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Die Rolle der Firma Bosch im Zweiten Weltkrieg. Der Stuttgarter Boschkreis im Widerstand gegen Hitler

Título: Die Rolle der Firma Bosch im Zweiten Weltkrieg. Der Stuttgarter Boschkreis im Widerstand gegen Hitler

Tesis (Bachelor) , 2011 , 35 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Michael Hellstern (Autor)

Historia de Europa - Época de las guerras mundiales
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In der Arbeit wird die Firma Bosch als ein Beispiel für ein Unternehmen dargestellt, das trotz der NS-Diktatur Mittel und Wege fand, durch den Stuttgarter Boschkreis Widerstand zu leisten. Das politische Denken und der Liberalismus im Boschkreis sollen keine zentrale Rolle spielen.

Da bei dieser Arbeit die Unternehmensbiographie nicht im Mittelpunkt stehen soll, werden die historischen Anfänge der Firma Bosch nur kurz betrachtet. Ein Schwerpunkt wird auf die Unternehmensgeschichte im Dritten Reich gelegt, denn diese weist einige Widersprüche auf: Die Firma Bosch wurde vom Regime als Nationalsozialistischer Musterbetrieb ausgezeichnet und Robert Bosch von Hitler zum Pionier der Arbeit ernannt. Auf der anderen Seite wurde der Betriebsführer Hans Walz von der israelischen Gedenkstätte für die jüdischen Opfer nationalsozialistischer Herrschaft in Europa Yad Vashem 1969 als ‘Gerechter unter den Völkern‘ geehrt. Einerseits half die Firma Bosch jüdischen Bürgern, andererseits beschäftigte sie Zwangsarbeiter in der Firma und beteiligte sich an der profitablen Rüstungswirtschaft.

Diese Widersprüche gilt es mit der Arbeit zu untersuchen. Zunächst soll die Quellenlage zum Thema angesprochen werden. Anschließend werden der Unternehmensgründer Robert Bosch und die Produktion in seiner Firma vorgestellt. Im nächsten Schritt wird die Rolle der Firma Bosch in der Rüstungswirtschaft beleuchtet, sowie die Beschäftigung von Zwangsarbeitern im Unternehmen. Danach soll auf die Entstehung des Stuttgarter Boschkreises und seine konkreten Aktionen im Widerstand eingegangen werden. Abschließend wird die Rolle Carl Goerdelers für das Unternehmen untersucht und die Verwicklungen des Boschkreises in das Attentat vom 20. Juli.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Quellenlage

III. Die Rolle der Firma Bosch als Unternehmen für die Wirtschaft

1. Unternehmen in der NS-Forschung

2. Robert Bosch und die Entwicklung seiner Firma

3. Rüstungswirtschaft

4. Zwangsarbeiter bei Bosch

IV. Die Gründung des Stuttgarter Boschkreises

1. Der Widerstand des Boschkreises

2. Die Zusammensetzung

3. Mitgliedschaft in der NSDAP

4. Die Judenhilfe

5. Auslandsreisen des Boschkreises

V. Die Beziehungen Goerdelers zum Boschkreis

1. Goerdelers Biographie

2. Goerdelers Anstellung bei der Firma Bosch

3. Goerdelers Arbeit für Bosch

4. Der Boschkreis und das Attentat vom 20. Juli

VI. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle der Firma Bosch im Nationalsozialismus und analysiert die Aktivitäten des sogenannten „Stuttgarter Boschkreises“ als widerständige Organisation. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie das Unternehmen trotz seiner Verstrickung in die Rüstungswirtschaft und das NS-Regime durch geheime Netzwerke und finanzielle Unterstützung gezielten Widerstand leisten konnte.

  • Die Doppelrolle der Firma Bosch als Rüstungsbetrieb und Unterstützer des Widerstands
  • Die Rolle Carl Goerdelers innerhalb des Bosch-Unternehmens
  • Die Formen und Möglichkeiten der organisierten Judenhilfe durch Industrielle
  • Das Konzept des Zellenprinzips als Sicherheitsmechanismus im konspirativen Widerstand
  • Die ethische Ambivalenz unternehmerischen Handelns in der NS-Diktatur

Auszug aus dem Buch

IV.4. Die Judenhilfe

Beim Thema Judenhilfe deutscher Industrieller ist das bekannteste Beispiel sicher Oskar Schindler, der mit spektakulären Aktionen Juden das Leben rettete. Oskar Schindler muss hier allerdings als Ausnahme gelten. Die Judenhilfe bei Bosch ist dagegen weniger spektakulär, aber dafür als typisches Beispiel für Möglichkeiten von Unternehmen zu sehen, den Juden im Zweiten Weltkrieg beizustehen. Für Robert Bosch zählten nicht die Herkunft und Religion eines Menschen, sondern seine Fähigkeiten und sein Arbeitswille. Er war Mitglied im 1890 gegründeten ‚Verein zur Abwehr des Antisemitismus‘. Der Verein hatte lange vergeblich versucht durch Vorträge, Mitgliederwerbung und Bildungsarbeit den Antisemitismus in Deutschland zu bekämpfen.

