Rudi Dutschke ertrank am 24. Dezember 1979 im dänischen Aarhus nach einem epileptischen Anfall in der Badewanne. Der 39 jährige Rudi Dutschke, der zum Symbol des Protests gegen Vietnamkrieg und Notstandsgesetzte, gegen Ordinarienuniversitäten, Hunger, Kapitalismus und Atomkraft geworden war, starb er an den Spätfolgen des Attentats vom 11. April 1968, als der Hilfsarbeiter Josef Bachmann ihm in den Kopf, die Wange und die Schulter schoss (vgl. Dutschke-Klotz, 1983 S.8). Nach mehr als 26 Jahren ist aus dem Mann, der Sportjournalist werden wollte, der in die BRD ging, um sein" Westabitur" zu machen, sich der Studentenbewegung anschloss und letztendlich
zu deren Personifizierung stilisiert wurde, eine historische Gestalt geworden. Bücher über die 68er erscheinen zumeist mit einem Bild von ihm auf dem Titelblatt. Bei Fernsehreportagen über die 68er werden Porträts über ihn gesendet und seit einigen Jahren werden ihm sogar offizielle Ehrungen zuteil. An der Freien Universität Berlin erinnert ein "Rudi-Dutschke-Weg" an ihn und sein Grab wurde an seinem zwanzigsten Todestag zum Ehrengrab ernannt. Auch wenn diese Würdigungen letzten Endes genügend Befürworter gefunden haben, führten sie teilweise zu erbitterten Kontroversen. Rudi Dutschke bleibt bei aller Kritik jedoch zu gute zu halten, dass er hinter seinen Idealen stand und sich nicht vom DDR-Regime unterwandern ließ, wie einige seiner SDS Kollegen (vgl. Karl, 2003 S.9).
Auf den nächsten Seiten möchte ich mich damit beschäftigen, wie Rudi Dutschke zur Studentenbewegung kam und was ihn an den bestehenden Verhältnissen seiner Zeit gestört hat. Zum Schluss möchte ich dann noch kurz wiedergeben, wie er zum Symbol der 68er-Bewegung wurde und was seine Person für viele Menschen so faszinierend machte und bis heute macht.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Rudi Dutschkes Weg in die Studentenbewegung
1.1 Sein Weg zum Rebellen
1.2 Subversive Aktion
1.3 Mitglied im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS)
1.4 Vom Beginn der Radikalisierung der Studentenbewegung bis zum Tod Rudi Dutschkes
2. Rudi Dutschkes Kritik am Bestehenden
2.1 Universitätskritik
2.2 Kritik am bundesrepublikanischen Staat
2.3 Imperialismuskritik
2.4 Vietnamkrieg
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Lebensweg und den politischen Werdegang von Rudi Dutschke, um dessen zentrale Rolle als Identifikationsfigur der 68er-Bewegung zu beleuchten. Dabei wird analysiert, welche gesellschaftlichen Missstände Dutschke kritisierte, wie er zur Radikalisierung der studentischen Proteste beitrug und welche Faktoren ihn posthum zu einem dauerhaften Symbol einer ganzen Generation machten.
- Biographische Entwicklung Dutschkes zum Revolutionär
- Einfluss der Subversiven Aktion und des SDS
- Kritik an Universität, Staat und Imperialismus
- Der Vietnamkrieg als moralischer Mobilisierungsfaktor
- Dutschkes Wirken als charismatische Symbolfigur
Auszug aus dem Buch
1.1 Sein Weg zum Rebellen
Alfred Willi Rudolf Dutschke wurde am 7. März 1940 als viertes Kind von Alfred und Elsbeth Dutschke in Schönefeld geboren. Rudi Dutschke wächst wie viele andere Kinder in dieser Zeit zunächst ohne Vater auf. Diese ersten Jahre, in denen sich die Mutter alleine um die Kinder kümmert, prägen Rudi Dutschkes Frauenbild und führen zu einer starken Mutterbindung. Durch die strenge protestantische Erziehung seiner Mutter wird auch er zu einem tief religiösen Menschen. Selbst während der „wilden“ Jahre in Berlin kehrt er dem Christentum nie den Rücken zu (vgl. Karl 2003 S. 15).
