Die lutherische Wende und die Änderung der Glaubensweise. Zur Bedeutung Luthers für die Reformation


Hausarbeit, 2019

19 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitendes

2 Biographische Annaherung und wichtige Wirkungsetappen
2.1 Das 16. Jahrhundert: Ende und Neuanfang
2.2 Die geistliche Sicherheit lasst sich nicht erkaufen

3 Martin Luthers Hauptschriften und der Bruch mit Rom
3.1 Luthers Theologie
3.2 Schlusspladoyer

Literaturverzeichnis

1. Einleitendes

„Wie bekomme ich einen gnadigen Gott?"1 ist die lutherische Frage, die 502 Jahre nach der Reformation nicht an Bedeutsamkeit verloren hat. Diese Frage wandelte sich fur Martin Luther in eine personal-existentielie Problematik, ein Fragezustand, welches anfanglich als aporetisch fur ihn erschien, wegen der damals herrschenden Kirchenlehre, aber welche stufenweise durch Glaube und Erkenntnis an Klarheit gewann.

Heute scheint diese Frage, die durch Luther zwar an Prominenz gewann, aber welche so alt wie die Menschheit selbst ist, zu verblassen. In einer sich standig veranderten Welt, wo der Mensch fur Prestige und sozialen Status lebt und arbeitet, werden andere pragmatische Fragen behandelt: die Frage nach ein gutes und aquilibriertes Leben, die Frage nach einer glucklichen und gesunden Familie, allgemein die Frage nach Gluckseligkeit oder Eudaimonie. Schnell findet man anschlieBend ein gut gemischtes Rezept fur das gute Leben, wo Gott entweder fehlt oder wo man Ihm als uberflussige Intension in einer Schublade der Vergessenheit deponiert. Man vergisst, dass Gott mehr ist als nur der Schopfer und Erhalter der Welt, man vergisst, dass das menschliche Leben, in einer standigen Relation mit Ihm und durch Ihm, gefuhrt wird. Man vergisst, dass jeder Mensch, vor Gott Rechenschaft iiber sein Leben ablegen muss, wenn seine Zeit gekommen ist, und dass es eine groBe Rolle spielt, wie dieser Mensch sein Leben gelebt hat. Alle diese gegenwartigen Fragen, die unsere Existenz umkreisen, lassen sich im Grunde, zu der Frage nach dem gnadigen Gott zuriickfuhren. Es ist eine aktuelle und begluckende Frage, die durch Glaube, Christus, Gnade Gottes und die Heilige Schrift zu beantworten ist. Die performative und effiziente Beantwortung dieser Frage ist Martin Luther zu verdanken. Die Wirkungen, die durch die Beantwortung dieser Fragen entstanden sind, waren universal, aber es war eine conditio sine qua non fur das gewonnene Resultat: ein wahres und richtiges Christensein, Christenleben und Christenwahrheit, wo man die GroBe und Gute Gottes umarmt, und sich nicht mehr furchten muss.

Anliegen dieser Arbeit ist sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Bedeutung Martin Luther fur die Reformation hatte, welchen Einfluss er auf die damalige Zeit ausgeubt hat und nicht zuletzt welche theologischen Aussagen ausschlaggebend fur die Reformation und die immerwahrende Bedeutung des lutherischen Wirkens in der heutigen Ambiance der Kirche und Okumenismus waren.

In einem ersten Schritt wird eine kurze und knappe Annaherung an das Biographische Luthers gewagt, urn so ein besseres Bild der Person Martin Luthers darstellen zu konnen und urn zeigen zu konnen, wie einzelne Stationen seines Lebens sein theologisches Dasein beeinflusst haben.

In einem nachsten Schritt wird die Welt der Spannungen und Konflikten, die Welt und Zeit der groBen Veranderungen, in der Martin Luther hineingeboren ist und gewirkt hat, nur tangential angerissen, urn so einen besseren Eindruck von der damaligen kirchlichen und gesellschaftlichen Situation zu bekommen.

AnschlieBend wird die Situation des Ablasshandels und die Reaktion Luthers durch die 95 Thesen, welcher er 31. Oktober 1517 an die Tur der Schlosskirche in Wittenberg hangt, erlautert, um so einen besseren Eindruck der theologischen Auseinandersetzungen der damaligen Zeit zu bekommen und schlieBlich zu Unterstreichen, dass der Konflikt, ob man sich die geistliche Sicherheit erkaufen kann oder nicht, der Anfang der lutherischen Reformation ist, auch wenn er das an jenen Zeitpunkt, es noch nicht so sah.