Bosch, der mit religiösen Fragen nicht viel anzufangen wusste, vertraute anfangs noch auf die Friedenspolitik Hitlers. Walz sah als Bekenntnischrist die Gefahr viel deutlicher und entlarvte den Antisemitismus als „Vorläufer eines späteren Antichristentums“. In der Folge versuchte der Boschkreis den ‚Verein zur Förderung der Volksbildung’ zu unterstützen, der vielen Juden als Treffpunkt diente. Als sich dieser auf Grund des politischen Drucks 1936 selbst auflöste, ging man dazu über, durch finanzielle Hilfe die jüdische ‚Mittelstelle‘ zu unterstützen, die für Stuttgarter Juden die wichtigste Anlaufstelle im alltäglichen Leben geworden war. Hier konnten sie untereinander Gedanken austauschen, aber auch eine mögliche Auswanderung organisieren.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in das Jubiläumsjahr 2011 der Firma Bosch ein und umreißt die bisher kaum erforschte Rolle des „Stuttgarter Boschkreises“ als Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus.

II. Die Quellenlage: Dieses Kapitel bewertet die trotz Kriegszerstörungen gute Quellenlage anhand von Nachkriegsberichten, Gestapo-Akten und internen Unternehmensarchiven kritisch.

III. Die Rolle der Firma Bosch als Unternehmen für die Wirtschaft: Es wird die Ambivalenz zwischen Rüstungsproduktion, Zwangsarbeit und dem Wunsch nach politischer Distanz zur NS-Diktatur analysiert.

IV. Die Gründung des Stuttgarter Boschkreises: Das Kapitel beschreibt die Entstehung des Widerstandszirkels, seine Zusammensetzung, die Notwendigkeit des Zellenprinzips und die Bemühungen um Judenhilfe.

V. Die Beziehungen Goerdelers zum Boschkreis: Hier wird Carl Goerdelers Weg zur Firma Bosch sowie seine Rolle als getarnter Berater und zentrale Figur der Verschwörung gegen Hitler beleuchtet.

VI. Schluss: Das Fazit stellt die Widerstandstätigkeit als singulären, aber widersprüchlichen Vorgang dar, der durch Kooperation mit dem NS-Regime erst ermöglicht wurde.

Schlüsselwörter

Boschkreis, Widerstand, Nationalsozialismus, Carl Goerdeler, Robert Bosch, Rüstungswirtschaft, Zwangsarbeiter, Judenhilfe, NS-Diktatur, Verschwörung, 20. Juli 1944, Hans Walz, Widerstandsethik, Unternehmensgeschichte, Unternehmensarchiv.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die widerständigen Aktivitäten des Stuttgarter Boschkreises und hinterfragt dabei kritisch die Rolle der Firma Bosch im Dritten Reich.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Rüstungsproduktion, den Einsatz von Zwangsarbeitern, die finanzielle und organisatorische Hilfe für verfolgte Juden sowie die konspirative Rolle Carl Goerdelers.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein Unternehmen durch geschickte Kooperation und Tarnung im Verborgenen Widerstand gegen die NS-Diktatur leisten konnte, ohne dabei seine Existenz zu gefährden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Unternehmensakten, Verhörprotokollen, zeitgenössischen Berichten und bestehender Fachliteratur, um ein historisches Bild des Boschkreises zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die interne Struktur des Boschkreises, die ideologischen Unterschiede innerhalb der Firmenleitung und die spezifischen Widerstandsaktionen wie Auslandsreisen zur Friedensanbahnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Boschkreis, Widerstand, Carl Goerdeler, Judenhilfe und die Ambivalenz zwischen Anpassung und Opposition.

Wie sicherte der Boschkreis seine konspirative Tätigkeit nach außen ab?

Die Gruppe nutzte ein strenges Zellenprinzip, bei dem nur sehr wenige Mitglieder über den vollen Umfang der Aktivitäten informiert waren, um bei einer Entdeckung das gesamte Netzwerk zu schützen.

Warum war die Kooperation mit dem NS-Regime laut Autor notwendig?

Der Autor argumentiert, dass eine totale Verweigerung gegenüber dem Regime zur sofortigen Enteignung und Zerschlagung des Unternehmens durch die Nationalsozialisten geführt hätte, was wiederum jeglichen Spielraum für Widerstand zerstört hätte.

Final del extracto de 35 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Rolle der Firma Bosch im Zweiten Weltkrieg. Der Stuttgarter Boschkreis im Widerstand gegen Hitler
Universidad
University of Tubingen  (Seminar für Zeitgeschichte)
Curso
„Macht kaputt, was euch kaputt macht!“ - Protestkultur, Widerstand und Gewalt im 20. Jahrhundert
Calificación
1,0
Autor
Michael Hellstern (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
35
No. de catálogo
V542913
ISBN (Ebook)
9783346206718
ISBN (Libro)
9783346206725
Idioma
Alemán
Etiqueta
Robert Bosch Hitler Widerstand Firma Bosch Stuttgarter Boschkreis Judenhilfe Zwangsarbeit Rüstungswirtschaft Carl Goerdeler liberaler Wiederstand Únternehmensgeschichte 20. Juli Stauffenberg Hans Walz
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Michael Hellstern (Autor), 2011, Die Rolle der Firma Bosch im Zweiten Weltkrieg. Der Stuttgarter Boschkreis im Widerstand gegen Hitler, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542913
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