Anglizismen in der deutschen Pressesprache am Beispiel des 'Spiegel' und der 'Bravo'


Hausarbeit, 2005

14 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einteilung der Anglizismen

3. Die Verwendung von Anglizismen in der Pressesprache am Beispiel des ‘Spiegel’
3.1 Vorbemerkungen
3.2 Der Spiegel
3.3 Zusammenfassung

4. Die Verwendung von Anglizismen in der Jugendpresse am Beispiel der ‘Bravo’
4.1 Vorbemerkungen
4.2 Die ‘Bravo’

5. Exkurs: Anglizismen in der Werbung

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Es ist eine ganz normale Erscheinung, dass eine Sprache im Laufe ihrer Entwicklung von anderen Sprachen beeinflusst wird und im Gegenzug auch selbst andere Sprachen beeinflusst. So hat das Deutsche über Jahrhunderte hinweg Wörter aus dem Lateinischen, Griechischen und Französischen übernommen und sie dem einheimischen Wortschatz in Schreibung, Aussprache und Grammatik angepasst.

Während der meist in bestimmten Wellen stattfindenden Entlehnungsprozesse hat es jedoch auch immer warnende Stimmen gegeben, die einen Verfall der deutschen Sprache und Kultur befürchteten. Dies gilt vor allem auch für den gegenwärtigen Einfluss des Englischen, was sich beispielsweise an dem eigens zu diesem Sachverhalt gegründeten „Verein Deutsche Sprache“ zeigt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den stetigen Zuwachs an Anglizismen in der deutschen Sprache zu bekämpfen.

Der vermehrte Zuwachs an Anglizismen im deutschen Wortschatz ist seit Kriegsende festzustellen und hat sich seit den neunziger Jahren aufgrund der explosionsartigen Verbreitung des Internets sogar noch verstärkt. Hierbei ist zu beachten, dass dies nicht nur die Sprache bestimmter Bevölkerungsschichten betrifft, wie es bei Entlehnungen der früheren Jahrhunderte der Fall war, sondern die Sprache der gesamten Bevölkerung.

Besonders einschlägige Fach- und Sachgebiete in Bezug auf die Verwendung von Anglizismen sind heute neben den Gebieten Computer, Internet und Wirtschaft solche die man der Freizeitgesellschaft zurechnen könnte wie Sport, Mode und Musik. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich gerade in der Jugendsprache, wie im Laufe der Ausführungen noch aufzuzeigen sein wird, eine ständig wachsende Anzahl von Anglizismen bzw. Scheinanglizismen finden lassen, da es gerade die Jugend ist, die sich mit diesen Themen verstärkt auseinandersetzt und von diesen Bereichen sprachlich auch angesprochen wird.

Das Bestreben vieler Wirtschaftsunternehmen im deutschsprachigen Raum, sich möglichst weltoffen und international darzubieten, aber auch die in der Jugendkultur schon länger vorhandene Neigung zu Anglizismen führte zur Aufnahme dieser Entwicklung durch die Werbewirtschaft und die Medien. Das hatte wiederum die Folge, dass sich die restliche Wirtschaft und große Teile der Bevölkerung der Entwicklung anpassten. Das seit den 1990er Jahren verstärkte Einsickern englisch klingender Begriffe in alle Lebensbereiche erhielt noch einen Schub durch den von Fachbegriffen angeführten Aufschwung des PC-Marktes, die schnelle Verbreitung des Internets und die damit verbundene Beschäftigung mit Informatik und angrenzenden Wissensgebieten.

Besonders hervorzuheben ist jedoch, dass das Deutsche diejenige europäische Sprache ist, die mit Abstand die meisten Anglizismen in ihrem Wortschatz aufweist. Dafür lassen sich verschiedene Gründe nennen:

Erstens gab es einen verstärkten Kontakt zwischen Deutschen und englischen sowie amerikanischen Soldaten während der Besatzungszeit nach Ende des zweiten Weltkrieges, die damit zusammenhängende wirtschaftliche Unterstützung im Form des Marshall-Plans, sowie eine stark westlich orientierte Bündnispolitik der Bundesrepublik.

Zweitens wäre die führende Rolle der USA sowohl auf politischem, wirtschaftlichem und militärischem Gebiet als auch auf dem Gebiet von Wissenschaft und Technik zu nennen. Daraus resultiert der nicht zu unterschätzende Aspekt, dass das Englische heute in der internationalen Kommunikation dominiert und fast überall auf der Welt zur ersten Weltsprache geworden ist.

Der dritte Aspekt, der einen Hinweis darauf geben kann, warum gerade die deutsche Sprache eine vermehrte Verwendung von Anglizismen aufweist, ergibt sich wohl aus dem besonderen geschichtlichen Verarbeitungsprozess, den die zweite und dritte Generation nach Kriegsende zu leisten hatte. Diese hatte sich von der eigenen Geschichte abgewandt und auf der Suche nach neuen Vorbildern den ‚american way of life’ inklusive der Orientierung an die englische Sprache angestrebt.

