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Die Medienwahl. Agenda-Setting Effekte bei der Bundestagswahl 2002

Title: Die Medienwahl. Agenda-Setting Effekte bei der Bundestagswahl 2002

Term Paper , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sebastian Meyer (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Bundestagswahlen finden in der Bundesrepublik Deutschland seit ihrer Gründung 1949 statt. Doch selten war ein Ergebnis so knapp wie bei der Wahl zum fünfzehnten Deutschen Bundestag im Jahre 2002. Nur eine Mehrheit von neun Parlamentssitzen konnte die Regierungskoalition von SPD und Bündnis 90: Die Grünen gegenüber der CDU/CSU erlangen. Nicht zuletzt deshalb gibt es in Hinblick auf den Ausgang der Bundestagswahl 2002 etliche Spekulationen über die wahlentscheidenden Einflüsse. Den Massenmedien wird in Wahlkämpfen eine immer größer werdende Bedeutung beigemessen. Das ist zum einen durch ihre weite Verbreitung, zum anderen dadurch begründet, dass immer mehr Menschen ihr politisches Wissen aus ihnen beziehen. „Nur wenige Menschen verschaffen sich unmittelbare Eindrücke von den Kandidaten und den Parteien. Ihre Wahrnehmungen beruhen also nicht auf direkten, sondern auf vermittelten Eindrücken.“1Diese Arbeit untersucht die Wirkung der Medien auf die Meinungsbildung und die Wahlabsichten der wahlberechtigten Bevölkerung. Im Vordergrund der Untersuchung steht hier das Konzept des Agenda-Settings. Dieses Konzept postuliert einen Zusammenhang zwischen Themenauswahl der Medien und der Themenpräferenz der Rezipienten. Je häufiger und ausführlicher über ein Thema berichtet wird, umso eher wird der Rezipient es als bedeutsam einstufen. Im Folgenden sollen die Fragen beantwortet werden:
Gab es Agenda-Setting Effekte im Wahlkampf 2002 und haben diese Effekte eine Auswirkung auf das Wahlergebnis gehabt? Diese Arbeit gliedert sich in folgende Abschnitte:
Der zweite Abschnitt gibt einen Einblick in den theoretischen Ansatz des Agenda-Settings, sowie einen kurzen Überblick zum Forschungsstand. Bei der Bearbeitung dieses Abschnittes waren besonders das Werk Agenda-Setting von James Dearing und Everett Rogers von Bedeutung. Frank Brettschneiders Aufsatz Agenda-Setting. Forschungsstand und politische Konsequenzen fand ebenfalls starke Berücksichtigung. Der dritte Abschnitt gibt einen Überblick über die Rolle der Medien und die herausragende Stellung des Fernsehens im Wahlkampf. Für die Bearbeitung dieses Abschnittes war neben dem Aufsatz Warum die Macht der Fernsehbilder wächst. Verbale und visuelle Informationen in den Fernsehnachrichten vor den Bundestagswahlen 1998 und 2002 von Marcus Maurer und Hans Mathias Kepplinger auch das Werk Verlorene Meinungsführerschaft.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Agenda-Setting Ansatz

3. Die Rolle der Medien im Wahlkampf

4. Die Medien-Agenda der Bundestagswahl 2002

4.1. Die Elbe-Flut

4.2. Die Irak-Krise

4.3. Die Fernsehduelle

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Massenmedien auf die Meinungsbildung und das Wahlverhalten der Bevölkerung während der Bundestagswahl 2002, wobei insbesondere die Relevanz des Agenda-Setting-Konzepts im Kontext unvorhersehbarer Ereignisse analysiert wird.

  • Grundlagen und Wirkungsweise des Agenda-Setting-Ansatzes
  • Bedeutung von Fernsehmedien für moderne Wahlkämpfe
  • Einfluss der Elbe-Flut auf die Medien-Agenda und Wählerpräferenzen
  • Effekte der Irak-Krise als politisches Themenmanagement
  • Analyse der Fernsehduelle als Instrument der Personalisierung

Auszug aus dem Buch

4.1. Die Elbe-Flut

Am 12. August ergossen sich stündlich 30 Liter Regen pro Quadratmeter auf Südsachsen. Die Müglitz schwoll zu einem reißenden Strom an, der zahlreiche Häuser mitriss. Am 13. August schoss das Hochwasser durch den Dresdener Hauptbahnhof. In der Umgebung von Dresden und Grimma bei Leipzig mussten mehrere Bewohner aus ihren überfluteten Häusern gerettet werden. Einen Tag darauf erreichte eine zweite Flutwelle Dresden. Die Uni-Klinik wurde evakuiert. Am 16. August folgte Bitterfeld. Insgesamt flohen fast 100 000 Menschen aus den gefährdeten Gebieten. Am nächsten Tag mussten THW und Feuerwehr den Kampf um die Dresdener Innenstadt aufgeben, in Riesa brach eine wichtige Eisenbahnbrücke zusammen. Viele Dämme konnten nicht gehalten werden und so standen tausende Häuser entlang der Elbe unter Wasser. Am 19. August begannen in Sachsen die Aufräumarbeiten, obwohl noch einen Tag später zahlreiche Dämme zu brechen drohten. In Norddeutschland erreichten die Überschwemmungen nicht das befürchtete katastrophale Ausmaß.

