IT-gestützte Partizipation in DIY Urbanism Projekten. Kategorien von Partizipationsmechanismen sowie Handlungsempfehlungen


Bachelorarbeit, 2017

65 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstrakt

Inhaltsverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Motivation
1.3 Zielsetzung und Vorgehensweise
1.3.1 Literaturrecherche.
1.3.2 Wissenschaftliche Untersuchung von Websites

2 Klarung der Hauptbegriffe
2.1 Partizipation
2.2 Do-It-Yourself-Urbanism
2.3 IT-gestutzte Partizipation

3 Literaturrecherche zu IT-gestutzten Partizipationsmechanismen
3.1 Modelle zu traditionellen Partizipationsmechanismen
3.1.1 Arnstein [1969]: Ladder of Citizen Participation
3.1.2 Kubicek et al. [2009]: Ausgewahlte Formen der politischen Burgerbeteiligung auf lokaler Ebene
3.1.3 IAP2 [2014]: Public Participation Spectrum .
3.1.4 StraBburger/Rieger [2014]: Die Partizipationspyramide.
3.1.5 Gemeinsamkeiten und weitere Modelle.
3.2. Modelle zu IT-gestutzten Partizipationsmechanismen.
3.2.1 Kersting [2014]: Partizipationspyramide zivilgesellschaftlichen Handelns im Social Web
3.2.2 Burger/Dorn-Fellermann [2014]: Interaktion und Partizipation
3.2.3 Meckel et al. [2014]: Die Stufen der “Beteiligungsleiter”.
3.2.4 Loub [2016]: Politische Partizipationspyramide 2.0
3.2.5 Gemeinsamkeiten und weitere Modelle
3.3 Besonderheiten und Herausforderungen IT-gestutzter Partizipation
3.3.1 Besonderheiten der IT-gestutzten Partizipation
3.3.2 Herausforderungen IT-gestutzter Partizipation

4 Untersuchung von DIY Projekten
4.1. Ablauf der Untersuchung
4.2 Voranalyse
4.2.1 Zur Voranalyse ausgewahlte Partizipationsmechanismen
4.2.2 Ergebnisse der Voranalyse
4.3 Analyse funf ausgewahlter Projekte / Fallbeispiele
4.3.1 CoUrbanize
4.3.2. Sandkasten
4.3.3 Frankfurt Frag mich
4.3.4 In Our Backyards (IOBY)
4.3.5 Adhocracy am Beispiel WeChange
4.3.6 Ergebnisse der Analysen

5 Ziele und Formen IT-gestutzter Partizipation in DIY Urbanism Projekten
5.1 Kategorien von IT-gestutzten Partizipationsmechanismen in DIY Urbanism Projekten
5.2 Ein Stufenmodell mit differenzierten Zielen und konkreten IT-gestutzten MaBnahmen im Bereich DIY Urbanism
5.2.1 Beschreibungsebenen eines differenzierten Modells

6 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Abstrakt

Gezielt Partizipationsmechanismen auszusuchen, die zu den jeweiligen Anforderungen und Zielen passen, ist nicht nur fur die Implementierung von IT-gestutzter Partizipation, sondern auch fur deren erfolgreiche Nutzung wichtig. Forschungen aus dem Bereich der politischen Partizipation haben verschiedene Modelle und Theorien zu IT- gestutzter Partizipation entwickelt. Im relativ neuen Feld des DIY Urbanism, in welchem Partizipation eine wichtige Rolle spielt, mangelt es noch an konkreten Untersuchungen.

Ein Literaturrecherche zu IT-gestutzten Partizipationsmodellen wurde als Basis fur eine Analyse digitaler Plattformen im Bereich DIY Urbanism genutzt. Das Ziel dabei war es, IT-gestutzte Partizipationsmechanismen herauszuarbeiten, die typisch fur DIY Urbanism sind. Dabei konnte gezeigt werden, dass die meisten existierenden Modelle zur Partizipation sich in ihrer Struktur und ihrem Inhalt sehr ahnlich sind. Ein GroBteil der analysierten Modelle wurden in vergleichbare Ebenen - jedoch teilweise aus unterschiedlichen Blickwinkeln - aufgeteilt. Die anschlieBende Voranalyse von 55 Plattformen hat ergeben, dass viele DIY Urbanism Plattformen die ersten beiden Ebenen verwenden, um ihre Nutzer zu involvieren, sowie dass weniger als 10 Prozent die hochste Ebene bezogen auf den Grad der Partizipation nutzen. Funf Plattformen von der Voranalyse wurden genauer bezuglich ihrer Partizipationsmoglichkeiten untersucht und verglichen.

Auf Basis der vorhergehenden Literaturrecherche und Untersuchungen wurde ein Modell fur IT-gestutzte Partizipation in DIY Urbanism Projekten entwickelt. Dies kann zum Beispiel von Plattformentwicklern genutzt werden und besteht aus drei Partizipationsstufen (Vorphasen der Partizipation, Passive Partizipation, Aktive Partizipation), bei der jede Stufe Ziele und konkrete Partizipationsmechanismen enthalt.

English: IT-supported participation in D.I.Y. Urbanism Projects

Choosing participation mechanisms that fit the requirements and goals is important not just for implementing IT-supported participation but to also use it successfully. Researchers from the field of political participation already developed diverse models and theories for IT-supported participation. In the relatively new Field DIY Urbanism, where participation plays an important role, it lacks concrete investigations.

