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Gleichheit und Ungleichheit in Pandemien bei systemrelevanten Berufen in Deutschland

Title: Gleichheit und Ungleichheit in Pandemien bei systemrelevanten Berufen in Deutschland

Term Paper , 2020 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christina Mermillod-Blondin (Author)

Social Work
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit gesellschaftlicher Ungleichheit in Pandemien, speziell der derzeitigen Corona-Pandemie. Dabei werden zunächst philosophische Theorien zur Gleichheit von Aristoteles, John Locke und John Rawls vorgestellt. Anschließend wird die soziale Ungleichheit in der deutschen Gesellschaft anhand der Pflege-, Erziehungs- und Landwirtschaftsberufe untersucht.

Die deutsche Presse erklärte Covid19 zum Gleichmacher, der jeden treffen könne, obwohl in der Medizin seit langem bekannt ist, dass Schwache, allein Lebende und/oder Arme generell höhere Erkrankungsrisiken tragen. Sozial tritt die Ungerechtigkeit derzeit vor allem an der Diskrepanz von Entlohnung und Leistung in systemrelevanten Berufen zutage, was in der vorliegenden Arbeit gezeigt werden soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Konzepte von Gleichheit

2.1. Aristoteles (384 - 322 v. Chr.)

2.2. John Locke (1632-1704)

2.3. John Rawls (1921-2002)

3. Pandemien und Ungleichheit

4. Ungleich wichtig in Deutschland

4.1. Pflegende

4.2. Erzieher/innen

4.3. Spargelpflücker

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld von Gleichheit und Ungleichheit im Kontext von Pandemien, wobei der Fokus insbesondere auf der gesellschaftlichen und ökonomischen Bewertung systemrelevanter Berufe in Deutschland liegt.

  • Historische philosophische Konzepte von Gerechtigkeit (Aristoteles, Locke, Rawls)
  • Analyse sozioökonomischer Disparitäten während historischer und aktueller Pandemien
  • Untersuchung der Entlohnung und Wertschätzung systemrelevanter Berufsgruppen
  • Kritische Betrachtung der Arbeitsbedingungen von Pflegekräften, Erziehern und Erntehelfern
  • Vergleich von gesellschaftlichen Anforderungen an systemrelevante Arbeit mit deren faktischer Entlohnung

Auszug aus dem Buch

2.1. Aristoteles (384 - 322 v. Chr.)

Für Aristoteles ist der Mensch ein politisches Wesen, das nicht nur über Gleichheit und Ungleichheit nachdenken, sondern mit anderen Menschen im Gespräch einen Konsens darüber finden kann (Voigt, 2015, S. 31). In seinem Konzept der VERTEILENDEN GERECHTIGKEIT geht er der Frage nach, wie politische Ämter verteilt werden sollen. Wie oben angedeutet, schloss er unfreie Bürger, also Sklaven, Fremde und Frauen aus. Interessanterweise sind die letzten beiden Gruppen in Deutschland mit hohem Anteil in systemrelevanten Berufen tätig; die Situation der Spargelpflücker lässt durchaus an unfreie Bürger denken (vgl. Kapitel 4). Sie haben, wie viele Tätige in systemrelevanten Berufen, wenig Mittel, politisch Einfluss zu nehmen – und das in einer Zeit, in der laut Grundgesetz die Würde eines jeden Menschen unantastbar ist.

Zurück zu Aristoteles und seiner Theorie der VERTEILENDEN GERECHTIGKEIT: Wer hat laut dem antiken Denker einen wie großen Anspruch auf politischer Beteiligung? Aristoteles zufolge soll ein Mensch mit einem höheren Wert auch mehr Einfluss besitzen als ein Mensch mit einem niedrigeren Wert oder, wie Knoll formuliert, „versteht Aristoteles das Gerechte der verteilenden Gerechtigkeit als eine Gleichheit in Ansehung der Person“ (Knoll, 2015, S. 7). Aristoteles zufolge bestimmten der Grad an Freiheit, Reichtum, Adel oder Tüchtigkeit die Ansehung, den Wert eines Bürgers. In seiner berühmten Schrift Politik erklärt er, dass allerdings vor allem die Tüchtigen (oft mit Tugendhaften übersetzt) geeignet seien, dem Volk ein gutes, glückliches Leben zu garantieren:

„Wer darum zu einer solchen Gemeinschaft am meisten beiträgt, der hat auch einen größeren Anteil an dem Staate als jene, die an Freiheit und Abkunft gleich oder sogar überlegen sind, aber an politischer Tugend weniger besitzen, oder jene, die an Reichtum hervorragen, an Tugend aber zurückstehen.“ (Aristoteles, 1985, S. 117)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der gesellschaftlichen Wertschätzung systemrelevanter Berufe während der Corona-Pandemie ein und steckt den theoretischen sowie methodischen Rahmen der Hausarbeit ab.

