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Die Entfremdung im Kontext des technologischen Fortschritts in Pirandellos "Quaderni die Serafino Gubbio Operatore"

Titel: Die Entfremdung im Kontext des technologischen Fortschritts in Pirandellos "Quaderni die Serafino Gubbio Operatore"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 22 Seiten , Note: 2

Autor:in: Franziska Hübsch (Autor:in)

Romanistik - Italianistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] In der Zeit der Industrialisierung ist die anfängliche Euphorie über die technischen
Errungenschaften groß gewesen. Maschinen ersetzten, die für Menschen, anstrengenden
Arbeitsprozesse. Doch schnell schlug diese Euphorie um in die Erkenntnis, dass der Mensch
nun nur noch ein Beiwerk der Maschine ist. Durch die Automatisierung und Mechanisierung
änderten sich grundlegend, die bis dahin existierenden, Werte- und Verhaltensmuster. An die
Stelle humanistischer Werte traten Technik und Maschine. So fand auch mit der Erfindung
des Films - und damit verbunden des Kinos – die Verdrängung der Literatur statt. Im Zuge der
Technologisierung ist in den Menschen aber auch das Gefühl erwachsen, weniger bedeutend
zu sein als eine Maschine.
Genau diese Thematik wird in dem Werk Quaderni di Serafino Gubbio operatore von dem
Sizilianer Luigi Pirandello aufgegriffen. Dieses Werk, das im Jahr 1915 entstanden ist, erzählt
die Geschichte des Kameramanns Serafino Gubbio, der nicht in der Lage ist sich der
Gegenwart und dem damit verbundenen technologischen Fortschritt anzupassen. Er
arrangiert sich nicht mit der Welt des Films, in der er arbeitet, sondern stellt ihr die Literatur
gegenüber und schwelgt in den Erinnerungen vergangener Tage. Diese Arbeit als
Kameramann, die Serafino so zu wider ist, veranlasst ihn dazu, seine Umwelt nur passiv
wahrzunehmen und sich zunehmend von ihr zu distanzieren.
Pirandello präsentiert mit diesem Buch wieder ein Werk, in dem sein Held unter dem Zwang
der Umgebung Rollen spielen muss, denen er meist nicht gewachsen ist. So entstehen auch
für diesen Helden letztendlich groteske Situationen.
Im Folgenden wird nun untersucht, in welchem Kontext das Werk Pirandellos entstanden ist,
um daraufhin zu analysieren, welchen Einfluss der technologische Fortschritt auf die
Entfremdung des Kameramanns Serafino Gubbio hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Gesellschaftlicher Kontext

2.1.) Die politische Situation

2.2.) Der technologische Fortschritt

2.3.) Veränderungen in Kunst und Kultur

2.4.) Entwicklung der Massengesellschaft

2.5.) Kino als neue Form der Kunst

2.6.) Zeitgenössische Reflexionen zur kulturellen Entwicklung

3.) Pirandellos „Quaderni di Serafino Gubbio operatore“

3.1.) Der Begriff der Entfremdung

3.2.) Entfremdung im Roman

3.3.) Der Kosmograph: Mikrokosmos industrieller Entfremdung

3.3.1.) La maschera

3.3.2.) L’accidente

3.3.3.) La follia

3.3.4.) La perdità della personalità

4.) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des technologischen Fortschritts zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf die Entfremdung des Individuums, exemplifiziert anhand des Protagonisten Serafino Gubbio in Luigi Pirandellos Roman „Quaderni di Serafino Gubbio operatore“.

  • Der gesellschaftliche und technologische Wandel in der Ära der industriellen Revolution.
  • Die Auswirkungen der Mechanisierung und Automatisierung auf das menschliche Selbstverständnis.
  • Die Rolle des Kinos als neues, entfremdendes Medium im Vergleich zu traditionellen Kunstformen.
  • Die Thematisierung von Ichspaltung, Identitätskrise und dem Konflikt zwischen Schein und Sein.
  • Die metaphorische Bedeutung des „Kosmograph“ als Ort industrieller Entfremdung.

Auszug aus dem Buch

3.3. Der Kosmograph: Mikrokosmos industrieller Entfremdung

Bereits im ersten der sieben Quaderni di Serafino Gubbio operatore wird das Augenmerk des Rezipienten auf die Filmproduktion gelenkt, welche die gesamte Romanhandlung dominiert. Serafino Gubbio schildert, wie er durch die zufällige Begegnung mit seinem alten Freund Cocò Polacco eine Arbeit in der Kosmograph als Kameramann angeboten bekommt und wie diese Arbeit aussieht. Doch bereits auf den ersten Seiten des Romans wird die Abneigung deutlich, die Serafino gegenüber seiner Tätigkeit und gegenüber dem Film empfindet. Er sieht sich selbst als „una mano che gira la manovella“, als Mensch, der Herz und Geist für die Maschine geopfert hat. Die erste Filmaufnahme, der Serafino - noch als Zuschauer - beiwohnt, findet in einem Obdachlosenasyl statt, „per un interno dal vero“. Die Tatsache, dass die traurige Wirklichkeit des Obdachlosenasyls missbraucht werden soll, um darin eine Fiktion zu inszenieren, widert Serafino an: „[...] e rimassi ad assistere disgustato alla sconcia contaminazione di quella triste realtà [...]“.

