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Zwischen Sprechen und Schweigen - Eine Auseinandersetzung zwischen Adornos Diktum und der Poetik Paul Celans

Title: Zwischen Sprechen und Schweigen - Eine Auseinandersetzung zwischen Adornos Diktum und der Poetik Paul Celans

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Manuela Lück (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Wie kann man den Massenmord an den europäischen Juden darstellen, ohne in die Falle einer wie auch immer gearteten Ästhetisierung von Auschwitz zu tappen, um damit der Rationalisierung und Vereinnahmung Vorschub zu leisten? Welche Worte, welche poetischen Mittel kann und muß man finden, um den Unbeschreiblichkeitstopos, der über Auschwitz liegt, zu umgehen? Wie ist es möglich, das Unsagbare sagbar zu machen, wenn doch das Schweigen unmöglich ist? Ist es überhaupt möglich, dem unbeschreiblichen Leiden, dem unwiederbringlichen Verlust eine Art von Form und damit einen Sinn zu verleihen? Die von Adorno, in Form seines Diktums aufgeworfene Frage, inwieweit ästhetische Äußerungen nach Auschwitz überhaupt noch zulässig sind, hat Paul Celan auf seine eigene poetische Art beantwortet. Diese einzigartige Poetik soll, neben der Einschätzung und Verortung des adornitischen Diktums, im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen.

Der Zugang zu beiden Autoren erfolgt über deren Biographie, denn Denken und Leben lassen sich hier am wenigsten trennen, sind beiden doch die Erfahrungen des 20.Jahrhunderts mit Nationalsozialismus und Exil immanemt eingeschrieben. Der erste Teil beschäftigt sich mit dem Diktum und dessen Verortung im Denken von T.W. Adorno, um herauszuarbeiten, was ihn zu dieser Aussage veranlasste, - wollte er doch mit seinem Satz keineswegs der Lyrik oder anderen ästhetischen Gebilden die Existenzberechtigung absprechen, sondern auf die unheilvolle Verbindung von Kulturindustrie und Kultur/Kunst hinweisen - und welchen Ausweg, - der nur in der Verrätselung und Hermetisierung der Gebilde, in der Wiedererlangung der ästhetische Autonomie, - er sah.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Adornos Diktum

2.2. Skizzierung der Gedanken Adornos

2.3. Ablehnung der Methode - Essay als Form

2.4. Kulturindustrie und Verdinglichung

2.5. Ideologie und falsches Bewußtsein

2.6. Möglichkeiten von Kunst in der Moderne nach Auschwitz

2.7. Lyrik als Sonderfall?

3. Celan - poetisches Konzept

3.1 Biographische Annäherung

3.2 Gespräch im Gebirg

3.3 Meridian - Bremer Rede

4. Gemeinsamkeiten des Denkens? Hermetik als Konsequenz von Ausch witz ?

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen ästhetischer Produktion und dem kulturellen Bruch durch den Holocaust. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, inwiefern Paul Celans Poetik das Adorno-Diktum, nach Auschwitz Gedichte zu schreiben sei barbarisch, aufgreift, interpretiert und poetisch in eine eigene Sprache übersetzt, die zwischen Verstummen und Ausdruck balanciert.

  • Theoretische Verortung von Theodor W. Adornos Kulturkritik und Dialektik.
  • Analyse der essayistischen Form als Ausdruck kritischen Denkens.
  • Untersuchung von Paul Celans literarischem Konzept und biographischem Hintergrund.
  • Interpretation von Celans Prosastück „Gespräch im Gebirg“ als Auseinandersetzung mit Identität und Sprache.
  • Vergleich der beiden Autoren hinsichtlich ihrer hermetischen Schreibweisen als Antwort auf historische Traumata.

Auszug aus dem Buch

1.1. Zwischen Sprechen und Schweigen

Wie kann man den Massenmord an den europäischen Juden darstellen, ohne in die Falle einer wie auch immer gearteten Ästhetisierung von Auschwitz zu tappen, um damit der Rationalisierung und Vereinnahmung Vorschub zu leisten? Welche Worte, welche poetischen Mittel kann und muß man finden, um den Unbeschreiblichkeitstopos, der über Auschwitz liegt, zu umgehen? Wie ist es möglich, das Unsagbare sagbar zu machen, wenn doch das Schweigen unmöglich ist? Ist es überhaupt möglich, dem unbeschreiblichen Leiden, dem unwiederbringlichen Verlust eine Art von Form und damit einen Sinn zu verleihen? Die von Adorno, in Form seines Diktums aufgeworfene Frage, inwieweit ästhetische Äußerungen nach Auschwitz überhaupt noch zulässig sind, hat Paul Celan auf seine eigene poetische Art beantwortet. Diese einzigartige Poetik soll, neben der Einschätzung und Verortung des adornitischen Diktums, im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen.

