Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Gemälde La Carriere Bibemus, was übersetzt der Steinbruch Bibemus heißt, welches in dem Jahr 1895 von Paul Cézanne geschaffen wurde. Ich werde sowohl eine knappe Biographie Paul Cézannes darbringen, als auch daraufhin folgend die sehpsychologischen und –physiologischen Aspekte und die Methodik Cézannes erläutern, um einen leichteren thematischen Zugriff zu der Rezeption des Werkes zu ermöglichen. Danach werde ich die Analyse dieses Werkes darlegen, mit inbegriffen die Bestimmung des Bildgegenstandes, wo ich mich auf allgemeine Informationen zum Gemälde selbst beziehe, sowie die Bildanalyse folgen lasse. Des Weiteren komme ich am Ende dieser Hausarbeit auf einen Bildvergleich, und zwar mit dem Gemälde Le Mont Sainte-Victoire vu de la carriere Bibemus – Blick auf den Monte Sainte-Victoire vom Steinbruch Bibemus -, auf den Einfluss und die Innovationen, die Paul Cézanne der nachfolgenden Epoche - der Moderne – und den zahlreichen Künstlern geboten hat, zu sprechen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biographie
3. Sehpsychologische und –physiologische Aspekte, Methodik Cézannes
4. Historie und Bildgegenstand
5. Bildanalyse
6. Vergleich der Le Mont Sainte-Victoire vu de la carriere Bibemus mit La Carriere Bibemus
7. Resümee: Einfluss und Bedeutung für die Moderne – Vergleich mit anderen Werken
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Gemälde La Carriere Bibemus von Paul Cézanne durch eine fundierte kunstgeschichtliche und sehpsychologische Untersuchung zu erschließen und seine Bedeutung für die Moderne durch einen Vergleich mit dem Werk Le Mont Sainte-Victoire vu de la carriere Bibemus zu verdeutlichen.
- Biografische Einordnung des Lebens von Paul Cézanne.
- Erläuterung der sehphysiologischen Methodik und Arbeitsweise Cézannes.
- Historischer Kontext und Provenienz des Gemäldes Steinbruch Bibemus.
- Detaillierte Bildanalyse hinsichtlich Komposition, Farbwahl und Technik.
- Vergleichende Untersuchung der künstlerischen Entwicklung und Modernitätsrezeption.
Auszug aus dem Buch
5. Bildanalyse
Der Steinbruch Bibemus aus dem Essener Folkwang Museum ist mit Öl auf Leinwand aufgetragen, mit den Maßen 65cm x 80 cm. Das Bild kann man in drei annähernd bildparallele Flächen teilen, die sich etwas nach links in die diagonale Ferne erstrecken. Der Vordergrund nimmt die größte Fläche ein und bildet sich aus massiven Felsblöcken, mit Schluchtungen am unteren Bildrand, die auch von Felsen ausgefüllt zu sein scheinen. Im Mittelgrund schwindet der Blick gen Ferne, quasi auf dem Rücken des massiven vordergründigen Sockels und den kleinsten Teil bildet der hintergründige blau-weiße Himmel.
In dem mittlerweile verlassenen Steinbruch Bibemus sieht man, wie der Mensch über Jahre hinweg einen unsystematischen Prozess des Felsen Abtragens vollführt hat. Denn kleinteilige Felsstücke liegen zerschlagen und zurückgelassen brach, die Abbruchkanten der herausgesägten Steinquader werden schon von der Natur zurückerobert, ein selbstheilender Prozess vollzieht das Bild, „…indem das Gewachsene und das von den Menschen Zerstörte sich in der Verwandtschaft der Formen und ihres gemeinsamen Malduktus miteinander versöhnen und so als unteilbare Gemeinschaft in einer Fläche zusammenrücken.“ (Költzsch, G.-W.: Phoenix Folkwang, S.102).
