Dieses Portfolio bietet einen knappen Überblick über klassische und innovative Methoden, Theorien und Ansätze zum Grammatikunterricht.
Diese Arbeit behandelt Ziele und die Relevanz von Grammatikunterricht. Des Weiteren bietet diese einen Überblick über den aktuellen sprachdidaktischen Diskurs sowie überprüft Sprachbücher und Lehrwerke auf ihre fachliche Korrektheit und fachdidaktische Vermittlung hin.
Weitere Inhalte:
- präsentiert die verschiedenen klassischen und innovativen Ansätze und Methoden des Grammatikunterrichts;
- lässt Wege erkennen, um Sprachbetrachtung, Sprachreflexion und Sprachbewusstheit in den Grammatikunterricht zu implementieren;
- lässt die Phasen, Probleme und Strukturen des Sprach- und Grammatikerwerbs bei Kindern nachvollziehen und berücksichtigen; - liefert Möglichkeiten, Fortschritte im Grammatik-Lernprozess zu erkennen und darzustellen; setzt sich kritisch mit den Methoden, die genutzt werden, um Schülerinnen und Schülern syntaktische Strukturen näherzubringen auseinander und wägt Vor- und Nachteile ab.
Inhaltsverzeichnis
Persönliche Lernziele für das Seminar
Unit 1 Ergebnisprotokoll 07.11. Was ist Grammatik und wozu Grammatikunterricht?
Unit 2 Leseprotokoll: Gornik - Methoden des Grammatikunterrichts
Unit 3 Ergebnisprotokoll 14.11. Implizites Sprachgefühl vs. Sprachphänomene
Unit 4 Ergebnisprotokoll 09.01. Sprachbetrachtung
Unit 5 Kurzrecherche Sprachbewusstheit
Unit 6 Leseprotokoll - Grammatikerwerb in der Schule
Unit 7 Sprachbuchanalyse Deutschbuch 9
Unit 8 Sprachbuchanalyse Die Sprachstarken 6
Unit 9 Sachanalyse Duden Grammatik - Das Feldermodell
Unit 10 Sachanalyse Orthografietrainer.net
Unit 11 Sprachbuchvergleich DaZ-Grammatiken - Ein Vergleich
Unit 12 Ergebnisprotokoll 23.01. Sprachbuchanalyse II
Unit 13 Ergebnisprotokoll 30.01. Alternativen
Unit 14 Kurzrecherche Sprachbuchforschung
Reflexion
Zielsetzung & Themen
Das Portfolio dient der kritischen Reflexion über Methoden des Grammatikunterrichts und untersucht die Diskrepanz zwischen fachwissenschaftlicher Theorie und schulpraktischer Umsetzung in Sprachbüchern.
- Analyse klassischer und innovativer Grammatikkonzepte
- Kritische Evaluation von Schulbuchinhalten und Aufgabenstellungen
- Untersuchung von Sprachbewusstheit und Spracherwerbsprozessen bei Kindern
- Erarbeitung von Alternativen zur traditionellen, regelzentrierten Grammatikvermittlung
- Vergleich von DaZ-Grammatiken und didaktischen Modellen wie dem Feldermodell
Auszug aus dem Buch
Methoden des Grammatikunterrichts
Nachdem nun die möglichen impliziten und expliziten Ziele und die Legitimation des GU behandelt wurden, widmet sich dieses Leseprotokoll dem Aufsatz von Hildegard Gornik und den Methoden des Grammatikunterichts (Gornik 2003, S.814-830). Gornik beschreibt, dass es schon immer Probleme gegeben habe mit dem, was gelehrt wird und was davon bei den SuS langfristig hängen bleibt. Aber was die Lehrkräfte bemängeln, sind meist nicht das mangelnde sprachliche Können, viel eher „heißt für diese Lehrkräfte: grammatisch normgemäß zu schreiben (und zu sprechen)“ und „grammatische Phänomene korrekt benennen zu können“ erst, sprachliches Verständnis zu besitzen (ebd., S.815). Dabei sollten die Ziele des GU doch viel mehr sein als das oder zumindest bei der Überlegung, welche Methoden man anwendet, eine Rolle spielen, denn Ziel und Methode sollten aufeinander angepasst sein. Das auswendig gelernte Wissen über grammatische Strukturen kann nicht einfach so zu einem besseren Sprachverständnis führen (Müller&Tophinke 2015). Dem gegenüber könnte Sprachbetrachtung und das Untersuchen von vorhandenen sprachlichen Mustern im Hinblick auf ihre Funktionalität viel eher zu einem Wissenstransfer beitragen. Im folgenden wird eine Auswahl der von Gornik vorgestellten Methoden getroffen, die zum Seminarkontext passt. Die Methoden werden kurz dargestellt und miteinander verglichen.
