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Bildungspolitik und soziale Ungleichheit. Warum das deutsche Schulsystem soziale Ungleichheit reproduziert

Title: Bildungspolitik und soziale Ungleichheit. Warum das deutsche Schulsystem soziale Ungleichheit reproduziert

Term Paper , 2006 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Thomas Schlenker (Author)

Social Work
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Nachdem das deutsche PISA-Konsortium im Herbst 2005 die Details der zweiten im Jahre 2003 durchgeführten PISA-Studie veröffentlicht hatte, wurde im gesellschaftlichen Diskurs neben dem allgemeinen Leistungsniveau deutscher Schülerinnen und Schüler besonders auch der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und den Bildungschancen thematisiert. Diese Arbeit reflektiert daher, unter Berücksichtung der beiden bisher in den Jahren 2000 und 2003 durchgeführten PISA-Studien, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und den Bildungschancen. Da ein gerechter Zugang zu Bildungsmöglichkeiten einen Schlüssel für die zukünftige Verringerung allgemeiner sozialer Ungleichheiten darstellt, ist dieses Thema in Bezug auf die Zukunftsgestaltung in der Bundesrepublik Deutschland von zentraler Bedeutung.
Im Anschluss zur Darstellung der in den PISA-Studien gewonnen Erkenntnissen werden die aktuellen Schwierigkeiten bei der Entkopplung von Bildungschancen und der sozialen Herkunft thematisiert. Dieses Buch liefert somit klare Fakten, die im aktuellen Diskurs über die Umgestaltung des deutschen Bildungssystems berücksichtigt werden müssen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. PISA was ist das (überhaupt)?

3. Bedingungen für Schulische Erfolge

3.1. Soziales Kapital und kulturelles Kapital

3.1.1. Soziales Kapital

3.1.2. Kulturelles Kapital

3.1.3. Transformierbarkeit der Kapitalien

4. Die Befunde von PISA 2000

4.1. Besuchte Schulformen im Bezug zur sozialen Herkunft

4.2. Die Bedeutung der sozialen Herkunft im internationalen Vergleich

5. Statistik für Nichtstatistiker

5.1. Mittelwerte

5.2. Streuung, Varianz und Standardabweichung

6. Die Befunde von PISA 2003

6.1. Der neue Index des ökonomischen, sozialen und kulturellen Status (ESCS)

6.2. Besuchte Schulformen in Bezug zum ESCS

6.3. Die Bedeutung der sozialen Herkunft im internationalen Vergleich

7. Ein Vergleich von PISA 2000 und PISA 2003

8. Reaktionen auf PISA

8.1. Was Soziologen und Bildungsforscher schon lange beschäftigt.

9. Reaktionen und Aktionen der Politik nach PISA

9.1. Positionen der Rot-Grünen Bundesregierung (2002 bis 2005)

9.2. Die aktuelle politische Lage

10. Schlussbemerkungen

11. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und den Bildungschancen deutscher Schülerinnen und Schüler auf Basis der PISA-Studien 2000 und 2003, um aufzuzeigen, wie das deutsche Schulsystem soziale Ungleichheit reproduziert und welche politischen Lösungsansätze existieren.

  • Analyse der PISA-Studienergebnisse (2000 & 2003) hinsichtlich sozialer Disparitäten.
  • Theoretische Fundierung durch den Kapitalbegriff von Pierre Bourdieu (soziales/kulturelles Kapital).
  • Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Schulformwahl und sozialer Herkunft.
  • Kritische Reflexion politischer Maßnahmen zur Entkopplung von Herkunft und Bildungserfolg.

Auszug aus dem Buch

3.1.3. Transformierbarkeit der Kapitalien

Nun mag man sich fragen, warum ein solch differenzierter Kapitalbegriff sinnvoll sein soll? In den bisherigen Betrachtungen ist die alltagssprachliche Bedeutung des Kapitalbegriffes nicht thematisiert worden. Im Alltag wird Kapital mit ökonomischem Kapital gleichgesetzt. Bourdieu verwendet für das monetäre Kapital eben diesen Begriff des ökonomischen Kapitals. Bei der Betrachtung des Institutionalisierten Kulturkapitals wurde bereits deutlich, dass ein enger Zusammenhang zwischen Kulturellem Kapital und dem zu erwartendem ökonomischem Kapital besteht. Es stellt sich somit die Frage nach der Transformierbarkeit der Kapitalien. (Vgl Bourdieu in Kreckel Hrsg. 1983 S.195 ff) Gerade durch die Umwandlungsfähigkeit der Kapitalien bekommt der differenzierte Kapitalbegriff Bourdieus hinsichtlich des Bildungsdiskurses seine Qualität. Dabei lassen sich die Kapitalien nicht nur umwandeln, sondern zum Teil auch kompensieren. Diese Zusammenhänge lassen sich am Besten anhand eines Fallbeispieles illustrieren.

