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Zur Siedlungsgenese oberösterreichischer Städte im Hoch- und Spätmittelalter - Eferding, Freistadt, Schärding und Wels im Vergleich

Title: Zur Siedlungsgenese oberösterreichischer Städte im Hoch- und Spätmittelalter - Eferding, Freistadt, Schärding und Wels im Vergleich

Diploma Thesis , 2006 , 161 Pages , Grade: sehr gut (1)

Autor:in: Mag. Elmar Mattle (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die Arbeit ist im Wesentlichen in fünf Abschnitte eingeteilt: Zu Beginn soll versucht werden, eine knappe Zusammenfassung der oberösterreichischen Geschichte von der Römerzeit bis zum Ende des Spätmittelalters zu präsentieren. Das Hauptaugenmerk in diesem Kapitel liegt vor allem auf dem Landwerdungsprozess Oberösterreichs, der maßgeblich von der Entwicklung der Städte beeinflusst wurde. Dem Begriff der „mittelalterlichen Stadt“ ist dann das folgende Kapitel gewidmet, steht er doch quasi im Zentrum der Arbeit. Es erscheint mir unmöglich, eine Abhandlung über das mittelalterliche Städtewesen zu verfassen, ohne vorher zu klären, was die moderne Forschung unter „der Stadt des Mittelalters“ versteht. Anschließend wird in einem Abschnitt das oberösterreichische Städtewesen des Mittelalters näher beleuchtet. Die Anzahl der Städte im heutigen Oberösterreich ist überschaubar, weswegen in diesem Kapitel auch immer wieder die verbleibenden Städte kurz angeschnitten werden sollen. Ähnlich wie im ersten Kapitel ist es hier unmöglich, stur das heutige Bundesland Oberösterreich zu behandeln. Nicht nur weil es das im Mittelalter noch gar nicht gegeben hat, sondern vor allem weil die Einflüsse aus den angrenzenden Regionen einfach zu groß und bedeutend waren, um diese nicht anzusprechen. Diese drei genannten Abschnitte bilden nun sozusagen die Basis, den Rahmen meiner Arbeit und stellen in den folgenden Kapiteln den Ausgangspunkt für viele Überlegungen dar. Jede der vier Städte (Eferding, Freistadt, Schärding und Wels) wird dann in einem eigenen Kapitel behandelt. Das Hauptaugenmerk wurde von mir dabei vor allem auf die städtebauliche, wirtschaftliche und rechtliche Entwicklung im Hoch- und Spätmittelalter gelegt. Es ist in diesem Zusammenhang jedoch unumgänglich, auch die ältere Geschichte – insbesondere die Römerzeit und das Frühmittelalter – miteinzubeziehen. Als Grundlage dieser Kapitel dienten mir – so weit vorhanden und greifbar – die entsprechenden Urkunden und nicht zuletzt die aktuelle, einschlägige Literatur. Das letzte Kapitel stellt dann die vorangegangenen Ausführungen gegenüber, vergleicht und resümiert. Es sollen hier Parallelen und Trends aufgezeigt und unterschiedliche Ausformungen hervorgehoben werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Geschichte Oberösterreichs