Beim situativen GU ist die Schülerorientierung das zentrale Merkmal. Sprachkönnen und Sprachverwendung stehen hierbei dem Sprachwissen und dem Sprachsystem gegenüber, wobei erstere den eindeutigen Vorrang haben. Außerdem sollen Grammatik und Kommunikation wie auch im funktionalen GU nicht getrennt werden, allerdings basiert der funktionale Input auf einem präzisen Grammatikmodell, während der situative Unterricht sich meist nur auf den Input der SuS verlässt. Für Boettcher und Sitta (1978), die Hauptvertreter des situativen GU sollte Grammatik nicht als formales Bildungswissen verstanden werden ohne Gebrauchswert für die Lebenswelt der SuS. Grammatik sollte nicht mehr systematisch, sondern situativ gelehrt werden. Es sollten also sprachliche Probleme, die sich gerade im Unterricht bieten ad-hoc aufgegriffen und behandelt werden, was für die SuS auch in seiner Nützlichkeit erkannt und wertgeschätzt würde.
Zusammenfassung der Kapitel
Unit 1 Ergebnisprotokoll 07.11. Was ist Grammatik und wozu Grammatikunterricht?: Die Sitzung diskutiert die Definition von Grammatik als deskriptives System und hinterfragt die Legitimität des Grammatikunterrichts angesichts des vorhandenen impliziten Sprachgefühls.
Unit 2 Leseprotokoll: Gornik - Methoden des Grammatikunterrichts: Das Kapitel stellt verschiedene Ansätze wie den situativen, integrativen und funktionalen Grammatikunterricht vor und vergleicht diese hinsichtlich ihrer Schülerorientierung und Zielsetzung.
Unit 3 Ergebnisprotokoll 14.11. Implizites Sprachgefühl vs. Sprachphänomene: Hier wird die Problematik der Vermittlung struktureller Konzepte thematisiert, wobei die Unzulänglichkeit klassischer Frageproben (z.B. beim Prädikat) an expliziten Beispielen aus Sprachbüchern kritisiert wird.
Unit 4 Ergebnisprotokoll 09.01. Sprachbetrachtung: Das Protokoll beleuchtet das Konzept der Sprachbetrachtung, ihre terminologische Unschärfe und die Notwendigkeit einer Systematik, um Transferleistungen im Unterricht zu ermöglichen.
Unit 5 Kurzrecherche Sprachbewusstheit: Diese Recherche definiert Sprachbewusstheit als Teilfähigkeit, die durch Reflexion über Sprache den Spracherwerb und die Kompetenzentwicklung fördert.
Unit 6 Leseprotokoll - Grammatikerwerb in der Schule: Es werden die Grundlagen des kindlichen Spracherwerbs und die Herausforderungen bei der Entwicklung grammatischer Strukturen, insbesondere bei der Pluralbildung, untersucht.
Unit 7 Sprachbuchanalyse Deutschbuch 9: Die Analyse des Deutschbuch 9 deckt didaktische Schwächen bei der Fehlerkorrektur und der Vermittlung von Kasus- und Adjektivstrukturen auf.
Unit 8 Sprachbuchanalyse Die Sprachstarken 6: Das Kapitel untersucht ein Schweizer Lehrmittel, das durch innovative Ansätze wie die Ersatzprobe und das topologische Feldermodell überzeugt.
