Zunächst erfolgt im zweiten Kapitel der Arbeit eine kurze Einführung in die historische Entwicklung des Investmentsparens, die für das Verständnis der gegenwärtigen Situation der Investmentfondsbranche nützlich erscheint. Das zweite Kapitel wird durch die Nennung verschiedener statistischer Daten zur Investmentbranche abgerundet.
Daran anschließend werden im dritten Kapitel die zivilrechtlichen Rahmenbedingungen beleuchtet, insbesondere wird das Zusammenwirken der Kapitalanlagegesellschaft, der Depotbank und der Anleger genauer betrachtet. Darüber hinaus erfolgt in diesem Kapitel eine Systematisierung der Investmentgesellschaften nach der Kapitalstruktur, der Ausschüttungspolitik und den Fondskategorien.
Das vierte Kapitel der Arbeit befasst sich mit Transparenzprinzip und beschreibt den sachlichen Anwendungsbereich des InvStG sowie den Umfang der sachlichen Steuerpflicht.
Im fünften Kapitel der Arbeit wird die Besteuerung der ordentlichen bzw. außerordentlichen Erträge eines Investmentfonds auf der Ebene des Anlegers beschrieben und herausgearbeitet, inwieweit das Transparenzprinzip bei der Besteuerung umgesetzt wird.
Daran schließt sich im sechsten Kapitel eine kritische Darstellung der Besteuerung bei der Veräußerung der Investmentanteile an.
Gegenstand des siebten Kapitels ist die Quellenbesteuerung. Hierbei wird neben der Kapitalertragsteuer insbesondere die Problematik bei der Anrechnung ausländischer Quellensteuer analysiert.
Das achte Kapitel schließt die Arbeit mit einer Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse, einer kritischen Würdigung sowie einem Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung, Zielsetzung und Gang der Untersuchung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen des Investmentsparens
2.1 Begriffsbildung und Idee des Investmentsparens
2.2 Die historische Entwicklung der Investmentbranche
3 Zivilrechtliche Rahmenbedingungen und Investmentfondstypen
3.1 Das Investmentdreieck
3.2 Systematisierung der Investmentfondstypen
3.2.1 Unterscheidung nach der Kapitalstruktur
3.2.2 Unterscheidung nach der Ausschüttungspolitik
3.2.3 Unterscheidung nach den Fondskategorien
3.2.3.1 Wertpapierfonds
3.2.3.2 Geldmarktfonds
3.2.3.3 Immobilienfonds
3.2.3.4 Hedgefonds
4 Systematik, Anwendungsbereich und Begriffsbestimmungen des InvStG
4.1 Das Transparenzprinzip
4.2 Sachlicher Anwendungsbereich des InvStG
4.3 Umfang der sachlichen Steuerpflicht
5 Laufende Besteuerung auf Ebene des Anteilscheininhabers
5.1 Ermittlung der steuerpflichtigen Erträge auf Fondsebene
5.1.1 Einnahme-Überschuss-Rechnung
5.1.2 Abzugsfähige Werbungskosten auf Investmentfondsebene
5.1.2.1 Unmittelbar zuordenbare Werbungskosten
5.1.2.2 Mittelbar zuordenbare Werbungskosten
5.2 Negative Erträge auf Ebene des Investmentfonds
5.3 Zuflusszeitpunkt der Fondserträge beim Anteilscheininhaber
5.3.1 Allgemeine Grundsätze
5.3.2 Besonderheiten bei betrieblichen Anlegern
5.4 Die Besteuerung der ausgeschütteten und ausschüttungsgleichen Ertragsbestandteile
5.4.1 Voraussetzungen für die Regelbesteuerung
5.4.2 Grundsätze der Regelbesteuerung
5.4.3 Zinserträge von in- und ausländischen Emittenten
5.4.4 Dividendenerträge von in- und ausländischen Emittenten
5.4.5 Erträge aus in- und ausländischem Immobilienvermögen
5.4.6 Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten
5.4.6.1 Futures
5.4.6.2 Optionen
5.5 Abzugsfähige Werbungskosten und Betriebsausgaben auf Anlegerebene
5.6 Zwischenergebnis
