Mehrsprachigkeit in der Schule. Chancen und Grenzen des mehrsprachigen Sprachgebrauchs


Hausarbeit, 2018

19 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufbau der Arbeit

3. Die Sprachentwicklung

4. Der Spracherwerb

5. Auswirkungen der Mehrsprachigkeit
5.1 Auswirkungen der Mehrsprachigkeit auf die kognitiven Fähigkeiten
5.2 Auswirkungen der Mehrsprachigkeit auf die sprachlichen Fähigkeiten
5.3 Auswirkungen der Mehrsprachigkeit in der Schule
5.3.1 Der interkulturelle Unterricht

6. Besondere Sprachmerkmale bei Mehrsprachigen
6.1 Interfernzen
6.2 Code-switching
6.3 Code-mixing

7. Praxisteil – Die Befragung
7.1. Die Antworten der Schülerinnen und Schüler
7.2 Die Auswertung der Befragung

8. Fazit

9. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Mehrsprachigkeit ist in Deutschland weit verbreitet. In den deutschen Großstädten wie Hamburg und Essen sind bis zu 1/3 der Grundschüler mehrsprachig. Die meisten dieser Kinder wachsen lebensweltlich zweisprachig auf. Das heißt, dass bei ihnen zu Hause in der Familie eine andere Sprache gesprochen wird als in der Gesellschaft (vgl. Fürstenau et al. 2003). Die Mehrsprachigkeit assoziieren viele Menschen mit einer besonderen Kompetenz. Doch einige sind hingegen der Ansicht, dass mehrsprachige Kinder oftmals Defizite in der deutschen Sprache haben und integriert werden müssen.

Doch welche Chancen und Grenzen haben die betroffenen Schülerinnen und Schüler ihrer persönlichen Ansicht nach? Wie kommen diese mit ihrer Mehrsprachigkeit in der Schule zurecht, und in welchen alltäglichen Lebenssituationen kommt es zu den verschiedenen Sprachgebräuchen?

2. Aufbau der Arbeit

Auf Basis dieser Überlegungen setze ich mich mit den Chancen und Grenzen des Sprachgebrauchs bei Mehrsprachigkeit auseinander. Zu Beginn der Arbeit wird die allgemeine Sprachentwicklung besprochen, die bereits als Fötus beginnt. Der Verlauf wird hierbei bis zum Kindesalter prägnant erläutert. Da es unterschiedliche Erwerbsverläufe der Sprache gibt, werden auch diese im darauffolgenden Kapitel dargestellt. Um die wesentlichen Auswirkungen der Mehrsprachigkeit auf die kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten und in der Schule ersichtlicher zu machen, wird das Thema in Kapitel 5 aufgegriffen. Hierbei werden gewisse Vor- und Nachteile der Mehrsprachigkeit deutlich. Im Anschluss geht es um die Merkmale der Mehrsprachigkeit, wie die Interferenzen, das Code-Switching und Code-Mixing. Da diese Aspekte als interessante Phänomene gelten, bilden sie den sprachlichen Schwerpunkt der Hausarbeit, welches im Praxisteil wieder aufgegriffen wird. Im Praxisteil wird eine Befragung dargestellt, welche von vier mehrsprachigen Schülerinnen und Schülern beantwortet wurde. Die Fragen fokussieren sich auf den Sprachgebrauch und die subjektive Wahrnehmung, welche sie gegenüber ihrer Mehrsprachigkeit haben. Zum Schluss folgen eine Auswertung und ein persönliches Fazit.