Das Elbe-Hochwasser gelangte sofort auf die Medienagenda. Schnell wurde es zum alles andere überragenden Medienereignis und sogar zur Jahrhundertflut hochstilisiert. „Die zuvor zentralen Themen waren mit einem Male buchstäblich von der Tagesordnung gespült.“ Die Flutkatastrophe in Ostdeutschland dominierte über Wochen die Medienberichterstattung und es gab kaum noch andere Themen in den Fernsehnachrichten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der Massenmedien für die Bundestagswahl 2002 ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich des Agenda-Setting-Effekts.

2. Der Agenda-Setting Ansatz: Es werden die theoretischen Grundlagen der Medienwirkungsforschung dargelegt, die den Zusammenhang zwischen Themenauswahl der Medien und der Wahrnehmung der Rezipienten erklären.

3. Die Rolle der Medien im Wahlkampf: Dieses Kapitel erörtert die zentrale Funktion des Fernsehens bei der Mobilisierung von Wählern und der Vermittlung politischer Informationen.

4. Die Medien-Agenda der Bundestagswahl 2002: Detaillierte Analyse der medialen Berichterstattung während des Wahlkampfes, fokussiert auf die Ereignisse Flutkatastrophe, Irak-Krise und TV-Duelle.

5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Agenda-Setting-Effekte, die eine signifikante Rolle für das knappe Wahlergebnis und den Erfolg der amtierenden Regierung spielten.

Schlüsselwörter

Bundestagswahl 2002, Agenda-Setting, Medienwirkung, Wahlkampf, Elbe-Flut, Irak-Krise, Fernsehduelle, Meinungsbildung, Massenmedien, Themenmanagement, Politikwissenschaft, Wahlverhalten, Priming, Personalisierung, Regierungskoalition

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert, inwieweit Massenmedien durch Agenda-Setting die Meinungsbildung und die Wahlentscheidung bei der Bundestagswahl 2002 beeinflusst haben.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Auswirkungen der Flutkatastrophe, die Irak-Krise sowie die erstmaligen Fernsehduelle als entscheidende Themen für die Medienagenda.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu klären, ob es messbare Agenda-Setting-Effekte gab und ob diese einen kausalen Einfluss auf das Wahlergebnis hatten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Medienanalyse, gestützt auf Umfragedaten von Meinungsforschungsinstituten und politikwissenschaftlichen Studien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert untersucht?

Der Hauptteil analysiert, wie die Regierungskoalition durch die geschickte Nutzung der Medienagenda auf unvorhersehbare Ereignisse reagierte und diese für ihr Image nutzte.

Welche Schlagworte charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Agenda-Setting, Medien-Agenda, Politische Kommunikation und Wahlkampfstrategien beschreiben.

Warum wird das Elbe-Hochwasser als so bedeutend für das Wahlergebnis angesehen?

Das Ereignis verdrängte kritische wirtschaftliche Themen von der Agenda und ermöglichte dem amtierenden Bundeskanzler eine wirksame Selbstdarstellung als Problemlöser.

Hatten die Fernsehduelle einen entscheidenden Einfluss auf das Wahlergebnis?

Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass die TV-Duelle zwar den Personalisierungs-Effekt verstärkten, aber die Kandidatenpräferenz kaum noch signifikant veränderten.

Warum wird das Handeln der SPD während der Irak-Krise als erfolgreich gewertet?

Die klare Ablehnung einer militärischen Beteiligung entsprach der Stimmungslage einer Mehrheit der Bevölkerung, was die Regierung strategisch nutzen konnte.

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Details

Title
Die Medienwahl. Agenda-Setting Effekte bei der Bundestagswahl 2002
College
University of Regensburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Grundkurs: Einführung in den Vergleich westlicher Regierungssysteme
Grade
1,3
Author
Sebastian Meyer (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V54644
ISBN (eBook)
9783638497961
ISBN (Book)
9783656814153
Language
German
Tags
Medienwahl Agenda-Setting Effekte Bundestagswahl Grundkurs Einführung Vergleich Regierungssysteme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Meyer (Author), 2006, Die Medienwahl. Agenda-Setting Effekte bei der Bundestagswahl 2002, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54644
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