Das Ziel dieser Arbeit besteht entsprechend der genannten Problemstellung darin, den Schülern durch die Unterrichtsreihe „Auswirkungen des Business Process Management auf die Aufbau-und Ablauforganisation von Unternehmen“ wichtige Aspekte und grundlegende Zusammenhänge des BPM zu vermitteln bzw. zu vertiefen, wobei der Schwerpunkt auf dem Verstehen von Zusammenhängen liegt. In Übereinstimmung mit den Rahmenrichtlinien wurde die Unterrichtsreihe ganzheitlich und handlungsorientiert gestaltet, so dass die Schüler selbstständig, ganzheitlich und mit allen Sinnen lernen können (vgl. Speth 2002: 497). Als Motivationsrahmen dient die Ausrichtung der Lerninhalte an der Jobdress GmbH, einem fiktiven Hersteller von Berufskleidung, mit dem die Schüler aus dem Lernbüro vertraut sind.
Ein zweiter Schwerpunkt dieser Unterrichtsreihe liegt in der Förderung der Methodenkompetenz der Schüler, wobei besonders selbstständiges problemlösendes Denken gefördert werden soll. Die Schüler sollen ihre Kenntnisse aus anderen Lernfeldern in die Fallstudie einbringen und mit den Erkenntnissen aus der Fallstudie vernetzen, um so eigenständig Problemstellungen abzuleiten und Lösungsansätze zu finden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau
2 Theoretische Grundlagen des Business Process Management
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Geschichtliche Hintergründe des Business Process Managements
2.3 Ziele und Vorgehensweise des Business Process Managements
2.4 Auswirkungen des BPM auf die Aufbauorganisation
3 Planung der Unterrichtsreihe „Business Process Management“
3.1 Analyse des Bedingungsfeldes
3.2 Analyse der curricularen und schulinternen Vorgaben
3.3 Analyse der Thematik, ihrer Komplexität und ihre fachliche Begründung
3.3.1 Analyse der Stoffstruktur
3.3.2 Schichtung
3.4 Didaktisch – methodische Konzeption der Unterrichtsreihe
3.4.1 Didaktische Entscheidungen
3.4.2 Methodische Entscheidungen
3.4.3 Medienauswahl
4 Durchführung und Auswertung der Unterrichtseinheiten
4.1 Prozessorientierte Lernziele der Unterrichtsreihe
4.2 Generelle Gestaltung der Verlaufsstruktur des Lernprozesses der Unterrichtseinheiten
4.3 Unterrichtseinheit 1 – „Wettbewerbsfaktoren I“
4.3.1 Stundenlernziel und ergebnisorientierte Lernziele
4.3.2 Durchführung und Auswertung
4.3.3 Unterrichtsverlaufsskizze I
4.4 Unterrichtseinheit 2 – „Wettbewerbsfaktoren II“
4.4.1 Stundenlernziel und ergebnisorientierte Lernziele
4.4.2 Durchführung und Auswertung
4.4.3 Unterrichtsverlaufsskizze II
4.5 Unterrichtseinheit 3 – „BPM – Das Konzept“
4.5.1 Stundenlernziel und ergebnisorientierte Lernziele
4.5.2 Durchführung und Auswertung
4.5.3 Unterrichtsverlaufsskizze III
4.6 Unterrichtseinheit 4 – „Schnittstellen“
4.6.1 Stundenlernziel und ergebnisorientierte Lernziele
4.6.2 Durchführung und Auswertung
4.6.3 Unterrichtsverlaufsskizze IV
4.7 Leistungskontrolle und Schülerfeedback
5 Auswertung der Unterrichtsreihe
5.1 Reflexion der didaktischen und methodischen Entscheidungen
5.2 Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Schülern der einjährigen Berufsfachschule durch eine handlungsorientierte Unterrichtsreihe die Bedeutung und die praktischen Auswirkungen des Business Process Management auf die Unternehmensstruktur zu vermitteln. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie die notwendigen prozessorientierten Kompetenzen unter Berücksichtigung realitätsnaher Fallbeispiele effektiv in den Lehrplan integriert werden können.
- Analyse theoretischer Grundlagen des Business Process Management.
- Untersuchung von Auswirkungen auf die Aufbau- und Ablauforganisation.
- Planung und didaktische Konzeption einer prozessorientierten Unterrichtsreihe.
- Förderung von Schlüsselqualifikationen wie Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz.
- Reflexion der Unterrichtsergebnisse und der Schülerleistungen.
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsbestimmung
Unter Business Process Management oder Geschäftsprozessmanagement wird ein integriertes Konzept von Führung, Organisation und Controlling verstanden, das eine zielgerichtete Steuerung von Geschäftsprozessen ermöglicht und das gesamte Unternehmen auf die Erfüllung von Kundenbedürfnissen ausrichtet (vgl. Schmelzer/Sesselmann 2004: 5 ff.). Der Begriff Geschäftsprozess leitet sich von dem amerikanischen Begriff „Business Process“ ab. Ein Business Process ist eine Vorgangskette logisch zusammengehöriger Aktivitäten, die für das Unternehmen einen Beitrag zur Wertschöpfung leistet, und auch für den Kunden einen Mehrwert schafft, für den dieser bereit ist, zu bezahlen (vgl. Stahlknecht/Hasenkamp 2005: S. 206). Geschäftsprozessmanagement ist daher ein auf Dauer angelegtes Konzept, das folgende wesentliche Merkmale aufweist:
• Prozessorientierung: Im Mittelpunkt des Unternehmens stehen die Geschäftsprozesse und nicht die Funktionsbereiche.
