Was macht einen guten Lehrer aus? Diese Frage stellt sich jeder Lehramtstudent immer wieder im Laufe seiner Ausbildung und immer wieder wird man bemerken, dass es nicht nur die fachwissenschaftliche Ausbildung ist. Es sind vielfach soziale Kompetenzen die gelehrt werden müssen. Während meines Einführungspraktikums an einer Berliner Grundschule, und natürlich noch aus eigenen Erfahrungen als Schülerin, hatte ich Einblick in die breit gefächerte Konfliktkultur im Schulalltag. Mir ist die unterschiedliche Streitkultur aufgefallen, die jedem Schüler inne wohnt, sie ist so individuell wie jeder Schüler selbst. Konflikte sind Teil unseres sozialen Lebens und somit auch ein wichtiger Aspekt im Schulalltag. Leider weden Konflikte häufig durch aggressives Verhalten, sei es verbal oder physisch, ausgetragen, was darauf schließen lässt, dass die Schülerinnen und Schüler nicht ausreichend geschult sind um konstruktiv mit Konflikten umzugehen. Konfliktfähigkeit der Lehrer und Schüler ist hier gefordert, denn die Schule wird immer mehr zum sozialen Mittel- und Orientierungspunkt für Kinder, die diesen in ihren Familien häufig aus verschiedensten Gründen nicht mehr finden. Damit wird es vermehrt zur Aufgabe der Schule sich um die soziale Ausbildung der Schüler zu kümmern. Doch wie ist dies möglich?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist ein Konflikt?
2.1. Die Wirkung von Konflikten?
3. Grundideen und –prinzipien der Mediation
3.1. Der Ablauf des Mediationsverfahrens
3.2. Das Konfliktlotsenmodell
4. Die Ausbildung zum Schulmediator
4.1. Der Bundesverband Mediation e.V.
4.2. Pax an! Ein Überblick
4.3. Der Grundkurs Mediation
4.4. Eine weitere Fortbildungsmöglichkeit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Lehrerfortbildungen im Bereich der Mediation, um einen konstruktiven Umgang mit Konflikten im schulischen Alltag zu fördern. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Lehrkräfte durch gezielte Programme soziale Kompetenzen erwerben können, um die Konfliktkultur an Schulen nachhaltig positiv zu beeinflussen.
- Methodische Grundlagen und Prinzipien der Mediation
- Das Konfliktlotsenmodell von Ortrud Hagedorn
- Angebote zur Ausbildung zum Schulmediator (u.a. "pax an!")
- Analyse des Konstanzer Trainingsmodells
- Vergleich von Ansätzen zur schulischen Gewaltprävention
Auszug aus dem Buch
3.1. Der Ablauf des Mediationsverfahrens
Das ganze Verfahren findet nach einem bestimmten Ablauf statt. Damit dieser reibungslos verlaufen kann, ist es wichtig für das Mediationsgespräch eine geeignete Atmosphäre zu schaffen. Diese sollte entspannt und ruhig sein und nach Möglichkeit nicht von außen gestört werden können.
In der Einleitungsphase werden die Konfliktparteien begrüßt und gegenseitig vorgestellt, allen Beteiligten wird das Ziel und der Ablauf des Mediationsverfahren erklärt. An dieser Stelle werden die Regeln erläutert und noch einmal darauf hingewiesen, dass der Mediator unparteiisch ist. Der Wortführer ist in dieser Phase noch der Mediator, er erläutert auch noch einmal kurz den Stand der Dinge und führt dann über zur nächsten Phase, der Phase der Sachverhaltsklärung.
In dieser Phase findet der Dialog erst einmal nur zwischen dem Mediator und den Konfliktparteien statt. Jede Partei erläutert ihren Standpunkt und der Mediator fasst diesen zusammen. Es ist eine Phase des aktiven Zuhörens, Nachfragens und Wiederholens um die Sichtweise der beiden Konfliktparteien herauszuarbeiten und klar darzustellen.
Nun folgt die Phase der Konflikterhellung, in diesem Teil des Mediationsgesprächs sollen die Hintergründe für den Konflikt herausgearbeitet werden. Es muss an dieser Stelle auf „[...]Gefühle, Motive, persönliche Verletzungen und augenblicklickliche Stimmungen[...]„ eingehend werden um somit den Konflikt für beide Seiten verständlich zu machen. Es wird damit der Prozess der Empathie iniziiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit sozialer Kompetenzen für Lehrkräfte im Umgang mit der vielfältigen Konfliktkultur im schulischen Alltag.
