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Gewaltdarstellungen im Spielfilm

Formen, Rezeptionsweisen, Auswirkungen, Prävention

Title: Gewaltdarstellungen im Spielfilm

Diploma Thesis , 2006 , 108 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Sabine Petrowisch (Author)

Communications - Mass Media
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1 EINLEITUNG

Gewalt gibt es seit Beginn der Menschheit. Sie diente schon der primitivsten menschlichen Rasse zu Überlebenszwecken, war Bestandteil von Stammesritualen, man verschaffte sich dadurch Respekt und Achtung, sie diente sogar der Unterhaltung. Auch unzählige Kriege der Vergangenheit und Gegenwart zeugen von der Gewaltbereitschaft des Menschen. Glaubt man der Religionsgeschichte, dann erfolgte die erste Gewalthandlung von Kain, der seinen Bruder Abel erschlug. Weitere historische Beispiele sind Folter, Hexenverbrennungen, Gladiatorenkämpfe und die Inquisition. Aber auch in jüngster Vergangenheit findet man unzählige Beispiele für Gewalthandlungen, man denke nur an die Judenverfolgungen durch Hitler im 2. Weltkrieg oder an diverse Terroranschläge, die Angst und Schrecken verbreiten.
Fast immer wird Gewalt angewandt, um sich einen persönlichen Vorteil zu verschaffen oder gesellschaftliche Bedürfnisse zu befriedigen, angefangen vom Mobbing in der Schule bis hin zu Kriegen, in denen tausende Menschen getötet werden.
Wir sind tagtäglich mit Gewalt konfrontiert, nicht unbedingt, weil wir sie selbst erfahren oder anwenden, sondern weil wir Nachrichten hören und Erzählungen lesen, weil wir uns Filme ansehen und Computer spielen.
Aber wenn Gewalt so alltäglich ist und zu unserem Leben gehört wie die Luft zum Atmen, warum diskutiert man dann überhaupt noch darüber? Warum findet man sich dann nicht damit ab und zählt sie zu den Bestandteilen einer Gesellschaft? Vielleicht, weil Gewalt sich immer wieder neu erfindet und immer noch schrecklichere Ausmaße annimmt, die Menschen immer wieder aufs Neue schockiert und die Gewalt Ausübenden immer jünger werden. Wenn ein Kind zum Mörder wird, Tiere quält oder sich selbst verstümmelt, dann horcht die Gesellschaft auf, dann sucht sie Schuldige und fragt sich, wie es soweit kommen konnte. Oft hört man dann die immer lauter werdenden Stimmen, die den Medien die Schuld daran geben und dadurch unzählige Diskussionen anheizen – denn hier scheiden sich die Geister. Die einen sind der festen Überzeugung, Medien wie das Fernsehen seien Kulturzerstörer und eine Bedrohung für die Menschheit, die anderen streiten all diese Vorwürfe ab und befürchten keinerlei negative Auswirkungen. Wieder andere geben den Medien eine Teilschuld und rechnen noch andere Faktoren dazu.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DEFINITION VON GEWALT

3 GEWALT VERSUS AGGRESSION

3.1 Ursachen von Aggression

3.2 Formen von Aggression

4 FORMEN VON GEWALT

4.1 Personale Gewalt

4.1.1 Physische Gewalt

4.1.2 Psychische Gewalt

4.1.3 Sexuelle Gewalt

4.2 Strukturelle Gewalt

4.3 Derzeitige Rechtslage

4.4 Mobbing, Bullying, Stalking

4.4.1 Mobbing

4.4.2 Bullying

4.4.3 Stalking

5 GEWALT IN DER SCHULE

5.1 Gewalt im Alltag der Schule

5.2 Reale Vorfälle von Gewalt in der Schule

5.3 Gewalt gegen Lehrer/innen unter Einbeziehung des Amoklaufs in Erfurt

5.4 Rechtsextremismus an Schulen

6 MÖGLICHE URSACHEN UND ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR GEWALT BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN

6.1 Anthropologischer Ansatz

6.2 (Leistungs-) Gesellschaft

6.3 Familiäre Erziehungsbedingungen

6.4 Gewalt im sozialen Nahraum

6.4.1 Wie kommt es zu Gewalt im sozialen Nahraum?

6.5 Wohn- und Lebensbedingungen

6.6 Gruppeneinfluss

6.7 Medieneinfluss

7 SIND MEDIEN HEIMLICHE MITERZIEHER?

7.1 Was Kinder und Jugendliche an Gewaltfilmen interessiert

7.2 Wie Kinder und Jugendliche Gewalt im Fernsehen verstehen

7.3 Kontrollmechanismen

7.3.1 FSK

7.3.2 Zensur

7.3.3 PG (Parental Guidance)

8 MEDIALE GEWALT – UNTERSUCHUNGEN UND THESEN ZU REZEPTION UND WIRKUNG

8.1 Katharsisthese und Inhibitionsthese

8.2 Stimulationsthese

8.3 Habitualisierungsthese

8.4 Kultivierungs- oder Emotionalisierungsthese

8.5 Suggestions- oder Imitationsthese

8.6 Rationalisierungsthese

8.7 Nullhypothese oder These der Wirkungslosigkeit

8.8 Resumèe

9 GEWALT IM FILM, GEWALT DURCH FILM: EXEMPLARISCHE FILMANALYSEN

9.1 Stanley Kubrick

9.1.1 A Clockwork Orange (1971) - Gewalt als Kunst

9.1.1.1 Titel und Inhalt

9.1.1.2 Schauspieler und ihre Rollen

9.1.1.3 Filmischer Code

9.1.1.4 Einfluss und Wirkung

9.2 David Fincher

9.2.1 Fight Club (1999)

9.2.1.1 Titel und Inhalt

9.2.1.2 Schauspieler und ihre Rollen

9.2.1.3 Filmischer Code und Besonderheiten

9.2.1.4 Einfluss und Wirkung

9.3 Oliver Stone

9.3.1 Natural Born Killers (1994)

9.3.1.1 Titel und Inhalt

9.3.1.2 Filmischer Code und Besonderheiten

9.3.1.3 Einfluss und Wirkung

9.4 Lars von Trier

9.4.1 Dogville (2003)

9.4.1.1 Titel und Inhalt

9.4.1.2 Schauspieler und ihre Rollen

9.4.1.3 Filmischer Code und Besonderheiten

9.4.1.4 Einfluss und Wirkung

9.5 Michael Haneke

9.5.1 Benny’s Video (1992)

9.5.1.1 Titel und Inhalt

9.5.1.2 Filmischer Code und Besonderheiten

9.5.1.3 Einfluss und Wirkung

9.6 Resumèe

10 MÖGLICHE PRÄVENTIONSMAßNAHMEN FÜR EINE GEWALTFREIE JUGEND

10.1 Medienerziehung der Eltern

10.2 Medienerziehung in der Schule

10.3 Allgemeine Gewaltprävention in der Schule

11 RESUMÈE

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die vielschichtigen Erscheinungsformen von Gewalt, deren Ursachen bei Kindern und Jugendlichen sowie den Einfluss medialer Gewaltdarstellungen. Ziel ist es, durch die Analyse theoretischer Ansätze und beispielhafter Filmanalysen ein professionelles Verständnis für Gewalt zu entwickeln und daraus effektive Präventionsmöglichkeiten für den pädagogischen Alltag abzuleiten.

