Überlegungen zu einer Wahrheitschristologie


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
34 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 „Christologie der Wahrheit“ - exegetische Vorüberlegungen
1.1 Gott und Wahrheit im AT
1.2 Die zwischentestamentlichen Hintergründe des Wahrheitsbegriffes
1.2.1 Griechisches Denken
1.2.2 Jüdisches Denken
1.2.3 Gnosis
1.3 Der Wahrheitsbegriff im NT
1.3.1 Synoptische Tradition
1.3.2 Paulinische Schriften
1.3.3 Pastorale Briefe
1.3.4 Der Hebräerbrief
1.3.5 Die Offenbarung des Johannes
1.3.6 Johanneische Schriften

2 „Christologie der Wahrheit“ - eine Reflexion der biblischen Botschaft
2.1 Die paulinische Wahrheitschristologie
2.1.1 Die Prägung der paulinischen Christologie
2.1.2 Der Römerbrief
2.1.3 Der 2. Korintherbrief
2.1.4 Der Galaterbrief
2.1.5 Der Epheserbrief
2.1.6 Der Kolosserbrief
2.1.7 Der paulinische Wahrheitsbegriff und Jesus Christus
2.2 „Ich bin die Wahrheit“ - zur Christologie des Johannes
2.2.1 Der Wahrheitsbegriff im Johannesevangelium und den Briefen
2.2.2 Die theologische Bedeutung der johanneischen Wahrheit
2.2.3 Die Problemfelder weiterer Forschung
2.3 Biblischer Ort einer Christologie der Wahrheit

3 Ergebnisse

Literaturverzeichnis

Die Frage nach der Wahrheit ist eine der Grundfragen des Men-schen, auf die es keine endgültige Antwort gibt, aber ebenso wenig endgültigen Verzicht.

G.Gawlick

Einleitung

"Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ Ist diese Aussage eine Randbemerkung, ein rhetorischer Satz des Stifters der christlichen Religion, oder bietet er sich als eine einzige Alternative der Antwort auf die Frage nach der Wahrheit an? Welche Wahrheit findet sich in Christus und welchen Christus findet man in Wahrheit? Um diese Fragen geht es in dieser Arbeit.

Jeder Mensch beschäftigt sich früher oder später mit den Fragen: „Warum lebe ich? Was ist der Sinn meiner Existenz? Was ist die Wahrheit?“ Bei diesen Fragen kann es für viele um Leben und Tod gehen.

Im Rahmen der christlichen Religion bekam die Wahrheitsfrage eine Färbung, die sich ganz von profanen Varianten unterscheidet. Das Christentum, wie auch alle anderen Religionen, beansprucht nicht eine Wahrheit zu haben, sondern die Wahrheit schlechthin. Für die Christen hat die Wahrheit etwas mit ihrem Religionsstifter zu tun, mit Jesus Christus.

Die Verbindung der Frage nach Wahrheit mit der Person Jesu Christi kann interessant und aufschlussreich sein. Erstens kann die „christologische Wahrheit“ zu allgemeinem Wahrheitsverständnis beitragen. Zweitens kann die Beantwortung der Frage zu einem neuen oder tieferen Christusverständnis führen.

Diese Arbeit zielt darauf, die Voraussetzungen für eine umfangreichere Forschung einer „Christologie der Wahrheit“ zu schaffen. Die Leitfrage dieser Arbeit ist: Was sagt das biblische Wahrheitsverständnis über Christus?

Die umfassende Beantwortung dieser Frage verlangt nach detaillierterer Untersuchung im Gebiet der Christologie. Die Erstellung einer Wahrheitschristologie ist möglich nur unter Bedingung ihrer Einordnung in die anderen christologischen Modelle und Systeme. Solch eine Zielsetzung sprengt den Umfang der Seminararbeit und ist daher nicht zu erwarten.

Diese Arbeit beschränkt sich auf die biblisch-exegetische Forschung und nur auf die paulinischen Hauptschriften und Johannesschriften. Das Buch Offenbarung, wegen seiner Komplexität, verlangt nach einer gründlichen Forschung.

In der Arbeit werden folgende Schritte unternommen:

Erörterung des Wahrheitsbegriffes in der Bibel

Zusammenstellung der Aussagen über die Wahrheit, die in den Zusammenhang mit Christus gebracht werden können

Versuch einer Systematisierung der Aussagen und Darstellung eines Christologie-Modells.

