Die Rolle der Vereinten Nationen in der Korea-Frage (1945–1953)


Seminararbeit, 2017

25 Seiten, Note: 2.0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gründungsidee und Grundsätze der Vereinten Nationen

3. Die Korea-Frage
3.1 Einführung (1945 - 1947)
3.2 Die Funktion der Vereinten Nationen in Korea (1947 - 1949)
3.2.1 Festlegung der Ziele für Korea (November 1947 – Dezember 1948)
3.2.2 Die UN-Kommission in Korea (Dezember 1948 – Oktober 1949)
3.2.3 Gründung des zweiten Koreas (Februar 1947 – Oktober 1949)
3.3 Der Korea - Krieg: eine Bewährungsprobe für die junge UNO (1950 - 1953)

4. Kritische Schlussbetrachtung

Dokumentenverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im politischen Jahreslauf der Welt genießen einige Tage besondere Bedeutung. Hierzu zählen ins Besondere das Ende des Zweiten Weltkrieges, des bisher verlustreichsten Krieges der Menschheitsgeschichte, sowie der Fall des Eisernen Vorhangs1, der sich im vergangenen Herbst zum 25.Mal jährten. In diesen Zusammenhang, gerät auch, ein in Vergessenheit geratener, seit über 60 Jahren andauernder Konflikt am anderen Ende der Welt in den Blick: Korea. Dieser Konflikt ist auch in den letzten Jahren brisant und hochaktuell, nicht nur die durchgehenden provokanten, spannungsgeladenen Wortwechsel zwischen den beiden koreanischen Staaten sind ein Beweis dafür. Auch die immer häufiger und bedrohlicher werdenden Raketen- und Atomtests des nordkoreanischen Regimes sowie ein seit 60 Jahren fehlender Friedensvertrag rücken den Frieden in dieser Region in weite Ferne. Die Teilung der Halbinsel mit ihrer Jahrtausend alten Kultur, in einen demokratischen kapitalistischen Südteil und einen kommunistischen Satellitenstaat2 im Norden war nicht allein das Ergebnis eines internen Konflikts des koreanischen Volkes. Vielmehr wurde Korea schnell zu einem der Austragungsorte des Kräftemessens der Großmächte. In diesem Sinn sind die Entwicklungen der Nachkriegszeit in der Region und der nachfolgende Korea–Krieg (1950– 1953) mit seinen bis in die Gegenwart andauernden Folgen wesentlich den großen Nachbarn Russland und China sowie auf der anderen Seite den USA geschuldet. Insbesondere kommt auch den damals gerade erst neu gegründeten Vereinten Nationen als Vermittlungsstelle gedachten Einrichtung zur Beseitigung internationaler Interessenskonflikte eine bedeutende Rolle zu. Dabei gerät die Aufgabe dieses neutralen Mediators3 in der Nachkriegszeit in Korea, nicht zuletzt wegen des darauffolgenden Korea– Krieges, in ein kritisches Licht. Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist es, die Entscheidungen und Taten der UN während der Jahren 1947 und 1953 im Hinblick auf die Koreakrise kritisch zu hinterfragen.

Für ein besseres Verständnis der Thematik werden erstmals die Gründungsidee der Friedensorganisation und deren Ziele sowie auch deren Grundsätze dem Leser nähergebracht. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt jedoch auf der Korea-Frage. Auf sie wird in den nächsten Absätzen genauer eingegangen. Diese recht weitreichende Thematik wird in drei Unterpunkte chronologisch gegliedert: zunächst folgt eine Einführung, welche dem Leser die Grundlageninformationen über die Nachkriegszeit in Korea liefern soll. Anschließend wird auf das Wirken der UN in Korea eingegangen. Den Abschluss des Hauptteils bildet der Korea Krieg selbst. In diesem Abschnitt geht es um die UN-Friedenstruppen und die Entscheidung, diese nach Korea zu entsenden, sowie um die Zielsetzung und Durchführung der Friedensmission. Moralische, ethische oder rechtliche Fragen - ob es gerechtfertigt ist, Krieg zu führen, um Frieden herzustellen, oder ob eine internationale Organisation die Entscheidung über eine einzelne Nation übernehmen darf - sind nicht Teil dieser Arbeit, da eine angemessene Behandlung den Rahmen sprengen würde. Auch eine eindeutige Schlussfolgerung, ob das handeln nun eher positiv oder negative Auswirkungen hatte wird und kann nicht geboten werden. Letztendlich beschränkt sich der Fokus dieser Arbeit auf die historischen Geschehnisse und die kritische Betrachtung der Einsätze, der Beschlüsse und des Wirkens der UN in der Korea– Frage (1945– 1953). Da nun der Rahmen meiner Arbeit klargestellt wurde, gehe ich im folgenden, wie bereits beschrieben, genauer auf die Vereinten Nationen ein.

