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Geschlechtsspezifische Sozialisation

Entstehung von Rollenbildern

Titel: Geschlechtsspezifische Sozialisation

Essay , 2019 , 16 Seiten

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit geht darauf ein, inwiefern während des Sozialisationsprozesses bestimmte Rollenbilder des weiblichen und männlichen Geschlechts geprägt werden, diese sich unterscheiden, welche theoretischen Ansätze sich dahinter verbergen und vor allem auch welchen Einfluss das äußere soziale Umfeld auf die Entstehung dieser nimmt.

Zu Beginn werde ich mich grundlegend mit dem Begriff der Sozialisation, der Unterscheidung zwischen Sex und Gender sowie den Rollenbildern von Mann und Frau auseinandersetzen. Darauf aufbauend werde ich auf die Geschlechteridentitäten im Zusammenhang mit dem kulturellen System der Zweigeschlechtlichkeit eingehen und nach einer biologischen Erklärung für die Unterschiede dieser suchen. Folgend werden theoretische Ansätze, die zum Verständnis einer geschlechtsspezifischen Sozialisation beitragen, thematisiert. Diese knüpfen an den vorangegangenen biologischen Erklärungen an und versuchen aufzuzeigen inwiefern die Gesellschaft selbst eine geschlechtsspezifische Sozialisation begünstigt und bedingt. Abschließend werde ich mit einem zusammenfassenden Fazit enden.

Soll das Kinderzimmer nun blau oder doch rosa eingerichtet werden? Eine Frage, die sich für viele zukünftige Eltern mit der Aufklärung des Geschlechts des Kindes beantworten lässt. Denn wird es ein Mädchen, so werden die Wände und ein Großteil der Erstausstattung natürlich rosa und es werden süße Kleider zum Anziehen besorgt. Wird es aber ein Junge, so erstrahlen die Wände in einem Blau und der zukünftige Vater malt sich in Gedanken schon aus, wie er mit seinem Sohn gemeinsam Fußball im Garten spielt. Aber Moment! Woher kommen diese Assoziationen und Erwartungen, die wir mit den jeweiligen Geschlechtern verbinden? Woher kommt der Gedanke, dass Mädchen die Farbe Rosa mögen und gerne Kleider tragen während Jungs lieber draußen Fußball spielen und sich dreckig machen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Grundlagen

1.1. Sozialisation

1.2. Sex und Gender

1.3. Rollenbild

2. Geschlechteridentität

2.1. Das kulturelle System der Zweigeschlechtlichkeit

2.2. Biologische Erklärungen

3. Theoretische Ansätze

3.1. Das Über-Ich

3.2. Nancy Chodorow

3.3. Die institutionelle Reflexivität

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Prozess der geschlechtsspezifischen Sozialisation und analysiert, wie durch soziale und kulturelle Prägungen traditionelle Rollenbilder von Mann und Frau entstehen und im Individuum verankert werden.

  • Grundlagen der Sozialisation sowie Abgrenzung von Sex und Gender
  • Das kulturelle System der Zweigeschlechtlichkeit
  • Kritische Auseinandersetzung mit biologischen Erklärungsmodellen
  • Psychoanalytische und soziologische Theorien zur Rollenbildung
  • Einfluss von Sozialisationsinstanzen wie Familie und Institutionen

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Über-Ich

Sigmund Freud ist der Begründer der Psychoanalyse und entwickelte das Strukturmodell der Psyche, welches sich aus den drei Schichten „Es“, „Ich“ und „Über-Ich“ zusammensetzt. Entgegen seiner früheren Annahmen, dass die Entwicklung zum jeweiligen sozialen Geschlecht bedingt mit der Anatomie eines Individuums einhergehe und der Prozess der Sozialisation dementsprechend vorherbestimmt sei, gibt die Herausbildung des „Über-Ichs“, nach Erkenntnissen der moderneren Psychoanalyse, Aufschluss darüber, wie das Individuum bestimmte Verhaltensweisen, dies impliziert auch geschlechterspezifische Aspekte, aus seiner Umwelt reproduziert (vgl. Niederbacher/Zimmermann, 2011: 163).

Im Rahmen dieses Abschnittes werde ich mich hauptsächlich auf die Ebene des „Über-Ich“ konzentrieren, da diese Aufschluss über den Einfluss äußerer Faktoren in Bezug auf den individualisierten Sozialisationsprozess eines Menschen gibt.

