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Die Rolle südkoreanischer Mittelschichtfrauen im 20. Jahrhundert

Ein Erklärungsversuch mithilfe verschiedener Traditionen

Titel: Die Rolle südkoreanischer Mittelschichtfrauen im 20. Jahrhundert

Hausarbeit , 2020 , 17 Seiten

Autor:in: Yasmina Lee (Autor:in)

Soziologie - Kultur, Technik, Völker
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Forschungsarbeit soll beantwortet werden welche Gründe dazu führten, dass in der koreanischen Gesellschaft, bezüglich der Rolle der Ehefrau bis zur heutigen Zeit keine großen Veränderungen stattgefunden haben. Zur Begründung sollen die im Seminar vermittelten vier soziologischen Traditionen im Hinblick auf meine Forschungsfrage angewendet werden. Diese Forschungsfrage lautet wie folgt: Wie würden die Konflikt-, die Rational/Utilitarian-, die Durkheim’sche und die Mikrointeraktionistische Tradition jeweils die Ursachen für die Rolle südkoreanischer Mittelschichtfrauen im 20. Jahrhundert sehen oder erklären?

Südkorea gehört zu den schnellst wachsenden Industrieländern der Welt. Im Jahr 2018 gehörte das Land zu den zwölf größten Volkswirtschaften weltweit und war die viert größte Volkswirtschaft in Asien. Erstaunlicherweise ist trotz dieser raschen Industrialisierung die Diskrimination gegenüber Frauen in diesem Land weiterhin hoch geblieben. Schätzungsweise wechseln vier Fünftel der Schülerinnen auf eine Universität oder einem College, jedoch bekommen Frauen deutlich die schlechteren Jobs und müssen trotz Beschäftigung die Erziehung der Kinder und den Haushalt selbstständig führen.

Frauen geraten aus diesem Grund in der heutigen Gesellschaft unter starkem Druck, weil sie die Verantwortung tragen Kinder zu gebären, die Verpflichtung haben den Haushalt selbstständig zu führen und darüber hinaus einer Beschäftigung nachgehen müssen. Doch welche Ursachen führten dazu, dass die Diskrimination der Frauen trotz schnellen Wirtschaftswachstums noch immer so hoch ist? Wie lassen sie sich erklären?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methode

3. Forschungsstand

4. Theoretische Rahmen

4.1. Konflikt-Tradition

4.2. Durkheim’sche Tradition

4.3. Rational/Utilitarian-Tradition

4.4. Mikrointeraktionistische Tradition

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die soziologischen Ursachen für die Diskriminierung und die spezifische Rollenverteilung südkoreanischer Mittelschichtfrauen im 20. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, wie vier zentrale soziologische Traditionen – die Konflikt-, die Durkheim’sche, die Rational/Utilitarian- sowie die mikrointeraktionistische Tradition – dieses Phänomen theoretisch erklären und einordnen.

  • Einfluss konfuzianischer Werte auf die Familienstruktur
  • Patriarchale Machtverhältnisse und Rollenzuweisungen
  • Wirtschaftliche und materielle Zwänge innerhalb der Mittelschicht
  • Die Rolle von Sprache und Identitätsbildung (Looking-Glass-Self)
  • Auswirkungen der Industrialisierung auf traditionelle Familienmuster

Auszug aus dem Buch

4.1. Konflikt-Tradition

Die material und wirtschaftlich orientiere Konflikttradition befindet sich auf der makrosoziologischen Ebene. Neben der Wirtschaft steht auch die Geschichte im Fokus. Die wichtigsten Theoretiker dieser Tradition sind, Karl Marx, Friedrich Engels und Max Weber. In dieser Arbeit sollen jedoch hauptsächlich die Theorien von Karl Marx und Friedrich Engels betrachtet werden. Im Mittelpunkt der Konflikttradition steht für Karl Marx die Unterscheidung zwischen den Klassenpositionen in unserer Gesellschaft und die Frage, wie soziale Klassen definiert werden. Marx erläutert, dass die Beziehungen zwischen Menschen durch ihren materiellen Besitz gesondert werden (Collins, 1994, S. 62). Der Unterschied liegt bei Marx vor allem zwischen der Oberschicht (den Kapitalisten) und der Unterschicht (der Arbeiterklasse). Zu den Kapitalisten gehören Eigentümer, die über Vermögen verfügen, Produktionsunternehmen führen oder Landbesitzer sind. Oft besitzen sie auch eine politische Rolle. Zur Arbeiterklasse gehören Menschen, die kein eigenes Eigentum besitzen und um zu überleben gezwungen sind, ihre Arbeit zu verkaufen (Collins, 1994, S. 63). Es gibt zwar noch die Mittelschicht, zu denen beispielsweise selbstständige Handwerker oder Ladenbesitzer gehören, jedoch eine große Rolle spielen sie in der Konflikttheorie nicht. Marx begründet das damit, dass diese Schicht nie festgelegt werden kann, da die Besitzer oft ihren kleinen Besitz verlieren und dann in die Unterschicht eingestuft werden (Collins, 1994, S. 64).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die traditionelle Rolle der koreanischen Frau im Kontext des Patriarchats und kontrastiert diese mit der rasanten Industrialisierung und den daraus resultierenden gesellschaftlichen Problemen.

