In dieser Hausarbeit möchte ich die Entwicklung von der als Urbild
geltenden Imago pietatis, die sich in der Kirche Santa Croce in
Gerusalemme in Rom befindet, beschreiben. Ich werde versuchen
darzustellen, unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen sich das
Brustbild Christi ausgehend von dieser Ikone verbreitet hat. Dazu werde ich
die historischen Hintergründe betrachten.
Wenige ikonographische Themen wurden so intensiv betrachtet wie die
Imago pietatis und bleiben dennoch so kontrovers in ihrer Deutung und
Bedeutung, wie aber auch in ihrer Entstehungsgeschichte. Strittig ist in der
Literatur, welche Rolle diese Ikone spielt. Ist sie wirklich das viel berufene
„Urbild“, auf das alle westlichen Darstellungen sich beziehen? Wann
erreicht dieses Bild den Westen und wann wird es bekannt?
Aus der Frage der Rezeptionsgeschichte resultiert die Frage, wie viel
Einfluss die Ikone auf spätere Darstellungen des Schmerzensmannes hat.
Dazu bedarf es ausführlicher Bildbetrachtung, die ich in dieser Arbeit nicht
leisten kann. Es wird mir nur darum gehen, wie die Voraussetzungen für
eine Verbreitung des Bildes waren und warum dieses Darstellungsform
Christi ein so bekanntes eucharistisches Motiv wurde.
Inhaltsverzeichnis
I. Gliederung
II. Einleitung
III. Allgemeines
1. Das Andachtsbild
2. Die Aussage des Schmerzensmannes
3. Unterschiede zu anderen Darstellungen Christi
4. Bezeichnungen und Funktion
IV. Das Ikone in S. Croce in Gerusalemme in Rom
1. Zu S. Croce in Gerusalemme, Rom
2. Beschreibung der Ikone
3. Ikone und Ablass
V. Entstehungsgeschichte und Kult
VI. Diskussion über die Bedeutung des „Urbildes“
VII. Weitere Darstellungstypen
VIII. Die Gregorsmesse
IX. Schlussbetrachtung
X. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Verbreitung der Imago pietatis, ausgehend von der als Urbild geltenden Ikone in der Kirche Santa Croce in Gerusalemme in Rom. Ziel ist es, die Bedingungen und Voraussetzungen für die Verbreitung dieses Brustbildes Christi zu analysieren und den Einfluss des Andachtsbildes auf das eucharistische Motiv des Schmerzensmannes zu beleuchten.
- Die ikonographische Bedeutung und Definition des Andachtsbildes
- Die historische Rolle der Ikone in Santa Croce als Wallfahrtsort
- Die symbolische Aussage und Funktion des Schmerzensmannes
- Der Zusammenhang zwischen der Imago pietatis und der Mystik des Mittelalters
- Die Entstehungsgeschichte und die bildliche Entwicklung der Gregorsmesse
Auszug aus dem Buch
2. Die Aussage des Schmerzensmannes
Als überhistorisches Bild Christi hat der Schmerzensmann keine historische biblische Entsprechung, obwohl der Prophet Jesaja ihn als „vir dolorum“ voraussagt. Dennoch gibt es Bibelstellen, die auf die Bedeutung der Leiden und des Opfers Christi hinweisen und in Worten das aussprechen, was die Imago pietatis im Bild zu sagen versucht. „Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.“ Dies kann als eine Aufforderung zur compassio, zum Mit-leiden gedeutet werden. „Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist“ Die Konsequenzen aus seinem Opfer sind ein Leben für Christus, ohne dessen Tod der Mensch nicht erlöst werden würde.
Zusammenfassung der Kapitel
II. Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel fest, die Entwicklung und Verbreitung der Imago pietatis aus Santa Croce zu beschreiben und deren historischen Hintergrund sowie den Einfluss auf spätere Schmerzensmann-Darstellungen zu untersuchen.
