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Das Marmorbild von J. v. Eichendorff - Verblendung des Florio durch das Zusammenspiel von Natur und Psyche

Title: Das Marmorbild von J. v. Eichendorff - Verblendung des Florio durch das Zusammenspiel von Natur und Psyche

Seminar Paper , 2003 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nicole Nette (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Häufig wird der romantischen Naturbetrachtung eine gewisse Irrationalität vorgeworfen, doch man sollte in diesem Zusammenhang eher von einer eigenen Rationalität sprechen. Die romantische Haltung erstrebt die ganzheitliche philosophische Durchdringung der Natur, wobei es vor allem um die Beschreibung des Geistes und der lebendigen Kräfte in bzw. hinter der Natur geht. Jedoch erreicht der Mensch keinen endgültigen Zugang zum absoluten Ursprung und Antrieb der Natur.
Diese Arbeit bietet eine klar aufgebaute und gut argumentierende Darstellung zur Bedeutung des Irrationalen in der Spätromantik, am Beispiel von J.v. Eichendorffs „Marmorbild“. Der Roman wird hinsichtlich des Zusammenspiels von Psyche und Natur analysiert und interpretiert. Metamorphose, Analogie- und Reihenbildung gehören dabei zu den romantischen Mustern der Naturbeschreibung.
Nach einer allgemeinen Einführung in den Zusammenhang von Natur und Psyche, sowie einer begründenden Stellungnahme, weshalb sich das „Marmorbild“ für eine derartige Untersuchung besonders eignet, werden einzelne Symbole und Motive exemplarisch herausgegriffen und gedeutet; wie beispielsweise das Reisemotiv, der Traum sowie die Darstellung von Tageszeiten und Wetterlagen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zusammenhang von Natur und Psyche

2.1. Allgemein

2.2. Warum eignet sich das „Marmorbild“ als Beispiel?

3. Analyse vom „Marmorbild“

3.1. Das Reisen und der Frühling

3.2. Der Traum

3.3. Das Marmorbild

3.4. Der Lustgarten

3.5. Der Maskenball

3.6. Das Gewitter

3.7. Die Morgendämmerung

4. Schluss/Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Zusammenspiel von Psyche und Natur in Joseph von Eichendorffs Novelle „Das Marmorbild“ und analysiert, wie diese Faktoren die Wahrnehmung des Helden Florio täuschen und ihn an den Rand des Wahnsinns treiben.

  • Wechselwirkung zwischen menschlicher Psyche und Naturerscheinungen
  • Einfluss der romantischen Naturauffassung auf das literarische Erleben
  • Anwendung romantischer Psychoanalyse zur Deutung von Träumen und Trugbildern
  • Untersuchung der Grenzüberschreitung zwischen Realität und Phantasie
  • Bedeutung von sensorischer Wahrnehmung und Synästhesie in der Romantik

Auszug aus dem Buch

3.3. Das Marmorbild

Während er durch die Nacht spaziert und versucht die „bösen Geister“ des Traumes zu verscheuchen, gelangt Florio an einen Weiher, der vom Mond beschienen wird. Am Ufer entdeckt er in diesem fahlen Lichtschein eine Marmorstatue der Venus. Noch in Gedanken und durch die eingeschränkte Wahrnehmung in der Dunkelheit erscheint ihm die Statue wie „soeben erst aus den Wellen aufgetaucht“. Außerdem kommt ihm die Venus wie „eine lang gesuchte, nun plötzlich erkannte Geliebte vor“. Was wiederum mit seinen verdrängten Gefühlen und Wünschen in Zusammenhang steht. Denn als er auf seinem Spaziergang an Bianka denkt, nimmt seine Phantasie leichte Schönheitskorrekturen vor und „hatte ihr Bild unmerklich und wundersam verwandelt in ein viel schöneres und herrlicheres“. Und über dieses Schönheitsideal ist Florio ins Träumen und Schwärmen geraten. Unbewusst hat er danach gesucht und scheint es nun in dem Marmorbild wieder zu erkennen. Ihr Anblick löst die tiefe Sehnsucht in ihm aus, dass sie doch zum Leben erwachen würde und genauso lebendig sein könnte wie er. Deshalb erscheint es ihm auch „je länger er hinsah [...] als schlüge es die seelenvollen Augen langsam auf, als wollten sich die Lippen bewegen zum Gruße“. Er versteht nicht, dass es sich dabei lediglich um Trugbilder, die seiner Phantasie entspringen, handelt. Obwohl er „vor Blendung“ die Augen schließt und „alles wie verwandelt“ scheint, als er sie wieder öffnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, das Zusammenspiel von Psyche und Natur in der Novelle zu untersuchen und den theoretischen Kontext durch romantische Naturauffassung und Psychoanalyse zu definieren.