2. Gründungsidee und Grundsätze der Vereinten Nationen

Der erste Teil der Arbeit widmet sich der Gründungsidee sowie dem Gründungsvertrag der „UN-Charta“ – der Vereinten Nationen. Dabei wird kurz auf die Gründungsgeschichte und danach auf Grundsätze und Ziele der UN eingegangen.

Die Vereinten Nationen bilden die Nachfolgeorganisation des Völkerbundes, welcher den ersten Versuch einer politischen internationalen Friedensorganisation nach dem Ersten Weltkrieg darstellt.4 Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges, der mit über sechzig Millionen Toten als eine der größten Tragödien der Menschheit gilt5, sprachen sich noch während die Kampfhandlungen andauerten, die Staatsoberhäupter der alliierten Kräfte für eine friedliche Zusammenarbeit nach dem Krieg aus.6 Als erster Gründungsschritt der Vereinten Nationen gilt die am 1. Januar 1942 in Washington D.C unterzeichnete „Deklaration der Vereinten Nationen“. Diese verwendet erstmals die Bezeichnung „Vereinte Nationen“ und wurde von 26 Vertretern der alliierten Nationen des Zweiten Weltkrieges ratifiziert. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges trafen sich am 25 April 1945 in San Francisco 50 Delegierte der Nationen, die im Nachhinein zu den Gründerstaaten der Staatenübergreifenden Organisation wurden, zur ersten Konferenz der Vereinten Nationen. Das endgültige Ergebnis der ersten Konferenz war die „Charta der Vereinten Nationen“, welche mit 111 Artikeln als Gründungsvertrag der UN gilt. Letztendlich wurden am 24 Oktober 1945, mit dem Inkrafttreten der Charta offiziell die Vereinten Nationen7 ausgerufen.8

Die Gründungsidee und das Ziel der Vereinten Nationen ist bereits aus der Präambel der Charta zu ersehenen:

Wir, die Völker der Vereinten Nationen - fest entschlossen, die künftigen Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, [...]. 9, grundsätzlich ist es, zukünftige Kriege zu verhindern. Die Gründer der Vereinten Nationen hatten zu ihren Lebzeiten die zwei größten und verlustreichsten Kriege der Neuzeit erlebt und setzten sich daher als Ziel, dass Ähnliches sich nicht wiederholten dürfte. Somit gelten das Bewahren des Weltfriedens und die internationale Sicherheit als erste und wichtigste festgesetzte Ziele der UN. Ein weiteres Ziel ist sich für friedliche und freundschaftliche Beziehungen zwischen den Nationen und den Völkern einzusetzen. Die Vereinten Nationen verpflichte sich, internationale Probleme, – egal ob wirtschaftlicher, sozialer, kultureller oder humanitärer Art – zu lösen. Sie stehen für die Menschenrechte und Grundfreiheiten des einzelnen Menschen ohne Unterscheidung der Rasse, des Geschlechts, der Nation oder des Glaubens.10 Die Vereinten Nationen handeln bis heute nach den von ihnen in der UN-Charta sieben festgesetzten Grundsätzen, die es ermöglichen sollen, ihre Ziele aus Artikel 1 der Charta zu verfolgen. Die Befassung mit der Gleichheit aller Mitglieder und somit gleicher Verantwortung und Verpflichtungen gegenüber den festgesetzten Zielen gilt als erster und wichtigster Grundsatz für die Mitgliedsstaaten.11 Ebenso wichtig ist die Zielsetzung der Grundsätze, alle einzelstaatlichen Interessen und internationalen Auseinandersetzungen zurückzustellen, um den Zielen der UN höchste Priorität zu geben.12 Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Charta alle Mitglieder verpflichtet, sich für die Ziele der UN einzusetzen und sich nach den Grundsätzen der Charta zu richten.

Um ein schnelles und wirksames Handeln der Vereinten Nationen zu gewährleisten, übertragen ihre Mitglieder dem Sicherheitsrat die Hauptverantwortung für die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit [der] in ihrem Namen handelt, 13 , liegt die Hauptverantwortung die Ziele und Grundsätze einzuhalten sowie nach diesen zu streben liegt beim Sicherheitsrat.14 Der Sicherheitsrat ist ein politisches Gremium, des seit 1966 aus fünf ständigen (Russland, Großbritannien, China, USA, Frankreich) und zehn nicht ständigen Mitgliedern besteht, die alle zwei Jahre neu gewählt werden.15 Vor dem Jahr 1966 – und das für diese Arbeit relevant – bestand dieser Rat aus fünf ständigen und sechs nicht ständigen Mitglieder.16 Um einem Beschluss in der damaligen Zeit Gültigkeit zu verschaffen, musste dieser sieben Stimmen erreichen,17 wobei sich die nicht ständigen Mitgliedsstaaten dürfen sich bei Abstimmungen enthalten, und die ständigen Mitgliedstaaten besitzen ein Vetorecht.18 19 Der Sicherheitsrat bestimmt alleine über Nichtmilitärische Maßnahmen – beispielsweise über Sanktionen und Untersuchungen von Sachverhalten in bestimmten Ländern.20 Außerdem hat der Sicherheitsrat die alleinige Entscheidungsmacht, über militärische Interventionen wie Blockaden oder den Einsatz der Friedenstruppen, der sogenannten Blauhelme21, zur Verfügung.22 Durch Artikel 25 verpflichtet sich jedes Mitglied der Organisation, jeden Beschluss des Sicherheitsrates anzunehmen und durchzuführen, solange dieser mit der UN-Charta vereinbar ist.23