III. Allgemeines: Dieses Kapitel definiert das Andachtsbild als Werkzeug zur Gefühlsbeziehung, erläutert die theologische Aussage des Schmerzensmannes als überhistorisches Bild und grenzt diesen Typus von anderen Passionsdarstellungen ab.
IV. Das Ikone in S. Croce in Gerusalemme in Rom: Es wird die Bedeutung der römischen Wallfahrtskirche sowie die Beschreibung und der Kultcharakter der dort befindlichen Mosaikikone und deren Ablassfunktion analysiert.
V. Entstehungsgeschichte und Kult: Das Kapitel verortet die Wurzeln des Motivs in der liturgischen Kunst der Ostkirche und beschreibt den wachsenden Einfluss des Fronleichnamsfestes auf die Popularität des Schmerzensmannes.
VI. Diskussion über die Bedeutung des „Urbildes“: Hier findet eine kritische Auseinandersetzung mit der Literatur zur Entstehung des byzantinischen Bildtypus und der Datierung des Motivs statt.
VII. Weitere Darstellungstypen: Es werden formale Erweiterungen des Themas, wie die Hinzunahme von Assistenzfiguren wie Maria oder Engeln, und deren Funktion für den Betrachter diskutiert.
VIII. Die Gregorsmesse: Diese Sektion untersucht das Bildthema der Gregorsmesse als spätmittelalterliche Einheit aus Passionsreliquien, Ablassgedanken und der Bekräftigung der Transsubstantiation.
IX. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Imago pietatis als Andachtsbild eine zentrale Rolle in der mittelalterlichen Frömmigkeit spielte, wobei die Ikone in Santa Croce eine entscheidende Wirkung auf die Verbreitung dieses Motivs im Westen hatte.
Schlüsselwörter
Imago pietatis, Schmerzensmann, Andachtsbild, Santa Croce in Gerusalemme, Passion, Eucharistie, Gregorsmesse, Transsubstantiation, Mystik, Mittelalter, Ikonographie, Ablass, Christus, Vir dolorum, Kult.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Kunstgeschichte des Schmerzensmannes (Imago pietatis) und untersucht, wie sich dieser Bildtypus von einer speziellen Ikone in Rom aus verbreitete.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Definition des Andachtsbildes, die ikonographische Entwicklung des Schmerzensmannes, die Rolle der Wallfahrtskultur und die enge Verbindung zwischen Kunst, Liturgie und christlicher Mystik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu klären, unter welchen historischen und theologischen Bedingungen sich das Brustbild des Schmerzensmannes ausgehend von der Ikone in Santa Croce in Gerusalemme im abendländischen Raum etablieren konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine ikonographische und rezeptionsgeschichtliche Analyse durchgeführt, die bestehende kunsthistorische Literatur und Quellen zueinander in Beziehung setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zum Andachtsbild, eine detaillierte Betrachtung der römischen Ikone, die Analyse der Entstehungsgeschichte sowie spezifische Darstellungsformen wie die Gregorsmesse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Imago pietatis, Schmerzensmann, Andachtsbild, Transsubstantiation, Gregorsmesse und mittelalterliche Mystik.
Welche Rolle spielt das Ablasswesen für die Verbreitung des Bildes?
Das mit der Ikone verbundene Ablassversprechen machte die Kirche Santa Croce zu einem bedeutenden Wallfahrtsort, was die Bekanntheit und die Nachahmung des Bildes maßgeblich förderte.
Warum ist das Bild der Gregorsmesse für das späte Mittelalter so bedeutend?
Die Gregorsmesse vereint verschiedene religiöse Motive und diente der dogmatischen Bekräftigung der leiblichen Gegenwart Christi (Transsubstantiation) in der Eucharistie, was sie besonders populär machte.
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- Marie von Massow (Author), 2005, Die Verbreitung der Imago Pietatis im Abendland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55015