Ziel der vorliegenden Arbeit ist eine knappe Beleuchtung forschungsrelevanter theoretischer Perspektiven des Forschungsgegenstandes. Anschließend erfolgt eine vergleichende Auseinandersetzung auf der Basis veröffentlichter empirischer Forschungsbefunde der Kindheits- und Jugendforschung, die sich am gewählten Forschungsgegenstand orientieren. Im Mittelpunkt steht dabei die Betrachtung der Möglichkeiten und Grenzen der unterschiedlichen Forschungsverfahren.
Menschliche Beziehungen unterliegen dem Wandel der Zeit, welcher wiederum von Akteur bedingten Handlungen beeinflusst wird. So entstehen neben der Vereinigung von Menschen auch partnerschaftliche oder familiäre Trennungen.
Der Gesetzgeber schafft durch die Niederschrift des Familienrechts eine umfassende Rechtsgrundlage, die die Rechtsverhältnisse der durch Ehe, Familie und Verwandtschaft miteinander verbundenen Personen regelt.
Die Rechtsbeziehung zwischen Eltern und deren minderjähriger Kinder wird durch die Grundsätze der elterlichen Sorge, die im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) festgelegt sind, bestimmt. §1626 BGB besagt, dass Eltern die Pflicht und das Recht haben für ihre minderjährigen Kinder zu sorgen. Dabei umfasst die elterliche Sorge die Sorge für die Person und das Vermögen des Kindes.
Das Familienrecht offeriert so einen rechtlichen Rahmen für den Umstand der familiären Auflösung nach elterlicher Trennung. Unbeachtet bleiben neben diesen formal gesetzlichen Regelungen jedoch die individuell spezifischen Folgen, die durch elterliche Trennungen für die betroffenen Kinder entstehen können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Relevanz des Themas und Fragestellung
1.3 Theoretische Grundkonzepte und Begriffsbestimmungen
2. Aktueller Forschungsstand
2.1 Darstellung und Begründung der Auswahl der Studien
2.1.1 Studie I: „Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Trennung - Empirische Daten“
2.1.2 Studie II: „Einflüsse von Trennungen und neuer Partnerschaft der Eltern“
2.1.3 Studie III: „Gesundheit von Kindern in zusammen- und getrenntlebenden Familien“
2.1.4 Weitere Studien
3. Diskussion der Ergebnisse
4. Bilanzierung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen elterlicher Trennungen auf minderjährige Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren. Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand anhand ausgewählter empirischer Studien zu beleuchten, die Möglichkeiten und Grenzen verschiedener Forschungsmethoden kritisch zu betrachten und die entwicklungsbezogenen Folgen für betroffene Kinder zu analysieren.
- Analyse aktueller empirischer Studien zur elterlichen Trennung
- Diskussion von Risikofaktoren für die kindliche Entwicklung
- Methodenkritik quantitativer und qualitativer Forschungsansätze
- Untersuchung der kindlichen Wahrnehmung von Trennungssituationen
- Bedeutung von Bezugspersonen als Schutzfaktoren
- Reflexion über die Anforderungen an pädagogisches Handeln
Auszug aus dem Buch
Studie I: „Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Trennung - Empirische Daten“
Die Publikation von Ulrike Lehmkuhl aus dem Jahr 1991 basiert auf qualitativ und quantitativ angelegten Datenerhebungen aus den Jahren 1984 und 1985. Die Langzeitstudie wurde in drei Erhebungswellen im Abstand von sechs Monaten durchgeführt. Insgesamt nahmen 71 Scheidungsfamilien mit 128 betroffenen Kindern und 21 Kontrollfamilien mit 48 Kindern an der Untersuchung teil (vgl. ebd., S.8). Die Teilnahme beruhte auf freiwilliger Mitwirkung betroffener Familien, wobei vorausgesetzt wurde, dass die Trennung nicht länger als sechs Monate zurücklag. In der Gruppe der Kinder aus Scheidungsfamilien befanden sich 66 Probanden unter 7 Jahren, 36 Probanden zwischen 7 und 12 Jahren und 26 Kinder die zur ersten Erhebungswelle älter als 12 Jahre alt waren. Zum Zeitpunkt der Untersuchungen lebten insgesamt 104 Kinder bei der Mutter, 12 Kinder lebten beim Vater. Die anderen Kinder lebten in Pflegefamilien oder in therapeutischen Einrichtungen. Das Verhältnis von teilnehmenden Jungen und Mädchen war ausgeglichen (vgl. ebd., S.9). Ziel der Untersuchung war es zu überprüfen, ob und in welchem Umfang „Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit der Trennung und Scheidung der Eltern bei Kindern und Jugendlichen auftreten“ (Lehmkuhl, 1991, S. 8).