3. Die Sprachentwicklung

Bereits in den ersten drei bis vier Lebensjahren kommt es zur Entwicklung des Spracherwerbs beim Kind. Voraussetzungen dafür sind unter anderem, dass vor der Geburt sensomotorische Fähigkeiten entwickelt und nach der Geburt soziale Beziehungen vorhanden sind, so dass gemeinsam mit dem Kind Kommunikationen stattfinden können und das Kind diese auch hören kann. Darüber hinaus muss das Gehirn in der Lage sein, die Sprachsteuerung übernehmen zu können. Hierbei muss es eine bestimmte Reife erlangen. Die einzelnen Schritte bei der Sprachentwicklung sind bei jedem Kind und in jeder Sprache gleich. Durch die Kapazitäten, die ein Kind als angeborene Fähigkeit mitbringt und die Informationen aus der Sprache, die das Kind aus seiner Umgebung wahrnimmt, kann die Entwicklung stetig fortgeführt werden, und der Spracherwerb kann stattfinden (vgl. Fröhling & Siegmüller 2013, S. 35). Schon ab der 27. Schwangerschaftswoche findet die Sprachentwicklung bereits statt. Die Höreindrücke der Sprache können vom Fötus erkannt und verarbeitet werden. In der 36. Schwangerschaftswoche ist der Fötus bereits in der Lage, die Stimme der Mutter zu erkennen und hat eine besondere Tendenz für ihre Stimme und ihren Sprachklang (vgl. Bickes & Pauli 2011, S.49). In den ersten 6 Monaten kann der Säugling verschiedene Sprachen in der Familie unterscheiden. Doch mit der Zeit fokussiert sich das Kind immer mehr auf seine Muttersprache. Zwischen neun und zwölf Monaten kann das Kind Wörter und Sätze erkennen. Anschließend können auch kleine grammatische Strukturen verarbeitet werden. Da das Kind mit diesem Alter eine gewisse Symbolentwicklung erreicht hat, kann ebenfalls der Wortschatzerwerb beginnen. Die sogenannte Lallphase geht ungefähr bis zum Beginn des ersten Lebensjahres. Gegen Ende dieser Zeit beginnt das Kind, einzelne Wörter zu erkennen und zu verstehen. Zwischen dem 18. und 24. Lebensmonat kommt es zum größten Wortschatzerwerb. Da die Kinder mehrere Wörter pro Tag erlernen können, wird diese Phase auch als Wortschatzspurt bezeichnet (vgl. Fröhling & Siegmüller 2013, S. 37). Hierbei beginnen die Kinder ebenfalls, zwei oder mehrere Wörter miteinander zu kombinieren. In dieser Phase fehlen jedoch oft Artikel, Konjunktionen, Hilfsverben und Flexionsendungen der Personalformen des Verbs. Grundlegende Regeln der Grammatik werden in der Regel zwischen 2,6 und drei Jahren erworben. Die korrekte Verwendung der Verbzweitstellung ist besonders herausfordernd und stellt eine wichtige Voraussetzung für das Verstehen und Erlernen von weiteren grammatikalischen Elementen dar. Die Verwendung der richtigen Tempusformen folgen in der Regel ab dem 4. Lebensjahr (vgl. Fröhling & Siegmüller 2013, S. 38). Der Spracherwerb verläuft bei allen Kindern sehr unterschiedlich und individuell. Jedes Kind hat ein anderes Tempo und eine andere Art und Weise, wie es sich die Sprache aneignet. Somit kann man durch das Alter des Kindes nicht seine sprachlichen Fähigkeiten bestimmen. Auch bei gleichaltrigen Kindern weisen ihre sprachlichen Fähigkeiten große Unterschiede auf (vgl. Szagun 2013, S. 158).

4. Der Spracherwerb

Da die Erwerbsverläufe der Sprache unterschiedlich sein können, kann man diese aufgliedern. Eine frühe Zweisprachigkeit liegt vor, wenn bereits ab dem ersten Lebensjahr zwei oder mehrere Sprachen zum gleichen Zeitpunkt angeeignet werden. Dies sollte auf der Grundlage eines erstsprachigen Inputs erfolgen (vgl. Montanari 2010, S.26).

Ein bilingualer Erstspracherwerb findet statt, wenn die jeweiligen Sprachen schon ab der Geburt erworben werden. In vielen Migrantenfamilien wächst das Kind bis zu einem gewissen Alter ausschließlich einsprachig auf. Erst ab dem Kindergarten oder durch außerhäuslichen Kontakt mit anderen Kindern kommt es zum Erwerb der Zweitsprache (vgl. Schneider 2015, S. 18).

Demnach spricht man von simultanem Zweitspracherwerb, wenn das Kind von Anfang an zweisprachig aufwächst. Ein sukzessiver Zweitspracherwerb findet demnach statt, wenn vor der Zweitsprache eine andere Sprache bereits erlernt wurde (vgl. Wendlandt 2006, S.110).