Frau M. ist allein erziehende Mutter zweier Kinder im Grundschulalter. Seit der Geburt der beiden Kinder ist die gelernte Arzthelferin außerhalb des Haushaltes nicht mehr berufstätig. Eine Teilzeitstelle, die sich mit den Schulzeiten der Kinder vereinbaren lässt, ist nicht in Sicht. Daher ist Frau M. auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Durch gute Beziehungen zum Inhaber eines Autohauses kann sich Frau M. jedoch einen PKW leisten. Zusätzlich pflegt Frau M. eine gute Freundschaft zu einer Filialleiterin eines Supermarktes, die Frau M. oft mit preiswerten Lebensmitteln versorgt. Gut erhaltene Kinderkleidung bekommt Frau M. zudem häufig von Ihrer Schwester geschenkt, die als Rechtsanwältin beschäftigt ist und Kinder in ähnlichem Alter hat. Da Frau M. relativ viel freie Zeit zur Verfügung hat, kümmert sie sich stets um die Hausaufgaben der Kinder. Auch Übungen der Diktate und Mathe-Tests werden von Frau M. aktiv begleitet. Darüber hinaus engagiert sie sich überdurchschnittlich im Elternbeirat der Grundschule. Damit sie die Kinder zukünftig auch in Englisch unterstützen kann, besucht Frau M. einen Englischkurs an der Volkshochschule.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Bildungsungleichheit vor dem Hintergrund der PISA-Studien und Zielsetzung der Arbeit.

2. PISA was ist das (überhaupt)?: Erläuterung des PISA-Programms, seiner Zielsetzung und der angewandten Untersuchungsmethoden.

3. Bedingungen für Schulische Erfolge: Theoretische Herleitung schulischen Erfolgs durch das Kapitalmodell von Pierre Bourdieu.

4. Die Befunde von PISA 2000: Analyse der Zusammenhänge zwischen EGP-Schichtzugehörigkeit, Schulformwahl und Lesekompetenz.

5. Statistik für Nichtstatistiker: Kurze Einführung in statistische Grundlagen wie Mittelwert, Varianz und Standardabweichung für das Verständnis der PISA-Daten.

6. Die Befunde von PISA 2003: Auswertung der PISA 2003 Ergebnisse unter Verwendung des neuen ESCS-Indexes.

7. Ein Vergleich von PISA 2000 und PISA 2003: Gegenüberstellung der Studienergebnisse und Analyse der Entwicklung sozialer Disparitäten.

8. Reaktionen auf PISA: Darstellung der gesellschaftlichen und medialen Reaktionen nach Veröffentlichung der PISA-Studien.

9. Reaktionen und Aktionen der Politik nach PISA: Analyse der politischen Positionen und Maßnahmen von Rot-Grün (2002-2005) sowie der Regierung ab 2005.

10. Schlussbemerkungen: Zusammenfassendes Fazit zur engen Kopplung von sozialer Herkunft und Kompetenzerwerb in Deutschland.

Schlüsselwörter

Bildungspolitik, soziale Ungleichheit, PISA-Studie, Pierre Bourdieu, kulturelles Kapital, soziales Kapital, Bildungschancen, Schulsystem, ESCS, Bildungsabschluss, soziale Herkunft, Bildungsforschung, Chancengleichheit, Kompetenzerwerb.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht, wie das deutsche Schulsystem soziale Ungleichheit reproduziert, indem sie analysiert, wie stark der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft der Schülerinnen und Schüler abhängt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die PISA-Studien 2000 und 2003, die Bedeutung von sozialem und kulturellem Kapital nach Bourdieu sowie die politischen Reaktionen auf die identifizierten Bildungsdisparitäten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen aufzuzeigen und zu hinterfragen, ob die politischen Maßnahmen nach PISA eine effektive Entkopplung bewirken konnten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische und empirische Sekundäranalyse, die auf den Daten der offiziellen PISA-Konsortien sowie auf soziologischen Kapitaltheorien basiert.

Was deckt der Hauptteil der Arbeit inhaltlich ab?

Der Hauptteil analysiert detailliert die PISA-Befunde (2000/2003), bietet einen statistischen Exkurs zur Dateninterpretation und diskutiert die politischen Strategien zur Chancengerechtigkeit.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Bildungsgerechtigkeit, soziale Schichtung, Bourdieu, Kapitalformen, PISA-Auswertung, politische Bildungsreformen.

Wie spielt das "kulturelle Kapital" bei der Bildungsbenachteiligung eine Rolle?

Laut Bourdieu vererben Eltern inkorporiertes Kulturkapital (Bildung, Wissen), was maßgeblich darüber entscheidet, wie erfolgreich Kinder im schulischen Bildungssystem bestehen können.

Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit der politischen Reaktion auf PISA?

Der Autor ist kritisch und konstatiert, dass trotz Maßnahmen wie Ganztagesschulen die soziale Selektivität des Systems weiterhin hoch bleibt und viele Ansätze durch den Föderalismus limitiert sind.

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Details

Title
Bildungspolitik und soziale Ungleichheit. Warum das deutsche Schulsystem soziale Ungleichheit reproduziert
College
University of Applied Sciences Esslingen
Grade
1,0
Author
Thomas Schlenker (Author)
Publication Year
2006
Pages
27
Catalog Number
V54704
ISBN (eBook)
9783638498371
ISBN (Book)
9783638663465
Language
German
Tags
Bildungspolitik Schulsystem Soziale Ungleichheit Reproduktion Soziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Schlenker (Author), 2006, Bildungspolitik und soziale Ungleichheit. Warum das deutsche Schulsystem soziale Ungleichheit reproduziert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54704
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