1 „Christologie der Wahrheit“ - exegetische Vorüberlegungen

1.1 Gott und Wahrheit im AT

Der Wahrheitsbegriff und die Wahrheitsfrage haben im Kontext des Alten Testaments einen unmittelbaren Bezug auf den religiösen Lebensbereich. Das hebräische Wort für Wahrheit (tm,a/)) ist von Stamm !ma abgeleitet wie hn"Wma,, das für „Glauben“ steht. Mit diesen Worten verbundene Bildungen bedeuten „fest,“ „zuverlässig,“ „tragfähig sein.“ Von diesem Stamm kommt auch das Verbaladjektiv !mea' (Amen) mit der Bedeutung „gewiss,“ „wirklich.“ In LXX wird es mit „in Wahrheit“ übersetzt.

Die Verbalformen meinen meistens ein Sich-als-zuverlässig-Erweisen von Dingen und Personen, eine Sache als zuverlässig anerkennen. Die LXX übersetzt die Substantive dieser Stammgruppe überwiegend mit den Worten pi,stij und avlh,qeia.

Von besonderem Interesse ist für diese Arbeit das Wort hn"Wma,. Das Wort drückt keinen Sachverhalt aus, sondern ist ein Beziehungsbegriff. In der zwischenmenschlichen Beziehung meint hn"Wma, die Zuverlässigkeit, die Treue, das Vertrauen. hn"Wma, kann auch zusammen mit „Gerechtigkeit“ genannt werden und dann die Richtigkeit oder aufrichtige Wahrhaftigkeit bezeichnen (in diesen Fällen gibt LXX avlh,qeia wieder).

hn"Wma, kommt oft in den Verbindung mit Jahwe vor und veranschaulicht damit eine verlässliche Bundestreue, die in seinem rettenden und richtenden Geschichtshandeln zum Ausdruck kommt. hn"Wma, wird oft mit der Güte (ds,x,) und Gerechtigkeit (hq'd'c.) Jahwes genannt (Ps 36,6; 89,34; 96,13; 100,5; 119,75.90.137f). Die hn"Wma, ist Entschlossenheit und Zuverlässigkeit Gottes zu seinem gesprochenen Wort. Besonders deutlich wird es, wenn das Wort in Verbindung mit Heil begegnet: Heil und Zuverlässigkeit Jahwes gehören zusammen.

Im Zusammenhang mit dem Gericht bezeichnet tm,a/) die Gültigkeit einer Rechtsnorm. Wenn Jahwe Recht spricht (Jes 43,9), sollen die Völker sagen: tm,a/) (LXX - avlhqh/).

tm,a/) wird auch mit dem Wort Gottes in Verbindung gesetzt (Ps 132,11f; 117,2). Hier ist die Zukunftbezogenheit des hebräischen Wahrheitsverständnisses zu sehen. Wahrheit ist das, was sich in der Zukunft herausstellen wird.

Mit der tm,a/) Jahwes ist hauptsächlich die beharrliche Bundestreue gemeint (Ps 11,7f; 115,1-3). Hier wird mit der tm,a/) keine Eigenschaft Gottes, sondern sein Verhalten ausgedrückt. Außerdem tut Gott tm,a/) (Gen 32,11). Die Wahrheit Jahwes erweist sich damit in den geschichtlichen Ereignissen, angefangen von der Schöpfung, über die Errettung Israels aus Ägypten bis hin zu den zukünftigen Treueerweisen. Die Wahrheit Jahwes sind nicht die vergangenen Fakten, sondern das, was gewesen ist „im Sinne des Wesentlichen und Zukunftsträchtigen.“[1] Daher bedeutet „Gott der Wahrheit“ (Ps 31,6) ein „treuer Gott“ (Dt 7,9), auf den man sich verlassen kann.

Die späteren alttestamentlichen Schriften verstehen immer öfter unter Jahwes „Wort der Wahrheit“ die in der Tora niedergelegten göttlichen Weisungen und Gebote. Im Danielbuch wird die Wahrheit lehrmäßig verstanden (10,21a) und in 8,12 als Synonym für die jüdische Religion verwendet. Das Buch Sprüche stellt die Wahrheit der Lüge gegenüber und bietet sie sogar als Ware an (Spr 23,23)!

