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Das Einhorn - Ein Tier, das nie gelebt hat

Titel: Das Einhorn - Ein Tier, das nie gelebt hat

Fachbuch , 2001 , 94 Seiten

Autor:in: Ernst Probst (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dem Horn des Einhorns hat man einst große Wunderkraft zugeschrieben. Es galt als Mittel, das Gift in Speisen und Getränken sichtbar machte, als Medizin gegen Biss und Stich sowie zur Erhaltung und Kräftigung der männlichen Potenz. Man meinte, wer Einhornblut trank, würde einerseits unsterblich, andererseits aber fortan unglücklich, Nur Menschen, die an Einhörner glaubten oder die Jungfrauen reinen Herzens waren, konnten ein Einhorn sehen, hieß es. In Wirklichkeit ist das legendäre Einhorn ein Tier, das nie gelebt hat. Mancher vermeintliche Fund, wie beispielsweise das 1663 entdeckte berühmte „Einhorn von Quedlinburg“ aus Mitteldeutschland, wurde aus Mammutknochen rekonstruiert. Der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst schildert in dem Taschenbuch „Das Einhorn“, wie die Sagen über dieses Fabelwesen entstanden sind, das lange Zeit die Phantasie der Menschen erregt hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Ein Tier, das nie gelebt hat / Seite 9

Es war nicht die Spur von Noahs Raben

Kuriose Irrtümer in der Geschichte der Paläontologie / Seite 11

Es war nie lebendig zu fangen

Die Mär vom sagenhaften Einhorn / Seite 27

Einhörner in Sagen und Mythos

Seite 71

Der Autor

Seite 91

Zielsetzung & Themen

Das vorliegende Werk untersucht die kulturhistorische Entstehung der Legende des Einhorns. Ziel ist es, die wissenschaftlichen Irrtümer und die phantastische Rezeption dieses Fabelwesens aufzuzeigen und das Einhorn als eine durch menschliche Phantasie und Fehlinterpretation von Fossilien erschaffene Kreatur zu demaskieren.

  • Wissenschaftsgeschichte der Paläontologie und frühe Irrtümer
  • Die Interpretation von Mammutknochen und Narwalstoßzähnen als Einhornreste
  • Das Einhorn in der Kunst, Literatur und Mythologie
  • Vergleiche mit real existierenden Tieren wie dem Indischen Panzer-Nashorn und der Oryx-Antilope
  • Regionale Legenden und die Bedeutung des Einhorns in verschiedenen Kulturen

Auszug aus dem Buch

Es war nicht die Spur von Noahs Raben

Die Geschichte der Paläontologie, der Lehre vom Leben in der Urzeit, ist voller skurriler Irrtümer. Lange wollte niemand glauben, dass die Reste von prähistorischen Pflanzen und Tieren viele Millionen Jahre alt sind. Es vergingen etliche Jahrhunderte, bevor allerlei merkwürdige Erklärungen über die Entstehung von Fossilien als Unsinn erkannt wurden.

Eine der frühesten Fehldeutungen von Fossilien unterlief dem griechischen Philosophen Aristoteles im 4. Jahrhundert v. Chr. Er verkannte solche Urzeitfunde als „Figurensteine“, die durch schöpferische Kräfte im „Urschlamm“ entstanden seien.

Anhänger der Sintfluttheorie betrachteten im 17. Jahrhundert die Versteinerungen als bei dieser biblischen Naturkatastrophe ertrunkene Lebewesen. Der Rechtsprofessor Philipp Ernst Bertram (1726–1777) aus Halle/Saale meinte 1766, Gott habe Fossilien in den Boden gelegt – womöglich, um diejenigen zu prüfen, die an der göttlichen Schöpfung zweifelten. Und der Breslauer Mineraloge Karl Georg von Raumer (1783–1865) war 1819 felsenfest davon überzeugt, dass Fossilien verunglückte Probeschöpfungen der Natur seien.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Ein Tier, das nie gelebt hat: Das Einhorn wird als legendäres Fabelwesen eingeführt, dessen Horn einst als Wunderheilmittel galt, obwohl das Tier selbst nie existierte.

Es war nicht die Spur von Noahs Raben: Dieses Kapitel widmet sich den kuriosen wissenschaftlichen Fehlern der frühen Paläontologie, bei denen Fossilien als "Figurensteine" oder Überreste der Sintflut fehlgedeutet wurden.

Es war nie lebendig zu fangen: Hier wird die Entwicklung der Einhorn-Mär beleuchtet und dargelegt, wie reale Tiere wie das Nashorn oder der Narwal zu Mythen umgedeutet wurden.

Einhörner in Sagen und Mythos: Eine Übersicht über verschiedene Einhorn-Varianten in den Legenden unterschiedlicher Völker, von Bukephalos bis zum chinesischen Qilin.

Der Autor: Biographische Informationen zu Ernst Probst und seinem Wirken als Wissenschaftsjournalist und Autor.

Schlüsselwörter

Einhorn, Paläontologie, Fossilien, Mythologie, Mammut, Narwal, Sintflut, Fabelwesen, Kulturgeschichte, Qilin, Bukephalos, Aberglaube, Wissenschaftsgeschichte, Evolutionslehre, Zoologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Buch grundsätzlich?

Das Buch analysiert die Ursprünge und die Verbreitung des Einhorn-Mythos aus einer kritischen, naturwissenschaftlichen und kulturgeschichtlichen Perspektive.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die Geschichte der Paläontologie, die Fehlinterpretation von Knochenfunden sowie die symbolische Bedeutung des Einhorns in Kunst, Religion und Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie aus der Fehlinterpretation von Fossilien – insbesondere von Mammutknochen und Narwalstoßzähnen – ein über Jahrtausende existierendes Fabelwesen entstehen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, indem er Quellen aus der Paläontologie, der Kunstgeschichte und der Mythologie vergleicht, um den Entstehungsprozess des Einhorn-Glaubens nachzuvollziehen.

Was steht im Mittelpunkt des Hauptteils?

Im Hauptteil steht die Entlarvung des Einhorns als Phantasieprodukt sowie die Dokumentation der verschiedenen "Einhorn-Funde" und deren reale Identifizierung als Tierknochen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Werk?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Einhorn-Mythos, Irrtümer der Paläontologie, Fossiliendeutung und interkulturelle Symbolforschung charakterisieren.

Was hat es mit dem "Einhorn von Quedlinburg" auf sich?

Das "Einhorn von Quedlinburg" war ein spektakulärer Fund aus dem 17. Jahrhundert, der aus Mammutknochen falsch rekonstruiert wurde und für lange Zeit den Glauben an Einhörner in Deutschland befeuerte.

Welche Rolle spielten Narwale bei der Einhorn-Legende?

Narwalstoßzähne wurden als die "echten" Hörner von Einhörnern gehandelt, was dem Handel mit diesen Objekten als Wunderarznei im Mittelalter eine ökonomische Basis gab.

Wie erklärt das Buch das Qilin?

Das Qilin wird als "chinesisches Einhorn" vorgestellt, das eine völlig andere symbolische Bedeutung besitzt als das westliche Einhorn und als Glücksbringer für weise Regierungen steht.

Ende der Leseprobe aus 94 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Einhorn - Ein Tier, das nie gelebt hat
Autor
Ernst Probst (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
94
Katalognummer
V541
ISBN (eBook)
9783638103725
ISBN (Buch)
9783638636865
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einhorn
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ernst Probst (Autor:in), 2001, Das Einhorn - Ein Tier, das nie gelebt hat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541
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