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Illusionsbildung im Bilderbuch am Beispiel von "Johanna im Zug". Hat die Metafiktion illusionsbildendes oder illusionsstörendes Funktionspotential?

Titel: Illusionsbildung im Bilderbuch am Beispiel von "Johanna im Zug". Hat die Metafiktion illusionsbildendes oder illusionsstörendes Funktionspotential?

Bachelorarbeit , 2020 , 47 Seiten , Note: 1,13

Autor:in: Henrike Albert (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Verlauf dieser Arbeit werden die illusionsbildenden Prinzipien und Charakteristika von Werner Wolf erläutert und in der darauffolgenden Analyse auf das Kinderbuch "Johanna im Zug" angewendet. Wolf bezieht sich mit seinen Ausführungen auf ästhetische beziehungsweise narrative Illusion, die Übertragung seiner Schemata auf "Johanna im Zug" stellt somit zugleich eine neue Art und Weise der Analyse des Bilderbuches dar. Besonderer Schwerpunkt der Analyse soll auf den metaisierenden Verfahren liegen, um die Frage zu klären, ob die Metafiktion im vorliegenden Kinderbuch illusionsbildendes oder illusionsstörendes Funktionspotential birgt.

Die Selbstreflexion des Fiktionscharakters ist ein bekanntes Phänomen der Erwachsenenliteratur, welches aber schon lange nicht mehr nur als Technik postmoderner und/oder experimenteller Erzählliteratur angesehen werden kann und sich zusehends auch in der heutigen Kinder- und Jugendliteratur etabliert hat. Die Auswirkungen metaisierender Verfahren auf die kindliche Leserschaft wurden unter anderem von Scherer et al. untersucht. Ihre Ergebnisse der Bilderbuchrezeptionsforschung stellen das Element der Metafiktion im vorliegenden Kinderbuch als komplexe Herausforderung dar. Auf Grund der häufigen Perspektivwechsel und der dominanten Thematisierung der eigenen Artifizialität stufen sie "Johanna im Zug" zudem als "eine literar-ästhetische Herausforderung für Rezipient(inn)en aller Lebensalter" ein.

Das vorliegende Kinderbuch bietet auch mit einem Blick auf Schulunterricht großes Potential. Persönlich schätzt die Autorin das Bilderbuch als überaus geeignet ein, um Schülerinnen und Schülern die Vielfältigkeit des Mediums sowie den Facettenreichtum der Erzählstrukturen nahe zu bringen. Zudem wird gerade auch an "Johanna im Zug" deutlich, dass es sich bei dieser Art der Literatur keineswegs nur um Werke für Kinder handelt. Interesse und Aktualität des Untersuchungsgegenstandes sind damit für die vorliegende Arbeit nicht von der Hand zu weisen. Die Auswirkungen der Metafiktion sollen in der vorliegenden Arbeit jedoch nicht weiter in Bezug auf liter-ästhetische Bildung, sondern auf ihr illusionsbildendes Funktionspotential hin untersucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Der Illusionsbegriff nach Werner Wolf

2.1.1 Prinzipien der Illusionsbildung

2.1.2 Charakteristika des illusionistischen Erzählens

2.2 Illusionsstörung

3 Das Bilderbuch Johanna im Zug

4 Analyse des Bilderbuchs Johanna im Zug

4.1 Illusionsbildende Prinzipien und Charakteristika in Johanna im Zug

4.2 Metafiktion in Johanna im Zug

4.2.1 Explizite Metafiktion

4.2.2 Implizite Metafiktion

5 Fazit und Ausblick

6 Primärliteratur

7 Sekundärliteratur

8 Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die metafiktionalen Verfahren in Kathrin Schärers Bilderbuch "Johanna im Zug" im Hinblick auf ihr Potenzial, Illusion zu fördern oder zu brechen. Dabei wird analysiert, wie trotz der bewussten Thematisierung von Artifizialität und Fiktionalität eine ästhetische Illusion beim Rezipienten entstehen kann.

  • Grundlagen der Theorie der Illusionsbildung nach Werner Wolf
  • Anwendung narratologischer Prinzipien auf das Medium Bilderbuch
  • Klassifizierung metafiktionaler Verfahren in explizite und implizite Formen
  • Analyse des Funktionspotenzials von Metalepse und Intermedialität
  • Untersuchung der Bedeutung von Rezeptionsvoraussetzungen für die Illusionierung

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Explizite Metafiktion

Wie im Vorfeld erläutert sind alle Aussagen mit offener Thematisierung des Fiktionscharakters, die an der Textoberfläche zu verorten sind, als explizite Phänomene der Metafiktion zu verstehen.