A literature review about IT-supported participation models was used as the base for an online platform analysis in the field of DIY Urbanism. The goal was to work out IT- supported participation methods that are specific for DIY Urbanism and to develop a model of IT-supported participation methods for DIY Urbanism based on the previous results. The review showed that most existing participation models are quite similar in their structure and only differ at their concrete content. Most of the analyzed models are comparably separated in three layers partly under different perspectives of view. The pre-analysis of 55 platforms showed that most DIY Urbanism platforms use the first two participation layers to involve the users and less then 10 percent use active participation strategies. A well thought data table was used to analyze the different approaches. Five platforms from the pre-analysis were analyzed concerning their participation offers and compared to each other.

On base of the previous research a model for IT-supported Participation in DIY Urbanism projects was developed. The model can for example be used by platform developers and delivers three participation stages (pre-phase, passive, active) - each with goals and concrete participation tools.

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ladder of Citizen Partizipation

Abbildung 2: Ausgewahlte Formen der pol. Burgerbeteiligung auf lokaler Ebene

Abbildung 3: Die Partizipationspyramide

Abbildung 4: Partizipationspyramide zivilgesellschaftlichen Handelns im Social Web

Abbildung 5: Interaktion und Partizipation

Abbildung 6: Die Stufen der „Beteiligungsleiter“

Abbildung 7: Ablauf der Untersuchung von Projekten mit Digitaler Partizipation

Abbildung 8: Anzahl der Websites pro Partizipationsform

Abbildung 9: IT-gestutzte Partizipationsmechanismen, -ziele und -ebenen im DIY Urbanism

Abbildung A1: Entwicklung der Forschungsbereiche

Abbildung A2: Suchbegriffe der Literaturrecherche zu DIY Urbanism

Abbildung A3: Suchbegriffe der Literaturrecherche zu IT-gestutzter Partizipation

Abbildung A4: Mogliche Ursachen digitaler Spaltung auf Ebene des Individuums

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Literaturtabelle zu Partizipation

Tabelle 2: Die ersten 10 Plattformen absteigend sortiert nach Partizipationsmoglichkeiten

Tabelle 3: Plattformanalyse „CoUrbanize“

Tabelle 4: Plattformanalyse „Sandkasten“

Tabelle 5: Plattformanalyse „Frankfurt Frag mich“

Tabelle 6: Plattformanalyse „In Our Backyards (IOBY)“

Tabelle 7: Plattformanalyse „WeChange“

Tabelle 8: Plattformanalyse Gesamtergebnis

Tabelle A1: Voranalyse

1 Einleitung

Diese Arbeit beschaftigt sich mit IT-gestutzten Partizipationsmechanismen in DIY Urbanism Projekten. Im Folgenden wird die Problemstellung, die Motivation, sowie die Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit beschrieben und erlautert.

1.1 Problemstellung

Die Gestaltung ihres Lebensraums war schon immer eine Aufgabe, an der sich Bewohner beteiligt haben. Auch in innerstadtischen Bereichen sowie bei offentlichen Einrichtungen und in Industriegebieten wird diese Aufgabe nicht mehr nur den Behorden und Organisationen uberlassen, sondern das Selbst-Hand-Anlegen durch die Burger/Beteiligten spielt eine immer groBere Rolle [Lydon/Garcia 2015]. Die verschiedensten Bevolkerungsgruppen wenden dabei die unterschiedlichsten Methoden an (Gardening, Veranstaltungen, DIY), um ihre Umgebung zu gestalten. Ein Beispiel fur ein Projekt mit vielen verschiedenen Do-It-Yourself-Aktionen ist das „Sandkasten“-Projekt der Technischen Universitat Braunschweig, bei dem eine transparente und vielschichtige Partizipation den Studierenden und Mitarbeitern die Moglichkeit bietet, ihren Campus lebenswerter zu gestalten. Der Erfolg hangt dabei maBgeblich von der Beteiligung der Universitatsmitglieder ab, die durch ihre Arbeit dafur sorgen, dass Ideen umgesetzt werden und die durch ihre Beteiligung eine hohere Akzeptanz der DIY-Angebote schaffen. Die verschiedensten Mechanismen konnen angewandt werden, um Partizipation zu erzeugen bzw. zu fordern. Das Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, wie eine Nutzung des Internets zur Forderung der Partizipation in DIY Urbanism Projekten fuhren kann. SchwerpunktmaBig wird danach gesucht, wie diese Einbeziehung digital konkret gestaltet werden kann. Der digitale Ansatz ist unter anderem deswegen so interessant und aktuell, weil 65 Prozent der Deutschen und - besonders interessant fur ein Projekt mit Studenten - 88 Prozent der 20- bis 29-Jahrigen taglich das Internet nutzen [ARD/ZDF 2016]. Es ist somit zu einem Medium geworden, das uns im Alltag standig begleitet.

