Im Zuge der zunehmenden Globalisierung nicht nur des Handels sondern auch der Kapitalmärkte ist es insbesondere für Unternehmen der „bröckelnden Festung Europa“ von großer Bedeutung, international im Wettbewerb um Kapital konkurrenzfähig zu sein und es v. a. auch in Zukunft zu bleiben. Diese globale Wettbewerbsfähigkeit kann auf lange Frist nur durch eine Erhöhung der Attraktivität für in- und ausländische Anleger gewährleistet werden. Um Anreize für Investoren zu schaffen, müssen Unternehmen alles daran setzen, ihren Wert nachhaltig zu steigern, um potentiellen Investoren eine risikoadäquate Rendite bieten zu können. Aus diesem Grund spielt die sog. wertorientierte Unternehmensführung eine entscheidende Rolle bei der Aufgabe, die Überlebensfähigkeit eines Unternehmens zu sichern.
Ziel der Arbeit soll es einerseits sein, die Notwendigkeiten der Unternehmenswertsteigerung zu untermauern. Andererseits soll sowohl die Akquisition und als auch die Abspaltung von Unternehmen bzw. Unternehmensteilen als funktionierendes Mittel zur Wertsteigerung identifiziert und deren Wirksamkeit anhand von Beispielen verdeutlicht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Ziel der Arbeit und Vorgehensweise der Untersuchung
2. Grundlegende Betrachtungen
2.1 Der Begriff Unternehmenswert
2.2 Das Wesen des Shareholder-Value-Ansatzes
2.3 Die Notwendigkeit zur Unternehmenswertsteigerung
3. Akquisition als Wertsteigerungsinstrument
3.1 Akquisition – Versuch der Definition
3.2 Gründe und Arten von Akquisitionen
3.3 Die Übernahme von Aventis durch Sanofi-Synthélabo
3.4 Gründe für das Scheitern von Akquisitionen
4. Abspaltungen als Wertsteigerungsinstrument
4.1 Begriffsverständnis der Aufspaltung
4.2 Spin-off – Begriffsklärung und Motive
4.3 Der Spin-off der Lanxess AG aus der Bayer AG
5. Schlussbetrachtungen – Kritische Würdigung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit Akquisitionen und Abspaltungen (Spin-offs) als strategische Instrumente dienen können, um den Unternehmenswert börsennotierter Konzerne nachhaltig zu steigern und somit deren Wettbewerbsfähigkeit im globalen Kapitalmarkt zu sichern.
- Analyse des Begriffs Unternehmenswert und des Shareholder-Value-Ansatzes.
- Untersuchung von Motiven und Erfolgsfaktoren bei Unternehmensakquisitionen.
- Empirische Betrachtung der Übernahme von Aventis durch Sanofi-Synthélabo.
- Evaluation von Abspaltungsstrategien am Beispiel des Lanxess-Spin-offs aus der Bayer AG.
- Kritische Würdigung zukünftiger M&A-Trends in Deutschland.
Auszug aus dem Buch
3.1 Akquisition – Versuch der Definition
Der aus dem angloamerikanischen stammende Terminus „Mergers&Acquisitions“ wird oftmals einfach als „Unternehmensfusionen und -übernahmen“ oder generell als „Unternehmenszusammenschlüsse“ übersetzt. Jedoch reicht das Spektrum von M&A weit darüber hinaus. So gehören neben Fusions- und Akquisitionstätigkeiten auch Aufspaltungen, Kooperationen sowie die verschiedenen Formen von Buy-out und Buy-in unbedingt dazu.
Der Begriff „Fusion“ ist neutral, d. h. er lässt keine Aussage bezüglich der Stellung der beteiligten Unternehmen beim Zusammenschluss zu. Nach Berners Meinung liegt eine Fusion dann vor, wenn zwei (oder mehrere) Unternehmen sich zu einem neuen zusammenschließen und nach außen keines der Unternehmen als „einverleibt“ dargestellt wird.