Noch ein Wort dieses Stammes kann zum Wahrheitsverständnis des Alten Testamentes beitragen: !mea' mit der Bedeutung „gewiss,“ „wahrhaft.“ Das wird oft sowohl als eine Bestätigung einer Rede oder eines Fluches, als auch als Schluss eines Lobspruches benutzt. Weil Gott selbst Zeuge solcher Bestätigung ist, kann er „Gott des Amen“ (Jes 65,16), d.h. wahrer Gott - der treue, wahrhaftige Zeuge, heißen (Ps 89,38).[2]

Zusammenfassend lässt sich sagen: Das Alte Testament kennt keine ontologische Wahrheit, sondern geht von einem Relationsbegriff aus. Die Wahrheit bedeutet Zuverlässig-sein von Dingen, Tatbeständen, Menschen oder Jahwe. Die Wahrheit ist nicht abstrakt, sie kann nicht gesagt, gehört, gewusst usw. werden. Sie wird getan, sie geschieht in der Geschichte! „Wahrheit, geschichtliche Wirklichkeit und personales Verhalten gehören untrennbar zusammen.“[3] Die Frage des Pilatus: „Was ist die Wahrheit?“, ist im Alten Testament nicht zuhause. Hier fragt man nach dem Verlass, der Bestand hat und gibt.

1.2 Die zwischentestamentlichen Hintergründe des Wahrheitsbegriffes

1.2.1 Griechisches Denken

Für das griechische Denken ist die Frage nach Wahrheit (avlh,qeia) eine ontologische Frage, die Frage nach dem wahrhaft Seienden.

Im früheren Griechentum kennzeichnet die Wahrheit den Charakter von Dingen und Sachverhalten. Die Wahrheit ist ein wirklicher Tatbestand, ein wahrer Sachverhalt. Für Aristoteles sind die Wahrheit die aufweisbaren Dinge und die Sache selbst. Im Gegensatz zur Wahrheit (avlh,qeia) steht „der die wahre Natur der Dinge verhüllende Schein“ (do,xa). Das Verhältnis zwischen diesen Begriffen bildet das Grundproblem der griechischen Wahrheitsfrage.

Für einen Griechen ist die Wahrheit ein zeit- und geschichtsloses „Dasein und Sosein“. Deswegen wird avlh,qeia mit Verben der Wahrnehmung (sehen, hören, erfahren, etc.) verbunden. Die Wahrheit kann gezeigt, gelehrt oder gesagt werden. Da erweist sich die enge Verbindung zwischen avlh,qeia und lo,goj. Im Gegenteil zum Trug bezeichnet avlh,qeia die Richtigkeit, d.h. die Sachgemäßheit einer Aussage. Die Wahrhaftigkeit eines Menschen bestimmt die Beziehung der vorhandenen Wirklichkeit zu seinem Erkenntnisgrad derer und das Verhältnis eines Menschen gemäß der erkannten Wahrheit. Das entspricht der Wahrheitsdefinition von Thomas von Aquin: „Wahrheit ist Übereinstimmung von Ding und Verstand“.[4]

Plato stellt die Frage nach der einen Wahrheit im Unterschied zu den vielen Wahrheiten. Er weist in seinem Höhlengleichnis auf die Sonne als die wahre, die wirkliche Ursache der Schatten, der scheinbaren Wahrheiten. „Plato vertritt die Auffassung von verschiedenen Stufen der Wahrheit, die die Seele von unten nach oben durchlaufen muß, um ’zuletzt unter allem Erkennbaren und nur mit Mühe die Idee des Guten’ als Ursache alles Richtigen und Schönen, von Wahrheit und Vernunft zu erblicken“.[5]

Plato misst im Unterschied zu Aristoteles der Wahrheit die unsichtbaren Ideen bei, die nur dem vernünftigen Vernehmen der Seele sich erschließen. Damit kann avlh,qeia mit dem Göttlichen gleichgesetzt werden und gewinnt die Bedeutung von Immer-Seiendem.[6]

Stoa verschiebt die Betonung auf die Übereinstimmung des Lebens eines Individuums mit der Wahrheit. Der Wahrheit zu folgen heißt nun die Parole: „Erkenne dich selbst“. Die avlh,qeia wird hier zur Norm, zu einer Lehre erhoben, die dem Menschen zur wahren Selbstverwirklichung zu gelangen verhilft.