1.2 Motivation

Die Rolle und Funktion der Partizipation wird in verschiedenen Forschungsbereichen untersucht. Laut dem Deutschen Institut fur Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) [Meckel et al. 2014] gibt es funf Hauptbereiche, in denen Forschung zur Beteiligung stattfindet. Dabei handelt es sich um „Politik“, „Wirtschaft“, „Kultur“, „Gesundheit“ und „Bildung“. Die meisten Studien zur Partizipation gibt es zur Politischen Partizipation mit etwas uber 35 Studien im Jahr 20121 [Meckel et al. 2014]. Dies hat sich auch in der Literaturrecherche in Kapitel 3 zu Partizipationsformen im Internet widergespiegelt. Ein GroBteil der gefundenen Literatur untersucht Partizipation zwar aus verschiedenen Blickwinkeln (Partizipationsformen, Partizipationsmotivation) jedoch uber 60 Prozent aus Sicht der politischen Burgerbeteiligung bzw. der Beteiligung in Kommunen und nur ca. 10 Prozent mit Blick auf DIY Urbanism2. Dies lasst sich dadurch begrunden, dass Partizipation ein zentraler Bestandteil moderner Gesellschaften [Klein et al. 2016, S.17] sowie der Demokratiepolitik ist [Urban et al. 2005, S.1], in anderen Bereichen jedoch haufig nur eine Nebenrolle spielt. Klaus Lenk sagte dazu bereits: „Demokratie ist ein Organisationsproblem und neue Medien ein Organisationsmittel“ [Lenk 1979]. DIY Urbanism kann zwar auch politisch sein, gerade dann, wenn durch „Einfach-machen“ in Projekten versucht wird, die verschiedenen politischen Hurden zu umgehen [de Graaf et al. 2014], lasst sich aber trotzdem eher dem kulturellen Bereich zuordnen. Daher gibt es zwar einige wenige Untersuchungen zu (IT-gestutzter) Partizipation im DIY Urbanism - wie die von Robra-Bissantz et al. 2017, de Graaf et al. 2014 und Hartel und Embacher 2011 - der Bereich DIY Urbanism ist aber bezuglich IT-gestutzter Partizipation nicht sehr ausfuhrlich erforscht.

Nicht nur in der Forschung, auch in der Praxis ist die Partizipation von Burgern bei der Stadtentwicklung ein dynamisches und aktuelles Thema. Ein Beispiel fur ein aktuelles Praxisprojekt im Entstehungsprozess ist „smarticipate“, bei dem in einem EU-Projekt unter anderem die Stadte Hamburg, London und Rom zusammen mit dem Fraunhofer- Institut fur Graphische Datenverarbeitung eine Beteiligungsplattform mit verschiedenen neuen Funktionen, wie Simulationen der Auswirkungen von Vorschlagen, entwickeln. Umso wichtiger ist es, dass die Forschung in diesem Bereich nicht stagniert, sondern sich fortwahrend weiterentwickelt und sich der Entwicklung in der Praxis anpasst.

Im Rahmen der Forschung im Bereich der Politischen Partizipation wurden unterschiedliche Modelle zu Partizipationsformen entwickelt. Es gibt allerdings nicht das „eine“ Modell, das von allen verwendet wird. Im Bereich DIY Urbanism oder auch nur Urbanism mangelt es aber noch an Forschungsergebnissen zu den bereits angewandten Beteiligungsformen oder Modellen zur Partizipation. Um also die Forschungsfrage

„Welche Kategorien von IT-gestutzten Partizipationsmechanismen werden in DIY Urbanism Projekten verwendet bzw. konnten verwendet werden?"

beantworten zu konnen, wurden die vorhandenen Modelle sowohl zu Partizipation generell als auch zur digitalen Partizipation anhand einer Literaturrecherche analysiert und verglichen mit dem Ziel, ein optimiertes erstes Modell im Bereich DIY Urbanism zu entwerfen. Die Entscheidung, welche der Modelle bzw. Modellteile mit in das neue Modell aufgenommen werden, erfolgte durch eine Untersuchung vorhandener Plattformen, die im Bereich Urbanism digitale Partizipation anbieten.

1.3 Zielsetzung und Vorgehensweise

Um den wissenschaftlichen Standards zu genugen, wird die vorliegende Arbeit folgendermaBen strukturiert: Der Einstieg in das Thema Partizipation im DIY Urbanism erfolgt durch Begriffsklarungen in Kapitel 2. Eine Literaturrecherche in Kapitel 3 mit dem Schwerpunkt der digitalen Partizipationsmechanismen soll einen Uberblick uber aktuelle Forschungsergebnisse und Modelle geben. Fur die Entwicklung des Partizipationsmodells im Bereich DIY Urbanism wurde zusatzlich zu den Ergebnissen der Literaturrecherche eine Untersuchung ausgewahlter Websites in Kapitel 4 durchgefuhrt. Die Erkenntnisse aus beiden Ansatzen werden dann in Kapitel 5 zu einem konkreten Model zusammengefuhrt.

1.3.1 Literaturrecherche

Um einen Uberblick uber die vorhandenen wissenschaftlichen Modelle zu digitalen Partizipationsmechanismen geben zu konnen, wurde eine systematische Literaturrecherche zur Digitalen Partizipation durchgefuhrt.

Zur Suche wurden der gemeinsame Verbundkatalog der Universitatsbibliotheken3, die Forscherplattform Researchgate4 sowie relevante im Bereich Wirtschaftsinformatik ansassige Forschungsmagazine5 genutzt. AuBerdem wurde Google Scholar6 als Pforte zu anderen Quellen verwendet, die nicht durch die oben genannten Suchplattformen abgedeckt wurden.