Nach der Grundlagenschaffung, wird in dem zweiten Teil eine tangentiale Annaherung an Martin Luthers Hauptschriften gewagt und der Bruch mit Rom dargestellt. Die Hauptschriften werden aus Rahmentechnischen Griinden nur kurz angerissen, soil aber fur ein effizientes Verstandnis von Luthers Theologie und reformatorisches Anliegen, nicht fehlen.

In einem weiteren Schritt wird Luthers theologische Komplexitat diskutiert und einige wichtige Themenkomplexe anvisiert, welche als Ausgangspunkt folgende theologische Axiome haben: sola scriptura, sola fide, sola gratia und solus Christus.

Das Schlusspladoayer widmet sich den Sinns und Zwecks der lutherischen Wende indem man die bisher genannten Punkte zusammenfassend konkludiert und abschlieBend einen okumenischen Ausblick gewahrt.

2. Biographische Annaherung und wichtige Wirkungsetappen

Kindheit

Martin Luder2 wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren. Luthers Vater, Hans Luder3, stammte aus einer Bauernfamilie ab und ist nach Eisleben aus Mohra (Thuringer Wald), gekommen um in einem Bergwerk zu arbeiten. Seine Mutter Margarethe war wahrscheinlich eine geborene Lindemann, geboren in Neustadt an der Saale4 Nach der Geburt von Martin ist die Familie von Eisleben nach Mansfeld umgezogen, in der Hans Luder bessere berufliche Chancen hatte.5 Sein Vater gait als aufrichtige, aber auch strenge Person. Seine Mutter gait als sehr sittsame Frau, die ebenfalls eine strenge Erzieherin war. Luther selbst beschreibt seine Kinderzeit als ernst und vielfach bitter.6

Jugend

In Mansfeld besucht Luther die Lateinschule und weil sich die okonomische Lage der Familie verbessert, besucht Luther anschlieBend im 1497 die renommierte Schule in Magdeburg „Briider vom gemeinsamen Leben".

Im Jahr darauf (1498) lernt Luther an der stadtischen Pfarrschule in Eisenach, wo er in Latein unterrichtet wurde und eine musikalisch-poetische Ausbildung erhielt. Hier hatte er Kontakt mit den Franziskanerorden, lernte die Gebets- und Lesegemeinschaft von Monchen und Burgern kennen.7

Im Jahr 1501 fangt Luther das Studium an der Universitat Erfurt an. Wunsch seines Vaters ist, dass Luther ein Jurastudium aufnehmen sollte. Zunachst erlernt Luther die sieben freie Kunste8. 1502 erhalt Luther das Bakkalaureat und den ersten akademischen Grad. 1505 wird Luther Magister. Im Sommersemester 1505 fangt Luther, auf Wunsch seines Vaters, das Jurastudium an.

Das Blitz-Erlebnis9

Am 2. Juli 1505 geriet Luther, nach einem Besuch seiner Eltern in Mansfeld, auf dem Ruckweg bei Stotternheim in ein schweres Gewitter. In seiner nahe Schlug ein Blitz und er wurde vom Luftdruck zu Boden geschleudert. In Todesangst soil Luther zur heiligen Anna, der Mutter Marias gebeten haben und gelobte: „Heilige Anna, hilf! Lasst Du mich leben, so will ich ein Monch werden."10

Mutter hat all ihr Holz auf dem Riicken heimgetragen. Also haben sie uns erzogen. Sie haben harte MiXhsal ausgestanden, wie sie die Welt heute nichtmehr ertragen wollte" Luther, Martin in Gretzschel, Matthias: Auf den Spuren von Martin Luther, Hamburg, 2017, S. 21 In Mansfeld aber veibessert sich die Situation der Familie, im 1491 wird Familie Luder bereits als eine angesehene Familie betrachtet Eindeutig ist nur dass er am 17. Juli 1505, in das Augustiner-Eremiten-Kloster in Erfurt eintrat.

Siehe zu den Kontroversen um Luthers Beweggriinde auch: Dietrich Emme, Martin Luthers Weg ins Kloster. Eine wissenschaftliche Untersuchung in Aufsatzen. Regensburg 1991, S. 15-29.

