Im Rahmen der Blended-Learnig – Ausarbeitung wird folgenden Fragen nachgegangen:
Welche Funktion(en) kann „falsches/abweichendes Verhalten“ haben?
Was bedeutet das für die Soziale Arbeit?
(Was) kann Soziale Arbeit zur Unmittelbarkeitsüberschreitung beitragen?
(Wie) kann Soziale Arbeit Coping unterstützen/ermöglichen?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Mensch und Gesellschaft: Gemeinschaft
2.1 Soziologische Betrachtung
2.2 Pädagogische Sichtweise
3. Mensch und Gesellschaft:
4 Agency und Capability Approach → wie entstehen Notlagen und Krisen?
4.1 Wie ist das Verhalten zwischen Mensch und Gesellschaft in Bezug auf Agency gedacht?
4.2 Wie ist das Verhalten zwischen Mensch und Gesellschaft in Bezug auf Capability Approach gedacht?
4.3 Wie ist das Verhalten zwischen Mensch und Gesellschaft in Bezug auf Lebensbewältigung gedacht?
4.3.1 Bewältigungsstrategien
4.3.2 Geschlechtsdifferentes Bewältigungsstrategien
5 Wie ist das Verhalten zwischen Mensch und Gesellschaft in Bezug auf Subjektwissenschaften gedacht?
6 Wie ist das Verhalten zwischen Mensch und Gesellschaft in Bezug auf Thiersch gedacht?
7 Fazit
8 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Praxiszusammenhang zwischen Inhalten der Lehrveranstaltung und der Tätigkeit im Bereich des „Außergerichtlichen Tatausgleichs“ unter dem Aspekt der Psychologie und Soziologie. Ziel ist es, die Funktionen von abweichendem Verhalten zu verstehen und aufzuzeigen, wie Soziale Arbeit Coping-Strategien unterstützen und Handlungsmöglichkeiten erweitern kann.
- Analyse des Personen-Umwelt-Zusammenhangs und gesellschaftlicher Normen.
- Anwendung des Agency-Konzepts zur Neubewertung deliktischen Verhaltens.
- Diskussion des Capability Approach im Zwangskontext des Strafverfahrens.
- Untersuchung geschlechtsdifferenter Bewältigungsstrategien von Klienten.
- Erarbeitung ressourcenorientierter Ansätze für die Prävention.
Auszug aus dem Buch
4.1 Wie ist das Verhalten zwischen Mensch und Gesellschaft in Bezug auf Agency gedacht?
Jeder Handlung geht ein auf die in der Zukunft liegende Handlung bezogener Denkprozess voraus. Nach der vollzogenen Handlung folgt ein auf die Handlung bezogener Reflexionsprozess, der die Handlung bewertet.
Im Tatausgleich erfolgt eine Neubewertung der Handlungen, der/die RechtsbrecherIn wird angeleitet, das Unrecht seiner/ihrer Tat zu erkennen, in der Absicht, dass die dabei gewonnen Erkenntnisse aus der Reflexion Einfluss auf künftige Handlungen nehmen werden. Zugrunde liegt dem die Annahme, dass Menschen in der Lage sind, zukünftige Handlungen besser zu antizipieren und bereits im Vorhinein in der Lage sind, diese unter kritischen Gesichtspunkten zu reflektieren.
Agency ist dabei nicht passiv sondern aktiv zu denken, denn Ressourcen werden mobilisiert und stabilisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Der Autor stellt seine berufliche Tätigkeit im Tatausgleich vor und definiert die Fragestellungen zur Funktion abweichenden Verhaltens und den Möglichkeiten der Sozialen Arbeit.
2 Mensch und Gesellschaft: Gemeinschaft: Dieses Kapitel beleuchtet die gesellschaftliche Formung des menschlichen Lebens durch Normen und rechtliche Rahmenbedingungen.
2.1 Soziologische Betrachtung: Der Fokus liegt auf dem Personen-Umwelt-Zusammenhang und der Prämissenlage, die zu deliktischem Handeln führt.
2.2 Pädagogische Sichtweise: Es wird erörtert, dass deliktisch handelnde Personen oft an Ausnahmesituationen scheitern, in denen ihnen die rechtskonforme Teilhabe nicht möglich erscheint.
3. Mensch und Gesellschaft: Das Kapitel beschreibt, dass Handeln nicht festgelegt ist und Menschen durch Unmittelbarkeitsüberschreitung ihre Umwelt gestalten können.