Schon hier ist zu sehen, dass der moderne Mensch Produkt einer Krisengesellschaft ist und dass sich in ihm die Widersprüche einer kulturell zwar hoch entwickelten, aber ungerechten und kranken Umwelt brechen. Diese Sicht der Dinge führt dazu, dass sich Pirandello mit der Psyche des Menschen beschäftigt. So spiegelt sich im Roman wider, was Pirandello als Zeitzeuge erlebt. Er und seine gesamte Generation sind geprägt von einem gemeinsamen Misstrauen gegenüber der Vernunft, einem gemeinsamen Gefühl des Scheiterns der Wissenschaft und einer gemeinsamen spiritualistischen Suche.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Entfremdung im technologischen Zeitalter ein und skizziert das Ziel der Arbeit, den Einfluss des Fortschritts auf die Hauptfigur Serafino Gubbio in Pirandellos Roman zu analysieren.

2.) Gesellschaftlicher Kontext: Das Kapitel beleuchtet die politischen, technischen und kulturellen Umwälzungen des frühen 20. Jahrhunderts, die den Boden für Pirandellos gesellschaftskritisches Werk bereiteten.

3.) Pirandellos „Quaderni di Serafino Gubbio operatore“: Dieser Hauptteil analysiert die Entfremdungserscheinungen des Protagonisten, den Kosmograph als Ort der Industrialisierung sowie zentrale Motive wie Maske, Wahn und Identitätsverlust.

4.) Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Pirandello durch die Figur des Serafino Gubbio eine tiefgreifende Kritik an der Technisierung und der damit verbundenen Entmenschlichung übt.

Schlüsselwörter

Entfremdung, Luigi Pirandello, Quaderni di Serafino Gubbio operatore, Technologischer Fortschritt, Industrialisierung, Massengesellschaft, Film, Kino, Identitätskrise, Maske, Schein und Sein, Individualisierung, Moderne, Mechanisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entfremdung des Individuums im technologischen Zeitalter, reflektiert durch Luigi Pirandellos Roman „Quaderni di Serafino Gubbio operatore“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die industrielle Revolution, die Auswirkungen des Kinos als neues Medium, das Identitätskonzept sowie der Konflikt zwischen menschlicher Natur und technischer Mechanisierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der technologische Fortschritt und die gesellschaftlichen Normen der Zeit zur Entfremdung des Protagonisten Serafino Gubbio führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Romans im Kontext soziologischer und historischer Theorien zur Moderne.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird der Roman von Pirandello detailliert untersucht, insbesondere die Rolle des „Kosmograph“ sowie die Konzepte von Maske, Wahn, Zufall und Identitätsverlust.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Entfremdung, Identitätskrise, Technik, Massengesellschaft, Film und das Motiv der Maske charakterisiert.

Warum spielt das Kino eine so wichtige Rolle im Roman?

Das Kino fungiert im Roman als Symbol für die industrielle Wirklichkeit, die den Menschen zur bloßen Maschine degradiert und menschliche Interaktion verfremdet.

Was bedeutet das Konzept der „Maske“ in dieser Arbeit?

Die Maske repräsentiert soziale Konventionen und Rollenzwänge, die den Einzelnen daran hindern, sein wahres Selbst auszuleben, was letztlich zu psychischer Entfremdung führt.

Wie verarbeitet Serafino Gubbio seine Situation?

Serafino flüchtet sich in die Beobachtung, distanziert sich von den Menschen und nutzt das Schreiben in seinen „Quaderni“, um seinem Leben als Diener der Maschine eine eigene, literarische Bedeutung zu geben.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Entfremdung im Kontext des technologischen Fortschritts in Pirandellos "Quaderni die Serafino Gubbio Operatore"
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Note
2
Autor
Franziska Hübsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
22
Katalognummer
V55224
ISBN (eBook)
9783638502375
ISBN (Buch)
9783656778165
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entfremdung Kontext Fortschritts Pirandellos Quaderni Serafino Gubbio Operatore
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Hübsch (Autor:in), 2006, Die Entfremdung im Kontext des technologischen Fortschritts in Pirandellos "Quaderni die Serafino Gubbio Operatore", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55224
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Leseprobe aus  22  Seiten
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