2.1. Vom Ende der Römerzeit bis zum Privilegium minus

2.2. Vom Privilegium minus zum Aussterben der Babenberger

2.3. Vom „österreichischen Interregnum“ zum Ende des 15. Jahrhunderts

3. Definition(en) einer mittelalterlichen Stadt

4. Stadtentwicklung in Oberösterreich

4.1. Frühmittelalter

4.2. Hochmittelalter

4.3. Spätmittelalter

4.4. Wirtschaftliche Entwicklung

5. Eferding

5.1. Von den Anfängen bis zur Jahrtausendwende

5.2. Von der ersten urkundlichen Erwähnung bis zum Verkauf an die Schaunberger (1367)

5.3. Eferding unter den Schaunbergern (1367-1559)

6. Freistadt

6.1. Von den Anfängen bis zum Niederlagsrecht von 1277

6.2. Vom Ende des 13. Jahrhunderts bis zum Ausgang des Mittelalters

7. Schärding

7.1. Von den Anfängen bis zum Ende des Hochmittelalters

7.2. Vom Beginn der Wittelsbacher-Herrschaft 1248 bis zum Ende des Spätmittelalters

8. Wels

8.1. Von den Anfängen bis zum Ende des Frühmittelalters

8.2. Vom Anfang des Hochmittelalters bis zum Ende des Spätmittelalters

9. Zusammenfassung und Vergleich

9.1. Von den Anfängen bis zum Ende des Frühmittelalters

9.2. Vom Beginn des Hochmittelalters bis zum Aussterben der Babenberger (1246)

9.3. Spätmittelalter

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die siedlungsgeschichtliche Entwicklung der oberösterreichischen Städte Eferding, Freistadt, Schärding und Wels im Hoch- und Spätmittelalter. Ziel ist es, die spezifischen städtebaulichen, wirtschaftlichen und rechtlichen Ausformungen dieser Städte sowie deren Rolle innerhalb des oberösterreichischen Raums darzustellen und die zugrunde liegenden stadtgeschichtlichen Prozesse, einschließlich der landesfürstlichen Einflussnahme und des Einflusses der Passauer Bischöfe, zu analysieren.

  • Vergleich der mittelalterlichen Siedlungsgenese von Eferding, Freistadt, Schärding und Wels
  • Analyse der städtebaulichen und rechtlichen Entwicklung unter verschiedenen Stadtherrschaften
  • Einfluss der wirtschaftlichen Faktoren und Handelswege auf das Städtewesen
  • Rolle des Adels und der Klöster bei der Gründung und Entwicklung der Städte
  • Vergleich der städtischen Autonomiebestrebungen und Konsolidierungsprozesse

Auszug aus dem Buch

4.2) Hochmittelalter

Nicht nur in Oberösterreich, sondern auch in ganz Zentraleuropa kann man davon ausgehen, dass im Hochmittelalter – vor allem im 12. und 13. Jahrhundert – nach einer Zäsur die Stadtentwicklung eine ganz andere Qualität annahm als das im Frühmittelalter der Fall war. In der älteren Stadtgeschichtsforschung konzentrierte man sich vor allem auf die Kontinuität von Siedlungen der Römerzeit bis zur Stauferzeit. Dementsprechend sah man auch den Markt als mindere Form der Stadt an und ordnete ihm eine Zwischenstufe in der Entwicklung zu. Vor allem WILLIBALD KATZINGER versuchte nun im Gegensatz dazu mit seiner Forschung Markt und Stadt nebeneinander zu stellen und Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede dieser beiden bürgerlichen Siedlungsformen herauszuarbeiten. Die Forschung nimmt heute auf der einen Seite an, dass „bis zum Hochmittelalter nur wenige große Siedlungen konstant und bedeutend waren“, und sieht außerdem im 12. Jahrhundert eine intensive Siedlungs- und Stadtgründungsphase einsetzen. Bis zum 12. Jahrhundert waren es in Oberösterreich keine zehn Orte, die „nachweislich urbanen, bzw. foralen Charakter aufweisen können. Im Gegensatz dazu stellt sich dann das 13. Jahrhundert mit über 40 Erstnennungen vor, eine wahrhaft rapide Zunahme!“

HEINRICH KOLLER weist aber zurecht daraufhin, dass bei Neu- und Ausbauten von Siedlungen bzw. Städten erhebliche Probleme und Schwierigkeiten auftraten: Es galt natürlich zuerst einmal die Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln und Rohstoffen zu gewährleisten. Außerdem nahm man im Hochmittelalter bei Erweiterungen nur wenig Rücksicht auf naturgeographische Gegebenheiten, was oftmals wegen der ungünstigen Lage umfangreiche Befestigungen und aufwändige Wasserversorgungsmaßnahmen notwendig machte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Der Autor erläutert seine Motivation, die mittelalterliche Geschichte seiner Heimatstadt Eferding zu erforschen, und begründet die Auswahl der Vergleichsstädte Freistadt, Schärding und Wels.

2. Geschichte Oberösterreichs: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Entwicklung des Raums vom Ende der Römerzeit bis zum Ende des 15. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Adelsherrschaften.

3. Definition(en) einer mittelalterlichen Stadt: Es wird die Problematik der stadtgeschichtlichen Begriffsfindung diskutiert und ein flexibler Stadtbegriff in den Kontext der Forschung gestellt.

4. Stadtentwicklung in Oberösterreich: Die Entwicklung des Städtewesens in der Region wird in den Phasen Frühmittelalter, Hochmittelalter und Spätmittelalter sowie unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Faktoren beleuchtet.