Monchsleben und Theologiestudium

Zum Zorn seines Vaters, revidiert Luther seine Entscheidung nicht und tritt dem Bettelorden der Augustiner im Erfurt Kloster bei. Das Monchsleben zur Zeit Luthers war streng: hartes Fasten, viel Beten und Arbeiten. Enthaltsamkeit und Bibelstudium pragten jetzt seine Existenz. 1506 legte er das Monchsgelubde ab und 1507 wurde er zum Priester geweiht. Im selben Jahr begann Martin Luther das Theologiestudium.11

Die Romreise

Luthers Entwicklung generierte viel Vertrauen in seinen Vorgesetzten und schicken Luther zur Klarung einer Klosterangelegenheit, 1510 nach Rom. Luther fangt das Pilgerabenteuer im Winter 1510 an.12

Rom, die Stadt der Pdpste undHeiligen, war das Sehnsuchtsziel aller gldubigen Menschen desMittelalters."12

Auch Luther war voller Neugier und Erwartungen als er mit einem Ordensbruder, in Rom ankam. Tief bewegt warf er sich auf die Erde nieder und rief: „Sei mir gegriiBt, du heiliges Rom!"14 Er besuchte die Kirchen, Kloster, die Katakomben und Palaste. Er aber interessierte sich nicht fur die bildende Kunst, fur die aufbluhende Renaissancekunst oder fur die antiken Monumente. Er suchte das religios-geistliche Leben von Rom. Aber leider hat das Chaos, Durcheinander, die Messen, welche oberflachlich gefeiert wurden, und die Ablasspraxis, Luther einen bitteren Beigeschmack gegeben.15 Luther horte wie romische Kleriker das Sakrament der Eucharistie (in dem sich nach katholischer Lehre die Wandlung von Brot und Wein zu Leib und Blut Christi vollzog) langst nicht mehr ernst nahmen und wie alles in Rom aus dem Ruder lief.16

Doktor der Theologie

1512 wird Martin Luther von der Universitat zu Wittenberg der Titel eines Doktors der Theologie verliehen. Er erhalt auch die Bibelprofessur an der Universitat Wittenberg.

Luthers ersten Jahre im Wittenberg waren von der intensiven Suche nach der Wahrheit des Evangeliums gepragt. Noch immer beschaftigt Luther die Frage, die er als auch Monch hatte: »Wie finde ich einen gnadigen Gott?«.

Neben seiner Professur an der Universitat, wird er 1514 auch Prediger in der Wittenberger Stadtkirche. Er hat somit auch fur das Seelenheil seiner Gemeinde zu sorgen. Er muss leider feststellen, dass viele Gemeindemitglieder nicht mehr zu ihm in die Beichte kommen. Er findet heraus, dass stattdessen die Leute in Nachbarstadten gehen, urn doit Ablassbriefe zu kaufen. Man kaufte quasi ein Ablassbrief, der die Beichte ersetzte, und mit der man sich sein Seelenheil erkaufen konnte. Das war ja nicht neu, aber der Handel mit den Ablassbriefen nimmt dramatisch zu, weil die katholische Kirche im Geldnot geriet17 und de facto Sundenvergebung vermarktet und verkauft. Bei den Monch Tetzel18 konnte man auch die Sunden der Verstorbenen erkaufen und tilgen lassen. Spriiche wie »Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt«19 haben Luther sehr aufgeregt.

Turmerlebnis

1515 bereitet sich Luther fur seine nachste Vorlesung vor als er in den Romerbrief die Begriffe »gerecht« und »Gerechtigkeit« mit anderen Augen erblickt. Er bleibt an diese Worte hangen und plotzlich erkannte er, dass die Gerechtigkeit Gottes darin besteht, dass Christus uns alle rechtfertigtunderlost!