6 Wertveränderungen, Rückgabe und Veräußerung der Anteilscheine
6.1 Anteilscheine im Privatvermögen
6.2 Anteilscheine im Betriebsvermögen
6.2.1 Ausweis und Bewertung der Anteilscheine
6.2.2 Der Aktiengewinn
6.2.2.1 Wertveränderungen der Anteilscheine
6.2.2.2 Veräußerung bzw. Rückgabe der Anteilscheine
6.3 Zwischenergebnis
7 Quellenbesteuerung auf Fondserträge
7.1 Kapitalertragsteuer, Zinsabschlag und Solidaritätszuschlag
7.2 Ausländische Quellensteuer
7.2.1 Abkommensberechtigung eines inländischen Sondervermögens
7.2.1 Anerkennung der Abkommensberechtigung im DBA-Fall
7.2.3 Nichtanerkennung der Abkommensberechtigung im DBA-Fall
7.3 Zwischenergebnis
8 Kritische Würdigung und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die ertragsteuerrechtliche Situation eines Anlegers von Investmentfonds nach Einführung des Investmentsteuergesetzes (InvStG) kritisch zu beleuchten. Dabei steht die Kernfrage im Fokus, ob die Besteuerung bei Investitionen in offene Publikumsfonds im Vergleich zur Direktanlage zu einer höheren oder niedrigeren steuerlichen Belastung führt, insbesondere unter Berücksichtigung des sogenannten Transparenzprinzips.
- Analyse des InvStG und des Transparenzprinzips bei Investmentfonds.
- Untersuchung der Besteuerung von Erträgen auf Anlegerebene (ordentliche und außerordentliche Erträge).
- Kritische Würdigung des Werbungskostenabzugs und der Verlustverrechnung im Fondsbereich.
- Vergleichende Betrachtung der steuerlichen Belastung zwischen Fonds- und Direktanlegern.
- Systematisierung der Investmentfondstypen und zivilrechtlicher Grundlagen.
Auszug aus dem Buch
4.1 Das Transparenzprinzip
Die Besteuerung der Erträge aus einer Investmentanlage kann auf drei Ebenen – der Ebene des Investitionsobjekts, des Sondervermögens und der Anleger – erfolgen. Nach dem Transparenzprinzip soll die Besteuerung eines Fondsanlegers weitestgehend der eines Direktanlegers entsprechen, wobei die steuerliche Gesamtbelastung eines Fondsanlegers weder höher noch niedriger sein sollte als bei einer Direktanlage. Der Fondsanleger ist so zu besteuern, als ob er sich unmittelbar am Kapitalmarkt beteiligen würde. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn auf der Ebene des Sondervermögens keine Steuerzahlungen anfallen. Um dies zu erreichen, bestimmt § 11 Abs. 1 InvStG i.V.m. § 1 Abs. 1 Nr. 5 KStG, dass das inländische Sondervermögen als Zweckvermögen gilt – als solches wäre es grundsätzlich körperschaft- und gewerbesteuersteuerpflichtig – und gleichzeitig von der Körperschaft und Gewerbesteuer zu befreien ist. Eine Mehrfachbesteuerung wird durch die fehlende materielle Besteuerung auf Fondsebene vermieden.
Die Fiktion des § 11 Abs. 1 InvStG i.V.m. § 1 Abs. 1 Nr. 5 KStG qualifiziert das Sondervermögen gleichzeitig als Steuerpflichtigen i.S.d. § 33 Abs. 1 AO, für das die Kapitalanlagegesellschaft als gesetzlicher Vertreter des Sondervermögens gem. § 1 Abs. 2 Satz 2 InvStG die Rechte und Pflichten i.S.d. § 34 Abs. 1 AO wahrnimmt. Dies betrifft u.a. die Erstattung ausländischer Quellensteuer, andernfalls müsste der Erstattungsantrag durch jeden Anleger eigenständig erfolgen. Insoweit wird das Erstattungsverfahren erheblich vereinfacht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung, Zielsetzung und Gang der Untersuchung: Diese Einleitung führt in die gesetzlichen Reformen des Investmentrechts ein und erläutert die methodische Herangehensweise zur Untersuchung der steuerlichen Belastung von Fondsanlegern.
