Um eine Entscheidung treffen zu können muss ABC sich die folgenden Fragen beantworten können: wie sind die Ressourcen vor Ort beschaffen, welchen Effekt kann die Übersiedlung auf andere Kunden haben, ist das Innovationspotenzial innerhalb des Clusters für das Unternehmen tatsächlich größer, verbessert sich durch den Umzug die Wettbewerbsfähigkeit, welche Vor- und Nachteile bringt der Umzug für das operative Geschäft, welche internen Änderungen müssen vorgenommen werden und wie kann die Übergangsphase bewältigt werden, welche Kosten kommen auf das Unternehmen zu und stehen diese in Relation zu den Vorteilen, die der Standortwechsel mit sich bringt? Die vorliegende Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, diese Fragen zu beantworten.
Folgende Ausgangssituation ist dabei gegeben: Das Unternehmen ABC ist ein Unternehmen der Automobilzulieferindustrie, das Zurzeit mit seinem Hauptsitz in Südindien angesiedelt ist. Kürzlich ist das Werk eines der beiden Hauptkunden des Unternehmens in der Region geschlossen worden, um in ein neues Technologiecluster in Westindien zu übersiedeln. Ein anderer Lieferant für Kernkomponenten aus der Region hat die gleiche Entscheidung getroffen. Die Unternehmensleitung der ABC Automotive erwägt nun ebenfalls einen neuen Standort in dem Technologiezentrum zu eröffnen und den derzeitigen entweder zu schließen, oder zu verkleinern. Der Hauptgrund für das Unternehmen ist, dass die Nähe zum Kunden nicht nur in Bezug auf die Logistik wichtig ist, sondern vor allem in Bezug auf den Austausch von Wissen.
Die Zusammenfassung schließt mit den gewonnenen Ergebnissen für die zukünftige Bedeutung von Theorie und Praxis.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
1.1. Zielsetzung
2. WIE SIND DIE RESSOURCEN VOR ORT BESCHAFFEN? WELCHEN EFFEKT KANN DIE ÜBERSIEDLUNG AUF ANDERE KUNDEN HABEN?
2.1. Standortfaktor
2.2. Produktionsverlagerung – Beschaffungsorientierte Gründe
2.3. Aufgabe der Beschaffung
2.4. Aufgaben im Rahmen den Strategischen Beschaffung
2.5. Welchen Effekt kann die Übersiedlung auf andere Kunden haben?
3. IST DAS INNOVATIONSPOTENZIAL INNERHALB DES CLUSTERS FÜR DAS UNTERNEHMEN TATSÄCHLICH GRÖßER?
3.1. Theoretische Grundlage und Begrifflichkeit
3.2. Cluster als Wertschöpfungssystem
3.3. Zwischenfazit
4. IST DAS INNOVATIONSPOTENZIAL INNERHALB DES CLUSTERS FÜR DAS UNTERNEHMEN TATSÄCHLICH GRÖßER?
4.1. Diamanten-Modell nach Porter
5. WELCHE VOR- UND NACHTEILE BRINGT DER UMZUG FÜR DAS OPERATIVE GESCHÄFT?
6. WELCHE INTERNEN ÄNDERUNGEN MÜSSEN VORGENOMMEN WERDEN UND WIE KANN DIE ÜBERGANGSPHASE BEWÄLTIGT WERDEN? WELCHE KOSTEN KOMMEN AUF DAS UNTERNEHMEN ZU UND STEHEN DIESE IN RELATION ZU DEN VORTEILEN DIE DER STANDORTWECHSEL MIT SICH BRINGT?
6.1. Welche internen Änderungen müssen vorgenommen werden und wie kann die Übergangsphase bewältigt werden?
6.2. Welche Kosten kommen auf das Unternehmen zu und stehen diese in Relation zu den Vorteilen die der Standortwechsel mit sich bringt?
7. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die strategischen und operativen Auswirkungen einer Standortverlagerung eines Automobilzulieferers in ein indisches Technologiecluster. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob das Innovationspotenzial innerhalb eines solchen Clusters tatsächlich signifikant größer ist und wie ein Unternehmen die damit verbundenen internen Veränderungen sowie die Kosten der Übergangsphase bewältigen kann, um langfristig Wettbewerbsvorteile zu sichern.
- Analyse von Standortfaktoren und Beschaffungsstrategien im globalen Kontext
- Untersuchung des Innovationspotenzials durch Clusterstrukturen nach Michael E. Porter
- Bewertung der Vor- und Nachteile eines operativen Umzugs in ein Technologiezentrum
- Planung und Management der internen Unternehmensumstellung während der Übergangsphase
- Kosten-Nutzen-Analyse und strategische Bedeutung des Standortwechsels für die Wettbewerbsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
4.1. Diamanten-Modell nach Porter
Um langfristig Erfolg zu haben, bewegen sich Unternehmensstrategien zunehmend im globalen Kontext. Für ein Land wie Indien mit einem enorm hohen Wachstumspotenzial im Klein- und Billigfahrzeugsegment gilt es, durch Export und Globalisierungspläne mögliche Chancen während der Betrachtung internationaler Marktumfelder auszumachen. Mit Hilfe des Diamanten-Modells wird untersucht werden, weshalb einzelne Länder in bestimmten Branchen erfolgreicher sind als andere. Michael Porter begründete dieses Modell auf der Aussage, dass die Faktoren am nationalen Stammsitz eines Unternehmens wesentlichen Einfluss auf den globalen Erfolg eines Unternehmens haben.
Der oben erwähnten Model wird zuerst nach den Faktor Nachfragebedingungen untersucht. Dabei steht die Inlandsnachfrage nach Fahrzeugen im Vordergrund. Dem Untersuchungsthema gerecht zu werden, wird nicht nur die Binnennachfrage betrachtet, sondern auch die Exportnachfrage. Dabei sollen jeweils die Verbraucherbedürfnisse, der Umfang, die Wachstumsstrukturen und die Mechanismen, mit denen die heimischen Präferenzen den Auslandsmärkten dargestellt werden. Eine Branche, die im ständigen Wettbewerb steht, ist geprägt durch die Art und Geschwindigkeit von Innovationen und Neuentwicklungen. Porter argumentiert, dass ein Land, welches, bezogen auf die Inlandsnachfrage eines speziellen Segments, seinen einheimischen Unternehmen ein strukturiertes Bild der Käuferbedürfnisse abgeben kann, einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber ausländischen Wettbewerbern einräumt.
Im nächsten Schritt der Untersuchung sollen die Faktorbedingungen untersucht werden. Als essenziell wichtig wird dabei die Infrastruktur betrachtet. Darüber hinaus soll ein Überblick der Arbeitskräftesituation erstellt werden. Die Faktoren lassen sich grundsätzlich in fünf zu untersuchenden Untergruppen aufgliedern: Humanvermögen (Qualifikationsniveau, Arbeitskosten, Moral usw.), materielle Ressourcen (Rohstoffe, Fläche), Wissensressourcen, Kapitalressourcen und Infrastruktur. Diese einheimischen Faktoren bilden oft den Ausgangspunkt für Vorteile, da jede Nation mit verschiedenen individuellen Faktoren ausgestattet ist. Aufgrund dieses Umstandes werden sich die jeweiligen Branchen dort ansiedeln, wo für sie eine günstige Faktorkombination besteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Einführung in die globale Dynamik der Automobilindustrie und Darstellung der Ausgangssituation sowie der spezifischen Fragestellungen für das Unternehmen ABC.
2. WIE SIND DIE RESSOURCEN VOR ORT BESCHAFFEN? WELCHEN EFFEKT KANN DIE ÜBERSIEDLUNG AUF ANDERE KUNDEN HABEN?: Theoretische Betrachtung von Standortfaktoren, Beschaffungsaufgaben sowie die Auswirkungen der Kundenzufriedenheit auf Folgeaufträge.