5. Auswirkungen der Mehrsprachigkeit

Im Folgenden werden die Auswirkungen der Mehrsprachigkeit auf verschiedene Kategorien ersichtlich gemacht, wie auf die kognitiven Fähigkeiten, die sprachlichen Fähigkeiten und die Auswirkungen in der Schule, um zu verdeutlichen, welche Auswirkungen die Mehrsprachigkeit tatsächlich hat, da es im Praxisteil der Hausarbeit ausschließlich um die subjektive Wahrnehmung der Schülerinnen und Schüler bezüglich der Auswirkungen geht.

5.1 Auswirkungen der Mehrsprachigkeit auf die kognitiven Fähigkeiten

Einen positiven Einfluss hat die Mehrsprachigkeit bei der Inhibition und der Unterdrückung von Interferenzen. Ein Beispiel hierfür ist, dass bei den Einsprachigen bei der Produktion eines bestimmten Wortes zeitgleich noch andere Wörter aktiviert werden, welche dem ersten konvergierend sind. Bei mehrsprachigen Personen ist diese Aktivierung umfassender. Bei zweisprachigen Individuen kommt es während einer Kommunikation zu der Aktivierung von mehreren Sprachsystemen. Da viele mehrsprachige Personen täglich mit mehr als einer Sprache kommunizieren, wird ihr sogenanntes executive control system, das für die Prozesse der Selektion zuständig ist, intensiver eingesetzt. Daraus resultiert, dass zweisprachige Personen bei Tests, die als Zielsetzung die Inhibition, Flexibilität und Gedächtnisaktualisierung zu evaluieren hatten, besser abgeschnitten haben, als einsprachige Personen (vgl. Schneider 2015, S. 252)

Demnach können sie ihre Aufmerksamkeit besser steuern und unnötige Informationen besser herausfiltern als die andere Gruppe (vgl. Rothweiler et al. 2013, S.26). Ein weiterer Vorteil ist, dass die beiden Hirnhälften mehrsprachiger Schülerinnen und Schüler stärker miteinander integriert sind (vgl. Schader 2007, S.32). Darüber hinaus ist die Sichtweise der mehrsprachigen Kinder auf die Welt insgesamt differenzierter. Sie haben die Fähigkeit, durch die andere Sprache differenzierte Betrachtungsweisen zu entwickeln. Außerdem leben sie durch die Mehrsprachigkeit oftmals zwischen zwei Kulturen. Im Kopf eines mehrsprachigen Kindes findet ein ständiger Konkurrenzkampf zwischen den verschiedenen Sprachen statt. Dies hat einen äußerst positiven Einfluss auf das Gehirn. Die Folgen können demnach sein, dass eine Demenzerkrankung oder das allgemeine kognitive Altern später eintreten (vgl. Blaszczak et al. 2014, S. 31).

5.2 Auswirkungen der Mehrsprachigkeit auf die sprachlichen Fähigkeiten

Es wurde bewiesen, dass die mehrsprachigen Kinder über eine größere sprachliche Flexibilität verfügen (vgl. Rothweiler et al. 2013, S. 24). Mehrsprachige Menschen haben die Kompetenz, ihren gesamten sprachlichen Vorrat sehr schnell adressatenspezifisch und kontextangemessen zum Einsatz zu bringen (vgl. Blaszczak et al. 2014, S. 26). Darüber hinaus besteht die positive Fähigkeit, zwischen zwei Sprachen zu wechseln und diese Sprachen je nach Gebrauch und Ort anzuwenden. Ein weiterer Vorteil sind die Sprachvermittlung und die damit verbundenen Berufsmöglichkeiten als Dolmetscher. Man ist in der Lage, gewisse Vergleiche zwischen zwei Sprachen aufzustellen und die deutsche Sprache als „Außenstehender“ zu betrachten (vgl. Schader 2007, S.32). Dadurch, dass mehrsprachige Kinder nicht nur eine Sprache beherrschen, haben sie eine größere Spracherfahrung als die einsprachigen. Hinzufügend haben sie ein ausgeprägtes metalinguistisches Bewusstsein. Daraus resultiert, dass viele Forscher die Auffassung vertreten, dass mehrsprachige Kinder eine Fremdsprache temporeicher erwerben können (vgl. Schneider 2015, S.259).