Als Schüler war Dutschke stets fleißig und wissbegierig. Er interessierte sich für Geschichte und Sport. Jedoch stand ihm der Sinn noch nicht nach ausdauerndem Lesen, wie er es während seiner Studentenzeit praktizieren würde. Seine Lieblingsbeschäftigung ist der Sport. Obwohl er von kleiner Statur ist, ist er begeisterter Leichtathlet und bringt es durch stetes Training zum drittbesten Zehnkämpfer der DDR-Jugend. Aufgrund seiner großen Verbundenheit zum Sport fasst er den Entschluss, nach seinem Abitur Sportreporter zu werden. Damals begann er Sport-Reporter vor seinen Brüdern zu üben. So lernte er das öffentliche Reden, was später zu seiner Hauptbeschäftigung werden sollte, nur dass es dann nichts mehr mit Sport zu tun haben sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung skizziert den Lebensweg Dutschkes bis zu seinem Tod und stellt die zentrale Forschungsfrage nach seiner Bedeutung als Symbolfigur der Studentenbewegung.
1. Rudi Dutschkes Weg in die Studentenbewegung: Dieses Kapitel beschreibt Dutschkes Politisierung von seiner Jugend in der DDR über die Gründung der Subversiven Aktion bis hin zu seinem Aufstieg im SDS.
2. Rudi Dutschkes Kritik am Bestehenden: Hier werden Dutschkes Hauptkritikpunkte an der Universität, dem autoritären Staat, dem Imperialismus sowie seine Haltung zum Vietnamkrieg detailliert analysiert.
3. Fazit: Das Fazit fasst Dutschkes Wirken zusammen und erörtert, warum er trotz des Endes der 68er-Revolte bis heute als charismatischer Mythos und Personifikation dieser Bewegung fortbesteht.
Schlüsselwörter
Rudi Dutschke, Studentenbewegung, 68er-Bewegung, SDS, Subversive Aktion, Revolution, Vietnamkrieg, Imperialismuskritik, Notstandsgesetze, Antiautoritäre, West-Berlin, Politische Radikalisierung, Mythos, Kapitalismuskritik, Politische Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Person Rudi Dutschke, seinem politischen Werdegang sowie seiner zentralen Rolle innerhalb der westdeutschen Studentenbewegung der 1960er Jahre.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die biographischen Wurzeln Dutschkes, seine Aktivitäten im SDS und der Subversiven Aktion sowie seine tiefgreifende Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen in der BRD.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Ursprung von Dutschkes politischer Haltung zu verstehen und zu analysieren, wie er durch sein Handeln und seine Rhetorik zum Symbol der 68er-Bewegung wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von zeitgenössischen Quellen, Biographien und historischer Literatur, um Dutschkes Ideale und die Hintergründe der damaligen Proteste kritisch aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Sozialisation Dutschkes und die detaillierte Untersuchung seiner Kritik an Hochschulwesen, Staat und internationaler imperialistischer Politik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rudi Dutschke, 68er-Bewegung, Studentenbewegung, SDS, Revolution und Imperialismuskritik geprägt.
Warum war der SDS für Dutschke nur ein Mittel zum Zweck?
Dutschke sah im SDS eine Chance, seine revolutionären Ideen zu verwirklichen und internationale Kontakte zu knüpfen, betrachtete den Verband jedoch als Produkt der Nachkriegszeit, das erst durch den antiautoritären Flügel radikalisiert werden musste.
Welche Rolle spielte das Attentat für den Mythos Dutschke?
Das Attentat verfestigte sein Bild als "Märtyrer" der Bewegung. Die Tatsache, dass er an den Spätfolgen verstarb, verlieh ihm eine Aura der Auserwähltheit und trug maßgeblich zur Unsterblichkeit seiner politischen Legende bei.
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- Christian Altkemper (Author), 2006, Rudi Dutschkes Weg in die Revolte und seine Kritik am Bestehenden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54548