2. Was ist ein Konflikt?: Dieses Kapitel definiert den Konfliktbegriff im schulischen Kontext und unterscheidet verschiedene Typen von Konflikten, einschließlich geschlechtsspezifischer Unterschiede in der Austragung.
2.1. Die Wirkung von Konflikten?: Hier wird die sowohl funktionale als auch dysfunktionale Natur von Konflikten analysiert und deren Einfluss auf das Lernklima dargelegt.
3. Grundideen und –prinzipien der Mediation: Das Kapitel führt in die historische Entwicklung und die zentralen Prinzipien des Mediationsverfahrens ein.
3.1. Der Ablauf des Mediationsverfahrens: Es werden die einzelnen Phasen des Mediationsgesprächs, von der Einleitung bis zur Vereinbarung, detailliert beschrieben.
3.2. Das Konfliktlotsenmodell: Dieses Kapitel stellt das von Ortrud Hagedorn entwickelte Konzept der Schülermediation vor.
4. Die Ausbildung zum Schulmediator: Es wird die hohe Anforderung an Lehrkräfte zur Vermittlung sozialer Kompetenzen und die Notwendigkeit einer professionellen Ausbildung diskutiert.
4.1. Der Bundesverband Mediation e.V.: Vorstellung der Rolle und der Ausbildungsstandards dieses Verbandes für Schulmediatoren.
4.2. Pax an! Ein Überblick: Einführung in das Projekt „pax an!“ als spezifisches Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte.
4.3. Der Grundkurs Mediation: Eine tiefgehende Betrachtung der Inhalte und Ziele des Grundkurses innerhalb des „pax an!“-Programms.
4.4. Eine weitere Fortbildungsmöglichkeit: Vorstellung des Konstanzer Trainingsmodells als ergänzender Ansatz zur Lehrerfortbildung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz von Mediation in der Lehrerausbildung zusammen und unterstreicht die Dringlichkeit der Förderung sozialer Fähigkeiten in der Schule.
Schlüsselwörter
Mediation, Konfliktlotsen, Lehrerfortbildung, Schulmediation, Gewaltprävention, Konfliktkultur, Soziale Kompetenz, Pax an!, Konstanzer Trainingsmodell, Konfliktmanagement, Schulklima, Deeskalation, Mediation, Kommunikation, Schulalltag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Mediation und Lehrerfortbildungen als Mittel zur Gewaltprävention und zur Gestaltung einer positiven Konfliktkultur in Schulen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Konflikten, die methodischen Abläufe der Mediation, das Konfliktlotsenmodell sowie konkrete Ausbildungsangebote für Lehrkräfte.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrkräfte durch zusätzliche Qualifikationen besser in der Lage sind, soziale Kompetenzen bei Schülern zu fördern und konstruktiv mit Konflikten umzugehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie auf eigene Praxiserfahrungen und Beobachtungen in Fortbildungsveranstaltungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Mediation, die Vorstellung spezifischer Modelle (Konfliktlotsenmodell, KTM) und die detaillierte Beschreibung von Ausbildungswegen für Lehrkräfte.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Kernbegriffe sind Mediation, Lehrerfortbildung, Gewaltprävention, Schulmediation und soziale Kompetenz.
Was unterscheidet das Konfliktlotsenmodell von der allgemeinen Mediation?
Beim Konfliktlotsenmodell handelt es sich speziell um ein Konzept für den schulischen Bereich, bei dem Schüler selbst ausgebildet werden, um als Mediatoren unter Ebenbürtigen zu fungieren.
Was ist das Konstanzer Trainingsmodell (KTM)?
Das KTM ist ein Fortbildungsmodell für Lehrer, das auf dem "Tandem"-Prinzip und Hospitationen basiert, um das eigene Verhalten in Problemsituationen zu reflektieren und zu verändern.
Warum betont die Autorin die Notwendigkeit von Fortbildungen bereits im Studium?
Die Autorin argumentiert, dass die universitäre Ausbildung allein nicht ausreicht, um den wachsenden Anforderungen und der notwendigen Förderung sozialer Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden.
- Quote paper
- Marlies Eberding (Author), 2004, Ansätze der Lehrerfortbildung im Bereich der Mediation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54153