualistisches System Monistisches System CG USA
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marcel Spiegelhalter (Auteur), 2019, Corporate Governance Modelle im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540673
Lire l'ebook
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Extrait de  29  pages
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