Derm ich schame mich des Evangeliums von Christo nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen.Sintemal darin „Niemand glaube, was zu Rom fur Buberei undgreulich Sunde und Schande gehen ... er sehe, hore und erfahre es denn. Daher sagtman: ,1st irgendeine Holle, so mufiRom draufgebaut sein; denn da gehen alle Sunden im Schwang.'" (Luther, EA, LXII441) offenbart wird die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie derm geschrieben steht: "Der Gerechte wird seines Glaubens leben." ( Rom 1,16-17)

Luther hat, wie er selbst berichtet, diese fur ihn entscheidende Erkenntnis in der Studierstube seines Wittenberger Klosterturms gemacht. Eine neue Welt eroffnet sich nun Luthers, er hat endlich eine Antwort auf die Frage nach dem gnadigen Gott. AuBerdem kann man dem ewigen Hollenfeuer nicht durch gute Taten entkommen, sondern allein durch seinen Glauben.

Die 95 Thesen und Ablassstreit. Anfang der Reformation

Die Situation des Ablasshandels spitzt sich dramatisch zu. Nachdem Luther vergebens gegen die Missstande gepredigt hatte, schreibt er seinen kirchlichen Vorgesetzten iiber die Situation des Ablasshandels und hangt/schlug20 am 31. Oktober 1517 die 95 Thesen an die Tiir der Schlosskirche in Wittenberg. Zweck und Sinn der 95 Thesen ist eine Forderung zu einer akademischen Disputation iiber den Wert der Ablasse.21

„Die Thesen waren keineswegs als ein Aufruf zu einer kirchlichen Umwalzung gedacht: Luther fuhlte sich als Anwalt der Kirche und meinte nur gegen einen Mifibrauch desAblasses durch untergeordnete kirchliche Instanzen zu kdmpfen. Im Grunde vermochte er schon damals am Ablafi in keiner Form mehr festzuhalten"22

Luthers Thesen forderten nur zur Diskussion heraus, aber niemand wagte es, die Herausforderung anzunehmen. Er erhalt keine Reaktion. Aber schnell werden Drucke der Thesen im Umlauf gestellt und er bekommt sowohl Zustimmung seitens humanistischen Gelehrten und auch einigen Fiirsten, aber auch Ablehnung aus vielen Teilen der katholischen Kirche.

Die reformatorische Entdeckung und der folgende Ketzerprozess (1518-1519)

Die Bischofe reagieren auf Luthers Thesen und berichten dem Papst iiber den »Rebellen« und weisen Luthers Vorgesetzten, diesen zu mafiigen. Luther sieht sich gezwungen seine Thesen durch weitere Schriften zu prazisieren und zu erlautern. Luther prazisiert 1518, dass er mit den Thesen ja lediglich einen Missstand zu beseitigen versucht und nicht das ganze Papsttum aus den Angeln zu heben trachte. Jedoch ist die Lawine nun nicht mehr aufzuhalten.

[...]


1 Lohse, Bernhard: Martin Luther. Eine Einfuhrung in sein Leben und sein Werk, Miinchen, 1997, S. 38

2 Den Namen ,Luther' gab sich vermutlich Martin um 1512 selbst Vgl. Horst Herrmann, Martin Luther. Ketzer und Reformator, Monch und Ehemann. Miinchen 1999, S. 14

3 Zunachst verdiente er den Unterhalt fur sich und seine Familie als Hiittenmeister im Kupferbau

4 Hire Herkunft aber wird auch mit den Zieglers in Verbindung gebracht, einer Familie, die aus der Gegend um Eisenach stammt. Vgl. Heussi, Karl: Kompendium der Kirchengeschichte, Tubingen, 1991, S.279

5 In einer Tischrede sagt Martin Luther: „ Mein Vater ist in seinen jungen Jahren ein armer Hauer gewesen, die

6 Vgl. Gretzschel, Matthias: Auf den Spuren von Martin Luther, Hamburg, 2017, S. 21

7 Vgl. Heussi, Karl: Kompendium der Kirchengeschichte, Tubingen, 1991, S.279

8 Trivium: Grammatik, Rethorik, Dialektik bzw. Logik Quadrivium: Arithmetik, Geometrie, Musikund Astronomic

9 Ahnlich wie das Gewitter soil Luther damals aber auch der unerwartete Tod eines Freundes beriihrt und zu diesen Schrittbewogen haben.