In den zwei Themenbereichen wurden dafur verschiedene Schlusselbegriffe verwendet und miteinander kombiniert.7 Alle Suchbegriffe wurden ebenfalls in englischer Sprache ubersetzt, um auch passende englischsprachige Veroffentlichungen zu finden. Bereits gefundene geeignete Literatur wurde auf Quellen im Literaturverzeichnis untersucht und es wurden weitere Veroffentlichungen bekannter Autoren in den Themengebieten betrachtet.

Die Auswahl der passenden Literatur erfolgte zuerst durch ihren Titel. AnschlieBend wurde die ausgewahlte Literatur durch die Analyse der entsprechenden Abstrakts weiter ausgesiebt, um anschlieBend mit Hilfe der jeweiligen Einleitung und Zusammenfassung ihre Eignung fur das Thema zu bestimmen. Weiterhin wurde die Qualitat der Literatur als Kriterium herangezogen. Ausschlaggebend war hier die Seriositat der Quelle. Auf Grund des Mangels an Literatur in ausgewahlten Bereichen hat diese Filterung abgeschwacht stattgefunden. So wurde z.B. ein gut recherchierter Blogbeitrag [Loub 2014] mit in die Literaturrecherche aufgenommen.

Im Bereich der IT-gestutzten Partizipation ist die Weiterentwicklung enorm. Dies liegt unter anderem daran, dass die Bedeutung des Internets in den letzten zwei Jahrzenten extrem zugenommen und sich durch Fortschritte der Technik auch schnell gewandelt hat. Nutzten im Jahr 2016 knapp zwei Drittel der Deutschen taglich das Internet, so waren es im Jahr 2005 nur ein Drittel der Deutschen, die uberhaupt das Internet nutzen. Auf Grund dessen wurden weiter zuruckliegende Veroffentlichungen zu Partizipation oder DIY Urbanism, die nicht von grundlegender Bedeutung - wie z.B. Arnsteins Ladder 1996 - waren, bis 2000 nicht weiter betrachtet.

1.3.2 Wissenschaftliche Untersuchung von Websites

Zur Recherche von Websites wurden ausgewahlte Begriffe in der Suchmaschine von Google eingegeben. Da die Suchalgorithmen von Suchmaschinen sehr viel filtern und es auf prazise Wortangaben ankommt, wurden moglichst viele verschiedene Begriffe und Kombinationen verwendet. Die gefundenen Plattformen wurden auf ihre Eignung hin uberpruft. Dabei wurde auf weitere verlinkte Plattformen zum Thema geachtet. Auch in verschiedenen Buchern und Veroffentlichungen wurden einzelne Projekte gefunden und ubernommen. Zum Schluss wurden alle deutschsprachigen Websitebetreiber angeschrieben und nach Partnerprojekten bzw. bekannten Projekten befragt - mit dem Ziel eventuell noch nicht aufgenommene Beteiligungswebsites zu identifizieren. Schlussendlich kamen so 55 Plattformen, die untersucht werden konnten, zusammen.

2 Klarung der Hauptbegriffe

Im folgenden Kapitel werden die fur das Verstandnis notigen Begriffe bzw. Themenfelder genauer erklart und fur den vorliegenden Untersuchungsrahmen interpretiert sowie definiert.

2.1 Partizipation

Partizipation ist aus dem Lateinischen von pars = Teil und capere = ergreifen abgeleitet und wird mit Beteiligung, Teilhabe, Mitwirkung, Mitbestimmung und Einbeziehung ubersetzt aber nicht gleichgesetzt [Voss 2014, S.9]. StraBburger und Rieger sprechen dann von Partizipation, wenn Betroffene an Entscheidungen mitwirken und damit auf das Ergebnis Einfluss nehmen konnen. Durch diese Definition wird Partizipation explizit von Formen der Beteiligung abgegrenzt, „bei denen die Meinung der Mitwirkenden keine Auswirkung auf das Ergebnis einer Entscheidung hat“ [StraBburger/Rieger 2014, S.230]. Auch Nanz und Fritsche betonen, dass Veranstaltungen, in denen die Burger und Burgerinnen keine Moglichkeit der Einflussnahme haben und die Funktion der Information dominiert, „nicht als eine tatsachliche Form der partizipativen Einflussnahme angesehen“ wird [Nanz/Fritsche 2012, S. 32]. Nach ihnen setzt partizipative Einflussnahme erst dann ein, wenn die Beteiligten einen entscheidenden Input leisten.

Dabei ist auch zu betonen, dass die Einbeziehung in die Entscheidungs- oder Willensbildungsprozesse bei der Partizipation von den Betroffenen aus eigenem Willen geschieht [Voss 2014, S.9]. Beispiele fur Partizipation waren zum Beispiel die Teilnahme an einer Unterschriftensammlung fur die Erhaltung eines Parks im eigenen Wohngebiet oder das Mitbasteln von Sitzgelegenheiten bei einem Projekt zur Verschonerung des Campus [abgeleitet Kersting 2014, S.57].

Spatestens seit Stuttgart 21 wird deutlich, dass die Devise „intern beraten, intern entscheiden, verkundigen, verteidigen“ [Selle 1996] immer haufiger der Gefahr ausgesetzt ist, unzureichende Legitimation und Akzeptanz zu erzeugen [Bruckner/Marker 2015, S.112].

