Diese Hausarbeit setzt sich mit der räumlichen Darstellung bei Miguel de Cervantes und María de Zayas am Beispiel der Novellen "El celoso extremeño" und "La burlada Aminta" auseinander. Das Ziel ist es, die Einteilung der Räume und die jeweiligen Zonen miteinander zu vergleichen und ihre Bedeutung für den Verlauf der Handlung zu erschließen.
Von Interesse ist hierbei wie die Grenzen und Räume von der Geschlechterteilung beeinflusst werden. Ebenso bedeutend ist der Umgang der Autoren mit der Opposition von Mann und Frau in den Novellen. Anfänglich wird der Begriff „Raum“ allgemein erläutert und definiert. Um auf das Thema dieser Hausarbeit überzuleiten, wird die Bedeutung des Raumes in der Literatur erforscht und analysiert. Da der Fokus dieser Hausarbeit auf jeweils einer Novelle von Miguel de Cervantes und einer von María de Zayas liegt, werden El celoso extremño und La burlada Aminta zunächst einmal kurz vorgestellt. Danach folgt die Beschreibung und der Vergleich der räumlichen Darstellung beider Novellen, bevor auf das Haus eingegangen wird. Dabei wird das Haus in den Innenraum, den Außenraum und die Übergangszone unterteilt sowie die Kirche als neutraler Raum thematisiert.
Nach der detaillierten Beschreibung der räumlichen Darstellung, werden die Überschreitungen der Grenzen in den Novellen behandelt und dargelegt. Schlussendlich folgt die Gegenüberstellung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der räumlichen Darstellung in den Novellen el celoso extremño und La burlada Aminta im Fazit. Indessen wird die Bedeutung der räumlichen Darstellung für den Verlauf der Novellen hervorgehoben.
„Die Grenze ist […] zusehends zu einer universalen Metapher […] geworden“ - Eva Geulen und Stephan Kraft
Mit dieser Phrase beginnen Eva Geulen und Stephan Kraft das Buch „Grenzen im Raum – Grenzen in der Literatur“. Dabei wird in dem ersten Absatz zum Ausdruck gebracht, dass Grenzen nahezu überall unumgänglich sind. Sowohl in der Geographie und der Politik als auch in den Literatur- und Kulturwissenschaften haben Grenzen eine grundlegende Relevanz.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Begriffe Raum und Grenze
3. Der Raum in der Literatur
4. Die Novellen
4.1 El celoso extremño
4.2 La burlada Aminta
5. Die räumliche Darstellung bei Cervantes und María de Zayas
5.2 El celoso extremño und La burlada Aminta
5.3 Das Haus
5.3.1 Der Innenraum
5.4 Das Überschreiten der Grenzen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Raum und Grenze in den Novellen "El celoso extremño" von Miguel de Cervantes und "La burlada Aminta" von María de Zayas, mit dem Ziel, die Einteilung der Räume zu vergleichen und deren Einfluss auf den Handlungsverlauf sowie die Geschlechterrollen zu ergründen.
- Vergleich der räumlichen Konzeptionen in den Novellen
- Einfluss von Geschlechterteilung auf Raum und Grenze
- Die symbolische Bedeutung des Hauses als weiblicher Raum
- Analyse von Grenzüberschreitungen und Machtverhältnissen
Auszug aus dem Buch
5.3.1 Der Innenraum
In El celoso extremño sind keine männlichen Attribute innerhalb des Hauses vorzufinden. Diese Entfernung erliegt einer so starken Ausprägung, dass dies selbst die Tiere des Hauses betrifft:
„Dígame [...] qué más prevenciones para su seguridad podía haber hecho el anciano Felipo, pues aun no consintió que dentro de su casa hubiese algún animal que fuese varón. A los ratones della jamás los persigiuió gato, ni en ella se oyó ladrido de perro; todos eran del género femenino.“
In der Novelle La burlada Aminta ist die Isolation des Innenraums deutlich weniger ersichtlich als im Vergleich zu Cervantes. Hinzu kommt, dass Aminta im Gegensatz zu Leonora des Öfteren als frei bezeichnet wird:
“Mientras el desposado venía, pasaba Aminta una vida alegre, libre y regalada, tanto que, gozando al lado de su tía de todas las fiestas y holguras de la ciudad, a poco meses olvidó la pena de la muerte de su padre [...]”
