ie Schauspielform Commedia dell′arte entstand Mitte des 16. Jahrhunderts und war bis Ende des 18. Jahrhunderts in ganz Europa zu finden. Bei der Commedia dell′arte handelt es sich vorwiegend um eine Art des Lustspiels, aber ab und zu sind auch durchaus Züge des Ernsten und der Schäferdichtung zu erkennen. Andere Bezeichnungen für die Commedia dell`arte sind: Commedia all′improvviso und Commedia a sogetto.
Der Begriff ,,arte" stellt eine Spezifizierung dar und besagt, dass es sich bei den darstellenden Personen um Berufsschauspieler handelt. ,,Improvviso" verweist auf den Stehgreifcharakter und ,,sogetto" bedeutet, dass es eine flüchtig skizzierte Vorlage gibt. Diese Vorlagen stammen aus Novellen und Volksbüchern und wurden so bearbeitet, dass sie bühnentauglich wurden.
Wie schon kurz angedeutet gibt es keine feste Handlung und keinen vorgegebenen Text, sondern nur einen ungefähren ,,canavaccio", ein Handlungsschema, dass immer wieder variiert wird. Eine wichtige Rolle spielen dabei die ,,lazzi". Hierbei handelt es sich um komische Einlagen, die in Kunststücken der Geschicklichkeit und des stummen Spiels bestehen. Diese ,,lazzi" verfestigen sich und kommen immer dann ins Spiel, wenn die Improvisation ins Stocken zu geraten droht. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Der Einfluss der comedia del arte auf Gryphius und Moliere
- Commedia dell'arte
- Die Handlung der Commedia dell'arte
- Die Gestalten der Commedia dell'arte
- Zanni
- Vecchi
- Capitano bzw. Scaramuccia
- Liebespaare
- Der Einfluss der Commedia dell'arte auf Andreas Gryphius Scherzspiel „Horribilicribrifax. Teutsch“
- Die beiden Capitani
- Weitere Merkmal für die Verwandtschaft der Commedia dell'arte mit „Horribilicribrifax. Teutsch“
- Die Entwicklung der Commedia dell'arte in Frankreich und ihr Einfluss auf Moliére
- „Der eingebildete Kranke“
- Ärztesatire
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Text befasst sich mit dem Einfluss der Commedia dell'arte auf das deutsche Scherzspiel „Horribilicribrifax. Teutsch“ von Andreas Gryphius und auf das französische Theater von Moliére.
- Die Entstehung und Struktur der Commedia dell'arte
- Die typischen Charaktere und Figuren der Commedia dell'arte
- Der Einfluss der Commedia dell'arte auf das deutsche Lustspiel „Horribilicribrifax. Teutsch“
- Der Einfluss der Commedia dell'arte auf das französische Theater von Moliére
- Die Entwicklung der Commedia dell'arte in Frankreich
Zusammenfassung der Kapitel
- Das erste Kapitel führt in die Commedia dell'arte ein und beleuchtet ihre Entstehung, ihren Charakter und ihre typischen Elemente, wie z.B. die Handlungsstruktur und die Figuren.
- Das zweite Kapitel analysiert den Einfluss der Commedia dell'arte auf Andreas Gryphius' Scherzspiel „Horribilicribrifax. Teutsch“, insbesondere die Verwendung der Figur des „miles gloriosus“ und die sprachlichen Merkmale der Capitani.
Schlüsselwörter
Commedia dell'arte, Andreas Gryphius, Moliére, „Horribilicribrifax. Teutsch“, „Der eingebildete Kranke“, miles gloriosus, Capitano, Zanni, Vecchi, lazzi, Improvisation, Lustspiel.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Commedia dell'arte?
Eine italienische Schauspielform des 16. bis 18. Jahrhunderts, die auf Berufsschauspielern, Masken und Stegreifspiel basiert.
Was sind "lazzi"?
Komische, oft akrobatische oder pantomimische Einlagen, die genutzt werden, wenn die Improvisation ins Stocken gerät.
Welchen Einfluss hatte die Commedia auf Andreas Gryphius?
In seinem Werk „Horribilicribrifax“ nutzt er typische Figuren wie den großprahlerischen Soldaten (Capitano/miles gloriosus).
Wie beeinflusste die italienische Komödie Moliére?
Moliére übernahm Charaktere und Handlungsschemata, entwickelte daraus aber die klassische französische Charakterkomödie (z. B. „Der eingebildete Kranke“).
Wer sind die typischen Figuren der Commedia dell'arte?
Dazu gehören die Diener (Zanni), die Alten (Vecchi wie Pantalone), der Capitano und die jungen Liebespaare.
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- Beate Sewald (Author), 2001, Der Einfluss der comedia del arte auf Gryphius und Moliere, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5498