Anliegen dieser Arbeit ist sich mit der Situation der protestantischen Kirche unter den Einfluss Schleiermachers auseinanderzusetzen und einen Blick auf die Diakonie und Mission in den protestantischen Kirchen zu werfen.
In einem ersten Schritt wird eine kurze und knappe Annäherung an die Theologie Schleiermachers gewagt und die nachfolgenden Tendenzen besprochen.
Als nächsten Schritt wird die Diakonie und Mission in den protestantischen Landeskirchen analysiert und ihre Auswirkungen tangential genannt.
Das Schlussplädoyer widmet sich dann, die bisher genannten Punkte zusammenfassend zu konkludieren.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitendes
II. Die protestantische Theologie unter Schleiermacher
III. Diakonie und Mission
IV. Schlussplädoyer
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Situation der protestantischen Kirche im 19. Jahrhundert unter dem maßgeblichen Einfluss Friedrich Schleiermachers auseinander und untersucht dabei insbesondere die Entwicklung der Diakonie und Mission in den protestantischen Landeskirchen.
- Die Theologie Friedrich Schleiermachers als Erfahrungstheologie
- Das Verhältnis von Religion zu Vernunft und Gefühl
- Die historische Bedeutung von Diakonie und Mission im 19. Jahrhundert
- Der Einfluss pietistischer Strömungen auf die kirchliche Praxis
- Die Verknüpfung von christlichem Glauben und praktischem Handeln
Auszug aus dem Buch
II - Die protestantische Theologie unter Schleiermacher
Oft wird Friedrich Schleiermacher (1768-1834) als evangelischer Kirchenvater des 19. Jahrhunderts bezeichnet, durch sein neues Verständnis von Religion als >>Sinn und Geschmack für das Unendliche<< und durch seine moderne Erfahrungstheologie. Nur vernünftig zu denken, kann nicht auf alles eine Antwort geben und nur ethisch und moralisch zu denken, bringt uns auch in einer existentiellen Aporie. Aber wie lässt sich das eine mit dem anderen verbinden, wie lässt sich dann das Lebendige, das Göttliche usw. explizieren? Ganz einfach, indem man das Gefühl mit-integriert:
,,Wer ein Gefühl für den Kosmos hat und für das Lebendige, das in jeder Pore dieser Welt zugange ist, der ist beteiligt an der Lebendigkeit des Kosmos und der ist beteiligt an der Lebendigkeit und Ursprünglichkeit des Göttlichen.’’6
Man kann somit Schleiermacher als Gestalter der liberalen Theologie nennen7, oder eher eines evangelischen Prototheologischen Liberalismus, da er religionsphilosophisch und wissenschaftlich-theologisch den Menschen, die Welt und das Göttliche in einer dialektisch-theologischen Weise argumentiert.
In der Glaubenslehre verdankt die Theologie des 19. Jahrhundert Schleiermacher neue und erfrischende Sichtweisen. Die ältere Dogmatik wird verlassen und die Wissenschaft von Gott neu koloriert. Die Glaubenslehre ist ,,(...) eine Darstellung des christlichen Glaubens in der der Zeit des Dogmatikers entsprechenden Form, daher eine >>historische Disziplin<<.”8
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitendes: Dieses Kapitel skizziert den historischen Wandel des Verhältnisses zwischen Religion und Weltbild nach der Aufklärung und führt in die zentralen theologischen Fragestellungen der Zeit ein.
II. Die protestantische Theologie unter Schleiermacher: Der Autor erläutert Schleiermachers Ansatz der Erfahrungstheologie und seine Neubestimmung der Religion als „Sinn und Geschmack für das Unendliche“.
III. Diakonie und Mission: Dieses Kapitel widmet sich der Entwicklung der praktischen Theologie, insbesondere der Inneren Mission und dem diakonischen Handeln als Ausdruck gelebten Glaubens.
IV. Schlussplädoyer: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst und die bleibende Bedeutung von Schleiermachers hermeneutischem Ansatz für das protestantische Kirchenwesen gewürdigt.
Schlüsselwörter
Friedrich Schleiermacher, Protestantismus, Erfahrungstheologie, Religion, Unendliches, Diakonie, Mission, Innere Mission, Theologie des 19. Jahrhunderts, Johann Hinrich Wichern, christlicher Glaube, Kirchengeschichte, Hermeneutik, Pietismus, Gottesbewusstsein.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Einfluss des Protestantismus im 19. Jahrhundert, primär unter Berücksichtigung der theologischen Ansätze von Friedrich Schleiermacher.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der neuen Religionsauffassung Schleiermachers, dem Übergang zur Erfahrungstheologie sowie der praktischen Umsetzung des Glaubens in Form von Diakonie und Mission.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Einfluss von Schleiermachers Theologie auf das protestantische Kirchenverständnis und die daraus resultierenden Wandlungen in der kirchlichen Praxisebene aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine kirchengeschichtliche Analyse sowie eine hermeneutische Betrachtung theologischer Schriften und Konzepte des 19. Jahrhunderts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Theologie Schleiermachers und deren Auswirkung auf die Diakonie und Mission, illustriert am Beispiel des kirchlichen Wirkens von Johann Hinrich Wichern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Schleiermacher, Erfahrungstheologie, Diakonie, Innere Mission, Protestantismus und das „Gefühl für das Unendliche“.
Inwiefern beeinflusste Schleiermacher die Diakonie?
Indem er die Religion nicht nur als intellektuelles, sondern als umfassendes Lebens- und Gefühlsverhältnis definierte, legte er den Grundstein für eine Kirche, die den Glauben in praktischer Liebestätigkeit ausdrückt.
Welche Bedeutung kommt der Inneren Mission zu?
Die Innere Mission, maßgeblich geprägt durch Persönlichkeiten wie Wichern, wird als christliche Erneuerungsbewegung und praktische Armenpflege innerhalb der evangelischen Kirche verstanden.
- Arbeit zitieren
- Mihai Daniel Udrea (Autor:in), 2020, Sinn und Geschmack für das Unendliche. Protestantismus im Zeitalter Schleiermachers und seine Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542690