3. IST DAS INNOVATIONSPOTENZIAL INNERHALB DES CLUSTERS FÜR DAS UNTERNEHMEN TATSÄCHLICH GRÖßER?: Theoretische Fundierung des Clusterbegriffs und Analyse der Rolle von Clustern als Wertschöpfungssysteme.
4. IST DAS INNOVATIONSPOTENZIAL INNERHALB DES CLUSTERS FÜR DAS UNTERNEHMEN TATSÄCHLICH GRÖßER?: Anwendung des Diamanten-Modells nach Porter zur Untersuchung der Wettbewerbsvorteile im indischen Automobilmarkt.
5. WELCHE VOR- UND NACHTEILE BRINGT DER UMZUG FÜR DAS OPERATIVE GESCHÄFT?: Analyse der strategischen Faktoren wie Wissensmanagement, Produktivität und Zusammenarbeit, die durch die Ansiedlung in einem Cluster beeinflusst werden.
6. WELCHE INTERNEN ÄNDERUNGEN MÜSSEN VORGENOMMEN WERDEN UND WIE KANN DIE ÜBERGANGSPHASE BEWÄLTIGT WERDEN? WELCHE KOSTEN KOMMEN AUF DAS UNTERNEHMEN ZU UND STEHEN DIESE IN RELATION ZU DEN VORTEILEN DIE DER STANDORTWECHSEL MIT SICH BRINGT?: Operativer Leitfaden zur Planung der Unternehmensverlegung und betriebswirtschaftliche Bewertung der damit verbundenen Kosten.
7. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Ausblick auf die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Pune.
Schlüsselwörter
Automobilindustrie, Indien, Innovationsmanagement, Cluster, Standortverlagerung, Beschaffung, Wertschöpfungssystem, Diamanten-Modell, Wettbewerbsfähigkeit, Wissensmanagement, Automobilzulieferer, Technologietransfer, operative Effizienz, Standortwahl, Marktstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den strategischen Herausforderungen eines Automobilzulieferers, der einen Standortwechsel in ein indisches Technologiecluster plant, um seine Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Analyse von Standortvorteilen, die Anwendung des Diamanten-Modells nach Porter, betriebliche Beschaffungsprozesse sowie das Management von Umzugsprojekten in Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob ein Umzug in ein Cluster das Innovationspotenzial des Unternehmens ABC signifikant erhöht und ob die Vorteile die kurzfristigen Umzugskosten rechtfertigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine fundierte Literaturanalyse sowie die Anwendung betriebswirtschaftlicher Modelle wie Porters "Diamant", um Standortvorteile und Innovationspotenziale systematisch zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Clustern, eine Analyse der indischen Automobilmarktstruktur sowie einen praxisorientierten Leitfaden zur Bewältigung der Übergangsphase beim Standortwechsel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Innovationspotenzial, Cluster, Standortwahl, Wettbewerbsvorteile und Automobilzulieferindustrie definiert.
Warum spielt das indische Cluster Pune eine besondere Rolle?
Pune hat sich als bedeutendes Automobilcluster etabliert; die Arbeit nutzt diese Region, um die theoretischen Vorteile des Diamanten-Modells in einem realen, wachstumsstarken Marktumfeld zu verdeutlichen.
Wie geht die Autorin mit den Kosten der Standortverlagerung um?
Die Arbeit stellt fest, dass Umzugskosten zwar einmalig und teilweise schwer abschätzbar sind, diese jedoch in einem positiven Verhältnis zu den dauerhaften, langfristigen Wettbewerbsvorteilen stehen, die ein Cluster bietet.
- Arbeit zitieren
- Marijan Kalapuric (Autor:in), 2016, Wie groß ist das Innovationspotenzial in der indischen Autoindustrie? Eine strategische Clusteranalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541447