Durch das gemeinsame Treffen von Entscheidungen sorgt die Partizipation fur eine hohere Akzeptanz relevanter Vorhaben bei den Betroffenen. Dabei sollte Partizipation aber nicht manipulativ, nur zur Erzeugung von Akzeptanz missbraucht werden [Arnstein 1969, S.217], sondern wirkliche Entscheidungsraume ermoglichen.

Partizipation kann auf verschiedene Art und Weisen entstehen. Wird sie von Burgern fur Burger organisiert, spricht man von Bottom-Up-Partizipation. Wenn Partizipation gezielt von staatlichen Stellen angeboten wird, dann handelt es sich um Top-Down- Partizipation. Beide Formen konnen bei der Entwicklung von DIY Urbanism Projekten auftreten und haben ihre Vor- und Nachteile. In dieser Arbeit, werden jedoch beide gleichwertig behandeln und bei der Untersuchung wurde mehr auf die Aspekte der konkreten Umsetzung geachtet.

2.2 Do-It-Yourself-Urbanism

Do-It-Yourself ist im allgemeinen Sprachgebrauch das „Schlagwort fur die selbststandige Ausfuhrung handwerklicher Arbeiten“ [Duden 2017]. Zum Beispiel ist es Do-it-yourself (DIY oder D.I.Y.), wenn Studenten verschiedener Fachbereiche ohne Hilfe von Handwerkern aus Paletten Sitzmobel bauen, um ihren eigenen Campus zu verschonern („Sandkasten“). Do It Yourself heiBt also, dass man selbst Hand anlegt, obwohl man eigentlich kein Experte ist. Urbanism Projekte sind dem Wortstamm entsprechend stadtisch oder zur Stadt gehorend. Der englische Begriff Urbanism steht dabei fur die Entwicklung und Planung in Gemeinden und Stadten [Merriam-Webster 2017]. DIY Urbanism Projekte werden daher als eine lokal angetriebene Erneuerung, als Tuning oder Wiederbelebung von als verbraucht, tot oder leer betrachteten stadtischen Bereichen durch nicht berufsmaBige stadtische Akteure definiert [vgl. Deslandes 2013, Seite 216].

Da die Akteure keine Experten sind, hangt das Ergebnis solcher Projekte auch von der Art und Weise der Partizipation ab. DIY Urbanism-Projekte konnen die Erfahrungen und Kreativitat der Akteure nutzen, um gemeinsam einen Mehrwert zu generieren. Bezogen auf die vorgestellten Niveauebenen der Partizipation kann aber davon ausgegangen werden, dass DIY Urbanism eine hohe Stufe der aktiven Beteiligung zumindest eines Teils der Akteure voraussetzt.

Das seit der Jahrtausendwende in vielen Landern unabhangig voneinander wiederentdeckte Phanomen des DIY Urbanism hat verschiedene verwandte Begriffe. Ausdrucke mit der gleichen Bedeutung sind Guerilla Urbanism, pop-up Urbanism oder City Repair [Lydon et al. 2012, Seite 1]. Der weit verbreitete Begriff des Tactical Urbanism beschreibt eine kostengunstige und haufig zeitlich begrenzte Gestaltung von Lebensraumen in der Stadt [Lydon et al. 2012], die langfristige Anderungen mit sich bringen soll und oft politischer Natur ist. Dabei geht es haufig nicht um die Aktion an sich, sondern darum, auf ein bestimmtes Problem aufmerksam zu machen.

Dem Motto Do-It-Yourself getreu, setzen vor allem jungere Aktive mit Hilfe von Kommunikationstechnologien eigene Projekte selbstorganisiert und ohne groBe finanzielle Anforderungen um [Hartel/Embacher 2011, S.16]. Auch das Bundesinstitut fur Bau-, Stadt- und Raumordnung (BBSR), hat in einer Expertenbefragung [Jakubowski et al. 2017, S.36] den Trend ausgemacht, dass in Zukunft Partizipationsplattformen dezentral durch die Stadtbevolkerung gefordert werden und digitale Anwendungen die Selbstorganisation und Autonomie unter den Menschen in der Stadt fordern.

2.3 IT-gestutzte Partizipation

Unabhangig davon welche Definitionen von Partizipation man zugrunde legt und welche Erwartungen und Funktionen damit verknupft werden, kann man sagen: Das Internet hat die Diskussion uber Partizipation verandert [Voss 2014, S. 15].

Informationstechnologien (IT) leisten einen Beitrag zur vereinfachten Umsetzung von Ideen, Angeboten und Projekten. Viele Inhalte lassen sich mit Hilfe von IT erfolgreicher umsetzen. IT-gestutzt heiBt also nicht, dass der gesamte Prozess digital stattfindet, sondern er kann auch nur teilweise digital stattfinden bzw. die IT kann die Umsetzung fordern. Dabei kann der Einsatz von IT auch zur Effizienzsteigerung hinsichtlich Ort, Zeit, Geschwindigkeit und Anzahl der Anwender (Zielgruppe) beitragen.