10 Vgl. Ebert, Martin, 500 Jahre Reformation. Martin Luther, https://www.luther.de/legenden/blitz.html, Letztes Abrufdatum: 14.12.2019

11 Als erstes Indiz fur den suchenden Theologen nach einen Verhaltnis zu Gott, kann man schon am 2. Mai 1507 bei seiner ersten Messe, finden: „ Als ich in Erfurt die erste Messe feierte und die Worte las »Ich opfere Dir, dem lebendigen, einzigen Gott», entsetzte ich mir derail, dass ich vom Altar weglaufen wollte, und ich hatte es getan wenn nicht mein Prior mich zuriickgehalten hatte. Denn ich dachte: Wer ist der, mit dem du redest? Von der Zeit an habe ich mit groltem Entsetzen Messe gelesen und danke Gott, dass er mich daraus erloset hat" (Luther, Martin in Gretzschel, Matthias: Auf den Spuren von Martin Luther, Hamburg, 2017, S. 38-39 )

12 Die Romreise wurde entweder im Spafherbst oder Winter durchgefuhrt Vgl. Heussi, Karl: Kompendium der Kirchengeschichte, Tubingen, 1991, S.279

13 Ebd. S.42

14 Vgl. Eiftner, Tina, Martin Luther-Der Mann der Stunde.https://martin-lutherat/vom-kind-zum-moench/. (Letztes Abrufdatum: 14.12.2019)

15 „Durch einen kurz vorher veroffentlichten Erlaft war vom Papst alien denen Ablaft verheiften worden, die auf den Knien die „Pilatusstiege" hinaufrutschen wurden, von der gesagt wird, unser Heiland sei darauf herabgestiegen, als er das romische Gerichtshaus verlieft, und sie sei durch ein Wunder von Jerusalem nach Rom gebracht worden. (Ranke, „Geschichte im Zeitalter der Reformation", 8Auflage, 1200) Luther erklomm eines Tages andachtig diese Treppe, als plotzlich eine donnerahnliche Stimme zu ihm zu sagen schien: „Der Gerechte wird seines Glaubens leben!" (Romer 1,17). In Scham und Schrecken sprang er auf und floh von dieser Statte. Jene Bibelstelle verlor nie ihre Wirkung auf seine Seele. Von jener Zeit an sah er deutlicher als je zuvor die Tauschung, auf Menschenwerke zu vertrauen, um Erlosung zu erlangen, und ebenso deutlich sah er die Notwendigkeit eines unerschiitterlichen Glaubens an die Verdienste Christi. Seine Augen waren geoffnet worden, um nie wieder verschlossen zu werden Als er Rom den Riicken kehrte, hatte er sich auch in seinem Herzen von Rom abgewandt, und von jener Zeit an wurde die Kluft immer tiefer, bis er schlieMich alle Verbindung mit der papstlichen Kirche abschnitt." [ Eiftner, Tina, Martin Luther-Der Mann der Stunde.https://martin-lutherat/vom-kind-zum-moench/. (Letztes Abrufdatum: 14.12.2019)]

16 Spater wird Luther Rom als „babylonische Hure" oder „ Antichrist" bezeichnen.

17 1515 Ablassbulle - Papst Leo X fflr das Neubau des Petersdom in Rom

18 Tetzel wurde vom Papst beauftragt Ablasshandel in Deutschland zu machen

19Wenn einer Geld in den Kasten legtfur eine Seele im Fegfeuer, sobald der Pfennig aufden Bodenfiel und klunge, sofuhre die Seele heraus gen Himmel. " (Luther, EA, XXVI 69f., „WiderHans Wurst")

20 Dass am besagten Tag Luther die 95 Thesen mit lauten Hammerschlagen an die Tin der SchlolMrche zu Wittenberg genagelt hat, ist kontrovers. Aber man kann es bejahen da es eine plausible lutherische Art und Weise „laut zu sein" umgehortzu werden, ist.

21 Vgl. Heussi, Karl: Kompendium der Kirchengeschichte, Tubingen, 1991, S.281

22 Ebd. S.281

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die lutherische Wende und die Änderung der Glaubensweise. Zur Bedeutung Luthers für die Reformation
Hochschule
Universitatea Lucian Blaga din Sibiu
Veranstaltung
Kirchengeschichte
Note
1
Autor
Jahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V542677
ISBN (eBook)
9783346175892
ISBN (Buch)
9783346175908
Sprache
Deutsch
Schlagworte
änderung, bedeutung, glaubensweise, luthers, reformation, wende
Arbeit zitieren
Mihai Daniel Udrea (Autor), 2019, Die lutherische Wende und die Änderung der Glaubensweise. Zur Bedeutung Luthers für die Reformation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542677

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