Nach dieser Skizze der Geschichte, Grundlagen und Arbeitsweise der Vereinten Nationen folgt nun die Darstellung der Korea– Frage.

[...]


1 Eiserner Vorhang: „[...] Begriff für die Abriegelung der sozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas von den Ländern Westeuropas [...]“, aus Christian Rittershofer, Lexikon Politik, Staat, Gesellschaft: 3600 aktuelle Begriffe von Abberufung bis Zwölfmeilenzone, Orig.-Ausg, dtv Beck (München: Dt. Taschenbuch-Verlag, 2007), (S.187).

2 Satellitenstaat: „Abschätzige Bezeichnung für einen souveränen Staat, der trotz seiner formellen und rechtlichen Selbständigkeit in hohen Maßen abhängig von einem anderen Staat ist.“, aus Rittershofer, Lexikon Politik, Staat, Gesellschaft, (S.596-597).

3 Mediation: „[...]einer von allen Verhandlungspartnern akzeptierten Verhandlungsperson (Mediator).“ Ebd. (S.442).

4 Vgl. „UN – United Nations | bpb“, zugegriffen 30. Juni 2016, http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52796/un

5 Zweiter Weltkrieg: „Der zweite Weltkrieg gilt damit als der verheerendste militärische Konflikt der Menschheitsgeschichte.“, aus Rittershofer, Lexikon Politik, Staat, Gesellschaft (S.781).

6 „Meilensteine der Vereinten Nationen: 1941 - 1949“, zugegriffen 30. Juni 2016, https://www.unric.org/de/aufbau-der-uno/26319.

7 Ebd.

8 An dieser Stelle sollte auch erwähnt werden, dass es bis zu dem 24.Oktober.1945 weitere Deklarationen und Zusammenkünfte bezüglich der Vereinten Nationen gegeben hat, jedoch würde das erwähnen aller stattgefundener Ereignissen den Rahmen dieser Arbeit überschreiten.

9 Präambel, „charta.pdf“, (S.3), zugegriffen 6. Juli 2016, https://www.unric.org/html/german/pdf/charta.pdf.

10 Vgl. UN-Charta, Art. 1. „charta.pdf“, (S.3), zugegriffen 6. Juli 2016, https://www.unric.org/html/german/pdf/charta.pdf.

11 Vgl. UN-Charta, Art.2 „charta.pdf“ https://www.unric.org/html/german/pdf/charta.pdf,, (S. 3-4).

12 Vgl. UN-Charta, Art.2 ebd., (S. 3-4).

13 UN-Charta, Art. 24 (1) „charta.pdf“ (S.7).

14 Vgl. UN-Charta, Art. 24 (1) ebd. (S.7).

15 Vgl. UN-Charta, Art. 23 (1) ebd. (S.6).

16 Vgl. UN-Charta, (Einführung)

17 Vgl. UN-Charta, (Einführung)

18 Vetorecht: „Das Recht, durch Einspruch (Veto) die Wirksamkeit eines Beschlusses zu verhindern (absolutes Veto)[...] Ein absolutes Vetorechte besitzen die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates der -> Vereinten Nationen (UN,UNO).“, aus Rittershofer, Lexikon Politik, Staat, Gesellschaft, (S.721).

19 Vgl. UN-Charta, Art. 27 (3) ebd. (S.7).

20 Vgl. UN-Charta, Art. 41 ebd. (S.9).

21 UN-Friedenstruppe:„Die Friedenstruppen werden [...] freiwillig zur Verfügung gestellt und werden aufgrund ihrer besonderen Kennzeichnung auch als ,Blauhelme´ bezeichnet.“, aus Rittershofer, Lexikon Politik, Staat, Gesellschaft, (S.687).

22 Vgl. UN-Charta, Art. 42 „charta.pdf“, (S.9).

23 Vgl. UN-Charta, Art.25, „charta.pdf“, (S.7).

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Die Rolle der Vereinten Nationen in der Korea-Frage (1945–1953)
Note
2.0
Jahr
2017
Seiten
25
Katalognummer
V542878
ISBN (eBook)
9783346171986
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Korea, Korea Krieg, Asien, Geschichte, UN, UN Friedensmission, Friedensmission, Blauhelme, UdSSR, USA
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Die Rolle der Vereinten Nationen in der Korea-Frage (1945–1953), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542878

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