5. Eferding: Das Kapitel behandelt die Entwicklung Eferdings von den Anfängen über die passauische Verwaltung bis zur Zeit unter der Herrschaft der Schaunberger.

6. Freistadt: Die Geschichte Freistadts wird von der Besiedelung über die Stadterhebung durch die Habsburger bis zum Ende des Mittelalters beschrieben.

7. Schärding: Der Fokus liegt auf der Entwicklung Schärdings von den Anfängen bis zur Wittelsbacher-Herrschaft und dem anschließenden Ausbau als befestigte Stadt.

8. Wels: Die Darstellung umfasst die Entwicklung von der römischen Siedlung Ovilavis über das Frühmittelalter bis hin zum Aufstieg als bedeutende Handelsstadt im Spätmittelalter.

9. Zusammenfassung und Vergleich: Hier werden die Ergebnisse der Einzelkapitel zusammengeführt und die Parallelen sowie Unterschiede in der städtischen Entwicklung der vier Städte vergleichend analysiert.

Schlüsselwörter

Oberösterreich, Mittelalter, Stadtgeschichte, Eferding, Freistadt, Schärding, Wels, Siedlungsgenese, Stadtrecht, Stadtbefestigung, Handelsgeschichte, Sozialwesen, Babenberger, Passauer Bischöfe, Schaunberger

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die stadtgeschichtliche Entwicklung und Siedlungsgenese der vier oberösterreichischen Städte Eferding, Freistadt, Schärding und Wels im Hoch- und Spätmittelalter durch einen direkten Vergleich.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die rechtliche Ausgestaltung (Stadtrechte), die bauliche Entwicklung (Stadtbefestigungen und Kirchenbau), wirtschaftliche Faktoren (Handel, Märkte) sowie die sozialgeschichtlichen Aspekte der städtischen Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, Unterschiede und Parallelen in der städtischen Entwicklung innerhalb eines geographisch eng begrenzten Raums aufzuzeigen und ein besseres Verständnis für die spezifischen Prozesse der Stadtwerdung in Oberösterreich zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine vergleichende historische Analysemethode, die auf einer umfassenden Auswertung von Urkunden, lokalgeschichtlicher Fachliteratur und modernen stadtgeschichtlichen Forschungsergebnissen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Betrachtung der oberösterreichischen Geschichte, eine methodische Diskussion des Stadtbegriffs sowie eine detaillierte, stadtweise Aufarbeitung der historischen Entwicklungen von Eferding, Freistadt, Schärding und Wels.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Oberösterreich, Mittelalter, Stadtgeschichte, Stadtrecht, Handel, Siedlungsgenese und die genannten Städtenamen charakterisieren.

Warum spielt die Herrschaft der Schaunberger in Eferding eine so bedeutende Rolle?

Die Schaunberger waren ein entscheidender lokaler Machtfaktor, der Eferding als Residenzstadt ausbaute und durch zahlreiche Stadtrechtsdokumente und Förderung von Bauprojekten (wie der Stadtpfarrkirche) nachhaltig prägte.

Welche Rolle spielte der Salzhandel für die wirtschaftliche Entwicklung dieser Städte?

Der Salzhandel, insbesondere entlang der Inn-Salzach-Route, war ein Motor für das wirtschaftliche Wachstum von Städten wie Schärding, Freistadt und Wels; die Verleihung von Stapelrechten und Niederlagsrechten sicherte diesen Städten einen bedeutenden Anteil an den Handelseinnahmen.

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Details

Title
Zur Siedlungsgenese oberösterreichischer Städte im Hoch- und Spätmittelalter - Eferding, Freistadt, Schärding und Wels im Vergleich
College
University of Salzburg  (Fachbereich Geschichts- und Politikwissenschaft)
Grade
sehr gut (1)
Author
Mag. Elmar Mattle (Author)
Publication Year
2006
Pages
161
Catalog Number
V55110
ISBN (eBook)
9783638501514
ISBN (Book)
9783638709224
Language
German
Tags
Siedlungsgenese Städte Hoch- Spätmittelalter Eferding Freistadt Schärding Wels Vergleich Stadtentwicklung Mittelalter Oberösterreich Österreich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Elmar Mattle (Author), 2006, Zur Siedlungsgenese oberösterreichischer Städte im Hoch- und Spätmittelalter - Eferding, Freistadt, Schärding und Wels im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55110
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