2. Einteilung der Anglizismen

Unter dem Begriff Anglizismus versteht man all diejenigen sprachlichen Entlehnungen, die aus dem amerikanischen Englisch, dem britischen Englisch sowie den übrigen englischen Sprachbereichen, wie Kanada, Australien, Südafrika u. a. in die deutsche Sprache übernommen werden.[1] Den größten Einfluss haben dabei das so genannte ‚British English’ und das ‚American English’, wobei letzteres in der heutigen Zeit den dominierenden Teil der Entlehnungen darstellt.

Hierbei ist zu beachten, dass diese Entlehnungen in verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Während man bei so genannten ‚eingedeutschten’, also assimilierten Wörtern, von Lehnwörtern spricht, werden unveränderte Begriffe als Fremdwörter bezeichnet.

Unter einem Fremdwort versteht man einen Begriff oder eine Begriffsverbindung, die ohne Veränderung aus der Fremdsprache übernommen werden. Dies bedeutet, dass bei den übernommenen Wörtern keinerlei orthographische, semantische, phonologische oder morphologische Anpassungen oder Neuerungen stattfinden.

Der Unterschied zum Lehnwort besteht darin, dass Letzteres auf morphologischer, orthographischer oder phonologischer Ebene an das Deutsche angeglichen wurde. Diese Angleichung kann folgendermaßen geschehen:[2]

Auf morphologischer Ebene werden beispielsweise die Verben mit der Endung –e(n) versehen, wie in campen oder interviewen. Außerdem werden die Endungen dem jeweiligen Personalpronomen angepasst, wie dies zum Beispiel bei ‚ich surfe, du surfst ’, usw. der Fall ist. Relativ häufig werden auch bei Substantiven deutsche Pluralformen an die Anglizismen angehängt, wie bei Stewardessen oder Hostessen. Die häufigsten Veränderungen kommen jedoch in der Schreibweise der Anglizismen vor, indem das im Englischen kleingeschriebene Wort im Deutschen zumeist groß geschrieben wird oder aus einem ‚c’ ein ‚k’ wird. (Ein Gegenbeispiel wäre hier jedoch der Begriff ‚ Computer ’)

Weiterhin lässt sich die Gruppe der Scheinanglizismen unterscheiden. Als solche werden Wörter in der deutschen oder einer anderen Sprache bezeichnet, die aus dem Englischen zu kommen scheinen und meist auch englisch ausgesprochen werden. Tatsächlich sind diese Wörter jedoch im englischen Sprachraum unbekannt oder haben dort eine andere Bedeutung, so dass es mit Englischsprachigen zu Verständnisproblemen kommen kann. Es handelt sich bei den Scheinanglizismen um einen Fall der ‚Pseudoentlehnung’. Das bekannteste Beispiel für eine Scheinentlehnung ist das Wort Handy, welches nur trotz der Vermutung über seinen englischen Ursprung in der deutschen Sprache existiert. Im britischen Englisch wird derselbe Gegenstand mit ‚mobile phone’ und im amerikanischen Englisch mit ‚cell phone’ oder ‚cellular phone’ bezeichnet. Besonders verbreitet sind diese Scheinanglizismen vor allem in der Jugendsprache sowie der Werbe- und Mediensprache. Dort findet man beispielsweise so schöne pseudo-englische Begriffe wie Showmaster (engl. ‚show host’) oder Talkmaster (‚talk show host’). Scheinanglizismen – wie auch die Verwendung von Anglizismen im Allgemeinen – sollen der deutschen Aussage eine gewisse Modernität und Kreativiät verleihen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass man sie gerade in der Mediensprache, die ja ständig unter dem Druck steht, neu und innovativ zu sein, am häufigsten findet.

[...]


[1] Yang, Wenliang: Anglizismen im Deutschen: am Beispiel des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.

Niemeyer Verlag, Tübingen 1990, S. 7

[2] vgl. ebd. S. 11 f.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Anglizismen in der deutschen Pressesprache am Beispiel des 'Spiegel' und der 'Bravo'
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veranstaltung
Der Sprachgebrauch in den Medien
Note
2,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V54080
ISBN (eBook)
9783638493574
ISBN (Buch)
9783656492566
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit beschränkt sich auf wenige Beispiele von Anglizismen, wie sie in so unterschiedlichen Pressetexten wie dem Spiegel und der Bravo zu finden sind. Daher auch wenige Zitate aus der Sekundärlitertatur. Allerdings umfangreiche Einteilung der Anglizismen, wie sie im Deutschen verwendet werden.
Schlagworte
Anglizismen, Pressesprache, Beispiel, Spiegel, Bravo, Sprachgebrauch, Medien
Arbeit zitieren
Jana Marquardt (Autor), 2005, Anglizismen in der deutschen Pressesprache am Beispiel des 'Spiegel' und der 'Bravo', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54080

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