Globalisierung und Kultur - Kanten des runden Globus


Hausarbeit, 2005
24 Seiten, Note: sehr gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Kapitel 1: Grundlagen und Begriffsdefinition
1.1 Begriffsdefinition Globalisierung
1.2 Globalisierung: Wirkung auf Volkswirtschaften
1.3 Begriffsdefinition Kultur
1.4 Kulturenvielfalt: Ethnologie und Ideologie

Kapitel 2: Kulturanpassung im Globalisierungsdruck
2.1 Kultur und Globalisierung: Zusammenspiel und Wechselwirkungen
2.2 Beispiele für Kulturveränderung und Wertewandel
2.2.1 Beispiele in Deutschland
2.2.2 Beispiele aus Australien

Kapitel 3: Zusammenfassung und Schlusswort
3.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.2 Schlusswort

Literaturverzeichnis / Quellverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Spannungslinien nach Huntigon

Einleitung

Diese Arbeit soll eine Darstellung der Wechselwirkung von Globalisierung und Kulturen sein. Diese Ausarbeitung soll einen Beitrag zum großen Thema der Globalisierung leisten und zu weiteren Diskussionen und Überlegungen anregen.

Es soll lediglich die im Untertitel, „Kanten des runden Globus“, enthaltene Frage beantwortet werden, ob diese „Kanten“ existieren und ob diese sich möglicherweise gegenseitig mit dem Prozess der Globalisierung beeinflussen. Als „Kanten“ sind die verschiedenen Kulturen, die unterschiedliche Beeinflussung auf den Globalisierungsprozess haben zu verstehen. Der „runde Globus“ steht somit für den Globalisierungsprozess. Diese Arbeit soll zu weiteren Überlegungen anregen.

Als erstes werden im Verlauf dieser Arbeit die Begriffe der Globalisierung und der Kultur näher definiert, um das Verständnis für die weiteren Ausführungen zu erleichtern.

Im weiteren Verlauf wird dann die rasch fortschreitende Globalisierung näher betrachtet. Hier wird besondere der Frage nachgegangen, wie diese auf Volkswirtschaften einwirkt. Wie die Globalisierung das Leben auf den Kontinenten nachhaltig beeinflusst.

Der nächste Schritt ist dann die Darstellung von Beispielen aus verschiedener Kulturen aus Industrie- aber auch aus Entwicklungsländern. Um auch hier den Rahmen dieser Arbeit nicht unnötig zu belasten wird hier eine starke Eingrenzung der Kulturenvielfalt erfolgen. Die Untersuchung soll induktiv erfolgen.

Im Anschluss wird eine Zusammenführung der beiden Themengebiete erfolgen, besonders in Hinsicht auf die Aspekte, in denen es zu der oben genannten, gegenseitigen Beeinflussung kommen kann.

Als letzter Punkt erfolgt dann ein Versuch der Beantwortung der eingangs gestellten Frage und die Zusammenfassung der Ergebnisse sowie ein Schlusswort.

Kapitel 1: Grundlagen und Begriffsdefinition

1.1 Begriffsdefinition Globalisierung

Was ist Globalisierung? Das Handy aus Japan, mit dem in die USA telefoniert wird, der Döner, der an der nächsten Straßenecke gekauft wird, die Kiwi, die aus Neuseeland nach Deutschland exportiert wird, oder die Online-Aktien aus China, die rund um die Uhr verwaltet werden können, die Reise nach Portugal, der PC durch den Kontakt mit Menschen aus Indien möglich ist?

Ja. All dieses ist Globalisierung, Teile der Globalisierung, Dinge die durch Globalisierung erst möglich geworden sind und Dinge die Globalisierung erst möglich machen.

Der Begriff der Globalisierung hat eine Vielfältigkeit erreicht hat wie kaum ein anderer. Ulrich Beck (1977, S.24ff) unterscheidet den Globalisierungsbegriff mittlerweile in drei Unterbegriffe:

- Globalität,
- Globalisierung und
- Globalismus.