  • Phänomenologie von Gewalt und Aggression
  • Soziale und mediale Ursachen für Jugendgewalt
  • Medienwirkungsforschung im Kontext von Gewaltfilmen
  • Exemplarische Filmanalysen (u.a. Kubrick, Fincher, Stone, Haneke)
  • Pädagogische Präventionsmaßnahmen in Elternhaus und Schule

Auszug aus dem Buch

9.1.1.1 Titel und Inhalt

Der Titel des Films ist ein Wortspiel – Clockwork als Uhrwerk ist eine exakt funktionierende Maschine, und Orange nimmt vermutlich Bezug auf die malaiische Sprache, wo "orang" nichts anderes als "Mensch" bedeutet. Anthony Burgess, der Autor des Buches, das später als Filmvorlage diente, nimmt Bezug auf eine Redensart, die er in einem Londoner Pub gehört hatte, nämlich jemand sei „schräg wie eine aufgezogene Orange“, was ihn als Ausdruck volkstümlicher Surrealistik faszinierte. „A Clockwork Orange“ spielt in der damals (1971) nahen Zukunft, nämlich 1983. Schon in der Eingangssequenz wird deutlich, in welch obskurer und abstrakter Welt wir uns befinden. Sie zeigt Alex und seine Droogs (wie er seine Kumpels/Untergebenen nennt) in der Korova-Milchbar, wo man Milch-plus, also Milch mit Drogen, zu trinken bekommt, was die vier Jugendlichen anheizt für ihre späteren Gewalttaten. Die Bar ist gespickt mit Obszönitäten, die Gäste stellen ihre Gläser auf nackte Plastikfrauenkörper; Milch erhält man, indem man den Frauen zwischen die Beine fährt und einen Knopf betätigt, woraufhin die Milch sich aus der Brustwarze der Skulptur ergießt.

Alex und seine Kumpels sind weiß gekleidet, tragen einen Unterleibsschutz und schwarze Melonenhüte, als Accessoire dienen ihnen schwarze Stöcke, mit denen sie nur allzu gern auf Menschen einprügeln. Sie sinnieren über ihren weiteren Tagesablauf, den man sogleich in der nächsten Einstellung erfährt, als die Gang einen „dreckigen, stinkenden Siffkopf“, der Lieder grölt und sich über die Welt beschwert, auf brutale Art und Weise zusammenschlägt. In der nächsten Szene treffen Alex und seine Droogs auf eine andere Gang, die gerade im Begriff ist, eine Frau auf der Bühne eines alten Spielcasinos zu vergewaltigen. Spätestens hier fällt die bühnenhafte Inszenierung auf, die Frau wird herumgereicht wie ein Objekt, während man Rossinis fröhliche Klänge im Hintergrund hört, durchbrochen von den Schreien der wehrlosen, nackten Frau. Das „alte Rein-Raus-Spiel“ wird aber unterbrochen durch die Beschimpfung des Anführers, woraufhin eine wilde Schlägerei beginnt, noch immer begleitet von der Musik.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet Gewalt als ein grundlegendes menschliches Phänomen und stellt die Relevanz der Untersuchung für die pädagogische Praxis dar.

2 DEFINITION VON GEWALT: Dieses Kapitel ergründet die semantische Vielschichtigkeit des Gewaltbegriffs und strukturiert diesen anhand personaler, psychischer und struktureller Ansatzpunkte.

3 GEWALT VERSUS AGGRESSION: Der Text arbeitet die feinen Unterschiede zwischen dem instinktiven oder erlernten Aggressionsbegriff und der bewussten Gewaltausübung heraus.

4 FORMEN VON GEWALT: Eine systematische Kategorisierung von personaler, struktureller Gewalt sowie spezifischen Phänomenen wie Mobbing und Stalking unter Einbezug der aktuellen Rechtslage.

5 GEWALT IN DER SCHULE: Dieser Abschnitt analysiert das Gewaltaufkommen im schulischen Alltag, beleuchtet reale Vorfälle wie Amokläufe und diskutiert die Rolle der Lehrkräfte.

6 MÖGLICHE URSACHEN UND ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR GEWALT BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN: Eine Untersuchung anthropologischer, gesellschaftlicher und familiärer Faktoren sowie des Medieneinflusses auf das Gewaltverhalten von Jugendlichen.