Jedoch haben die Kinder, die Deutsch nicht als Erstsprache haben, oftmals ein anderes Sprachgefühl. Ein intuitives Gefühl für die Sprachrichtigkeit im Deutschen ist nicht vorhanden. Deutlich wird dies bei Artikel-, Fall- und Konstruktionsfehlern (vgl. Schader 2007, S. 37).

Es kann auch vorkommen, dass ein Kind sich verweigert, eine seiner Sprachen zu sprechen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Wenn das Kind zu seinem Vater oder seiner Mutter kein gutes Verhältnis hat, so kann aus emotionalen Gründen eine Verweigerung der Sprache des bestimmten Elternteils entstehen. Weitere Gründe können sein, dass das Kind die jeweilige Sprache nur in geringem Maße beherrscht und Probleme bei der Artikulation hat, oder die Sprache eine niedrige soziale Stellung hat. Somit kann es dem Kind unangenehm sein, in der Sprache zu sprechen, und es kann ebenfalls zu einer Sprachverweigerung kommen (vgl. Rothweiler et al. 2013, S.72). Eine weitere mögliche Auswirkung könnte die doppelte Halbsprachigkeit sein, welches auch als Semilingualismus bezeichnet wird. Dies bedeutet, dass ein Kind weder die Erstsprache noch die Zweitsprache richtig beherrscht. Betreffen kann der Semilingualismus die Oberflächenstruktur einer Sprache. Die betroffenen Kinder verfügen demnach über einen geringen Wortschatz, können keine langen Sätze bilden, und in ihren kurzen Sätzen befinden sich gehäuft grammatische und morphologische Fehler (vgl. Triarchi-Hermann 2006, S. 27). Außerdem kann bei ihnen eine fehlerhafte Aussprache vorliegen. Doch auch die Tiefenstruktur der Sprache kann von der doppelten Halbsprachigkeit betroffen sein. Die Kinder haben Schwierigkeiten beim Verständnis und Gebrauch von abstrakten Begriffen und beim Verständnis von Texten. Hinzufügend können sie von abstrakten Texten keine bestimmten Informationen wiedergeben. Anschließend bestehen ebenfalls Schwierigkeiten, dabei schwierige Sachzusammenhänge und Gedankengänge auszudrücken. Die doppelte Halbsprachigkeit kann sich außerdem negativ auf die Denkentwicklung und die Sozialisation auswirken. Somit sind das Lernverhalten, die schulischen Leistungen und die Entwicklung der Persönlichkeit davon betroffen. Die Ursache für eine doppelte Halbsprachigkeit könnte beispielsweise sein, dass die Erstsprache nicht ausreichend erworben wurde oder die Sprache und die damit verbundene Kultur von dem Umfeld abgelehnt wird (vgl. Triarchi-Hermann 2006, S. 28).

5.3 Auswirkungen der Mehrsprachigkeit in der Schule

Die deutschen Schulen wissen noch nicht genau, wie sie mit mehrsprachigen Kindern umgehen sollten. Dafür gibt es vielseitige Gründe, wie z.B. die negative Betrachtungsweise auf die Mehrsprachigkeit. Besonders Migrantenkinder werden oftmals als Problemfälle betrachtet. Der PISA-Schock besagte, dass viele Schülerinnen und Schüler mit einem Migrationshintergrund in ihrer Bildungsteilhabe benachteiligt werden und nicht gute Sprachkenntnisse besitzen. Unter diesen Kindern mit Migrationshintergrund befinden sich viele mehrsprachige Kinder (vgl. Decker-Ernst & Oomen-Welke 2012, S. 21). Daraus lässt sich schließen, dass insbesondere Migrantenkinder trotz der vielen Vorteile der Mehrsprachigkeit in der Schule sprachliche Probleme haben. Die Gründe dafür sind unter anderem inflatorisch zum einen der niedrige soziokulturelle Status der Migrantenfamilien oder zum anderen die nicht vollständige Entwicklung der Erstsprache (vgl. Gombos 2008, S. 15).

5.3.1 Der interkulturelle Unterricht

Im Folgenden wird der interkulturelle Unterricht vorgestellt, da es sich hierbei um eine Anregung für den Unterricht handelt und dies einige positive Auswirkungen auf die Schülerinnen und Schüler hat.