Globalisierung definiert sich demnach in den sich ständig verändernden Prozessen der Vernetzung. Globalität dagegen ist der faktische und irreversible Ist-Zustand der durch diese Vernetzung entstanden ist. Nach Beck wird die Weltwirtschaft alleine durch sich selbst angetrieben und ist zugleich der Maßstab für die Veränderungen, die im Globalisierungsprozess entstehen. Besonders betont er die politischen Veränderungen die dieser Prozess nach sich zieht. Dieses nennt Ulrich Beck dann Globalismus (vgl. ebenda).

Den gleichen Weg gehen auch Bryan und Farrell (1996), die in dem Prozess der Globalisierung eine Entwurzelung der bestehenden Machtverhältnisse sehen. Diese ist besonders deutlich an dem Machtverlust der nationalen Regierungen zu erkennen (vgl. Bryan, L. / Farrell, D. 1996, S.23ff).Wenn Beck den Begriff der Globalisierung mit den sich verändernden Prozess der Vernetzung belegt, kann auch die Meinung einer Londoner Forschungsgruppe um David Held hinzugezogen werden, die den Globalisierungsbegriff mit ähnlichen Inhalten füllt aber deutlich definiert, das die Vernetzung und die Systeme gesellschaftlicher Beziehungen sich ausweiten, sich ebenso verändern. Nach diesen Aussagen gewinnen, durch die Vernetzung, gerade der Kommunikationssysteme, auch die menschlichen Verhaltensweisen, Aktivitäten sowie die gesellschaftliche Macht und deren Ausübung an transkontinentalem Charakter (vgl. Perraton, J. et al. 1998, S.136ff). Hier werden besonders die gesellschaftlichen Bereiche der Wirtschaft, Politik, Militär, Technologie und Gesetzgebung angesprochen. Diese gesellschaftliche Macht weitet sich also von nationaler Ebene auf globaler Ebene aus.

Bis hier lässt sich zusammenfassen, das es sich bei dem Begriff Globalisierung um eine globale, weltweite Vernetzung und um weltweite Kommunikation geht, die gesellschaftliche Beziehungen betreffen. Sie führt zu einer Entgrenzung zwischen den Ländern dieser Welt. Wird der Begriff Globalismus, von Ulrich Beck, hinzugezogen, scheint diese Entgrenzung und Vernetzung durch den Weltmarkt vorangetrieben und beschleunigt. Dieser Vorgang basiert wiederum auf einen Weltkapitalmarkt, der Unternehmen zu einer erhöhten Produktivität anregt (vgl. Bryan, L./D. Farrell 1996, S.28), was aus betriebswirtschaftlicher Sicht auch durchaus vernünftig erscheint. Lebt ein Betrieb und seine Angestellten doch von dem erzielten Umsatz und Gewinn.

Obwohl der Begriff der Globalisierung äußerst komplex ist, soll für diese Arbeit ausschließlich diese rein ökonomische Betrachtungsweise zu Grunde gelegt werden.

1.2 Globalisierung: Wirkung auf Volkswirtschaften

Bryan, Farrell(1996), Beck(1997) und andere sagen über die Wirkung auf Volkswirtschaften folgendes aus:

Globalisierung wirkt auf ganz besondere Weise auf einzelne, national begrenzte Volkswirtschaften. Durch die Öffnung der Grenzen für Kapital und Dienstleistungen entstehen ganz neue Herausforderungen an Politik und Wirtschaft (vgl. Bryan, L./D. Farrell 1996, S.23-38; Beck U. 1997, S.13-23). Eine nationale, in sich geschlossene Wirtschaft war eine produktorientierte Wirtschaft. Wenn ein Produkt nachgefragt wurde, wurde dieses Produkt produziert. Da die Konkurrenz auf diesem Sektor den gleichen Spielregeln unterlag, wie Arbeitnehmerurlaub, Entlohung, Arbeitszeit, Sozialabgaben, etc., waren den Unternehmen im gewissen Umfang die Preise vorgegeben. Die Preise variierten somit lediglich innerhalb gewisser Spielräume aufgrund der hier unterstellten, vorherrschenden Marktwirtschaft.

