Bewegungsmangel im Kinder-/Jugendalter. Welche Rolle spielt der Sportunterricht?


Hausarbeit, 2019

10 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gründe für den weltweiten Bewegungsmangel
2.1. GESELLSCHAFTLICHE GRÜNDE
2.2. GENERATIONALE GRÜNDE
2.3. GRÜNDE DER INDUSTRIALISIERUNG
2.4. KULTURELLE GRÜNDE

3. Folgen des Bewegungsmangels für die Kinder und Jugendlichen
3.1. GESUNDHEITLICHE FOLGEN
3.2. SOZIALE/ PSYCHISCHE FOLGEN

4. Schulsport als Mittel zur Bekämpfung von Bewegungsmangel
4.1. SCHULSPORT: EIN FACH UNTER ANDEREN?
4.2. KÖRPERLICHE ASPEKTE DER ROLLE DES SCHULSPORTS UND KOMPETENZFELDER
4.2.1. Grundmotorische Fertigkeiten entwickeln
4.2.2. Kleine Spiele - große Sportspiele gestalten
4.2.3. Sich mit Kleingeräten bewegen
4.2.4. Sich zu Musik bewegen
4.2.5. Spielerisch Kräfte messen
4.2.6. Erfahrungen im Bewegungsraum Wasser machen
4.3. SOZIALE UND PSYCHISCHE ROLLE DES SCHULSPORTS
4.3.1. Schulischer Einfluss
4.3.2. Sozialer Einfluss

5. Schlussfolgerung: Bewegungsmangel im Kindes und Jugendalter - die Rolle des Schulsports

1. Einleitung

In unserer industrialisierten, postmodernen Gesellschaft lässt sich die Tatsache, dass ein bemerkenswerter Anteil der Kinder und Jugendlichen sich nicht genügend bewegt, nicht mehr abstreiten.

Laut einer WHO-Studie liegt der Anteil an Menschen, die sich zu wenig bewegen, bei etwas über einem Viertel der Weltbevölkerung. Der Prozentsatz hat sich von 2001 hin zu 2016 nur sehr gering verändert, er ist von 28,5 auf 27,5 Prozent gesunken. (WHO, 2018)

In dieser Arbeit werden zuerst die Gründe und Folgen des Bewegungsmangels bei Kindern und Jugendlichen erläutert, um anschließend die Wichtigkeit des Schulsports hervorzuheben, indem dessen Rolle definiert und unterstrichen wird.

2. Gründe für den weltweiten Bewegungsmangel

2.1. Gesellschaftliche Gründe

Der erste, um nicht zu sagen, aussagekräftigsten Grund für den Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen entspringt aus der gesellschaftlichen Entwicklung.

Das Angebot an alternativen Beschäftigungsmögl ichkeiten ist nicht nur gestiegen, sondern hat sich ebenfalls verändert, denn als Kinder noch vor etwa einem Jahrzehnt nach der Schule im Wald oder in Gärten gespielt haben, sitzen sie heutzutage eher vor multimedialen Unterhaltungsapparaten, wie zum Beispiel dem Fernseher oder der Spielkonsole.

Der Drang danach, sich draußen mit Freunden zu beschäftigen, sich schmutzig zu machen oder in allen Wetterlagen herumzutoben geht tendenziell nach unten.

Hinzu kommt, dass einzelne Schüler neben der Schule weitere außerschulischen Aktivitäten in Anspruch nehmen, welche oft nichts mit Sport oder Bewegung zu tun haben, wie zum Beispiel Nachhilfeunterricht, musische und künstlerische Aktivitäten oder gegeben falls Arzttermine.

Die Eltern der Schüler verplanen den Terminkalender ihrer Kinder also oft so, dass sie zwar an zahlreichen außerschulischen Aktivitäten teilnehmen, jedoch anschließend keine ausreichende Zeit für Bewegung bleibt.

2.2. Generationale Gründe

Dieser Bewegungsmangel ist jedoch nicht nur auf das Verhalten der Kinder und Jugendlichen zurückzuführen, sondern ist das Ergebnis einer prädestinierten Entwicklung der Generation der Eltern.

