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Bildungserfolg in Deutschland. Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg

Title: Bildungserfolg in Deutschland. Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg

Bachelor Thesis , 2020 , 48 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Gamze Tastemürlü (Author)

Pedagogy - General
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Die vorliegende Arbeit widmet sich der Fragestellung, inwieweit der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen in der Bundesrepublik Deutschland von ihrer sozialen Herkunft abhängt, wie diese Chancenungleichheit entstanden ist, wie sie erklärt werden kann und ob heutzutage immer noch eine schichtspezifische Ungleichheit im Bildungssystem herrscht. Soziale Ungleichheit ist im Bildungssystem nach wie vor präsent, und der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Schulerfolg ist immer noch, vor allem im internationalen Vergleich, sehr hoch. Das deutsche Bildungssystem sollte eigentlich in besonderem Maße zu Chancengleichheit verpflichtet sein, jedoch zeigten die Ergebnisse der PISA-Studie, insbesondere PISA 2000, deutliche schichtspezifische Differenzen im Leistungsvermögen von Schülerinnen und Schülern. Der Bildungserfolg in Deutschland hängt stärker von der sozialen Herkunft ab als in vielen anderen OECD-Ländern (Organisation for Economic Co-operation and Development).

Die Ergebnisse der PISA-Studien haben der deutschen Öffentlichkeit vor Augen geführt, dass in Deutschland die Bildungsungleichheiten gravierend sind, die Bildungschancen schlecht sind und im internationalen Vergleich empörend. Zudem verstärken sich diese sozialen Disparitäten von Bildungsstufe zu Bildungsstufe. Dadurch dass Bildung als zentrale Ressource für Lebenschancen gesehen werden kann, sei es im Hinblick auf den Zugang zum Arbeitsmarkt, die Möglichkeit gesellschaftlicher Teilhabe oder die Verteilung materieller Ressourcen, ergibt sich durch die ungleiche Chancenverteilung ein großes Gerechtigkeitsproblem. Besonders Schulen und Hochschulen müssen eine Chancengleichheit schaffen, da sie als öffentliche Institutionen einen gesellschaftlichen Bildungsauftrag erfüllen müssen. Dieser beinhaltet, vor allem Menschen mit unterschiedlichen sozialen Merkmalen Zugang zu Bildung zu ermöglichen und Bildungsungleichheiten abzubauen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen

2.1 Bildungsungleichheit

2.2 Soziale Herkunft

3. Das Schulsystem in Deutschland

3.1 Aufbau des deutschen Schulsystems

3.2 Wirkung des Schulsystems auf die Bildungschancen

3.3 Bildungserfolg im deutschen Schulsystem

3.4 Die Bedeutung des Bildungserwerbs

4. Die geschichtliche Entwicklung von Bildungsungleichheiten in Deutschland

4.1 Die Bildungsexpansion

4.2 Ursachen der Bildungsexpansion

4.3 Folgen der Bildungsexpansion

4.4 Auswirkung der Bildungsexpansion auf die schichtspezifische Ungleichheit der Bildungschancen

4.5 Fazit zu den Bildungschancen nach sozialer Herkunft nach der Bildungsexpansion

5. Die PISA-Studie

5.1 Aufbau der PISA-Studie

5.2 Der „PISA-Schock“

5.3 Ergebnisse der PISA-Studie (2000) in Bezug auf die Bildungsungleichheit durch soziale Herkunft

5.4 Vergleich PISA 2000 und PISA 2018

5.5 Ergebnisse der PISA-Studie (2018) in Bezug auf die Bildungsungleichheit durch soziale Herkunft

5.6 Fazit PISA 2000 und PISA 2018

6. Theorien zur Bildungsungleichheit

6.1 Humankapitaltheorie

6.2 Das Modell von Raymond Boudon

6.3 Pierre Bourdieu

6.3.1 Kapitaltheorie

6.3.1.3 Kulturelles Kapital

a) Inkorporiertes Kulturkapital

b) Objektiviertes Kulturkapital

c) Institutionalisiertes Kulturkapital

6.3.1.4 Soziales Kapital

6.4 Familiale Ressourcen und ihr Einfluss auf den Schulerfolg

6.5 Die Illusion der Chancengleichheit

7. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den fortbestehenden Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen im deutschen Schulsystem. Ziel ist es zu analysieren, warum trotz der Bildungsexpansion und zahlreicher Reformen weiterhin eine schichtspezifische Bildungsbenachteiligung existiert und durch welche theoretischen Ansätze sich diese Chancenungleichheiten erklären lassen.

  • Analyse der institutionellen Rahmenbedingungen und Selektionsmechanismen des deutschen Schulsystems.
  • Untersuchung der geschichtlichen Entwicklung von Bildungsungleichheiten im Kontext der Bildungsexpansion.
  • Vergleichende Betrachtung der PISA-Studien 2000 und 2018 hinsichtlich sozialer Disparitäten.
  • Darstellung theoretischer Erklärungsmodelle wie der Humankapitaltheorie und Bourdieus Kapitaltheorie.
  • Reflexion des Einflusses familialer Ressourcen auf den Bildungserfolg.

