Eine Analyse der Novelle "Khadija aux cheveux noirs" von Fouad Laroui gemäß ausgewählter Kategorien der Erzähltheorie von Gérard Genette


Seminararbeit, 2018

14 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorbemerkungen zu Autor und Werk

3 Analyse der Novelle Khadija aux cheveux noirs
3.1 Histoire -Ebene
3.2 Discours -Ebene
3.3 Kommunikationsmodell
3.4 Erzählsituation und Erzählinstanz
3.4.1 Erzählsituation
3.4.2 Erzählinstanz
3.5 Erzählordnung
3.5.1 Erzählzeit und Erzählte Zeit
3.5.2 Anachronien
3.5.3 Zeitstruktur des Erzählens

4 Zusammenfassung und Interpretation

5 Literaturverzeichnis
5.1 Primärliteratur
5.2 Sekundärliteratur

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

In der vorliegenden Proseminararbeit wird die Novelle „ Khadija aux cheveux noirs1 aus Fouad Larouis Novellenband Tu n’as rien compris à Hassan II anhand ausgewählter narratologischer Kategorien von Gerard Genette analysiert. Zuerst werden allgemeine Informationen zum Autor und zu seinem Werk gegeben. Anschließend erfolgt ein theoretischer Überblick über die histoire -Ebene und die discours -Ebene. Diese Ebenen werden im Hinblick auf die Novelle analysiert. Im nächsten Abschnitt wird die Novelle in Bezug auf das Kommunikationsmodell von W. Schmid besprochen. Am Anschluss wird die Novelle hinsichtlich der Erzählsituation und der Erzählinstanz untersucht. Außerdem wird eine Analyse bezüglich der Erzählordnung vorgenommen. Die Erzählordnung wiederum umfasst die Erzählzeit und die erzählte Zeit, Anachronien und die Zeitstruktur des Erzählens. Zuletzt liefert vorliegende Proseminararbeit noch eine Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse.

2 Vorbemerkungen zu Autor und Werk

Der Autor Fouad Laroui wurde am 12. August 1958 in Marokko geboren und wuchs in El Jadida auf. Als sein Vater im Jahr 1969 die Familie verließ, war er elf Jahre alt. Er besuchte das Lycée Lyautey in Casablanca und absolvierte anschließend die Ausbildung zum Ingenieur an der École nationale des ponts et chaussées in Paris. 1990 wurde er nach Amsterdam berufen, um in der wissenschaftlichen Forschung tätig zu werden. Fünf Jahre später erhielt er die niederländische Staatsbürgerschaft und begann dort an der Universität Ökonometrie und Umweltwissenschaften zu unterrichten. Sein erster Roman Les Dents du topographe erschien im Jahr 1996 und wurde daraufhin mit dem französischen Prix de Découverte Albert-Camus ausgezeichnet. Die Novelle Khadija aux cheveux noirs erschien 2004 im Novellenband Tu n’as rien compris à Hassan II, welcher den Grand Prix de la Société des gens de lettres de la nouvelle erhielt. Heute lebt der Schriftsteller Fouad Laroui in Amsterdam, wo er an der Universität unterrichtet und sich zugleich mit dem Schreiben beschäftigt.2 Der Novellenband umfasst 16 Novellen auf 125 Seiten und wurde im Julliard Verlag publiziert.3

3 Analyse der Novelle Khadija aux cheveux noirs

3.1 Histoire -Ebene

Die Histoire -Ebene beschreibt, was erzählt wird. Die Grundbegriffe dieser Ebene setzen sich aus dem Ereignis, dem Geschehen und der Geschichte zusammen. Das Ereignis wird auch als Motiv bezeichnet und stellt die minimalste und zugleich essentiellste Handlungseinheit dar. Sie weist eine propositionale Struktur auf und besteht formal betrachtet aus einem Subjekt und einem Prädikat. Abhängig davon ob ein Ereignis eine Situation verändert oder nicht, wird es als statisch oder dynamisch betrachtet. Ereignisse, die in einem Text von einem Subjekt nacheinander durchlaufen werden, werden als Geschehen bezeichnet. Aus diesen Geschehnissen entsteht eine Geschichte, wenn diese Ereignisse nicht nur chronologisch ablaufen, sondern sie auch voneinander abhängen beziehungsweise zusammenhängen.4