Für die Eltern ist es aus wirtschaftlichen Gründen fast nicht mehr möglich, dass ein Elternteil zu Hause bleibt und das zweite Elternteil genügend Geld verdient, um die Familie ausreichend finanziell abzusichern (z.B. Haus, Miete, Unterhaltskosten, usw.).

Somit müssen beide Elternteile, falls die Familie zusammenwohnt, aktiv am Arbeitsmarkt teilnehmen. Dies verengt nicht nur den Zeitplan der Eltern, sondern auch den der Kinder und dabei bleibt vor allem die Zeit für Bewegung auf der Strecke.

2.3. Gründe der Industrialisierung

Das Erfinden und Einsetzen von motorisierter Mobilität verknotet sich mit diesem Zeitdruck, denn Schüler werden nicht mehr zu Fuß zur Schule gebracht, sondern schnell vor der Arbeit von den Eltern auf dem Bordstein vor dem Eingang zur Schule abgesetzt. Am Wochenende ist das Interesse an Bewegungsaktivitäten eher gering, da die Eltern sich meist von den Werktagen erholen wollen.

Dieses Verhalten wird von den Kindern und Jugendlichen nicht in Frage gestellt, sondern eher akzeptiert und nachgeahmt.

2.4. Kulturelle Gründe

Wenn wir uns nun von unserer westlichen Gesellschaft entfernen und einen Blick auf die muslimischen Länder werfen, springt ein weiterer Grund für den Bewegungsmangel ins Auge. Dieser bezieht sich eher auf die weiblichen Mitglieder der Gesellschaft, denn hier verlassen junge Frauen und Mädchen aus kulturellen Gründen weniger das Haus und bewegen sich insofern weniger.

3. Folgen des Bewegungsmangels für die Kinder und Jugendlichen

3.1. Gesundheitliche Folgen

Als gravierendste Folge wird die des Übergewichts oder der Adipositas erläutert, da dies erhebliche Folgen für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen mit sich bringt.

Im Jahr 2014 hat die Kinder- und Jugendgesundheitsstudie ,,Health Behaviour in School­aged Children", kurz ,,HBSC", das Gewicht von Kindern im Alter von 11 bis 18 Jahren unter die Lupe genommen. Hierbei hat man als Ergebnis feststellen können, dass in Luxemburg etwa 12,1 Prozent der Untersuchten übergewichtig sind, und 2,8 Prozent adipös, also fettleibig sind. (hbsc, 2017)

Diese Studienergebnisse sind frappant, da besonders Übergewicht im Jugendalter schwerwiegende Folge- und Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Atembeschwerden oder Herzkreislauf mit sich bringen. Diese Krankheiten greifen den Körper in der Tiefe an, verengen Blutgefäße und können im schlimmsten Falle zu Schlaganfällen, Herzinfarkten oder schlussendlich dem Tod führen.

Jedoch gibt es nicht nur Folgen, die das Leben des Betroffenen bedrohen, sondern auch welche, die ihren Alltag schlicht und einfach erschweren. Dazu gehören Haltungsschäden, schlechte Körperkoordination, geringe geistige Leistungsfähigkeit oder Sexualhormonstörungen.

Im Alltag gesellen sich dann, besonders für Kinder, noch andere zu überwindende Hindernisse hinzu, nämlich zum Beispiel Unbeweglichkeit, Balanceschwierigkeiten, Konzentrationsprobleme, mangelnde Körperbeherrschung oder Schlafstörungen. Diese wirken sich früher oder später auf die schulischen Leistungen der dick- oder fettleibigen Schüler aus.

Dazu kommt, dass Dick- und Fettleibigkeit auch von vornerein die Lebenserwartung senken. Um dies zu beweisen, hat man Studien bezüglich des Sterblichkeitsrisikos und dem BMI von Personen gemacht. BMI steht für B ody- B ass- I ndex" und ,,ist eine statistische Kennzahl, die das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße angibt. ", denn bei einem erhöhten BMI (=Bodymaßindex) erweist sich die Sterblichkeitsrate als 1,3 bis 2,5-fach höher als bei Normalgewichtigen.