Im späteren Hellenismus werden die platonischen Ideen zu einem kosmisch-metaphysischen Dualismus verschärft. Die avlh,qeia gehört nun ausschließlich dem Ewigen und Göttlichen und ist dem Menschen als solchem verschlossen. Dieses dualistische Verständnis von avlh,qeia ist Philo, der Gnosis und dem Neuplatonismus zu verdanken. Die Wahrheit wird als „das unvermischte Gute selbst, ... die unverhüllte Leuchte, das unveränderliche Unwandelbare“ definiert.

Das spätere hellenistische Wahrheitsverständnis bestimmt sich durch die Antithese zwischen göttlicher Wahrheit und menschlicher Wirklichkeit im Unterschied zur ursprünglichen Fassung, dass Wirklichkeit und Wahrheit zusammengehören.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Im hellenistischen Kontext zielt die Frage des Pilatus „Was ist die Wahrheit?“ auf die Erkenntnis des wahrhaft Seienden in absolutem Sinn und „mündet in die Aporie eines Dualismus zwischen unveränderlicher, überirdischer Wahrheit und veränderlicher, irdischer Wirklichkeit.“[7]

1.2.2 Jüdisches Denken

Die LXX verlagert oft bei der Übersetzung der tm,a/) den Akzent von der Bundestreue Gottes auf etwas Empfangenes, auf das Geschenk der göttlichen Wahrheit (Ps 24,10; 25,3; 39,11). Die Wahrheit wird oft objektiviert. Das kommt teilweise zustande, weil im Griechischen der sprachliche Zusammenhang zwischen tm,a/) und hn"Wma, nicht erhalten bleiben kann. So fließen die Wahrheit und der Glauben auseinander, jeweils in eine objektive und subjektive Richtung.

Das ältere Judentum übernimmt weitgehend das alttestamentliche Wahrheitsverständnis (Sir 7,20; Tob 7,10; 1 Makk 7,18). Später, durch das Eindringen des juristischen Denkens, verliert das Judentum die ursprüngliche Orientierung.

In Qumran wird der Wahrheit das gleiche Gewicht wie der Gerechtigkeit und dem Licht beigemessen. Die Wahrheit nimmt geläufige alttestamentliche Bedeutungen an: Zuverlässigkeit und Treue, Bund und Lehre (Tora), Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Es wird dabei viel öfter von der Wahrheit Gottes gesprochen, als von der der Menschen. Das Wahrheitsverständnis wächst allmählich zu einer transzendenten, göttlichen Größe, die sich in erster Linie nicht mehr in der Geschichte, sondern in der Tora manifestiert.

Die Spuren des alttestamentlichen Denkens erweisen sich häufig darin, dass die Wahrheit zur Gerechtigkeit, zum rechten Handeln in Beziehung gebracht wird. 1QS spricht von der „Gerechtigkeit seiner Wahrheit,“ 1QH von dem „Rat der Wahrheit,“ vom „Gott der Wahrheit“, 1QpHab vom „Dienst der Wahrheit“.[8]

Die Wahrheit tritt stärker als im Alten Testament in die Rolle des Attributes Gottes, des Charakteristikum seines Tuns. Alles, was von Gott kommt, ist Wahrheit. Die Mitglieder der Gemeinde werden als „die Männer der Wahrheit“ bezeichnet. Unter dem Offenbarungsaspekt ist die Wahrheit die offenbarte Tora. Es ist auch die Rede vom Geist der Wahrheit, der in der Gemeinde durch die Wahrheit schon wirksam ist, und sie am Ende vollkommen reinigen wird.[9]

Andererseits ist die Berührung des Dualismus anzuspüren. Es handelt sich hier aber nicht um einen metaphysischen und kosmologischen Dualismus, sondern eher um einen ethischen.[10] Das Gegenpaar Wahrheit und Lüge kommt stark zum Tragen und wird als Parallele zu den Antithesen von Licht und Finsternis, Gerechtigkeit und Bosheit gestellt.