Es werden verschiedene Begriffe verwendet, wenn es um IT-gestutzte Partizipation geht. Besonders haufig wird auch von E-Partizipation oder digitaler Partizipation gesprochen, weshalb im Folgenden zur Erklarung der Bedeutung Definitionen der verwandten Begriffe herangezogen werden. Der Ausdruck E-Partizipation ist in der politischen Partizipationsforschung entstanden und wird wie folgt definiert: „E- Partizipation umfasst alle internetgestutzten Verfahren, die Burgerinnen und Burgern eine aktive Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen ermoglichen“ [Nanz/Fritsche 2012, S.88].

E-Partizipation versucht die politische Partizipation zu vergroBern und zu vertiefen, indem sie Burgern ermoglicht, sich untereinander und mit ihren gewahlten Vertretern und Regierungen durch die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien zu verbinden [Tambouris et al. 2007 (1), S.9]. Informations- und Kommunikationsangebote, die sich im Internet finden lassen, sind auBerdem den Offline-Angeboten gegenuber deutlich leichter und zeitlich flexibler nutzbar und sollten dadurch weniger Hurden als traditionelle Beteiligungsformen haben [Kubicek 2017, S.270].

Mit Beginn jedes Partizipationsprozesses ist ein Wissensruckstand der Teilnehmenden zu erwarten. IT-gestutzte Partizipationskonzepte bieten die Moglichkeit, einen hohen Grad an Transparenz sicher zu stellen [Robra-Bissantz et al. 2017] und mit Hilfe von Wissensplattformen diesen Ruckstand zu reduzieren.

Eine digitale Einbindung des Nutzers ist jedoch nicht automatisch auch eine Partizipationsform: „Eine Marktforschung oder Nutzeruntersuchung bleibt lediglich die Abfrage von Bedurfnissen und Meinungen, ein Forum dient dem Austausch von Erfahrungen und ein YouTube-Video bleibt im Wesentlichen eine Selbstdarstellung“ [Robra-Bissantz et al. 2017]. Erst wenn die Einbeziehung eine Situationsverbesserung der neu Eingebundenen zur Folge hat und/oder durch sie eine gegenseitige Gewinnsituation entsteht, kann man von Partizipation sprechen. Auch wenn diese Definition sich auf den politischen Kontext fokussiert, lasst sie sich auf den Bereich DIY Urbanism ubertragen. Der einzige Teil der Definition, der im Bereich DIY Urbanism eher keine Rolle spielt, ist die Vernetzung der Burger mit ihren gewahlten Vertretern und Regierungen. Vielmehr liegt der Schwerpunkt im DIY Urbanism auf der Vernetzung der Burger untereinander.

Eine entsprechende Definition fur IT-gestutzte Partizipation ergibt sich also wie folgt:

IT-gestutzte Partizipation ist eine Form der Partizipation, deren Gestaltung uber Informations- und Kommunikationstechnologien angeboten wird.

Die Weiterentwicklung von Partizipation durch IT kann entscheidend zum Erfolg von DIY Urbanism-Projekten beitragen und wird in vielen verschiedenen Artikeln und Buchern aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Da beim DIY Urbanism aber konkret Projekte in der realen Welt umgesetzt werden sollen, reicht eine rein digitale Partizipation meistens nicht aus, sondern dient in der Tat nur als eine Stutze der traditionellen Partizipation.

3 Literaturrecherche zu IT-gestutzten Partizipationsmechanismen

Die in 3.1 und 3.2 genauer vorgestellten Modelle zu Partizipationsmechanismen sind das Ergebnis der in 1.3.1 beschriebenen Literaturrecherche. Die Literatur wurde nach Themengebieten und nach ihrer Perspektive auf Partizipation sortiert.8 Dabei wurde besonders grower Wert darauf gelegt, wissenschaftlich fundierte und akzeptierte Modelle zu finden. Die Modelle stellen jeweils auf verschiedene Weisen Partizipationsstufen dar - bezuglich der Art der Beteiligung9 und teilweise auch des Zwecks der Beteiligung10.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Literaturtabelle zu Partizipation

3.1 Modelle zu traditionellen Partizipationsmechanismen

Partizipation ist so alt wie die Idee der Demokratie selbst [Held 1984] und breitet sich seitdem immer weiter in verschiedene Lebensbereiche auch auBerhalb der Politik aus. Folglich wurde die Partizipation auch ein immer wichtigerer Gegenstand der Forschung. Die Bedeutsamkeit dieser Forschung druckt sich auch aus im Umfang und der Intensitat von allgemeinen theoretischen Modellen und praxisorientierten Projekten zur Partizipation, ihren Aspekten und Zugangen sowie Moglichkeiten ihrer Unterstutzung.

Um die Prozesse der IT-gestutzten Partizipation verstehen zu konnen und auf Grund des Mangels an wissenschaftlich fundierten Modellen hierzu, werden zuerst vier zentrale Modelle zu Mechanismen der traditionellen Partizipation vorgestellt.