2. Historische Konzepte von Gleichheit: In diesem Kapitel werden die Gerechtigkeitstheorien von Aristoteles, John Locke und John Rawls vorgestellt, um die theoretische Basis für die Untersuchung sozialer Gleichheit zu legen.

3. Pandemien und Ungleichheit: Das Kapitel analysiert historische Pandemien und zeigt auf, dass diese soziale Ungleichheiten verschärfen, da arme Bevölkerungsschichten ein höheres Krankheitsrisiko bei geringerer Schutzmöglichkeit tragen.

4. Ungleich wichtig in Deutschland: Hier wird der Fokus auf die konkrete Situation von Pflegepersonal, Erziehern und Erntehelfern in Deutschland gelegt, um die Diskrepanz zwischen Systemrelevanz und Entlohnung aufzuzeigen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert, ob die während der Pandemie gewonnene Wertschätzung für systemrelevante Berufe zu einer langfristigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen führen wird.

Schlüsselwörter

Gleichheit, Ungleichheit, Pandemie, systemrelevante Berufe, soziale Gerechtigkeit, Aristoteles, John Locke, John Rawls, Entlohnung, Pflege, Erzieher, Spargelpflücker, Arbeitsbedingungen, Corona-Krise, Gesellschaftsstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Gleichheit und Ungleichheit in Gesellschaften unter dem besonderen Druck von Pandemien, am Beispiel systemrelevanter Berufe in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die philosophischen Grundlagen der Gerechtigkeit, die Auswirkungen von Pandemien auf soziale Schichten und die aktuelle wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Situation von Pflegenden, Erziehern und Erntehelfern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Parallelen zwischen historischen Gerechtigkeitsvorstellungen und der aktuellen Ungleichbehandlung systemrelevanter Arbeitskräfte aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse philosophischer Konzepte sowie einer deskriptiven Auseinandersetzung mit der aktuellen sozialen und wirtschaftlichen Lage ausgewählter Berufsgruppen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch antike und moderne Gerechtigkeitstheorien sowie einen praktischen Teil, der die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Berufsgruppen analysiert, die das gesellschaftliche System in der Krise aufrechterhalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind systemrelevante Berufe, soziale Ungleichheit, verteilende Gerechtigkeit, Pandemien, Arbeitsbedingungen und gesellschaftliche Wertschätzung.

Inwiefern spielt der „Schleier des Nichtwissens“ von John Rawls eine Rolle?

Das Gedankenexperiment dient als moralischer Prüfstein, um zu hinterfragen, ob Arbeitsverträge und Entlohnungen in der Pflege fair gestaltet wären, wenn man seine eigene Position in der Gesellschaft nicht kennen würde.

Wie werden die Arbeitsbedingungen von Spargelpflückern im Kontext der Pandemie bewertet?

Die Arbeit verdeutlicht die prekäre Lage der Saisonarbeiter, die trotz ihrer systemrelevanten Bedeutung für die Landwirtschaft oft unter schwierigen Bedingungen leben und arbeiten und somit eine besondere Form der gesellschaftlichen Ungleichheit repräsentieren.

Welche Rolle spielt die Presse in Bezug auf die Wahrnehmung systemrelevanter Berufe?

Die Presse fungiert als Beobachterin, die die Diskrepanz zwischen dem Applaus für systemrelevante Gruppen und deren tatsächlicher, oft unzureichender Entlohnung und Belastung thematisiert.

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Details

Title
Gleichheit und Ungleichheit in Pandemien bei systemrelevanten Berufen in Deutschland
College
Fresenius University of Applied Sciences Idstein  (Pädagogik & Soziales)
Course
Humanwissenschaftliche Grundlagen der Sozialen Arbeit
Grade
2,0
Author
Christina Mermillod-Blondin (Author)
Publication Year
2020
Pages
16
Catalog Number
V542608
ISBN (eBook)
9783346216649
ISBN (Book)
9783346216656
Language
German
Tags
Pandemie Corona Systemrelevanz soziale Ungleichheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Mermillod-Blondin (Author), 2020, Gleichheit und Ungleichheit in Pandemien bei systemrelevanten Berufen in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542608
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