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Mnemotechniken - Umsetzung und beobachtbare Langzeiteffekte am Beispiel der Unterrichtseinheit "Die Bundesländer Deutschlands" in zwei 6. Klassen der Förderschule Schwerpunkt Lernen

Title: Mnemotechniken - Umsetzung und beobachtbare Langzeiteffekte am Beispiel der Unterrichtseinheit "Die Bundesländer Deutschlands" in zwei 6. Klassen der Förderschule Schwerpunkt Lernen

Examination Thesis , 2005 , 83 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marcus Gummelt (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Die von 1500 bis 1800 bestimmende “Pauk“- und Memorierschule ist heute weitgehend überwunden, weil sie für die Bewältigung komplexer Lernaufgaben offensichtlich nicht ausreicht (Meyer, 2003).
Dennoch müssen Kinder heute durch Veränderungen der Lernumwelt und eine immer komplexer werdende Informationsgesellschaft eine Vielzahl von Informationen aufnehmen und präsent haben.
Ich schließe mich der These von Meyer (2003) an, die besagt, dass Schüler und Schülerinnen heute immer mehr und schneller lernen müssen, wodurch sie auch immer weniger gründlich lernen.
Die Notwendigkeit, Informationen dauerhaft abzuspeichern und sicher reproduzieren zu können, wird deutlich, wenn man bedenkt, dass gerade zur Lösung komplexer Lernaufgaben spezifisches Faktenwissen benötigt wird (Wippich, 1984). Folgendes Zitat untermauert diesen Standpunkt: „A good memory is essential for intelligence and creativity“ (Morris, 1979, S. 52).

Die Behaltensleistungen von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Schwerpunkt Ler-nen sind im Vergleich mit gleichaltrigen Regelschülern signifikant schlechter und diese Defizite in der Gedächtnisleistung werden als bedeutsame Ursache unterdurchschnittlicher kognitiver Leistungsfähigkeit gesehen (Büttner, 1998).

Es stellt sich also die Frage, ob es spezifische Unterrichtsmethoden oder Lerntechniken gibt, die Schü-lern bei der Einspeicherung und dem Abruf von bedeutendem Faktenwissen hilfreich sein können.
Mnemotechniken (Techniken, die bei der Speicherung und dem Abruf von Wissen helfen können) werden in nahezu allen bedeutenden Veröffentlichungen zur Verbesserung von Lern- und Gedächtnis-leistungen beschrieben und als effektiv bewertet. (Anderson, 1996; Büttner, 1996; Kintsch, 1982; Metzig & Schuster, 2003; Neidhard, 2001; Schuster & Woschek, 1989; Ulrich, Stapf & Giray, 1996; Wippich, 1984).

Im praktischen Teil der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, eine Unterrichtseinheit zu spezifischem Faktenwissen mit ausgewählten Mnemotechniken zu gestalten, durchzuführen und auf Langzeiteffekte hin zu untersuchen. Dabei steht die Darstellung der praktischen Umsetzung dieser Unterrichtseinheit im Vordergrund. Bedingt durch den Versuchsaufbau können nur erste Hinweise für mögliche Langzeiteffekte herausgefunden werden, da die für eine beweiskräftige empirische Untersu-chung nötige Kontrollgruppe aus organisatorischen Gründen fehlt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Überblick

2. Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses

2.1 Mehrspeichermodelle

2.2 Theorie der Verarbeitungstiefe

2.3 Die duale Kode-Theorie

2.4 Zusammenfassung und Bedeutung für die vorliegende Arbeit

3. Prozesse und Faktoren für das Einprägen und Erinnern aus dem Langzeitgedächtnis

3.1 Einprägen

3.1.1 Organisation der Lernsituation

3.1.2 Bildhaftigkeit

3.1.3 Bekanntheitsgrad

3.1.4 Elaborative Verarbeitung

3.2 Abruf aus dem Langzeitgedächtnis

3.3 Erkenntnisse zu Gedächtnisleistungen von Förderschülern

4. Mnemotechniken

4.1 Geschichtentechnik

4.2 Schlüsselwortmethode

5. Ableitung der Fragestellung und Formulierung der Forschungshypothesen

6. Methode

6.1 Vorüberlegungen und Voruntersuchungen

6.2 Untersuchungsplan

6.2.1 Benennung und Operationalisierung der unabhängigen und abhängigen Variablen

6.2.1.1 Schüler einer Förderschule Schwerpunkt Lernen

6.2.1.2 Lerngegenstand

6.2.1.3 Unterrichtseinheit auf Basis ausgewählter Mnemotechniken

6.2.1.4 Messzeitpunkte

6.2.1.5 Langzeiteffekte bei der Behaltensleistung der Unterrichtsinhalte

6.2.2 Auswahl der Untersuchungsmethode

6.3 Untersuchungsdurchführung

6.3.1 Untersuchungsablauf

6.3.2 Beschreibung der Lerngruppe

6.3.3 Lernausgangslage

6.3.4 Lehrer und Mitarbeiter

6.3.5 Beschreibung der Unterrichtseinheit

6.3.5.1 Bezug zu theoretischen Überlegungen

6.3.5.2 Kürzübersicht über die Unterrichtseinheit

6.3.5.3 Darstellung der einzelnen Unterrichtsstunden

7. Ergebnisse

7.1 Ergebnisse der einzelnen Messzeitpunkte

7.2 Darstellung der Gesamtergebnisse

7.3 Fehlerschwerpunkte

8. Diskussion

8.1 Methodenkritik

8.2 Überprüfung der aufgestellten Hypothesen

8.3 Probleme und Umsetzung im Unterricht

8.4 Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie Mnemotechniken eingesetzt werden können, um Förderschülern im Schwerpunkt Lernen Faktenwissen – konkret die Bundesländer Deutschlands – effizient zu vermitteln und deren langfristige Behaltensleistung zu fördern.

  • Grundlagen der Lern- und Gedächtnispsychologie
  • Mnemotechniken als Lernstrategien (Geschichtentechnik, Schlüsselwortmethode)
  • Konzeption und praktische Umsetzung einer Unterrichtseinheit
  • Empirische Überprüfung von Lernzuwachs und Langzeiteffekten bei Förderschülern

Auszug aus dem Buch

4.1 Geschichtentechnik

Eine Methode unverbundene Informationen miteinander zu verknüpfen, um sie besser erinnern zu können, besteht darin, sie in eine zusammenhängende Geschichte einzubinden. Die folgenden zehn Begriffe (Hut, Kugelschreiber, Arzt, Löwen, Tulpe, Zahn, Schlüssel, Lampe, Tasse und Kamin) können nach Metzig und Schuster (2003, S. 66) in diese Geschichte eingebracht werden:

„Ein alter Hut soll repariert werden. Mit dem Kugelschreiber notiert sich der Arzt, dem der Hut gehört, dass der Hutmacher in der Löwenstraße wohnt. Für die Frau des Hutmachers schneidet er eine Tulpe und geht los. Obwohl ihn sein Zahn schmerzt, vergisst er nicht, mit dem Schlüssel abzusperren. Der Hutmacher besieht sich den alten Hut genau unter der Lampe, trinkt genüsslich aus seiner Tasse und wirft ihn verächtlich in den offenen Kamin.“

Um sich an die Begriffe zu erinnern, wird die Geschichte mental von Anfang an durchgegangen, wobei die kritischen Begriffe in der vorgegebenen Reihenfolge wieder erkannt werden können. Somit ist es nicht nur möglich sich an alle Informationen zu erinnern, sondern diese können zusätzlich in einer bestimmten Reihenfolge gelernt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Überblick: Einführung in die Problematik des Auswendiglernens und Begründung der Relevanz von Mnemotechniken für Förderschüler.

2. Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses: Darstellung psychologischer Modelle wie Mehrspeichermodelle und Theorie der Verarbeitungstiefe als theoretische Basis.

3. Prozesse und Faktoren für das Einprägen und Erinnern aus dem Langzeitgedächtnis: Analyse kognitiver Faktoren wie Bildhaftigkeit und elaborative Verarbeitung für erfolgreiche Lernprozesse.