3.1.1 Arnstein [1969]: Ladder of Citizen Participation

Die US-amerikanische Partizipationsforscherin Sherry S. Arnstein [1969, S. 217] hat in den sechziger Jahren die „ladder of citizen participation“ zur Kategorisierung von Partizipationsformen entwickelt [Abb. A5]. Das Niveau von Partizipation druckt sich in verschiedenen Beteiligungsarten aus und reicht von Informieren bis zum aktiven Treffen von Entscheidungen. Hierbei werden acht Arten der Partizipation in die Kategorien Nicht-Beteiligung, Schein-Beteiligung und Partizipation aufgeteilt [deutsche Ubersetzung Urban et al. 2005, S.2]. Die von Arnstein verwendete Form einer Leiter soll „the extent of citizens' power in determining the end product“ [Arnstein 1969, S. 217] visualisieren. Die ersten zwei Stufen, die Nicht-Beteiligung, bestehend aus (1) Manipulation und (2) Therapie, bieten den Machtinhabern demnach vor allem die Moglichkeit, den Partizipierenden ihre Sicht der Dinge „aufzudrucken“. Die nachsten zwei Punkte (3) Informieren und (4) Beraten ermoglichen nach Arnstein den Nutzern, durch Transparenz Vorgange zu verstehen und auch selbst Vorschlage mit einzubringen. Diese dienen vor allem der (5) Beschwichtigung; denn die eigentliche Entscheidungsmacht liegt immer noch bei den Machtinhabern. Nur die drei obersten Stufen sind aus Arnsteins Sicht tatsachliche Partizipation, da die Burger hier nicht nur Vorschlage einbringen und sich informieren, sondern tatsachlich aktiv Entscheidungen treffen konnen. Entweder in Form von (6) Partnerschaften, (7) gezielter Machtubertragung oder (8) Burgerkontrolle [nach Arnstein 1969, S. 217].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Ladder of Citizen Partizipation

Quelle: in Anlehnung an Arnstein [1969, S.217]

Das Modell von Arnstein bietet die Grundlage fur weitere Uberlegungen wie zum Beispiel bei Nanz/Fritsche [2012]. Das Konzept von Arnstein wertet, ob und wie stark die Beteiligen tatsachlich partizipieren konnen. Dabei wird nicht betrachtet, wie diese Beteiligungen konkret Form annehmen konnten und welche von den Nutzern bevorzugt werden. Auch wird nicht berucksichtigt, welche Formen fur die Erreichung der Partizipationsziele eventuell effektiver sind, obwohl die Partizipation schwacher ausfallt.

Auch wenn Arnsteins Modell bereits mehr als vier Jahrzehnte alt ist, lassen sich trotzdem aktuelle Trends entdecken: die Unterteilung in die Funktionen Information und Konsultation ist zum Beispiel allgegenwartig [Nanz/Fritsche 2012]. Der Schwerpunkt in Arnsteins Modell liegt auf den von der Verwaltung und Politik eingeraumten Beteiligungsmoglichkeiten, dabei werden aber die Bottom-up entstehenden, von Betroffenen initiierten Projekte und Formen schlichtweg ausgeblendet. „Die Einteilung so wie sie hier erfolgt ist, ermoglicht damit lediglich einen orientierenden Uberblick, aber keine weitere Differenzierung“ [Nanz/Fritsche 2012].

3.1.2 Kubicek et al. [2009]: Ausgewahlte Formen der politischen Burgerbeteiligung auf lokaler Ebene

Kubicek et al. unterscheiden in ihrem Modell vor allem danach, von wem die Prozesse und Verfahren der Burgerbeteiligung initiiert werden [Kubicek et al. 2009, S.19]. Die rechte Seite listet die von Burgern, NGOs oder der Wirtschaft initiierten und an die Verwaltung oder Politik adressierten Prozesse auf. Dabei werden die Prozesse - Aktivismus, Lobbying, Petitionen, Burgerentscheide bzw. -begehren, von unten nach oben zunehmend strukturierter und verbindlicher. Die von der Verwaltung initiierten Prozesse stehen auf der linken Seite. Hier unterscheiden Kubicek et al. zwischen Wahlen und weiteren Abstimmungen - wie zum Beispiel Referenden - sowie zwischen verschiedenen Formen der Burgerbeteiligung bzw. Partizipation, bei denen der Adressat die Burger, NGOs oder die Wirtschaft sind. Wie bereits einige Autoren vor Ihnen (vgl. Selle 1996; OECD (ed.) 2001; Westholm 2002), teilen sie die Partizipation in die drei Gruppen „Information“, „Konsultation/Kommunikation“ und „aktive Partizipation/Kooperation“ auf. Mit „Information“ meinen sie dabei die „einseitige Kommunikation Verwaltung/Politik zu den Burgerinnen und Burgern“ [Kubicek et al. 2009, S.19]. Bei „Konsultation“ hingegen ist ein Ruckkanal aufzuweisen und die „Kooperation“ meint eine verpflichtende Zusammenarbeit, die eventuell sogar durch einen Vertrag abgesichert wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Ausgewahlte Formen der pol. Burgerbeteiligung auf lokaler Ebene

Quelle: in Anlehnung an Kubicek et al. [2009, S.19]