7 SIND MEDIEN HEIMLICHE MITERZIEHER?: Ein kritischer Blick auf das mediale Konsumverhalten und die Motive von Kindern und Jugendlichen beim Konsum von Gewaltinhalten.

8 MEDIALE GEWALT – UNTERSUCHUNGEN UND THESEN ZU REZEPTION UND WIRKUNG: Zusammenfassung der gängigen medienwissenschaftlichen Theorien, von der Katharsisthese bis zur Nullhypothese der Wirkungslosigkeit.

9 GEWALT IM FILM, GEWALT DURCH FILM: EXEMPLARISCHE FILMANALYSEN: Eine detaillierte Untersuchung der filmischen Darstellung und Wirkung von Gewalt anhand von fünf Regisseur-Porträts und konkreten Filmbeispielen.

10 MÖGLICHE PRÄVENTIONSMAßNAHMEN FÜR EINE GEWALTFREIE JUGEND: Das abschließende Kapitel diskutiert praktische Ansätze für die Medienerziehung in Elternhaus und Schule sowie Strategien zur Gewaltprävention.

11 RESUMÈE: Fazit der Arbeit, das die Erkenntnisse zusammenführt und den persönlichen Lerneffekt der Verfasserin reflektiert.

Schlüsselwörter

Gewalt, Aggression, Jugendgewalt, Mediale Gewalt, Filmanalyse, Gewaltprävention, Medienerziehung, Strukturelle Gewalt, Personale Gewalt, Mobbing, Bullying, Stalking, Amoklauf, Rezeptionsforschung, Sozialisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Erscheinungsformen von Gewalt, die Ursachen für gewalttätiges Verhalten bei Jugendlichen und den Einfluss, den mediale Gewaltdarstellungen auf diese Zielgruppe haben.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Definition von Gewalt, schulische Gewaltkontexte, Erklärungsansätze für Jugendgewalt sowie die Analyse prominenter Spielfilme, die Gewalt thematisieren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis für die Mechanismen von Gewalt zu entwickeln, um daraus konkrete Präventionsmaßnahmen für die pädagogische Tätigkeit abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller humanwissenschaftlicher Theorien zu Gewalt und einer exemplarischen Filmanalyse, die filmische Mittel und deren Wirkung kritisch untersucht.

Welche Inhalte umfasst der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Gewaltformen und Ursachen sowie eine filmwissenschaftliche Analyse der Werke von Regisseuren wie Stanley Kubrick, David Fincher, Oliver Stone, Lars von Trier und Michael Haneke.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Gewalt, Mediale Gewalt, Jugendgewalt, Prävention, Medienerziehung, Filmanalyse und Aggressionsforschung.

Wie unterscheidet sich "A Clockwork Orange" in der Darstellung von Gewalt?

Der Film von Stanley Kubrick wird als hochgradig stilisierte "Aktionskunst" beschrieben, die Gewalt ästhetisiert und die Zuschauer konditioniert, wobei er eine kritische Distanz zum Thema strukturelle Gewalt aufbaut.

Welche Bedeutung kommt dem Film "Benny's Video" zu?

Der Film von Michael Haneke wird als erschreckend emotionsloser Kommentar zur Mediengesellschaft analysiert, der die Zuschauer durch die subjektive Kameraperspektive selbst in die Rolle von Gewaltvoyeuren drängt.

Excerpt out of 108 pages  - scroll top

Details

Title
Gewaltdarstellungen im Spielfilm
Subtitle
Formen, Rezeptionsweisen, Auswirkungen, Prävention
College
PH Oberoesterreich
Grade
1,5
Author
Sabine Petrowisch (Author)
Publication Year
2006
Pages
108
Catalog Number
V54929
ISBN (eBook)
9783638500159
ISBN (Book)
9783640827299
Language
German
Tags
Gewaltdarstellungen Spielfilm
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Petrowisch (Author), 2006, Gewaltdarstellungen im Spielfilm, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54929
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