Hierbei geht es um einen Unterricht, worin alle Kinder mit ihren verschiedenen Sprachen und Kulturen voneinander lernen können. Die Ziele und unterrichtspraktische Konsequenzen werden deutlich. Diese Form des Unterrichts wurde in den 70er-Jahren als Teildisziplin der Pädagogik anerkannt. Der Grund hierfür war die Multikulturalisierung der Gesellschaft. Die interkulturelle Pädagogik steht für eine begegnungsorientierte und interaktive Integration. Die Mehrsprachigkeit ist äußerst wichtig und ermöglicht eine Weiterentwicklung für alle, da man vieles voneinander lernen kann. „Kenntnisse und Erfahrungen der ausländischen Schüler sind in die Lehr- und Lernprozesse mit einzubeziehen. Dies ist mehr als Schülerorientiertheit des Unterrichts und der Curricula. Die Vorkenntnisse der ausländischen Schüler sind nicht nur Lernvoraussetzungen, sondern auch Inhalte des Unterrichts, d.h. der Unterricht soll der Pflege und Weiterentwicklung der kulturgeprägten Erfahrungen dienen “ (vgl. Schader 2007, S.40).

Durch das Vorhandensein von mehrsprachigen Kindern besteht die Möglichkeit den Unterricht mehrperspektivisch zu gestalten. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass somit Toleranz und Verständnis erlernt werden können.

Es ist von großer Bedeutung, das Vorhandensein von mehrsprachigen Schülerinnen und Schülern in einer Klasse als Ressource zu betrachten. Es treffen mehrere Sprachen in einer Gruppe aufeinander, und diese Chance sollte genutzt werden. Man kann sich über die verschiedenen Sprachen unterhalten und Vergleiche aufstellen. Eines davon wäre beispielsweise die Stellung von verschiedenen Satzgliedern in einem Satz oder ob bestimmte Präpositionen oder Artikel vorhanden sind. Die Mehrsprachigkeit von Schülerinnen und Schülern sollte keinesfalls als etwas Negatives angesehen werden. Es ist wichtig, dass diese früh genug und angemessen sprachlich gefördert werden. Anschließend sollten Kommunikationen stattfinden, die wertschätzend und anregungsreich sind. Wenn bei einem Kind beispielsweise Sprachmischungen zu erkennen sind, sollte mit ihm darüber gesprochen werden. Es sollte darüber reflektieren, welche seiner Worte oder Sätze auf Deutsch oder der jeweils anderen Sprache waren (vgl. Blaszczak et al. 2014, S. 29 ff). Die vielen Fähigkeiten, die mehrsprachige Schülerinnen und Schüler besitzen, gereichen ihnen im deutschen Bildungssystem jedoch nicht zum Vorteil, da es ausschließlich um die Deutschkompetenz geht. Oftmals trauen sich diese Schülerinnen und Schüler nicht, ihre Vorschläge mitzuteilen, oder die Lehrerinnen und Lehrer trauen ihnen zu wenig zu (vgl. Schader 2007, S.33). Die Schülerinnen und Schüler sollten die Möglichkeit bekommen, ihre persönlichen Kompetenzen und ihre Identität miteinbringen zu können. Durch den Expertenstatus erlangen die Kinder eine Stärkung ihrer Persönlichkeit. Bei vielen Kindern wird die Erstsprache nicht genug gefordert, und dies hat keinen guten Einfluss auf die Voraussetzungen, Deutsch zu lernen. Die meisten Eltern von Migrantenkindern beherrschen die deutsche Sprache gar nicht bis sehr wenig und können ihre Kinder somit beim Lernen der deutschen Sprache nicht unterstützen (vgl. Schader 2007, S.36). Auch im schriftlichen Bereich sollte die Mehrsprachigkeit in der Schule gefördert werden. Denn Schriftlichkeit kann nicht ungesteuert gefördert werden.

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Details

Titel
Mehrsprachigkeit in der Schule. Chancen und Grenzen des mehrsprachigen Sprachgebrauchs
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Veranstaltung
Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht
Note
2,0
Jahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V541510
ISBN (eBook)
9783346247599
ISBN (Buch)
9783346247605
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mehrsprachigkeit, DaF, DaZ, Sprache Deutschunterricht
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Mehrsprachigkeit in der Schule. Chancen und Grenzen des mehrsprachigen Sprachgebrauchs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541510

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