2 Grundlagen des Investmentsparens: Das Kapitel bietet eine Einführung in die historische Entwicklung und die Idee des Investmentsparens als Instrument der Risikostreuung.
3 Zivilrechtliche Rahmenbedingungen und Investmentfondstypen: Es werden die Rechtsbeziehungen zwischen Kapitalanlagegesellschaft, Depotbank und Anleger analysiert sowie eine Systematisierung der verschiedenen Fondstypen vorgenommen.
4 Systematik, Anwendungsbereich und Begriffsbestimmungen des InvStG: Hier werden das zentrale Transparenzprinzip sowie der sachliche Anwendungsbereich des InvStG definiert.
5 Laufende Besteuerung auf Ebene des Anteilscheininhabers: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die Besteuerung ordentlicher und außerordentlicher Erträge unter Berücksichtigung des Werbungskostenabzugs und der Verlustverrechnung.
6 Wertveränderungen, Rückgabe und Veräußerung der Anteilscheine: Untersucht wird die Besteuerung bei Anteilsverkäufen im Privat- und Betriebsvermögen unter Einbeziehung des Aktiengewinns.
7 Quellenbesteuerung auf Fondserträge: Analysiert werden die inländische Kapitalertragsteuer sowie die komplexe Problematik der Anrechnung ausländischer Quellensteuer.
8 Kritische Würdigung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Transparenz im neuen Recht und einem Ausblick auf zukünftige legislative Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Investmentsteuergesetz, InvStG, Transparenzprinzip, Publikumsfonds, Kapitalanlagegesellschaft, Ertragsbesteuerung, Werbungskosten, Aktiengewinn, Quellensteuer, Investmentvermögen, Sondervermögen, thesaurierende Fonds, ausschüttende Fonds, Kapitalertragsteuer, Doppelbesteuerungsabkommen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ertragsteuerlichen Behandlung von Investmentfonds nach der Einführung des Investmentsteuergesetzes (InvStG) in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der steuerlichen Belastung von Fondsanlegern, dem Transparenzprinzip, dem Werbungskostenabzug auf Fondsebene, der Verlustverrechnung sowie der Quellenbesteuerung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die kritische Prüfung, ob das Investieren über eine Investmentgesellschaft im Vergleich zu einer Direktanlage durch das InvStG zu einer steuerlichen Gleichbehandlung geführt hat oder ob Belastungsunterschiede bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine rechtliche und steuersystematische Analyse durch, die auf der kritischen Würdigung geltender Gesetze (InvStG, EStG, KStG) sowie der Literatur und Rechtsprechung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert die laufende Besteuerung, die Besteuerung bei Veräußerungen und Rückgaben sowie die Quellenbesteuerung bei verschiedenen Anlegergruppen (Privatvermögen vs. Betriebsvermögen).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Zentrale Begriffe sind InvStG, Transparenzprinzip, Publikumsfonds, Aktiengewinn, Werbungskosten, Quellensteuer und Kapitalanlagegesellschaft.
Inwiefern beeinflusst das Transparenzprinzip die Verlustverrechnung bei Investmentfonds?
Das Transparenzprinzip wird durch die aktuelle Regelung verletzt, da negative Erträge (Verluste) auf Fondsebene nicht an die Anleger weitergeleitet werden können, sondern nur fondsintern mit positiven Erträgen gleicher Art verrechenbar sind.
Warum ist die Rückgabe von Anteilscheinen steuerlich relevant?
Die Rückgabe von Anteilscheinen steht wirtschaftlich der Veräußerung gleich und unterliegt daher der Ertragsbesteuerung, wobei insbesondere bei Privatpersonen die Einhaltung von Haltefristen entscheidend für die Steuerfreiheit sein kann.
- Quote paper
- Felix Conradi (Author), 2006, Einkommensbesteuerung bei Beteiligung an Investmentvermögen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54598