4 Agency und Capability Approach → wie entstehen Notlagen und Krisen?: Diese Sektion verknüpft psychologische Theorien mit der praktischen Arbeit, um die Entstehung von Krisen und die Möglichkeiten der Reflexion zu verstehen.
4.1 Wie ist das Verhalten zwischen Mensch und Gesellschaft in Bezug auf Agency gedacht?: Hier wird Agency als aktiver Reflexionsprozess dargestellt, der eine Neubewertung künftiger Handlungen ermöglicht.
4.2 Wie ist das Verhalten zwischen Mensch und Gesellschaft in Bezug auf Capability Approach gedacht?: Es wird diskutiert, warum der Capability Approach im kurzen Zwangskontext des Tatausgleichs nur bedingt anwendbar ist.
4.3 Wie ist das Verhalten zwischen Mensch und Gesellschaft in Bezug auf Lebensbewältigung gedacht?: Der Fokus liegt auf der Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten durch die Arbeit an Bewältigungsstrategien.
4.3.1 Bewältigungsstrategien: Es wird die Notwendigkeit aufgezeigt, dissoziale Bewältigungsstrategien durch gelingende Alternativen zu ersetzen.
4.3.2 Geschlechtsdifferentes Bewältigungsstrategien: Der Abschnitt thematisiert Unterschiede im Umgang mit Krisen zwischen Männern und Frauen.
5 Wie ist das Verhalten zwischen Mensch und Gesellschaft in Bezug auf Subjektwissenschaften gedacht?: Das Kapitel unterstreicht die Überzeugung, dass Klienten in der Lage sind, ihre Lebensbedingungen durch das Finden von Handlungsalternativen zu verändern.
6 Wie ist das Verhalten zwischen Mensch und Gesellschaft in Bezug auf Thiersch gedacht?: Hier wird der ressourcenorientierte Ansatz nach Thiersch als Basis für präventiven Opferschutz beschrieben.
7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Ansätze wie jener von Thiersch die Soziale Arbeit im Tatausgleich effektiv unterstützen können.
8 Literatur: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen und Internetverweise.
Schlüsselwörter
Tatausgleich, Soziale Arbeit, Agency, Capability Approach, Lebensbewältigung, Bewältigungsstrategien, Deliktisches Handeln, Prävention, Subjektwissenschaften, Ressourcenorientierung, Dissozialität, Straffälligkeit, Handlungsalternativen, Opferschutz, Normen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die psychologischen und soziologischen Hintergründe von abweichendem Verhalten im Kontext des Außergerichtlichen Tatausgleichs (Diversion) und reflektiert die Rolle der Sozialen Arbeit dabei.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen den Personen-Umwelt-Zusammenhang, Agency-Konzepte, den Capability Approach, Bewältigungsstrategien und die Bedeutung von Lebensweltorientierung nach Thiersch.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, zu analysieren, wie Soziale Arbeit im Tatausgleich dazu beitragen kann, abweichendes Verhalten zu verstehen, Coping-Mechanismen zu unterstützen und künftige Straffälligkeit durch die Erweiterung von Handlungsalternativen zu vermeiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine theoretische Reflexion und Verknüpfung von Fachliteratur (z.B. Böhnisch, Nussbaum, Thiersch) mit seiner praktischen Berufserfahrung im Verein NEUSTART.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden verschiedene Ansätze der Sozialen Arbeit und Psychologie auf ihre Anwendbarkeit im Zwangskontext des Strafverfahrens geprüft und diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Tatausgleich, Agency, Lebensbewältigung, ressourcenorientierter Ansatz, Prävention und Handlungsspielraum.
Warum ist der Capability Approach im Tatausgleich nur eingeschränkt anwendbar?
Laut Autor ist der Ansatz, der staatliche Bereitstellung von Möglichkeiten fordert, aufgrund des begrenzten Zeitrahmens und des Zwangskontextes des Strafverfahrens im Tatausgleich nur schwer umzusetzen.
Wie unterscheiden sich die Bewältigungsstrategien von Männern und Frauen laut der Auswertung?
Der Autor beobachtet, dass Frauen eher zu innerer Abspaltung neigen, während Männer tendenziell Macht und Stärke als äußere Abspaltung demonstrieren, wobei sich diese Unterschiede über die Jahre annähern.
- Quote paper
- MA MSc MA Martin Kutej (Author), 2017, Blended Learning. Außergerichtlicher Tatausgleich, Psychologie und Soziale Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541388