Dafür wurden die biographischen Daten der Familie quantitativ erfasst. Ebenso wurde das Verhalten der Kinder durch die Eltern und die Forscher beurteilt. Den Eltern und Kindern wurde hierfür in der ersten Erhebungswelle ein Stressverarbeitungsfragebogen nach dem Prinzip von Janke, Erdmann und Bucsein, sowie eine Skala zur Beurteilung des Familienklimas nach Moos vorgelegt (vgl. ebd., S.12). In der zweiten Erhebungswelle wurden die biographischen Daten mittels der qualitativen Erhebungsmethode der Interviewführung ergänzt. Der Schwerpunkt der geführten Interviews lag auf der Erfragung der Organisationsstruktur der Familie, der Besuchszeiten und eventuell festgestellten Änderungen hinsichtlich des Familienlebens und der intrafamiliären Atmosphäre. In der dritten und letzten Erhebungswelle wurde die Aufmerksamkeit auf die Restrukturierung in Bezug auf die Gründung einer neuen Familie gerichtet. Dafür wurden erneut mittels Interviewführungen die Zufriedenheit hinsichtlich der neuen Lebenssituation sowie die Abfrage von Veränderungswünschen erfasst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der elterlichen Trennung ein, definiert relevante Begriffe wie die elterliche Sorge und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen auf minderjährige Kinder.
2. Aktueller Forschungsstand: Dieses Kapitel präsentiert und vergleicht mehrere empirische Studien, um einen historischen Überblick über die Auswirkungen elterlicher Trennungen auf die kindliche Entwicklung zu geben.
3. Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse der untersuchten Studien werden kritisch diskutiert, wobei die methodischen Vorgehensweisen und die Grenzen der jeweiligen Forschungsdesigns hervorgehoben werden.
4. Bilanzierung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen, betont die Komplexität des Themas und weist auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten sowie die Bedeutung professioneller pädagogischer Unterstützung hin.
Schlüsselwörter
Elterliche Trennung, Kindheitsforschung, Entwicklungspsychologie, Scheidungsfolgen, Familienkonstellation, biographischer Bruch, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Verhaltensauffälligkeiten, Trennungskinder, empirische Forschung, pädagogische Konzepte, Familiensoziologie, Kindeswohl, Resilienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen, die elterliche Trennungen auf minderjährige Kinder, insbesondere in der Altersgruppe zwischen fünf und zehn Jahren, haben können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit behandelt die Kindheitsforschung, theoretische Konzepte zur Familienstruktur sowie die empirische Analyse von Trennungsfolgen hinsichtlich der physischen und psychischen Entwicklung von Kindern.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist eine kritische Beleuchtung forschungsrelevanter Perspektiven und eine vergleichende Auseinandersetzung mit empirischen Befunden zur Entwicklung von Kindern nach elterlichen Trennungen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Studienrezeption, bei der quantitative und qualitative Ansätze aus verschiedenen, bereits veröffentlichten Studien kontrastierend und analysierend gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einbettung, die detaillierte Darstellung und Begründung ausgewählter empirischer Studien sowie eine kritische Diskussion der jeweiligen Forschungsergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Trennungskinder, Entwicklungsabweichungen, Familienkonstellationen, biographische Brüche und Schutzfaktoren.
Gibt es ein typisches Trennungsmuster für Kinder?
Nein, die Arbeit stellt klar, dass keine generalisierbaren oder typischen Trennungsfolgen definiert werden können, da das Erleben und die Reaktion auf Trennungen von individuellen Faktoren abhängen.
Welche Rolle spielt die Qualität der Beziehung zu Bezugspersonen?
Die Arbeit untermauert, dass die kindliche Entwicklung und der Umgang mit der Trennungssituation maßgeblich von der Beziehung zu konstanten Bezugspersonen abhängen, die als Schutzfaktoren wirken können.
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- Fenna Krone (Autor), 2019, Spannungsfeld biographischer Bruch. Die Auswirkungen elterlicher Trennungen auf minderjährige Kinder, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541859