In der „Zwei-Geister-Lehre“ (1 QS 3,13-4,26) werden die „Söhne der Wahrheit“ den „Söhnen des Frevels“ gegenübergestellt. Als Gegensatz zur Wahrheit wird ein scharfer, eschatologisch gefärbter Begriff „Frevel, Bosheit“ (lw[) gestellt.

„Ein Gräuel für die Wahrheit sind die Taten des Frevels, und ein Gräuel für den Frevel sind die Wege der Wahrheit.“ (1QS 4,17).[11] Das ist ein ethisch und eschatologisch bestimmter Dualismus. Gott setzt dem Frevel ein Ende. „Und dann wird die Wahrheit der Welt für immer hervorkommen“ (4,18f).

Zusammenfassend kann man feststellen, dass sich im jüdischen Denken der zwischentestamentlichen Zeit verschiedene Färbungen und Richtungen des Wahrheitsverständnisses erweisen lassen. Einerseits setzt sich das alttestamentliche Gedankengut fort, andererseits bleibt die Wahrheit von den Einflüssen der zunehmenden Gnosis und Hellenisierung nicht verschont. Trotzdem trägt gerade dieses Denkmodell zur Diskussion im Rahmen des Neuen Testamentes wesentlich bei, und die Herkunft des neutestamentlichen Wahrheitsbegriffes ist gerade in dieser geistigen Welt zu suchen.[12]

1.2.3 Gnosis

In den koptisch-gnostischen Schriften nimmt die Wahrheit eine besondere Rolle ein. Im Namen der Wahrheit wird das Evangelium Veritas genannt. Das Evangelium spricht vom „Vater der Wahrheit,“ meint aber die Erkenntnis der Wahrheit - die Gnosis. Als einen Gegensatz, einen Gegenspieler wird eine widergöttliche Macht, die „Verirrung,“ gezeigt. Die Gnosis kennt zwei Gegenpole des wahrhaft Seienden: die unerschütterliche Wahrheit und der Trug, die Materie, die Lüge. Nur die Gnostiker erkennen die Wahrheit. Die Gnosis deutet das sittliche und göttliche „Wahrheit-Tun“ um. „Wahrheit“ steht im gnostischen Denken für einen göttlichen Bereich, zu dem der Mensch erhoben wird.

Eine der offensichtlichen Zeugnisse für den gnostischen Wahrheitsbegriff sind die Oden Salomos. Die Wahrheit ist eine ewige Krone, die auf das Haupt gesetzt wird (9,8). Die Worte der Wahrheit werden verkündet (12,1). Das Erkenntnisvermögen wird zur Höhe der Wahrheit erhöht (17,7). „Die ganze Ode handelt von der Wahrheit, ihrem Weg, ihrem Gegensatz zum Irrtum und ihrer erlösenden Macht für den Gnostiker.“[13]

[...]


[1] Zitiert nach Theologischem Begriffslexikon zum Neuen Testament, 1347.

[2] Theologisches Begriffslexikon zum Neuen Testament, 12.

[3] Theologisches Begriffslexikon zum Neuen Testament, 1347.

[4] Thomas von Aquin, Summa theologica, I, qu. 16 a 1.

[5] Zitiert nach Theologischem Begriffslexikon zum Neuen Testament, 1344.

[6] Theologisches Begriffslexikon zum Neuen Testament, 1344.

[7] Theologisches Begriffslexikon zum Neuen Testament, 1345.

[8] R. Schnackenburg, Das Johannesevangelium, II, 275f.

[9] R. Schnackenburg, Das Johannesevangelium, II, 276.

[10] R. Schnackenburg, Das Johannesevangelium, II, 275.

[11] Zitiert nach Theologischem Begriffslexikon zum Neuen Testament, 1348.

[12] R. Schnackenburg, Das Johannesevangelium, II, 278.

[13] R. Schnackenburg, Das Johannesevangelium, II, 275.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Überlegungen zu einer Wahrheitschristologie
Hochschule
Theologische Hochschule Friedensau
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
34
Katalognummer
V55067
ISBN (eBook)
9783638501132
ISBN (Buch)
9783656693376
Dateigröße
733 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wahrheitschristologie
Arbeit zitieren
Dimitry Husarov (Autor), 2005, Überlegungen zu einer Wahrheitschristologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55067

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