3.2. Soziale/ psychische Folgen

Neben den gesundheitlichen Folgen von Übergewicht und Adipositas für Kinder und Jugendliche, gibt es auch gesellschaftliche Folgen, die das Leben der Betroffenen beeinträchtigt und somit auch zu psychischen Erkrankungen werden können.

Bereits in jungen Altersphasen vergleichen sich Kinder untereinander. Sie achten auf äußerliche Unterschiede und somit werden Kinder, die etwas mehr Pfunde auf die Waage bringen, zur Zielscheibe für Hänseleien und Mobbingangriffe.

Diese Mobbingattacken charakterisieren sich im jungen Alter eher durch verbale Akte, sowie das Ausschließen aus der Gemeinschaft. Man nehme beispielsweise eine Situation im Kindergarten, wo ein Schüler nicht mit den anderen Schülern mitspielen darf, weil er zum Beispiel weniger beweglich ist, oder durch seine körperliche Ausprägung weniger für das Spiel geeignet ist (z.B. Fangen oder Hindernislauf).

Jedoch bemerkt man, dass es mit dem Wachsen des Kindes nicht bei diesen verbalen Angriffen bleibt, sondern mit dem Eintreten des Schülers in die Pubertät wird mehr auf das äußerliche Erscheinungsbild geachtet und somit bietet eine größere Angriffsfläche für Provokationen und Verspottung. Dickleibigkeit wird von Jugendlichen manchmal als Grund für Minderwertigkeit angesehen und damit werden die Betroffenen konfrontiert.

Hierbei bleibt es dann oft nicht bei den verbalen Handlungen, sondern es kommt zu Handgreiflichkeiten oder Zerstörung von persönlichen Gegenständen, sowie der Diskrimination in der sozialen Gruppe (z.B. Klasse, Freundschaftskreis, usw.).

Die übergewichtigen Jugendlichen werden also psychisch angegriffen, diskriminiert und ihr Selbstwertgefühl zerstört, was im schlimmsten Falle zum Suizid führen kann.

4. Schulsport als Mittel zur Bekämpfung von Bewegungsmangel

Um Übergewicht oder Bewegungsmangel an der Wurzel zu bekämpfen, muss sehr früh bereits mit der Motivation zur Bewegung bei Kindern und Jugendlichen begonnen werden. Hier spielt der Schulsport dann eine primäre Rolle, da die Schüler seit Anfang ihrer schulischen Laufbahn damit konfrontiert sind.

Schauen wir uns das Lebensphasenmodell der motorischen Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen an, so können wir feststellen, dass die Entwicklung vom Kleinkindalter zum späten Schulkindalter durch enorme Veränderungen geprägt sind. Wir beginnen bei Kleinkindern mit der Aneignung elementarer Bewegungsformen (Krabbeln, Aufrichten), welche im Vorschulkindalter verbessert werden (Hüpfen, Laufen) und gelangen durch die schnellen Frotschritte des motorischen Lernens im frühen Schulkindalter zum sogenannten „goldenen motorischen Lernalter" des späten Schulkindalters (10-12/13 Jahre).

Im luxemburgischen Bildungssystem sind die Schulsportstunden folgendermaßen verteilt: Zyklus 2 und 3: drei Stunden, Zyklus 4: zwei Stunden, 7eme: 3 Stunden, 6eme bis 1ere: 2 Stunden. (Meisch, 2014)

4.1. Schulsport: Ein Fach unter anderen?

Der Schulsport wird tendenziell von Lehrern und Schülern unterschätzt, beziehungsweise vernachlässigt.

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Details

Titel
Bewegungsmangel im Kinder-/Jugendalter. Welche Rolle spielt der Sportunterricht?
Autor
Jahr
2019
Seiten
10
Katalognummer
V542522
ISBN (eBook)
9783346158574
ISBN (Buch)
9783346158581
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bewegungsmangel, kinder-/jugendalter, rolle, sportunterricht, welche
Arbeit zitieren
Anne Thillmann (Autor), 2019, Bewegungsmangel im Kinder-/Jugendalter. Welche Rolle spielt der Sportunterricht?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542522

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