Die Geschehnisse in Khadija aux cheveux noirs, die wiederum aus einzelnen Ereignissen bestehen, finden in unterschiedlichen Zeiten statt. Zuerst schildert der Ich-Erzähler seine Erinnerungen an eine Frau, Khadija. Sie kam aus dem Süden, hatte lange und dunkle Haare, die ihr auf die Schultern fielen und dunkle, traurige Augen. Daraufhin erzählt der Ich-Erzähler, dass er im Kino war und dass die Blonde Yseut die Schönheit aller Frauen verkörpere. Solch eine Schönheit sei weder bei Homer noch bei Dante oder nirgendwo sonst zu finden. Anschließend schildert der Ich-Erzähler Details aus der Vergangenheit. Man wusste nicht genau wer Khadija war, die Internatsschüler interessierten sich nicht wirklich für sie. Ihr Vater sei ein reicher Alkoholiker gewesen. Ihren richtigen Namen gab sie nicht preis, denn sie war mit einem anderen Namen am Gymnasium angemeldet. Im Unterricht saß sie stets rechts, unterhielt sich nicht und antwortete kurz und bündig auf Fragen, die ihr gestellt wurden. Der Ich-Erzähler schildert, dass sie sie damals, im Gegensatz zu anderen Mädchen, nicht beachtet hätten. Im Laufe der Zeit habe er sie vergessen, bis er eines Tages mit alten Schulkollegen über sie sprach. Man sagt, sie hätte ihr Studium abgebrochen und sie sei verheiratet. Der Ich-Erzähler und seine Schulkollegen haben während dieser Zeit vieles erlebt, wohingegen sie vermutlich nur eine Zigarette nach der anderen geraucht habe und sich zu Hause von ihrem Mann einsperren ließ. Der Ich-Erzähler stellt sich die Frage, wieso er sich damals ihr gegenüber so verhalten hat. Die beiden sind sich während ihrer Schulzeit nähergekommen und als sie ihn eines Tages am Schulhof küssen wollte, hat er Abstand gesucht. In dieser Nacht hatte er einen Albtraum. Seine Mitschüler hätten ihn verspottet, weil er ihr Freund sei. Er verleugnete dies und warf einen Sack voller Essen, den sie ihm geschenkt hatte, über die Schulmauer. In der Gegenwart wird der Ich-Erzähler gefragt, ob er sich an Khadija erinnere. Der Dialog endet mit dem unvollständigen Satz „ Elle s’est … “ (68). Die Novelle endet damit, dass der Ich-Erzähler sich ab und an dabei ertappt, dass er die blonde Yseut verflucht, weil sie ihr goldenes Haar und ihre Vielfalt vor der Welt versteckt.

3.2 Discours -Ebene

Unter der discours -Ebene, oder auch Vermittlungsebene genannt, versteht man die Art und Weise, wie ein Text dargestellt wird. Der Autor/die Autorin ordnet Textteile und stellt Verbindungen zwischen ihnen her. Die Vermittlungsebene umfasst die Zeitstruktur, den Erzählmodus und die Erzählstimme. Die Zeitstruktur wiederum befasst sich mit der Dauer, der Anordnung und der Frequenz. Hier ist wichtig zu erwähnen, dass die erzählte Zeit und die Erzählzeit stets in einer Verbindung zueinanderstehen. Der Erzählmodus beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen dem Erzähler und der Figurenrede im Text. Die Erzählstimme setzt sich mit der Beziehung zwischen dem Erzähler und der erzählten Welt auseinander, sowie mit der Frage, wer im Text „spricht“.5

3.3 Kommunikationsmodell

Im Folgenden wird die kommunikative Struktur der Novelle Khadija aux cheveux noirs anhand des Kommunikationsmodells literarischer Texte von W. Schmid analysiert.

[...]


1 erschienen in: Laroui, Fouad (2004), Tu n ’as rien compris à Hassan II, Paris: Julliard, S. 65-68. Im Folgenden zitiere ich mit einfacher Seitenzahl im Text.

2 Vgl. Kozmus, Janko (2018): „Literarisches Portrait: Fouad Laroui“, in: http://www.marabout.de/Laroui/laroui.htm, zuletzt aufgerufen am 7.2.2019.

3 Vgl. Laroui, Fouad (2004), Tu n ‘as rien compris à Hassan II, Paris: Julliard.

4 Vgl. Martinez, Martin/SCHEFFEL, Michael (2012), Einf ührung in die Erzähltheorie, München: C. H. Beck. 9., aktualisierte und überarbeitete Auflage, S. 111. Im Folgenden: Martinez/Scheffel (2012).

5 Vgl. Klinkert, Thomas (2017), Einf ührung in die französische Literaturwissenschaft, Berlin: Erich Schmidt Verlag, S.121. Im Folgenden: Klinkert (2017).

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Eine Analyse der Novelle "Khadija aux cheveux noirs" von Fouad Laroui gemäß ausgewählter Kategorien der Erzähltheorie von Gérard Genette
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Romanistik)
Note
2
Autor
Jahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V542391
ISBN (eBook)
9783346195500
ISBN (Buch)
9783346195517
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analyse, laroui, khadija, kategorien, genette, gérard, fouad, erzähltheorie, eine, novelle
Arbeit zitieren
Julia Kahr (Autor), 2018, Eine Analyse der Novelle "Khadija aux cheveux noirs" von Fouad Laroui gemäß ausgewählter Kategorien der Erzähltheorie von Gérard Genette, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542391

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