4. Mnemotechniken: Detaillierte Erläuterung der Geschichtentechnik und Schlüsselwortmethode zur Wissensvermittlung.

5. Ableitung der Fragestellung und Formulierung der Forschungshypothesen: Entwicklung der Hypothesen zur Wirksamkeit von Mnemotechniken im Kontext einer Förderschule.

6. Methode: Beschreibung des Untersuchungsplans, der Variablen, der Lerngruppe sowie der konkreten Durchführung der Unterrichtseinheit.

7. Ergebnisse: Statistische Darstellung der Messergebnisse zu verschiedenen Zeitpunkten inklusive einer Analyse der Fehlerschwerpunkte.

8. Diskussion: Kritische Reflexion der Methodik, Validierung der Hypothesen sowie Ausblick auf zukünftige Anwendungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Mnemotechniken, Gedächtnis, Förderschule, Lernen, Geschichtentechnik, Schlüsselwortmethode, Langzeitgedächtnis, Faktenwissen, Behaltensleistung, Unterrichtsmethoden, Lernstrategien, Bundesländer, empirische Untersuchung, Förderschwerpunkt Lernen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Effektivität von Mnemotechniken bei der Vermittlung von Faktenwissen für Schüler einer Förderschule.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Gedächtnispsychologie, verschiedene Lerntechniken sowie deren praktische Umsetzung im Unterricht mit Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu prüfen, ob sich eine Unterrichtseinheit mittels Mnemotechniken so gestalten lässt, dass ein Lernzuwachs erzielt wird und das Wissen langfristig abrufbar bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine Gruppenstudie im Rahmen einer Unterrichtseinheit durchgeführt, bei der der Wissensstand durch wiederholte Testungen (Lückentexte, Zuordnungsaufgaben) über einen Zeitraum von neun Monaten überprüft wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen zum Gedächtnis, die Einführung der Geschichtentechnik und Schlüsselwortmethode, die detaillierte Methodenbeschreibung sowie die Auswertung der Testergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mnemotechniken, Förderschule, Langzeitgedächtnis, Lernstrategien und Behaltensleistung.

Warum wurden gerade die "Bundesländer Deutschlands" als Lerngegenstand gewählt?

Die Bundesländer sind fester Bestandteil des Lehrplans für die Schule für Lernhilfe und eignen sich aufgrund ihres abstrakten Charakters gut für das Training mit Mnemotechniken.

Welche Schwierigkeiten ergaben sich bei der Anwendung der Methoden?

Die größte Hürde war die Abstraktion mancher Schlüsselwörter; zudem hatten einige Schüler Probleme, die Strategie ohne intensives Modellieren durch den Lehrer eigenständig anzuwenden.

Erbrachte die Untersuchung positive Ergebnisse bezüglich der Langzeiteffekte?

Ja, die Ergebnisse zeigen eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vortest, und auch neun Monate nach der Unterrichtseinheit konnten die meisten Schüler die erlernten Fakten erfolgreich abrufen.

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Details

Title
Mnemotechniken - Umsetzung und beobachtbare Langzeiteffekte am Beispiel der Unterrichtseinheit "Die Bundesländer Deutschlands" in zwei 6. Klassen der Förderschule Schwerpunkt Lernen
College
Studienseminar Lüneburg
Grade
1,0
Author
Marcus Gummelt (Author)
Publication Year
2005
Pages
83
Catalog Number
V55269
ISBN (eBook)
9783638502689
ISBN (Book)
9783656090700
Language
German
Tags
Mnemotechniken Umsetzung Langzeiteffekte Beispiel Unterrichtseinheit Bundesländer Deutschlands Klassen Förderschule Schwerpunkt Lernen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Gummelt (Author), 2005, Mnemotechniken - Umsetzung und beobachtbare Langzeiteffekte am Beispiel der Unterrichtseinheit "Die Bundesländer Deutschlands" in zwei 6. Klassen der Förderschule Schwerpunkt Lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55269
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