• Kundenorientierung: Die Prozesse sind so zu gestalten, dass die Anforderungen der Kunden bzw. die Anforderungen anderer Interessengruppen optimal erfüllt werden können.
• Wertschöpfungsorientierung: Durch die Identifizierung von Kernprozessen (Prozesse, die direkt mit dem Kunden zu tun haben und zur Wertschöpfung beitragen) und Supportprozessen (die nicht wertschöpfend sind), erfolgt eine Effizienzsteigerung der Prozesse. Prozesse, die nicht zur Wertschöpfung beitragen, werden eliminiert.
• Leistungsorientierung: Effektivität und Effizienz der Geschäftsprozesse werden kontinuierlich gesteigert. Effektivität bedeutet dabei, die „richtigen“ strategischen Entscheidungen fällen, z. B. Märkte und Produkte auswählen, Kernkompetenzen ermitteln und ausbauen. Effizienz hingegen bedeutet, diese Ziele möglichst wirtschaftlich umzusetzen.
• Kompetenzorientierung: Der systematische Aufbau von Kernkompetenzen, d. h. einzigartigen oder schwer imitierbaren Fähigkeiten des Unternehmens, die ihm Wettbewerbsvorteile verschaffen, wird durch die Geschäftsprozessorientierung gefördert und unterstützt, da durch die Prozessorientierung eine erhöhte Transparenz der eigenen betrieblichen Abläufe erreicht wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Geschäftsprozessen in deutschen Unternehmen und begründet die Notwendigkeit, diese Aspekte in die berufliche Bildung zu integrieren.
2 Theoretische Grundlagen des Business Process Management: Dieses Kapitel definiert die Kernbegriffe des BPM und erläutert die geschichtlichen Hintergründe sowie die strategischen Ziele des Konzepts.
3 Planung der Unterrichtsreihe „Business Process Management“: Hier wird die detaillierte Planung der Unterrichtsreihe dargestellt, inklusive der Analyse des Bedingungsfeldes der Klasse und der curricularen Vorgaben.
4 Durchführung und Auswertung der Unterrichtseinheiten: Dieses Kapitel beschreibt die konkrete Umsetzung der vier Unterrichtseinheiten sowie die prozessorientierten Lernziele und die jeweiligen methodischen Ansätze.
5 Auswertung der Unterrichtsreihe: Im abschließenden Kapitel werden die didaktischen Entscheidungen reflektiert und Möglichkeiten für zukünftige Verbesserungen des Konzepts aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Business Process Management, Geschäftsprozessmanagement, Aufbauorganisation, Ablauforganisation, Prozessorientierung, Kundenorientierung, Wettbewerbsfaktoren, Berufliche Bildung, Handlungskompetenz, Methodenkompetenz, Fallstudie, Modellunternehmen, Prozessoptimierung, Schlüsselqualifikationen, Lehr- und Lernprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration des Konzepts „Business Process Management“ (BPM) in den Unterricht an einer einjährigen Berufsfachschule für Wirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Geschäftsprozessorientierung auf die Aufbau- und Ablauforganisation von Unternehmen sowie die Förderung beruflicher Handlungskompetenz bei Schülern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Schülern durch eine handlungsorientierte Unterrichtsreihe die Bedeutung von BPM zu vermitteln und die Lerninhalte an einem fiktiven Modellunternehmen praxisnah zu erarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der handlungsorientierten Unterrichtsplanung, basierend auf einer Analyse des Bedingungsfeldes und der curricularen Vorgaben.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des BPM und eine detaillierte Ausarbeitung der Planung, Durchführung und Reflexion der verschiedenen Unterrichtseinheiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Prozessorientierung, Wettbewerbsfaktoren, Kundenorientierung, Handlungskompetenz und Modellunternehmen.
Warum wurde die "Jobdress GmbH" als Fallbeispiel gewählt?
Das fiktive Unternehmen dient als Motivationsrahmen, da die Schüler bereits durch ihre Arbeit im Lernbüro mit diesem Hersteller von Berufsbekleidung vertraut sind.
Welche Bedeutung kommt der „Schnittstellenproblematik“ zu?
Das Kapitel zu Schnittstellen beleuchtet, wie Verantwortungswechsel in funktionalen Organisationen zu Effizienzverlusten führen und wie ein prozessorientiertes Denken dies verhindern kann.
- Quote paper
- Kerstin Mausberg (Author), 2006, Auswirkungen des Business Process Management auf die Aufbau- und Ablauforganisation von Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54124