Der Zugang zu beiden Autoren erfolgt über deren Biographie, denn Denken und Leben lassen sich hier am wenigsten trennen, sind beiden doch die Erfahrungen des 20.Jahrhunderts mit Nationalsozialismus und Exil immanemt eingeschrieben. Der erste Teil beschäftigt sich mit dem Diktum und dessen Verortung im Denken von T.W. Adorno, um herauszuarbeiten, was ihn zu dieser Aussage veranlasste, - wollte er doch mit seinem Satz keineswegs der Lyrik oder anderen ästhetischen Gebilden die Existenzberechtigung absprechen, sondern auf die unheilvolle Verbindung von Kulturindustrie und Kultur/Kunst hinweisen - und welchen Ausweg, - der nur in der Verrätselung und Hermetisierung der Gebilde, in der Wiedererlangung der ästhetische Autonomie, - er sah.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Spannungsfeld von Auschwitz als Zäsur der Kultur und die Reaktionen von Adorno und Celan darauf.

2. Hauptteil: Detaillierte Analyse des Adorno-Diktums, der Kritischen Theorie, der Kulturindustrie und der Rolle der Lyrik nach 1945.

3. Celan - poetisches Konzept: Betrachtung von Celans Biografie, seinem Prosastück „Gespräch im Gebirg“ und seiner theoretischen Auseinandersetzung in der Bremer Rede.

4. Gemeinsamkeiten des Denkens? Hermetik als Konsequenz von Ausch witz ?: Synthese der Untersuchungsergebnisse über die hermetische Struktur als notwendige Konsequenz der Geschichtsverarbeitung bei beiden Autoren.

5. Zusammenfassung: Resümee über die Ähnlichkeiten in den Strategien der Verrätselung und das Ringen um eine neue Aussagekraft der Sprache.

Schlüsselwörter

Auschwitz, Theodor W. Adorno, Paul Celan, Kulturindustrie, Kritische Theorie, Hermetik, Poetik, Nationalsozialismus, Sprache, Verdinglichung, Dialektik, Holocaust, Identität, Exil, Erinnerungskultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die philosophische und literarische Auseinandersetzung mit dem Holocaust bei T.W. Adorno und Paul Celan.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Hauptthemen sind die Möglichkeit von Kunst nach Auschwitz, die Rolle der Kulturindustrie, Sprachkritik und die hermetische Form als Schutzraum für Wahrheit.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, wie Celans Poetik auf Adornos Diktum antwortet und welche Rolle Sprachverweigerung und Verrätselung dabei spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und philosophische Analyse angewandt, die biographische Hintergründe mit der werkimmanenten Interpretation von Texten verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Adornos Kulturkritik und die detaillierte Analyse von Celans Werk, insbesondere des Prosastücks „Gespräch im Gebirg“.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Hermetik, Verdinglichung, Kulturindustrie, intertextuelle Verweise und das Ringen um die ansprechbare Wirklichkeit.

Wie reagierte Adorno auf Celans „Gespräch im Gebirg“?

Adorno äußerte sich beeindruckt und erkannte eine musikalische Qualität sowie eine „dialogisierende Anlage“ in Celans Text.

Warum spielt die Form des „Essays“ bei Adorno eine so zentrale Rolle?

Adorno nutzt die essayistische Form als bewusste Abkehr von einer starren, technisch-mathematischen Wissenschaftsmethode, um Gewalt am Gegenstand zu vermeiden.

Was bedeutet der Begriff „hermetisch“ in diesem Zusammenhang?

Er beschreibt eine Dichtung oder Philosophie, die sich durch Komplexität und Rätselhaftigkeit dem direkten Zugriff der Vereinnahmung durch den Markt oder Ideologien entzieht.

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Details

Title
Zwischen Sprechen und Schweigen - Eine Auseinandersetzung zwischen Adornos Diktum und der Poetik Paul Celans
College
Dresden Technical University  (Germanistische Literaturwissenschaft)
Course
Hauptseminar
Grade
1,7
Author
Manuela Lück (Author)
Publication Year
2003
Pages
28
Catalog Number
V54863
ISBN (eBook)
9783638499729
ISBN (Book)
9783656650270
Language
German
Tags
Zwischen Sprechen Schweigen Eine Auseinandersetzung Adornos Diktum Poetik Paul Celans Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuela Lück (Author), 2003, Zwischen Sprechen und Schweigen - Eine Auseinandersetzung zwischen Adornos Diktum und der Poetik Paul Celans, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54863
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