Intermedialität ist eines dieser Phänome, womit der text- bzw. bildinterne Verweis auf andere, außerhalb des Bilderbuches realexistierende Werke, wie Bücher, Kunstwerke und Filme zu verstehen ist. In Johanna im Zug finden sich schon zu Beginn intertextuelle Bezüge die Rückschlüsse auf die Poetik der Autorin bzw. der Zeichnerin zulassen. Abgebildet sind drei Bücher, die auf dem Schreibtisch der Zeichnerin liegen (vgl. Abb. 4). Das Buch des Schriftstellers Max Frisch verweist auf die schweizer Wurzeln der Realautorin Kathrin Schärer und auch inhaltlich lassen sich Parallelen zum Bilderbuch ziehen. In Frischs Werk Biografie: Ein Spiel steht als zentrales Thema die Möglichkeit bzw. Unmöglichkeit des Menschen, seine eigene Identität zu verändern. Diese Selbstbestimmtheit rückt durch die Kontaktzone für die Hauptfigur Johanna jedoch in den Bereich des Möglichen. Inhaltliche Vorausdeutungen finden sich ebenfalls in dem Band des Schweizers Friederich Dürrenmatt. Der Hund könnte als Verweis auf die tierischen Figuren des Bilderbuches gelten; in Der Tunnel stellt eine Zugfahrt die Rahmenhandlung dar. Die Panne - Eine noch mögliche Geschichte befasst sich mit der Frage, ob es für einen Schriftsteller noch Geschichten zu erzählen gibt und wie man als Autor hinter dem Erzählstoff zurücktreten kann. Die Frage kommt auf, wie man schreibt, ohne autobiografisch alles von sich Preis zu geben. Kathrin Schärer spielt in ihrem Kinderbuch mit diesen Fragen. Für die Leserschaft stellt sich eine eindeutige Trennung zwischen ihr und der Autorillustratorin im Bilderbuch sicherlich schwer dar und die Zuordnung, was autobiografisch, was fiktional ist, richtet den Blick weg von der histoire auf die discours-Ebene. Das dritte Buch Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier verweist schon mit dem Titel auf eine Zugfahrt. Doch auch die zentralen Motive des Romas ‚Zeitsprünge‘ und ‚Veränderung der Vergangenheit‘ findet sich im Bilderbuch wieder.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Metafiktion in Kinderbüchern ein und stellt "Johanna im Zug" als zentrales Untersuchungsobjekt vor, dessen Potenzial für die literar-ästhetische Bildung herausgearbeitet wird.

2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert Werner Wolfs Theorie der ästhetischen Illusion, definiert zentrale Prinzipien der Illusionsbildung sowie Techniken der Illusionsstörung.

3 Das Bilderbuch Johanna im Zug: Es werden die medienspezifischen Charakteristika des Bilderbuchs sowie die Besonderheiten der Erzählstruktur in Schärers Werk dargelegt.

4 Analyse des Bilderbuchs Johanna im Zug: Der Hauptteil wendet die zuvor erarbeiteten theoretischen Prinzipien auf das Bilderbuch an und kategorisiert die auftretenden metafiktionalen Verfahren.

5 Fazit und Ausblick: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengefasst und die Schlussfolgerung gezogen, dass metafiktionale Verfahren je nach Einsatz und Rezeption auch illusionsfördernd wirken können.

Schlüsselwörter

Metafiktion, Illusionsbildung, Bilderbuchanalyse, Werner Wolf, Johanna im Zug, Kathrin Schärer, Metaisierung, Metalepse, Ästhetische Illusion, Narrativik, Intermedialität, Rezeptionsästhetik, Fiktionalität, Artifizialität, Funktionspotenzial.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Bachelorarbeit untersucht, wie das Bilderbuch "Johanna im Zug" von Kathrin Schärer mit metafiktionalen Mitteln arbeitet und ob diese die ästhetische Illusion des Lesers stören oder fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft Theorien der Illusionsbildung (nach Werner Wolf) mit der Analyse zeitgenössischer Bilderbücher und der Untersuchung von Metaisierungsphänomenen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu klären, ob Metafiktion in diesem speziellen Kinderbuch zwingend illusionsstörend wirkt oder ob sie im Gegenteil zur emotionalen Einbindung und zum Verständnis der Gemachtheit des Werkes beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die auf theoretischen Modellen der Narratologie und Bilderbuchforschung basiert, um konkrete Text- und Bildbeispiele aus dem Buch zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Prinzipien der Illusionsbildung, untersucht verschiedene Arten der Metafiktion (explizit und implizit) und bewertet deren Funktionspotenzial anhand von Bildbeispielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Metafiktion, Illusionsbildung, Bilderbuch, Narrativik und die Analyse von Intermedialität und Metalepse.

Welche Rolle spielt die Metalepse im untersuchten Werk?

Die Metalepse wird als zentrales Element identifiziert, bei dem die Grenzen zwischen der Welt der Zeichnerin und der Welt des Schweinchens Johanna durchlässig werden, was laut der Autorin in diesem Fall eher illusionsfördernd als störend wirkt.

Welche Bedeutung kommt dem "doppelten Adressaten" zu?

Die Arbeit hebt hervor, dass das Bilderbuch sowohl kindliche Rezipienten als auch erwachsene Betrachter anspricht, wobei Letztere durch intertextuelle und intermediale Verweise auf einer anderen Ebene angesprochen werden.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Illusionsbildung im Bilderbuch am Beispiel von "Johanna im Zug". Hat die Metafiktion illusionsbildendes oder illusionsstörendes Funktionspotential?
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
1,13
Autor
Henrike Albert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
47
Katalognummer
V542644
ISBN (eBook)
9783346159632
ISBN (Buch)
9783346159649
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Metafiktion Bilderbuch Johanna im Zug Illusionsbildung Illusionsbrechung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Henrike Albert (Autor:in), 2020, Illusionsbildung im Bilderbuch am Beispiel von "Johanna im Zug". Hat die Metafiktion illusionsbildendes oder illusionsstörendes Funktionspotential?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542644
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  47  Seiten
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