Auszug aus dem Buch

3.1 Aufbau des deutschen Schulsystems

Bis zum 18. Jahrhundert gab es in Deutschland ein zweigliedriges Schulsystem. Ab dem 18. Jahrhundert wurden die ersten Realschulen als Reaktion auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes gegründet (vgl. Link, 2011: S. 138). 1920 wurde über die Struktur des Schulwesens debattiert und es wurde dann eine gemeinsame Schule für die ersten vier Schuljahre beschlossen, die Grundschule (vgl. ebd.). Mit der Gründung der BRD im Jahr 1949 wurde die Dreigliedrigkeit des Schulsystems im Grundgesetz festgehalten. Dabei übernahm die 1949 gegründete Kultusministerkonferenz die Koordinierung des Schulsystems (vgl. ebd. S. 139). Obwohl es eine einheitliche Vorstellung von Schulen in der BRD gibt, weichen die Konzepte in den einzelnen Bundesländern voneinander ab. Diese Unterschiede im Schulwesen können mit der „Kulturhoheit der Länder“, Artikel 30 des Grundgesetztes, erklärt werden (Steinbach, 2009: S. 17). Dies bedeutet, dass im Bundesstaat der Bundesrepublik Deutschland die kulturellen Aufgaben des Staates, d.h. die Zuständigkeit für Bildung, Wissenschaft und Kultur, in die Zuständigkeit der Bundesländer fallen (vgl. KMK, 2016/17: S. 15).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die anhaltende Relevanz sozialer Ungleichheit im Bildungssystem und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich des Einflusses der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg.

2. Begriffserklärungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Fachbegriffe „Bildungsungleichheit“ und „soziale Herkunft“, die als theoretische Basis für die weitere Analyse dienen.

3. Das Schulsystem in Deutschland: Es wird die Struktur und Selektivität des deutschen Schulwesens sowie die Bedeutung des Bildungserfolgs für spätere Lebenschancen untersucht.

4. Die geschichtliche Entwicklung von Bildungsungleichheiten in Deutschland: Hier wird der Prozess der Bildungsexpansion analysiert und hinterfragt, inwiefern diese zur tatsächlichen Verringerung schichtspezifischer Unterschiede beigetragen hat.

5. Die PISA-Studie: Dieses Kapitel vergleicht die PISA-Ergebnisse von 2000 und 2018 und analysiert den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzerwerb im internationalen Vergleich.

6. Theorien zur Bildungsungleichheit: Es werden zentrale soziologische und ökonomische Theorien wie die Humankapitaltheorie und die Kapitaltheorie nach Bourdieu vorgestellt, um Mechanismen der Bildungsbenachteiligung zu erklären.

7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die aktuelle bildungspolitische Situation hinsichtlich der Chancengerechtigkeit.

Schlüsselwörter

Bildungserfolg, soziale Herkunft, Bildungsungleichheit, Bildungsexpansion, PISA-Studie, Humankapitaltheorie, kulturelles Kapital, soziales Kapital, Chancengleichheit, meritokratische Sichtweise, Schulsystem, Bildungsbenachteiligung, soziale Disparitäten, Schichtzugehörigkeit, Bildungszertifikate.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft von Kindern und Jugendlichen und ihrem daraus resultierenden Bildungserfolg innerhalb des deutschen Schulsystems.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Struktur des deutschen Schulwesens, die historische Bildungsexpansion, die PISA-Ergebnisse sowie theoretische Erklärungsmodelle zur Entstehung von Bildungsungleichheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Die Forschungsfrage widmet sich der Untersuchung, inwieweit der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft abhängt, wie Chancenungleichheiten entstanden sind und ob heute noch schichtspezifische Ungleichheiten bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturanalyse und arbeitet mit Daten aus Bildungsstudien (insb. PISA) und soziologischen Theorien, um die Mechanismen der Bildungsbenachteiligung systematisch darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturierte Untersuchung des deutschen Schulsystems, die historische Bildungsentwicklung, die Analyse der PISA-Studien sowie eine theoretische Fundierung mittels Humankapital- und Kapitaltheorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe sind insbesondere Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Kapitaltheorie nach Bourdieu, Bildungsexpansion und Chancengleichheit.

Inwiefern hat die Bildungsexpansion zur Chancengleichheit beigetragen?

Laut der Arbeit hat die Bildungsexpansion zwar die Bildungsbeteiligung quantitativ erhöht, jedoch kam es nicht zu dem erhofften Abbau der Chancenunterschiede zwischen den sozialen Schichten („Paradox der Bildungsexpansion“).

Welche Rolle spielt das „kulturelle Kapital“ nach Bourdieu für den Schulerfolg?

Das kulturelle Kapital ist laut der Arbeit ein entscheidender Faktor, da Kinder aus privilegierten Elternhäusern durch häusliche Erziehung und kulturelle Bildung bereits vor Schulbeginn über Kompetenzen verfügen, die im schulischen System von Vorteil sind.

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Details

Title
Bildungserfolg in Deutschland. Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg
College
University of Cologne
Grade
1,3
Author
Gamze Tastemürlü (Author)
Publication Year
2020
Pages
48
Catalog Number
V542914
ISBN (eBook)
9783346192356
ISBN (Book)
9783346192363
Language
German
Tags
bildungserfolg deutschland herkunft zusammenhang
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gamze Tastemürlü (Author), 2020, Bildungserfolg in Deutschland. Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/542914
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