Diese Unabhängigkeit lässt sich in diesem Fall als eine Art „Scheinfreiheit“ bezeichnen. Trotz der Angaben, dass Aminta frei sei, wird sie stets von ihrer Tante überwacht. Ohne die Tante darf sie im Grunde genommen genauso wenig das Haus verlassen wie Leonora.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Raum und Grenzen in der Literatur ein und definiert das Ziel der Arbeit, die räumlichen Konzepte von Cervantes und Zayas zu vergleichen.
2. Die Begriffe Raum und Grenze: Dieses Kapitel erläutert den allgemeinen Begriff des Raumes und verdeutlicht die allgegenwärtige Bedeutung von physischen und sozialen Grenzen im menschlichen Leben.
3. Der Raum in der Literatur: Hier wird der theoretische Kontext raumtheoretischer Ansätze in der Literaturwissenschaft dargelegt und die funktionale Bedeutung von Raumgrenzen als literarisches Motiv beleuchtet.
4. Die Novellen: Es erfolgt eine inhaltliche Vorstellung der beiden Primärwerke, wobei die Themen Rache, Eifersucht und Identitätswechsel als verbindende Elemente hervorgehoben werden.
4.1 El celoso extremño: Dieses Unterkapitel skizziert die Handlung der Novelle von Cervantes, insbesondere das Schicksal der in einem abgeschotteten Haus lebenden Leonora.
4.2 La burlada Aminta: Hier wird die Geschichte von Aminta und ihre Flucht aus den sozialen Zwängen des ihr auferlegten Lebensweges beschrieben.
5. Die räumliche Darstellung bei Cervantes und María de Zayas: Dieses Kapitel bildet den analytischen Hauptteil, in dem die Trennung von Innen- und Außenräumen sowie die Opposition der Geschlechter gegenübergestellt werden.
5.2 El celoso extremño und La burlada Aminta: Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der räumlichen Trennung werden hier an den Protagonistinnen Leonora und Aminta konkretisiert.
5.3 Das Haus: Das Kapitel untersucht das Haus als primär weiblich konnotierten Raum und dessen Bedeutung für die soziale Identität der Frau.
5.3.1 Der Innenraum: Die spezifische Ausgestaltung des Innenraums als Ort der Isolation und die Abwesenheit männlicher Attribute stehen hier im Fokus.
5.4 Das Überschreiten der Grenzen: Hier werden die Versuche thematisiert, die räumlichen Grenzen zu durchbrechen, und als symbolische Akte der Penetration oder Befreiung interpretiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das Haus als Metapher für den weiblichen Körper dient, während die Kirche als einziger neutraler Raum fungiert.
Schlüsselwörter
Literaturwissenschaft, Raumtheorie, Miguel de Cervantes, María de Zayas, El celoso extremño, La burlada Aminta, Innenraum, Außenraum, Geschlechterrolle, Grenze, Isolation, Identität, Ehre, Eifersucht, Metapher
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die räumliche Darstellung und die Bedeutung von Grenzen in zwei spanischen Novellen der frühen Neuzeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit konzentriert sich auf die räumliche Trennung zwischen Innen- und Außenwelt sowie deren Auswirkungen auf die Geschlechterrollen und die Handlungsfreiheit der Protagonistinnen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist ein vergleichender Analyseansatz, um zu erschließen, wie die Einteilung von Räumen und Zonen bei Cervantes und Zayas die Dynamik der jeweiligen Erzählungen maßgeblich beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die raumtheoretische Ansätze mit einer vergleichenden Textlektüre verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Beschreibung der Innenräume, der Außenräume, der Übergangszonen sowie der Funktion der Kirche als neutralem Ort.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Raum, Grenze, Geschlechterrolle, Metapher, Isolation und die literarische Analyse des Hauses als weiblicher Raum.
Warum wird das Haus in den Novellen als weiblicher Raum definiert?
Das Haus fungiert in den Novellen als ein Ort der Abschottung, an dem Frauen unter der Kontrolle männlicher Figuren stehen, was es zu einem Symbol für den weiblichen Körper und dessen Bewachung macht.
Welche Rolle spielt die Kirche in den untersuchten Texten?
Die Kirche stellt den einzigen neutralen Ort dar, der sich weder rein männlich noch rein weiblich zuordnen lässt und als einzige Schnittstelle zwischen den Geschlechtern dient.
Wie unterscheidet sich die "Scheinfreiheit" bei Aminta?
Aminta wird zwar nach außen hin als frei dargestellt, ist jedoch weiterhin durch die ständige Überwachung ihrer Tante in ihren Handlungen ebenso eingeschränkt wie Leonora.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2020, Der Vergleich der räumlichen Darstellung bei Miguel de Cervantes und María de Zayas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542223