In der folgenden Hausarbeit gehe ich der Frage nach, inwieweit eine Epistokratie nach Brennan mit den Grundprinzipien der Freiheit und Gleichheit nach Rousseau vereinbar sind und untersuche dabei die beiden, bereits angeführten Werke der beiden Autoren. Daneben wurden auch Sekundärliteratur sowie wissenschaftliche Publikationen aus Magazinen verwendet.
Zunächst werde ich eine kurze Zusammenfassung des Werkes Brennans Präsentieren und anschließend auf zwei Kapiteln näher eingehen, in denen ersichtlich werden soll weshalb eine Epistokratie seiner Meinung nach legitim wäre. Im Anschluss daran befasse ich mich mit dem Werk Rousseaus und stelle seinen Gesellschaftsvertrag zusammengefasst vor. Dabei versuche ich auf zwei Prinzipien Rousseaus, Freiheit und Gleichheit, einzugehen und seine Legitimationen einer Herrschaft aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einführung in Brennans Buch
3 Kompetenzprüfung und Epistokratische Systemvarianten
4 Herleitung zu Rousseaus Contract Social
5 Der Contract Social und die Begriffe Freiheit und Gleichheit
6 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die von Jason Brennan vorgeschlagene Epistokratie – eine Herrschaft der Wissenden – mit den fundamentalen Prinzipien der Freiheit und Gleichheit nach Jean-Jacques Rousseau vereinbar ist, und hinterfragt die Legitimität eines solchen Systems aus kontraktualistischer Sicht.
- Kritik an gegenwärtigen demokratischen Systemen und dem Phänomen der Politikverdrossenheit.
- Analyse von Brennans Epistokratie-Modell und den darin enthaltenen Differenzierungen zwischen Bürgertypen.
- Darstellung von Rousseaus Gesellschaftsvertrag (Contract Social) als normativer Gegenentwurf.
- Untersuchung der Kompatibilität von Ausschlussmechanismen aus dem Wahlrecht mit dem Postulat der Freiheit und Gleichheit.
Auszug aus dem Buch
Einführung in Brennans Buch
Brennan plädiert in seinem Buch für eine Optimierung bzw. Erweiterung der Demokratie, durch eine Epistokratie. Also statt einer Herrschaft des Volkes, eine Herrschaft der Wissenden. Die Demokratie in ihrer jetzigen Form ist unfair, korrumpierend und verfeindet die Mitbürger miteinander. Die Vorzüge die der Demokratie zugesprochen werden sind nach Brennan illusionistisch. So sieht er auch das Wahlrecht als nicht sinngemäßes Bürgerrecht, anders die Bürgerrechte auf Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit oder Versammlungsfreiheit. Für Brennan muss das Wahlrecht für jeden Bürger Begründbar und verdient sein. Die Beziehung zwischen Wahlrecht und Bürgerrecht ist ein wesentlicher Schwerpunkt in seinem Werk.
Durch das universale Wahlrecht in Demokratischen Regierungsformen, sind die Wähler zu ignoranten und irrationalen politischen Entscheidungen verführbar. In diesem Zusammenhang stellt der Autor die seiner Meinung nach drei typischen Bürger in einer Demokratie vor.
Als erstes stellt er die „Hobbits“ vor. Diese sind die typischen Nichtwähler. Sie besitzen kaum politische Kenntnisse, keine klare und feste Meinung sowie zu wenig sozialwissenschaftliche Kenntnisse. Im Alltag ist ihr Interesse für Politik eher gering. Somit sind sie auch nicht fähig, die Geschehnisse zu verstehen und zu beurteilen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Krise der Demokratie und stellt die Grundthese von Jason Brennan sowie Rousseaus Gegenposition vor.
2 Einführung in Brennans Buch: Dieses Kapitel skizziert Brennans Kritik an der modernen Demokratie und führt seine Typologie der Bürger ein.
3 Kompetenzprüfung und Epistokratische Systemvarianten: Es werden verschiedene Modelle der Epistokratie vorgestellt, die den Zugang zur Macht an Wissensnachweise knüpfen.
4 Herleitung zu Rousseaus Contract Social: Der Abschnitt erläutert Rousseaus Theorie des Gesellschaftsvertrags als Antwort auf den Naturzustand.
5 Der Contract Social und die Begriffe Freiheit und Gleichheit: Hier werden die zentralen Prinzipien Rousseaus im Kontext des Gesellschaftsvertrags analysiert.
6 Fazit: Das Fazit bewertet Brennans Thesen kritisch und stellt sie der kontraktualistischen Legitimation Rousseaus gegenüber.
Schlüsselwörter
Demokratie, Epistokratie, Rousseau, Gesellschaftsvertrag, Jason Brennan, Freiheit, Gleichheit, Kompetenzprinzip, Wahlrecht, Politikverdrossenheit, Volkssouveränität, Willensbildung, Herrschaft, Politische Partizipation, Gemeinwille
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Spannungsverhältnis zwischen dem modernen Konzept der Epistokratie von Jason Brennan und dem klassischen Gesellschaftsvertrag von Jean-Jacques Rousseau.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf Demokratiekritik, der Rechtfertigung politischer Herrschaft, der Bedeutung des Wahlrechts und der Frage nach gesellschaftlicher Gleichheit.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist die Untersuchung, ob eine Epistokratie – die den Ausschluss uninformierter Bürger propagiert – mit Rousseaus Anforderungen an eine freie und gleiche Gesellschaftsordnung vereinbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse, die zentrale Werke von Brennan und Rousseau gegenüberstellt und vergleicht.
Welche Bürgerkategorien identifiziert Brennan?
Brennan unterscheidet zwischen den politisch desinteressierten „Hobbits“, den voreingenommenen „Hooligans“ und den rationalen „Vulkaniern“.
Was ist das zentrale Argument Rousseaus gegen die Epistokratie?
Rousseau argumentiert, dass ein Ausschluss von Bürgern vom Wahlrecht den Gemeinwillen (volonté générale) zerstört und zu einer Form von Sklaverei führt.
Inwieweit sieht Brennan das Wahlrecht als Privileg?
Brennan betrachtet das Wahlrecht im Gegensatz zu anderen Grundrechten nicht als universell, sondern als ein Recht, das durch den Nachweis von Kompetenz verdient werden muss.
Wie unterscheidet sich Rousseaus Souveränitätsbegriff von Brennans Ansatz?
Bei Rousseau ist der Souverän das gesamte Volk in seiner Gesamtheit; bei Brennan liegt die tatsächliche Entscheidungsmacht bei einer informierten Elite.
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- Danijel Filipovic (Author), 2019, Epistokratie im Widerspruch zu Rousseaus Gesellschaftsvertrag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/544502