Kurz zur Einordnung: Die erste Schicht der psychischen Struktur ist das „Es“, welches als das Lustprinzip und Triebpol verstanden werden kann. Die zweite Schicht, das „Ich“ fungiert als Kontrollinstanz und Vermittler zwischen der „Es“-Ebene und dem Realitätsprinzip, das als „[...] Anforderungen der Außenwelt, die auf das Zusammenleben und Überleben [...] ausgerichtet [...]“ (Niederbacher/Zimmermann, 2011: 163) sind, verstanden werden kann. In dem Realitätsprinzip inbegriffen sind Gebote und Verbote, die sich aus Moral- und Werteinstellungen ergeben. Für Kinder bedeutet dies, die Moral- und Wertvorstellungen der Eltern werden durch Gebote und Verbote zum Ausdruck gebracht, durch die sie ihre Triebe, die aus der „Es“-Ebene stammen, kontrollieren müssen. Da der Mensch ein triebhaftes Wesen ist, entsteht an dieser Stelle ein Widerspruch der durch das „Über-Ich“ gelöst werden soll (vgl. Niederbacher/Zimmermann, 2011: 163).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der geschlechtsspezifischen Sozialisation ein und verdeutlicht anhand alltäglicher Stereotype die Relevanz der Fragestellung nach der Entstehung von Geschlechterrollen.

1. Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den zentralen Begriff der Sozialisation und nimmt eine notwendige Differenzierung zwischen biologischem Geschlecht (Sex) und sozialem Geschlecht (Gender) vor, um die kulturelle Formung von Rollenbildern zu begründen.

2. Geschlechteridentität: Hier wird das System der Zweigeschlechtlichkeit als kulturelle Ordnung analysiert und hinterfragt, inwiefern biologische Erklärungen zur Differenzbildung zwischen den Geschlechtern ausreichen oder eher sozial konstruiert sind.

3. Theoretische Ansätze: Das Kapitel bietet eine theoretische Fundierung durch die Psychoanalyse nach Freud, Ansätze von Nancy Chodorow zur familiären Arbeitsteilung sowie Erving Goffmans Theorie der institutionellen Reflexivität.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die geschlechtsspezifische Sozialisation primär durch kulturelle Erwartungen und gesellschaftliche Instanzen geprägt wird, wobei die biologischen Merkmale lediglich als Ausgangspunkt für die Verinnerlichung traditioneller Rollenmuster dienen.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Geschlechteridentität, Rollenbild, Sex, Gender, Zweigeschlechtlichkeit, Sozialisationsinstanzen, Psychoanalyse, Über-Ich, institutionelle Reflexivität, kulturelle Formung, Geschlechterrolle, Sozialwissenschaften, Stereotype, geschlechtsspezifische Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Geschlechterrollen im Sozialisationsprozess erlernt werden und inwiefern diese nicht biologisch determiniert, sondern soziokulturell geprägt sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Sex und Gender, das kulturelle System der Zweigeschlechtlichkeit, die Rolle von Sozialisationsinstanzen und verschiedene theoretische Erklärungsmodelle zur Entstehung von Geschlechtsidentitäten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das soziale Umfeld und gesellschaftliche Erwartungen dazu führen, dass Individuen geschlechtsspezifische Verhaltensweisen und traditionelle Rollenbilder verinnerlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Herangehensweise, indem sie bestehende soziologische und psychoanalytische Konzepte sowie Forschungsergebnisse zur Sozialisation verknüpft und diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinitionen, die Analyse der zweigeschlechtlichen Ordnung, eine kritische Betrachtung biologischer Erklärungsansätze sowie die Darstellung theoretischer Ansätze (Freud, Chodorow, Goffman).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sozialisation, Geschlechteridentität, Rollenbild, Gender, Zweigeschlechtlichkeit und institutionelle Reflexivität charakterisieren.

Welche Bedeutung hat das „Über-Ich“ für die Geschlechterrollen?

Das Über-Ich fungiert als Instanz, in der moralische und soziale Normen internalisiert werden; dies ermöglicht es dem Individuum, die gesellschaftlich vorgelebten Geschlechterrollen der Eltern als eigene Ideale zu übernehmen.

Warum hinterfragt die Autorin biologische Erklärungen?

Die Autorin argumentiert, dass biologische Unterschiede keine hinreichende Erklärung für die komplexen sozialen Differenzen zwischen den Geschlechtern bieten und verweist stattdessen auf die kulturelle Konstruktion von Verhalten.

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Details

Titel
Geschlechtsspezifische Sozialisation
Untertitel
Entstehung von Rollenbildern
Hochschule
Universität Münster
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
16
Katalognummer
V545541
ISBN (eBook)
9783346166739
ISBN (Buch)
9783346166746
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entstehung geschlechtsspezifische rollenbildern sozialisation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2019, Geschlechtsspezifische Sozialisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/545541
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Leseprobe aus  16  Seiten
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