2. Methode: Der methodische Teil beschreibt das qualitative, deduktive Vorgehen der Untersuchung unter Anwendung der soziologischen Traditionen nach Randall Collins.

3. Forschungsstand: Hier werden die Untersuchungen von Jai Sin Pak und Jin Sook Chang vorgestellt, die den maßgeblichen Einfluss des Konfuzianismus auf das koreanische Familienbild hervorheben.

4. Theoretische Rahmen: Dieses Kapitel führt die vier soziologischen Theorien ein, die als analytisches Instrumentarium für die Untersuchung dienen.

4.1. Konflikt-Tradition: Die Analyse konzentriert sich auf ökonomische Machtverhältnisse, Geschlechterschichtung nach Engels und die patriarchalen Zwänge, denen Frauen in der Mittelschicht unterliegen.

4.2. Durkheim’sche Tradition: Dieser Abschnitt betrachtet soziale Kohäsion, Spezialisierung durch Bevölkerungsdichte und die Rolle von Ritualen innerhalb der konfuzianisch geprägten Familienstruktur.

4.3. Rational/Utilitarian-Tradition: Hier wird der Fokus auf rationale Entscheidungsmodelle und Austauschtheorien gelegt, um die Auswahl der Ehepartner und materielle Abhängigkeiten zu erklären.

4.4. Mikrointeraktionistische Tradition: Das Kapitel befasst sich mit der Identitätsbildung durch das Looking-Glass-Self-Prinzip und der Bedeutung der koreanischen Sprache für die Festschreibung von Rollen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und resümiert, wie die verschiedenen soziologischen Ansätze die Unterdrückung der Frau im patriarchalischen Kontext Südkoreas begründen.

Schlüsselwörter

Südkorea, Mittelschichtfrauen, Patriarchat, Konfuzianismus, Konflikttradition, Durkheim, Rationalitätstradition, Mikrointeraktionismus, Looking-Glass-Self, Frauendiskriminierung, Sozialisation, Familienstruktur, Geschlechterrolle, industrielle Transformation, Gesellschaftsstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit analysiert die soziologischen Hintergründe der diskriminierten Stellung von Frauen der südkoreanischen Mittelschicht im 20. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die konfuzianisch geprägte Familienethik, patriarchale Machtstrukturen sowie der Einfluss von sozioökonomischen Faktoren auf das Frauenbild.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Ursachen für die Beharrlichkeit traditioneller Rollenmuster trotz wirtschaftlicher Modernisierung mithilfe klassischer soziologischer Theorien zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine qualitative Untersuchung mit deduktiver Vorgehensweise durchgeführt, bei der die Theorien von Randall Collins auf die spezifische Situation in Südkorea angewendet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier Abschnitte, die das Frauenbild aus Sicht der Konflikt-, der Durkheim’schen, der Rational- und der mikrointeraktionistischen Tradition beleuchten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Patriarchat, Konfuzianismus, Geschlechterschichtung, soziale Rollen und Identitätsbildung im soziologischen Kontext.

Wie beeinflusst die Sprache die Rolle der Frau in Korea laut dieser Arbeit?

Die mikrointeraktionistische Analyse zeigt, dass koreanische Anredeformen und Sprachmuster hierarchische Unterschiede zwischen Geschlechtern sowie Schwiegertochter und Schwiegereltern aktiv festschreiben.

Inwiefern spielt das Konzept des "Looking-Glass-Self" eine Rolle bei der Erklärung der Frauenrolle?

Es erklärt, wie Frauen durch die ständige Fremdwahrnehmung und soziale Interaktion ein Selbstbild als unterdrücktes, minderwertiges Mitglied der Gesellschaft internalisieren.

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Details

Titel
Die Rolle südkoreanischer Mittelschichtfrauen im 20. Jahrhundert
Untertitel
Ein Erklärungsversuch mithilfe verschiedener Traditionen
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Autor
Yasmina Lee (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V550913
ISBN (eBook)
9783346215512
ISBN (Buch)
9783346215529
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erklärungsversuch jahrhundert mittelschichtfrauen rolle traditionen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yasmina Lee (Autor:in), 2020, Die Rolle südkoreanischer Mittelschichtfrauen im 20. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/550913
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Leseprobe aus  17  Seiten
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