Die zurückgelassenen, durch entfernen der Felsblöcke entstandenen Felsnischen, wie im Gemälde oben rechts, bieten einen scharfen geometrischen Kontrast zu der natürlich entstandenen Felsenlandschaft zentral und unten im Bildvordergrund. Cézanne stellt all diese verwinkelten Nischen und Rundungen mit einer Pinselführung dar, die eine besonders meisterhafte und gelassene Komplexität erahnen lässt, durch viele verschiedenfarbige taches colour wie, grau-weiße, graue, teilweise mit blau und grün vermischte, ocker-rötliche und seltener gelbe. Cézanne gelingt es, eine unauflösbare Einheit in diesem Werk zu schaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes La Carriere Bibemus sowie Definition des methodischen Vorgehens und der Zielsetzung der Arbeit.
2. Biographie: Detaillierter Überblick über das Leben von Paul Cézanne, seine künstlerischen Einflüsse, familiären Hintergründe und seine Entwicklung vom Frühwerk bis zur Reifezeit.
3. Sehpsychologische und –physiologische Aspekte, Methodik Cézannes: Analyse der theoretischen Grundlagen von Cézannes Malerei, insbesondere seiner Arbeitsweise mit geometrischen Grundformen und der Physiologie des Sehens.
4. Historie und Bildgegenstand: Untersuchung der Provenienz des Werkes, seiner Aufnahme in das Folkwang Museum und der Bedeutung des Motivs des Steinbruchs von Bibemus.
5. Bildanalyse: Formale und inhaltliche Untersuchung der Komposition, Farbgebung und Pinseltechnik des spezifischen Gemäldes Steinbruch Bibemus.
6. Vergleich der Le Mont Sainte-Victoire vu de la carriere Bibemus mit La Carriere Bibemus: Gegenüberstellung zweier zentraler Werke zur Analyse von Cézannes Umgang mit Perspektive, Licht und räumlicher Tiefe.
7. Resümee: Einfluss und Bedeutung für die Moderne – Vergleich mit anderen Werken: Einordnung von Cézannes Gesamtwerk als Vorläufer und Wegbereiter für spätere künstlerische Bewegungen wie den Kubismus und Fauvismus.
Schlüsselwörter
Paul Cézanne, Steinbruch Bibemus, Impressionismus, Moderne, Kunstgeschichte, Bildanalyse, Mont Sainte-Victoire, Maltechnik, Farbmodulation, Komplementärkontrast, Räumlichkeit, Folkwang Museum, Kunsttheorie, Kubismus, künstlerische Reife.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Gemälde La Carriere Bibemus von Paul Cézanne, analysiert dessen formale und inhaltliche Merkmale und setzt es in den historischen sowie kunstgeschichtlichen Kontext der Moderne.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen Cézannes Biografie, seine spezifische sehphysiologische Arbeitsmethode, die Provenienz des Werkes sowie eine tiefgehende formale Bildanalyse und einen Vergleich mit anderen Werken des Künstlers.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Cézannes Malintentionen und seine innovative Herangehensweise an die Darstellung von Natur und Raum nachzuvollziehen und seine Rolle als prägender Einfluss für die nachfolgende Moderne zu belegen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine kunsthistorische Analyse der formalen Bildmittel, eine Untersuchung der sehpsychologischen Grundlagen sowie den komparativen Vergleich relevanter Schlüsselwerke.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der methodischen Erläuterung der "Flächenmodulation" und der detaillierten Beschreibung der Komposition und Farbigkeit des Steinbruch Bibemus.
Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verbindung von biografischen Hintergründen mit einer detaillierten Analyse der künstlerischen Technik aus, eingebettet in die Diskussion um den Übergang zur modernen Malerei.
Warum spielt der Steinbruch von Bibemus eine so wichtige Rolle für Cézanne?
Der Steinbruch bot Cézanne aufgrund seiner tektonischen Struktur ideale geometrische Ordnungsgefüge, die ihn bei seiner Suche nach einer architektonischen Konstruktion des Bildes maßgeblich unterstützten.
Wie unterscheidet sich die Maltechnik im Vergleichswerk?
Im Vergleich zu Steinbruch Bibemus zeigt das Werk Le Mont Sainte-Victoire vu de la carriere Bibemus eine flächigere Pinselführung und eine stärkere Fokussierung auf den Berg als dominantes, zentrales Bildobjekt.
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- Jacek Brzozowski (Author), 2005, Paul Cezanne: Der Steinbruch von Bibemus - Bildanalyse und Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54804