3.1.3 IAP2 [2014]: Public Participation Spectrum

Die „International Association for Public Participation“ [IAP2 2014] hat ein Spektrum zur Einordnung der Rolle der Offentlichkeit in den Prozess der Partizipation entwickelt. Die funf Spektren Informieren, Konsultieren, Involvieren, Kollaborieren und Bevollmachtigen (aus dem Englischen ubersetzt) lassen demnach in dieser Reihenfolge einen steigenden Einfluss der Burger auf Entscheidungen zu. Im Spektrum Informieren gilt das Ziel, die Offentlichkeit mit transparenten Informationen zu versorgen und diese Informationen verstandlich zu machen. Konsultieren soll dabei helfen, Feedback der Burger zu Analysen, Alternativen und/oder Entscheidungen einzuholen. Beim Involvieren wird wahrend des gesamten Prozess direkt mit der Offentlichkeit gearbeitet, um zu gewahrleisten, dass ihre Sorgen und Ideen konsequent verstanden und betrachtet werden. Die Kollaboration mit der Offentlichkeit soll sie in jedem Aspekt der Entscheidung, inklusive der Entwicklung von Alternativen und Identifizierung von praferierten Losungen, einbeziehen. Den groBten Einfluss haben Burger in dem letzten Spektrum Bevollmachtigen. Das Ziel hier ist es, der Offentlichkeit die finale Entscheidung zu uberlassen. In ihrem Modell wird auBerdem noch jeweils das zugehorige Versprechen fur die Offentlichkeit aufgelistet.

3.1.4 StraBburger/Rieger [2014]: Die Partizipationspyramide

StraBburger und Rieger [2014] widmen der Partizipationspyramide ein ganzes einfuhrendes Kapitel in ihrem Lehrbuch „Partizipation kompakt“. Der thematische Schwerpunkt liegt hierbei nicht auf der Politik, sondern auf dem sozialen Umfeld bzw. den sozialen Berufen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ahnlich wie Kubicek et al. teilen sie ihr Modell in die Perspektive der Burger und die institutionell-professionelle Perspektive auf. Auf Seite der Professionellen, gibt es sechs Ebenen der Partizipation. Auf Seite der Burger gibt es eine zusatzliche siebte Ebene, die „zivilgesellschaftlichen Eigenaktivitaten“.

StraBburger und Rieger unterscheiden auBerdem ebenfalls zwischen drei Stufen der Partizipation. Genau wie Arnstein, unterscheiden Sie dabei zwischen Vorstufen der Partizipation, Stufen der Partizipation und echter Partizipation. Die Ebenen 1-3 sind die „Vorstufen der Partizipation“. Die Ebenen 4-6 entsprechen den „Stufen der Partizipation“ und die siebte Ebene „Zivilgesellschaftliche Eigenaktivitaten“ der hochsten Form der Partizipation.

Zu den Vorstufen gehort das „Informieren“ von Seiten der Professionellen, sowie das „sich Informieren“ durch die Beteiligten. Die zweite Vorstufe ist das „Erfragen der Meinung“ und das „Stellung nehmen im Vorfeld von Entscheidungen“. „Einholen von Lebensweltexpertise“ als auch „Einbringen von verfahrenstechnisch vorgesehenen Beitragen“ ist die letzte Vorstufe der Partizipation, bei der zum Beispiel Fachkrafte ausgewahlte Betroffene als Berater ohne gegenseitige Verpflichtungen heranziehen. Die nachsten Ebenen - die Stufen der Partizipation - sind aus der Perspektive der Professionellen: „Mitbestimmung zulassen“, „Entscheidungskompetenz teilweise abgeben“ und „Entscheidungsmacht ubertragen“ sowie aus der Perspektive der Burger: „an Entscheidungen mitwirken“, „Freiraume der Selbstverantwortung nutzen“ und „burgerschaftliche Entscheidungsfreiheit ausuben“.

3.1.5 Gemeinsamkeiten und weitere Modelle

In den vier vorgestellten Modellen zur traditionellen Partizipation wird die Partizipation in verschiedene Ebenen aufgeteilt. Je nach Modell werden diese als Stufen, Spektren, Gruppen oder Ebenen bezeichnet. Sie alle haben jedoch gemein, dass sie die Stufen nach dem Grad der Beteiligung sortieren. So wird bei allen Modellen mit dem Informieren angefangen und anschlieBend starkere Beteiligungsmoglichkeiten vorgestellt.

Arnstein, StraBburger/Rieger und Kubicek et al. haben gemeinsam, dass sie ihre Partizipationsmodelle in drei ubergeordnete Ebenen aufteilen. Die Ebenen haben

[...]


1 Siehe Abbildung A1 im Anhang.

2 Siehe Tabelle A1 zur Literaturrecherche im Anhan

3 GVK - www.gso.gbv.de

4 www.researchgate.net

5 Unter anderem MIS Quaterly, www.misq.org

6 www.scholar.google.de

7 Siehe Abbildungen A1 und A2 zu den Suchbegriffen im Anhang.

8 Siehe Tabelle A1 im Anhang.

9 Vorstufen der Partizipation, Stufen der Partizipation, Partizipation.

10 Informieren, Konsultieren, Kooperieren.

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten

Details

Titel
IT-gestützte Partizipation in DIY Urbanism Projekten. Kategorien von Partizipationsmechanismen sowie Handlungsempfehlungen
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
65
Katalognummer
V541182
ISBN (eBook)
9783346173461
ISBN (Buch)
9783346173478
Sprache
Deutsch
Schlagworte
handlungsempfehlungen, it-gestützte, kategorien, partizipation, partizipationsmechanismen, projekten, urbanism
Arbeit zitieren
Nora Krogoll (Autor:in), 2017, IT-gestützte Partizipation in DIY Urbanism Projekten. Kategorien von Partizipationsmechanismen sowie Handlungsempfehlungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541182

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