2. Zusammenhang von Natur und Psyche: Das Kapitel erläutert die romantische Auffassung der Natur als dynamisches System und zeigt auf, wie durch die menschliche Wahrnehmung und Phantasie eine Beeinflussung der Psyche stattfindet.

3. Analyse vom „Marmorbild“: Die Analyse untersucht chronologisch die Schlüsselmomente der Novelle, wie das Reisen, Träume und Begegnungen, und verdeutlicht Florios zunehmenden Realitätsverlust durch seine eigene Projektion.

4. Schluss/Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Florio als typisch romantischer Charakter verkörpert wird, bei dem die Grenze zwischen Realität und Phantasie durch die Intensität seines Erlebens verschwimmt.

Schlüsselwörter

Spätromantik, Joseph von Eichendorff, Das Marmorbild, Florio, Naturauffassung, Psyche, Synästhesie, Wahrnehmungstäuschung, romantische Psychoanalyse, Traumdeutung, Doppelgängertum, Realität, Phantasie, Unheimliches, Novelle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Novelle „Das Marmorbild“ von Joseph von Eichendorff unter dem Aspekt der Wechselwirkung von Natur und menschlicher Psyche.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die romantische Naturdeutung, der Einfluss der Phantasie auf die Wahrnehmung sowie die psychoanalytische Betrachtung von Träumen und unbewussten Wünschen des Protagonisten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es zu zeigen, wie das Zusammenspiel von Natur und Psyche Florios Wahrnehmung täuscht und ihn in eine psychische Krise stürzt, in der er zwischen Realität und Irrealität nicht mehr unterscheiden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt Ansätze der romantischen Psychoanalyse und der literaturwissenschaftlichen Analyse, um die psychischen Vorgänge Florios auf die Erzählweise der Novelle zu beziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Analyse einzelner Schlüsselszenen der Novelle, von Florios Aufbruch und Träumen bis hin zur finalen Auflösung seines Wahns.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text am besten?

Die Analyse wird maßgeblich durch Begriffe wie „Romantik“, „Wahrnehmungstäuschung“, „Synästhesie“ und „Projektion“ bestimmt.

Wie deutet die Autorin die Statue der Venus im Text?

Die Statue wird als Projektion von Florios verdrängten Sehnsüchten und unbewussten Wünschen interpretiert, die durch seine eingeschränkte Wahrnehmung in der Dunkelheit als lebendig wahrgenommen wird.

Welche Rolle spielt das „reinigende Gewitter“ für den Protagonisten?

Das Gewitter markiert den Wendepunkt der Novelle, an dem Florio seine Verblendung durch die Natur erkennt und die notwendige Distanz gewinnt, um seinen Wahn zu überwinden.

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Details

Title
Das Marmorbild von J. v. Eichendorff - Verblendung des Florio durch das Zusammenspiel von Natur und Psyche
College
University of Leipzig  (Institu für Germanistik)
Course
ProSeminar "Varianten der Spätromantik: J. v. Eichendorff und E.T.A Hoffmann
Grade
2,0
Author
Nicole Nette (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V54363
ISBN (eBook)
9783638495882
ISBN (Book)
9783638788816
Language
German
Tags
Marmorbild Eichendorff Verblendung Florio Zusammenspiel Natur Psyche ProSeminar Varianten Spätromantik Eichendorff Hoffmann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Nette (Author), 2003, Das Marmorbild von J. v. Eichendorff - Verblendung des Florio durch das Zusammenspiel von Natur und Psyche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54363
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