Im Umkehrschluss induziert somit eine Akquisition, dass ein Unternehmen ein anderes erwirbt, um dieses völlig in seinen Einflussbereich zu bringen. Das akquirierte Unternehmen verliert seine Autonomie (oder zumindest einen Großteil davon) und hört auf, selbständig zu existieren. Darin liegt der entscheidende Unterschied zu Kooperationsformen wie Joint Ventures oder strategischen Allianzen, denn hier bleiben die meist temporär zusammengeschlossenen Unternehmen bestehen und behalten weitestgehend ihre Eigenständigkeit.
Jedoch verschwimmen die Grenzen zwischen Fusion und Akquisition schnell. So spricht „Die Zeit“ beim Zusammenschluss von Mannesmann und Vodafone von einer Fusion, das „Manager Magazin“ hingegen von einer Übernahme.
Im weiteren Verlauf der Arbeit werde ich den Begriff „Akquisition“ entsprechend dem o. g. Umkehrschluss der Fusion verwenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ziel der Arbeit und Vorgehensweise der Untersuchung: Die Einleitung definiert den Rahmen der Untersuchung, legt den Fokus auf börsennotierte Unternehmen und präzisiert die methodische Ausrichtung auf Share Deals.
2. Grundlegende Betrachtungen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente der Unternehmensbewertung und stellt den Shareholder-Value-Ansatz als maßgebliches Konzept zur Wertsteigerung vor.
3. Akquisition als Wertsteigerungsinstrument: Hier werden Definitionen, Motive und Risiken von Akquisitionen analysiert, ergänzt durch das Fallbeispiel der Übernahme von Aventis.
4. Abspaltungen als Wertsteigerungsinstrument: Dieses Kapitel widmet sich den Desinvestitionsstrategien, wobei der Fokus auf dem Spin-off-Modell und dem Fallbeispiel der Ausgliederung der Lanxess AG aus der Bayer AG liegt.
5. Schlussbetrachtungen – Kritische Würdigung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Notwendigkeit professioneller Due-Diligence-Prüfungen und gibt einen Ausblick auf zukünftige M&A-Trends in Deutschland.
Schlüsselwörter
Unternehmenswert, Shareholder-Value, Akquisition, Fusion, Abspaltung, Spin-off, Desinvestition, Synergieeffekte, Kapitalmarkt, Unternehmensführung, M&A, Wertschöpfung, Bayer, Lanxess, Sanofi-Aventis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie große Konzerne durch Unternehmenskäufe (Akquisitionen) oder Firmenabspaltungen (Spin-offs) ihren Marktwert steigern können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die theoretische Unternehmensbewertung, das Shareholder-Value-Prinzip sowie die strategische Planung und Durchführung von M&A-Transaktionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Notwendigkeit einer wertorientierten Unternehmensführung zu begründen und die Wirksamkeit von Akquisitionen und Spin-offs als Mittel zur Wertsteigerung anhand von Praxisbeispielen zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der empirischen Untersuchung von zwei konkreten Fallstudien (Sanofi-Aventis und Bayer/Lanxess).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Unternehmenswertes und die praktische Analyse von Akquisitions- und Abspaltungsprozessen sowie deren wirtschaftlichen Erfolgskriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Unternehmenswert, Shareholder-Value, Akquisition, Spin-off, Desinvestition und Synergieeffekte.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Fusion und Akquisition?
Der Autor nutzt die Definition, dass bei einer Fusion Unternehmen zu einem neuen Ganzen verschmelzen, während bei einer Akquisition ein Unternehmen ein anderes erwirbt und dessen Autonomie beendet.
Warum war der Spin-off von Lanxess aus der Bayer AG für den Autor erfolgreich?
Die Analyse zeigt eine deutliche Steigerung der Kennzahlen für beide Unternehmen sowie eine überdurchschnittliche Kursperformance der Lanxess-Aktie nach der Börseneinführung.
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- Adrian Kahlert (Autor), 2006, Akquisition oder Aufspaltung als Wege zur Steigerung des Unternehmenswertes, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54125