Durch die Öffnung nationaler Grenzen und nationaler Märkte hin zu einem Weltmarkt haben sich diese Spielregeln geändert (vgl. ebenda). Internationale Konkurrenz trat auf den bisher nationalen Märkten auf, die deutlich geringere Preise für die gleichen Produkte anbieten konnten. Möglich war das, da in anderen Ländern andere Spielregeln herrschten. Geringerer Arbeitnehmerurlaub, geringere Entlohnung, geringere Sozialabgaben und Kinderarbeit, etc..

Die Tatsache brachte die nationalen Märkte in Aufruhr. Betriebe passten sich an, Produkte wurden geteilt, nicht wie bisher unter einem Dach produziert. Die Produzenten vergaben Produktionsschritte an andere Unternehmen, die diese Produktionsschritte günstiger durchführen konnten. Die Entwicklung zur postindustriellen Gesellschaft war eingeleitet. Der Vorgang weitete sich ebenfalls auf internationale Ebene aus. So wurden Teile eines Produktes in verschieden Ländern produziert um dann in einem anderen Land zusammengebaut zu werden(vgl. a.a.O).

Dieser Umbruch wiederum führte zu einer Verschiebung der Arbeitsplätze von nationaler auf internationaler Ebene, was auf den einzelnen nationalen Ebene der jeweiligen Länder zu einer Erhöhung der Arbeitslosenzahlen führte. Deutlich sichtbar ist dieses im Falle der Automobilindustrie. Hier produzieren die Automobilhersteller bereits seit langer Zeit in osteuropäischern Ländern. Hier werden somit im osteuropäischen Raum Arbeitsplätze geschaffen. Das ursprüngliche Herkunftsland des jeweiligen Automobiles erfährt dabei eher eine Rückführung der Arbeitsplatzzahlen. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist der VW-Konzern (vgl. Hartmann-Wendels, T. et al. 2005, S.966ff). Spätestens an dieser Stelle musste sich die nationale Politik der Herausforderung der Globalisierung stellen, da der Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu einer Erhöhung der Staatsausgaben für den sozialen Ausgleich führt, die Ihrerseits wiederum zu einer Finanzierungsfrage führte. Diese Entwicklung ist in Deutschland deutlich zu erkennen. Hier wird der Ruf nach Abbau, nach Demontage des Sozialstaates laut und ist auch notwendig um im internationalen Wettbewerb eine Überlebenschance zu garantieren (Bryan L./D. Farrell 1996) .

Aber auch die Entgrenzung selbst stellt neue Herausforderungen an die Politik. Der Staat hat seine Einflussnahme und Kontrolle in den wirtschaftlichen Bereichen abgeben müssen, insbesondere in den Bereichen des Bank- und Finanzwesens. Entstanden ist dies dadurch, das zur Finanzierung von Sozialleistungen, gerade der Industrieländer, hohe Haushaltsdefizite entstanden sind, die wiederum durch Kreditaufnahme finanziert wurden. Viele Industrieländer sind dadurch in die Schuldenfalle geraten. (vgl. Bryan L./D. Farrell 1996, S.31)

All diese führt zu einer Änderung in den lokalen Volkswirtschaften und der Politik. Politik die durch eine entstehende Internationalisierung der Wirtschaft und der globalen Entgrenzung vor weiteren, noch nicht völlig abzusehenden Auswirkungen stehen wird.

Eine dieser unerwarteten Auswirkungen war der 11. September 2001 und die Ereignisse an diesen und der folgenden Tage.

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Globalisierung und Kultur - Kanten des runden Globus
Hochschule
Universität Hamburg  (Department Wirtschaft und Politik)
Veranstaltung
Gesellschaft und Ökonomie im Spannungsfeld von Globalisierung und Nachhaltigkeit, Schweiger Anton
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2005
Seiten
24
Katalognummer
V54137
ISBN (eBook)
9783638494045
ISBN (Buch)
9783638902687
Dateigröße
713 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit beleuchtet die wechselseitigen Beziehungen zwischen den Globalisierungsprozess und kulturellen Unterscheiden.
Schlagworte
Globalisierung, Kultur, Kanten, Globus
Arbeit zitieren
Katja Bornholt (Autor), 2005, Globalisierung und Kultur - Kanten des runden Globus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54137

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