Unit 9 Sachanalyse Duden Grammatik - Das Feldermodell: Das Feldermodell wird als essentielles Werkzeug zur Syntaxbeschreibung vorgestellt, das ein besseres Verständnis für die Rolle des Prädikats bietet.
Unit 10 Sachanalyse Orthografietrainer.net: Diese Analyse evaluiert ein digitales Übungskonzept, das durch unmittelbares Feedback und Gamification den Erwerb von Rechtschreibung und Grammatik unterstützt.
Unit 11 Sprachbuchvergleich DaZ-Grammatiken - Ein Vergleich: Der Vergleich zweier DaZ-Grammatiken zeigt Unterschiede zwischen einem klassischen Nachschlagewerk und einem handlungsorientierten, integrativen Ansatz auf.
Unit 12 Ergebnisprotokoll 23.01. Sprachbuchanalyse II: Diese Sitzung fokussiert auf Kriterien für innovative Sprachbücher und deren Potential, durch systematisches Curriculum Grammatikwissen zu festigen.
Unit 13 Ergebnisprotokoll 30.01. Alternativen: Das Kapitel untersucht alternative Vermittlungswege wie das Busmodell, um komplexe syntaktische Strukturen für Schüler greifbar und verständlich zu machen.
Unit 14 Kurzrecherche Sprachbuchforschung: Die Recherche kritisiert das Fehlen eines kontinuierlichen fachdidaktischen Diskurses zur Qualität von Sprachbüchern und fordert eine produktorientierte Forschung.
Schlüsselwörter
Grammatikunterricht, Sprachbetrachtung, Sprachbewusstheit, Sprachbuchanalyse, Feldermodell, Sprachdidaktik, Spracherwerb, Syntax, Prädikat, Sprachreflexion, DaZ, Grammatikerwerb, Schulbuchforschung, Kompetenzorientierung, Deutschunterricht
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Ziel der Arbeit?
Die Arbeit untersucht kritisch aktuelle Methoden des Grammatikunterrichts und analysiert, wie Sprachbücher als Hauptmedium des Unterrichts fachwissenschaftliche Theorien in die Schulpraxis umsetzen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Portfolio?
Zentrale Themen sind die Legitimation des Grammatikunterrichts, die Analyse verschiedener didaktischer Modelle, die Evaluation von Sprachbüchern sowie die Förderung von Sprachbewusstheit bei SuS.
Was ist die zentrale Forschungsfrage des Portfolios?
Die zentrale Frage lautet: Wie lassen sich syntaktische Strukturen und grammatisches Wissen schülerorientiert, methodisch tragfähig und fachwissenschaftlich korrekt vermitteln?
Welche methodischen Ansätze werden im Portfolio kritisch diskutiert?
Das Portfolio diskutiert u.a. den situativen, integrativen und funktionalen Grammatikunterricht sowie den Einsatz der Grammatik-Werkstatt und moderner digitaler Übungskonzepte.
Was ist der Schwerpunkt im Hauptteil des Portfolios?
Der Hauptteil besteht aus Protokollen von Seminarsitzungen, die theoretische Grundlagen mit konkreten Analysen von Sprachbüchern und didaktischen Modellen wie dem Feldermodell verknüpfen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Sprachreflexion, Feldermodell, Sprachbewusstheit und eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Sprachdidaktik aus.
Welche Rolle spielt das Busmodell im Kontext des Feldermodells?
Das Busmodell ist eine anschauliche Didaktisierung des topologischen Feldermodells, das hilft, die komplexe Satzstruktur und die Rolle des Prädikats durch Assoziationen für Kinder verständlich zu machen.
Warum kritisiert die Arbeit die klassische Frageprobe in Sprachbüchern?
Die Kritik basiert darauf, dass die semantische Frageprobe oft wissenschaftlich ungenau ist und häufig zu inkorrekten oder didaktisch wenig zielführenden Ergebnissen bei der Identifikation von Satzgliedern führt.
- Citar trabajo
- Florent Aradinaj (Autor), 2020, Grammatikunterricht Portfolio. Ein knapper, kritischer Überblick über klassische und innovative Methoden, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542120